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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Die Beichte
Eingestellt am 04. 01. 2003 14:56


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kevin3
Hobbydichter
Registriert: Jan 2003

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DIE BEICHTE

1

Die Luft war stickig und schw├╝l. Es roch nach Urin und Schwei├č. Schechter kannte diesen Geruch besser als ihm lieb war. Anfangs hatte er geglaubt, er w├╝rde sich an den bei├čenden Gestank gew├Âhnen, aber nach vier Monaten schien er ihn nur noch st├Ąrker wahrzunehmen. Man gew├Âhnte sich eben nicht an den Geruch des Todes.
Die Gefangenen wurden durch das Ger├Ąusch der von Schechter ge├Âffneten T├╝r geweckt. Sechsundzwanzig K├Âpfe kamen unter ihren Decken zum Vorschein. Sechsundzwanzig Augenpaare schauten ihn aus der Dunkelheit an. Nur Gott h├Ątte gewusst, wie viele ├ängste sie in diesem Moment ausstanden. Schechter wollte es nicht wissen. Die Dunkelheit war ein Segen.
Sie wurde in dieser Nacht nur durch die riesigen Strahler, die hinter der Baracke platziert waren, und die einen Teil ihrer grellen Lichter durch die beiden Fenster des Raumes warfen, gemildert.
Schechter sah seinen Schatten vor sich. Er sah aus wie ein schwarzer Riese. Schechter sagte kein Wort. Er wartete bis sich seine Augen an die Dunkelheit gew├Âhnt hatten. Immer noch starrten ihn die M├Ąnner aus ihren Betten an. Keiner von ihnen sagte etwas, und Schechter wusste warum. W├Ąre er in ihrer Situation gewesen, h├Ątte er genauso gehandelt. Das hie├č, wenn er noch am Leben gewesen w├Ąre! Der Raum bestand aus Pritschen, die man in zwei Reihen unterteilt hatte. Eine Reihe rechts an der Wand, die andere gegen├╝ber. Auf der rechten Seite schliefen vierzehn M├Ąnner, auf der anderen waren es nur zw├Âlf. Zwei weniger also. Vielleicht waren sie bei ihrer Arbeit umgekommen, vielleicht hatte man sie auch aussortiert. Es war einerlei. So schrecklich es sich auch anh├Ârte, der Tod der zwei M├Ąnner war eine Wohltat f├╝r die restlichen Inhaftierten. Es bedeutete mehr Platz f├╝r sie.
Schechter ging den schmalen Gang, der durch die Reihen mit Pritschen abgegrenzt war, ab, bis er ans Ende gelangt war.
Die Sohlen seiner schweren Stiefel gaben dabei Ger├Ąusche von sich, die jedem der M├Ąnner, die hier lagen, das Blut in den Adern gefrieren lassen mussten. Das Ger├Ąusch solcher Stiefel war f├╝r sie gleichbedeutend mit Tod und Schmerz. Schechter drehte sich wieder zur T├╝r. Ein gro├čes Eisending, das durch das Licht der Scheinwerfer wie ein Monster aus Stahl aussah.
Er konnte sp├╝ren, wie die M├Ąnner dachten. Sie wunderten sich dar├╝ber, dass ein SS-Offizier, wie Schechter einer war, mitten in der Nacht zu ihnen kam.
Doch was Schechter als N├Ąchstes tat, war f├╝r sie noch viel verwunderlicher: Aus der Innentasche seines schwarzen Mantels holte er eine Kerze und eine Schachtel Streichh├Âlzer. Er setzte sich auf den Boden und stellte die Kerze vor sich. Er verbrauchte drei Streichh├Âlzer, bis er sie anbekam. Bis die Flamme gro├č genug war und Schechter sich sicher sein konnte, dass sie nicht mehr ausgehen w├╝rde, hielt er seine Hand sch├╝tzend davor. Als er sie wegnahm, sah er sechsundzwanzig K├Âpfe. Alles unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichem Charakter und unterschiedlichen Berufen (von Arbeitslosen bis ├ärzten war in dieser Baracke alles vertreten), und trotzdem waren sie in diesem Moment alle gleich. Das Lager, in das man sie gesteckt hatte, hatte ihnen alle Pers├Ânlichkeit und Eigenst├Ąndigkeit genommen und sie zu den Menschen gemacht, die ihn jetzt ├Ąngstlich anstarrten.
