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Leselupe.de > Ungereimtes
Der unheimliche Greis (2)
Eingestellt am 28. 10. 2000 14:19


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Brigitte Pulley-Grein
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2000

Werke: 121
Kommentare: 103
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Fortsetzung (2)

Heut, um die zwölfte Stunde
klopft an ein alter Mann;
ein Bursch der Zecherrunde
hat ihm drum aufgetan.

Und drinnen gleich bestaunet
die Schar den fremden Greis,
und fraget sich und raunet,
warum er wohl so weiß?

So totenweiß gebleichet,
sein Haar und sein Gesicht?
Vor Schreck man hier ihm reichet
die Hand zum Gruße nicht.

Man fraget nur den Alten:
"Wohin in dieser Nacht
bei solchen Sturmgewalten,
da nur das Grauen wacht?"

Doch der Betagte schweiget
zu all den Fragen stur,
indess das Haupt er neiget
denkt er: "Ja, fragt ihr nur."

Sein Schweigen macht sie bange,
die Frager sonderbar;
den Alten hält's nicht lange,
geht, wie er kommen war.

Sein Schatten aber bleibet,
der ihn begleitet hat,
's ist schwer, wie man beschreibet,
was dieser darauf tat.





Ein Schauder packt die Zecher
bei diesem Schattenmann,
zu Boden fall'n die Becher,
entsetzt starr'n sie ihn an.

Denn plötzlich wächst der Schatten
und wird zweimal so groß,
aus Mut, den sie einst hatten,
wird Angst, läßt sie nicht los.

Noch größer wird der Schatten,
wie ein Gigant ist er;
die Freunde bang gestatten
sogleich ihm all Begehr'.


Fortsetzung (2)

Heut, um die zwölfte Stunde
klopft an ein alter Mann;
ein Bursch der Zecherrunde
hat ihm drum aufgetan.

Und drinnen gleich bestaunet
die Schar den fremden Greis,
und fraget sich und raunet,
warum er wohl so weiß?

So totenweiß gebleichet,
sein Haar und sein Gesicht?
Vor Schreck man hier ihm reichet
die Hand zum Gruße nicht.

Man fraget nur den Alten:
"Wohin in dieser Nacht
bei solchen Sturmgewalten,
da nur das Grauen wacht?"

Doch der Betagte schweiget
zu all den Fragen stur,
indess das Haupt er neiget
denkt er: "Ja, fragt ihr nur."

Sein Schweigen macht sie bange,
die Frager sonderbar;
den Alten hält's nicht lange,
geht, wie er kommen war.

Sein Schatten aber bleibet,
der ihn begleitet hat,
's ist schwer, wie man beschreibet,
was dieser darauf tat.


Ein Schauder packt die Zecher
bei diesem Schattenmann,
zu Boden fall'n die Becher,
entsetzt starr'n sie ihn an.

Denn plötzlich wächst der Schatten
und wird zweimal so groß,
aus Mut, den sie einst hatten,
wird Angst, läßt sie nicht los.

Noch größer wird der Schatten,
wie ein Gigant ist er;
die Freunde bang gestatten
sogleich ihm all Begehr'.



__________________
Ich glaube an die Magie der Liebe (Hermann Hesse)

Brigitte Pulley-Grein

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