Zu minderwertigen Objekten, die es galt so schnell wie m├Âglich zu vertreiben, oder noch besser, sie zu vernichten.
Egal welche Stellung sie vorher in der Gesellschaft innegehabt hatten, jetzt waren sie nur noch Juden oder Verbrecher (was in den Augen der Leute, die dieses Lager errichtet hatten, aber ohnehin dasselbe war).
\"Ihr braucht keine Angst zu haben!\", das waren Schechters erste Worte.
\"Ich werde Euch nichts tun! Ich werde Euch auch nicht mitten in der Nacht arbeiten lassen. Ich will nur, dass Ihr f├╝r einen Moment Euren Schlaf unterbrecht und Euch mit mir unterhaltet.\"
Nat├╝rlich wussten die armen Gesch├Âpfe, die dicht aneinander gedr├Ąngt in ihren Kojen lagen, nicht, was sie mit solchen Worten anfangen sollten.
\"Ich m├Âchte Euch bitten, dass Ihr Euch zu mir setzt, oder nur ein Teil von Euch. Ich will, dass sich welche von Euch mit mir um diese Kerze setzen und dass wir reden!\"
Keiner r├╝hrte sich. Aber doch wusste Schechter, dass sie zu ihm kommen w├╝rden, wenn er nur noch ein paar Sekunden lang schweigend auf dem Boden sitzen w├╝rde. Weil sie Angst hatten, weil sie bef├╝rchteten den n├Ąchsten Tag nicht mehr zu erleben, wenn sie nicht taten, was der Mann in der schwarzen Uniform von ihnen verlangte.
\"Ich werde niemanden bestrafen, der sich nicht zu mir setzt. Also macht Euch deswegen keine Gedanken\", sagte er, als ihm dies bewusst wurde. \"Ich wei├č, dass Ihr schrecklich m├╝de seid, und ich wei├č auch, dass die Arbeit die Ihr verrichten m├╝sst, unmenschlich ist und Euch eure Kr├Ąfte raubt, aber ich will mit einem von Euch sprechen.\"
Er sagte es in einem Tonfall der Vertrauen erweckte. Als Offizier der SS musste man Vertrauen auf die Leute ausstrahlen k├Ânnen. Er musste seinen Soldaten jeden Tag aufs Neue L├╝gen erz├Ąhlen und nur mit einer solchen Stimme glaubten sie ihm. Oder versuchten zumindest zu glauben!
Schechter schaute in die Runde und sah zwei M├Ąnner, die aus ihren Pritschen stiegen und auf ihn zu kamen. Sie setzten sich tats├Ąchlich neben ihn auf den Boden. Allerdings in geb├╝hrendem Abstand. Beide trugen die selben Lumpen am K├Ârper, und an ihren Unterarmen sah der SS Offizier die Nummern, die jeder H├Ąftling bei seiner Ankunft eingebrannt bekam. Beiden M├Ąnnern hatte man die Haare abgeschoren, so dass nur schwarze Stummeln aus ihrer Kopfhaut hervor ragten. Auch das war im Lager so ├╝blich.
Man machte es, um zu verhindern, dass die Gefangenen L├Ąuse bekamen, und somit eine Epidemie ausl├Âsten. Diese M├Ąnner sollten sterben, aber nat├╝rlich erst nachdem sie ihre Pflicht dem deutschen Volke gegen├╝ber getan und gearbeitet hatten. Sie arbeiteten f├╝r einen gro├čen Teufel, der sich Krieg nannte und der ├╝ber den ganzen Kontinent gegriffen hatte.
Es war das f├╝nfte Jahr, in dem der Krieg ├╝ber Europa tobte, und Schechter hatte das Gef├╝hl, dass er sich dem Ende zuneigte. Es w├╝rde kein gutes Ende f├╝r seinen F├╝hrer und f├╝r das Land, das er ins Verderben gest├╝rzt hatte, geben.
Und somit auch nicht f├╝r Schechter.
\"Wie hei├čt Ihr?\", fragte er und schaute sie beide abwechselnd an.
Sie z├Âgerten.
\"Jakob\", brachte der eine schlie├člich hervor.
\"Und du? Wie ist dein Name?\"
Der Mann zu Schechters Linker sah ihm in die Augen.
\"Michael\", sagte er schlie├člich und Schechter konnte die Verachtung in seiner Stimme deutlich raush├Âren.
\"Michael M├╝ndel.\"
Schechter zog aus der Brusttasche seiner Uniform ein kleines Etui. Er ├Âffnete es und hielt es dem Mann hin, der sich ihm als Jakob vorgestellt hatte.
\"Willst du eine Zigarette, Jakob?\", fragte er. Jakob nickte und nahm sich eine aus dem silbernen Etui, auf dessen Deckel der Reichsadler mit dem Hakenkreuz eingearbeitet war.
\"Danke\", sagte er. Nachdem ihm klar geworden war, was er gerade gesagt hatte, versuchte er auf der Stelle seinen Fehler wieder gut zu machen.
\"Danke Herr Offizier.\"
In Schechters Gesicht zeichnete sich ein L├Ącheln ab. \"Vergessen wir f├╝r wenige Momente dieses f├Ârmliche Getue und nennen uns beim Vornamen. Ich hei├če ├╝brigens Thomas.\"
Er hielt dem anderen H├Ąftling das Etui hin. H├Ątte ein Soldat diese Szenerie beobachtet, so w├Ąre Schechters letzter Gang der Gang zum Strick gewesen. Das war ihm durchaus bewusst, aber er tat es trotzdem. Einmal wollte er Mut beweisen, wenigstens ein einziges Mal!
\"Und du?\", fragte Schechter.
\"Nein, ich habe das Rauchen schon vor einer ganzen Weile aufgegeben und habe nicht das Bed├╝rfnis, wieder damit anzufangen. Wissen Sie, wie auch nur eine einzige Zigarette Ihrer Lunge schadet?\"
Schechter war verbl├╝fft. Er hatte mit allem gerechnet, aber nicht mit einer solchen Antwort. Er ├╝berlegte, ob dies ein Witz gewesen sein sollte, und brachte ein L├Ącheln zustande.
Er nahm sich selbst eine Zigarette (die Vorstellung, dass sie seiner Lunge schaden w├╝rde, kam ihm an einem Platz, an dem Tag f├╝r Tag Hunderte von Menschen ihr Leben lassen mussten, l├Ącherlich vor) wobei er den Mann, der sich als M├╝ndel vorgestellt hatte, aus den Augenwinkeln beobachtete. Dieser Mann brachte es fertig, Schechter zu faszinieren. Seine Art war abweisend und vertrauensvoll zugleich.
Als er aufsah, blickte Schechter in die Augen von M├╝ndel. Sie sahen aus wie kleine wei├če tote Dinger, die in riesigen schwarzen L├Âchern steckten.
Dann sah er zu dem anderen Mann r├╝ber, ebenfalls nur noch Haut und Knochen, der die Zigarette mit freudiger Erregung auf den seltenen Genuss mit den Lippen hoch und runter bewegte. In seinen Augen war ein Strahlen.
Das selbe Strahlen, das Schechter von seinem Sohn kannte, wenn es auf Weihnachten zu ging. Bevor der Krieg ausgebrochen war, nat├╝rlich. Und nat├╝rlich auch, bevor man Schechter hierher versetzt hatte. Hierher nach Buchenau.
Das Mitleid, das er in diesem Moment empfand, als er bemerkte, wie dieser Mann sich nur wegen einer einzigen Zigarette so freute, trieb ihm Tr├Ąnen in die Augen. In diesem Moment war er froh, dass es dunkel war. Er wollte nicht, dass sie sahen, wie er weinte. Er, ein SS Offizier, dem seine Soldaten manchmal den Spitznamen Schl├Ąchter gaben, weil er ihnen das Morden befahl. Wobei er selbst nat├╝rlich auch nur die Befehle seiner Vorgesetzten befolgte.
Aber sein Verstand machte ihm klar, dass er doch f├╝r den Tod zahlreicher Menschen verantwortlich war. Auch, wenn er es nicht gewollt hatte, er hatte es doch getan. Ein anderer Teil von ihm versuchte ihm gut zuzureden, dass es gef├Ąhrlich f├╝r ihn gewesen w├Ąre, h├Ątte er sich diesen Befehlen widersetzt, aber diese billige Entschuldigung half den Familien, die durch seine Hand den Tod gefunden hatten, auch nicht mehr.
Schechter holte das Etui wieder aus seiner Tasche und gab es Michael.
\"Ich will, dass du sie beh├Ąltst\", sagte er in fl├╝sterndem Tonfall. \"Ich will, dass du jedem in diesem Raum eine Zigarette davon gibst, wenn er sie haben will, egal wem!\"
Michael nickte. Schechter klopfte ihm auf den R├╝cken. Dann holte er ein P├Ąckchen Streichh├Âlzer. Er machte sich seine Zigarette an und gab dann Jakob mit dem selben Streichholz Feuer. Jakob nahm die brennende Zigarette in seine Hand und betrachtete die rote Glut. Es musste f├╝r ihn so etwas wie ein Wunder sein, dachte Schechter.
Der Gefangene nahm seinen ersten Zug. Er saugte den Rauch tief ein und stie├č sofort ein lautes Husten aus.
\"Ist schon \'ne Zeit lang her, als ich das letzte Mal geraucht habe\", sagte er und es klang wie eine Entschuldigung.
Auch Schechter nahm nun seinen ersten Zug. Er brachte es fertig, nicht zu husten, was f├╝r einen Kettenraucher aber keine gro├če Leistung war.
Schechter sah M├╝ndel an. Er sa├č still da und seine Augen fixierten ihn.
\"Darf ich Sie etwas fragen\", sagte M├╝ndel.
Schechter fiel ihm ins Wort. \"Vergiss das Sie. Sag du zu mir.\"
M├╝ndel sch├╝ttelte leicht den Kopf. \"Entschuldigen Sie, aber das kann ich nicht. Wir sind uns noch nicht h├Ąufig begegnet und ich w├╝rde mich unwohl dabei f├╝hlen, wenn ich einen Nazi-Offizier mit du anreden w├╝rde.\"
Schechter sah vor Schrecken erstarrte Gesichter in den Kojen.
Auch Jakob schien erschreckt zu sein. Er hatte gerade einen Zug von der Zigarette nehmen wollen, senkte nun aber wieder den Arm. Er schaute zun├Ąchst seinen Mitgefangenen an und dann Schechter.
Alle im Raum schienen erstarrt zu sein, au├čer M├╝ndel und Schechter. Jeder wartete gespannt darauf, was nun passieren w├╝rde. Schechter war sich sp├Ąter sicher, dass viele in diesem Moment um ihr Leben gef├╝rchtet hatten.
Aber Schechter hegte nicht die geringste Wut gegen M├╝ndel. Er fing an, ihn zu bewundern.
Er hat Mut, das muss man ihm lassen, dachte Schechter. Selbst in dieser f├╝r ihn undurchschaubaren Situation hat er Mut.
\"Wenn Ihnen lieber ist, dass Sie mich mit Sie anreden, ist es mir recht\", sagte er. Gleichzeitig glaubte er zu sp├╝ren wie sich die Anspannung im Raum l├Âste.
\"Tun Sie, was Sie f├╝r Richtig halten.\"
Jakob g├Ânnte sich einen weiteren Zug an der Zigarette.
\"Was wollten Sie mich fragen, Michael?\", fragte Schechter.
\"Wenn Sie gestatten, w├╝sste ich gerne, warum Sie hier sind!\"
Schechter musste eine Weile dar├╝ber nachdenken, bis ihm eine Antwort einfiel.
\"Reden\", sagte er.
\"Reden?\", fragte M├╝ndel und sein Gesichtsausdruck verriet Schechter, dass ihm diese Antwort nicht gen├╝gte.
\"Ja, ich will reden.\"
\"Wor├╝ber?\"
Wieder eine dieser kurzen und einfachen Fragen die f├╝r Schechter alles andere als leicht zu beantworten waren.
Er selber wusste auch nicht so genau was ihn dazu veranlasst hatte, entgegen aller Vorschriften, mitten in der Nacht in eine Baracke mit Gefangenen zu stolzieren und Zigaretten zu verteilen.
Diesmal dauerte es l├Ąnger, bis er in seinem Kopf die S├Ątze gebildet hatte, um passend zu antworten.
\"├ťber uns\", sagte er,\"├ťber Sie, ├╝ber mich, ├╝ber die Soldaten drau├čen in den Wacht├╝rmen, ├╝ber alle hier in diesem Raum. Und ├╝ber diese ganze verdammte Schei├če um uns herum!\"
Er hatte den Blick auf den Boden gerichtet, w├Ąhrend er gesprochen hatte, jetzt hob er ihn wieder.
Wie er erwartet hatte, sagte M├╝ndel darauf hin nichts. Schechter sah ihm an, dass ihm die ganze Situation unangenehm war, und es ihm lieber gewesen w├Ąre, Schechter w├Ąre nicht mitten in der Nacht in ihre Baracke gest├╝rzt, aber er sah auch, dass M├╝ndel etwas los werden wollte. Er hatte etwas auf dem Herzen und wollte es Schechter vermutlich ins Gesicht schreien. M├╝ndel wirkte inzwischen alles andere als gelassen. Er war erregt und Schechter sp├╝rte, dass nur noch ein kleiner Funke fehlte, um die Worte aus ihm raus sprudeln zu lassen.
Diesen Funken wollte er ihm geben.
\"Was bedr├╝ckt Sie, Michael?\", fragte er und es h├Ârte sich an, als ob ein Vater zu seinem Sohn sprechen w├╝rde.
Aber der Gefangene antwortete nicht. Er ├╝berraschte Schechter erneut und stellte eine Gegenfrage.
\"Was bedr├╝ckt Sie, Herr Offizier?\" Er sagte es in einem ver├Ąchtlichen Ton, der allen anderen in diesem Raum erneut die G├Ąnsehaut auf die Arme trieb.
Damit hatte er Schechter ├╝berrumpelt. Wie es aussah, hatte er nicht nur einen ├Ąu├čerst mutigen Mann vor sich sitzen, sondern auch einen ebenso intelligenten.
Schechter versuchte, die Frage elegant zu verdr├Ąngen. Darauf w├╝rde er sp├Ąter noch zur├╝ck kommen.
\"Bevor ich antworte, m├╝ssen Sie mir gestatten, noch eine Frage zu stellen!\"
M├╝ndel nickte, ohne dabei Schechter aus den Augen zu lassen.
\"Welchen Beruf ├╝bten sie aus, bevor der Krieg ausbrach? Ich meine waren sie Arzt, Rechtsanwalt, oder so?\"
Auf M├╝ndels Lippen war der Anflug eines L├Ąchelns zu erkennen.
\"So eine hohe Stellung trauen Sie mir zu?\"
\"Warum nicht\", sagte Schechter, \"Ich habe viele Juden gekannt, die solch angesehene Berufe hatten. Und Sie machen auf mich einen intelligenten Eindruck, wenn ich das sagen darf.\"
M├╝ndels L├Ącheln wurde breiter, es war fast schon ein Grinsen.
\"Ich bin kein Jude\", sagte er. Neben ihm nahm Jakob einen der letzten Z├╝ge an der Zigarette.
\"Was waren Sie dann?\"
\"Priester.\"
\"Priester?!\"
\"Ja\", sagte M├╝ndel. \"So gesehen bin ich einer von Ihnen.\"
\"Warum sind Sie dann hier?\", fragte Schechter.
\"Glauben Sie etwa, sie w├╝rden nur Juden in ihre Lager stecken?\"
Nat├╝rlich glaubte er das nicht. Es war ihm bekannt, dass sich unter den Gefangenen auch Str├Ąflinge befanden.
Verbrecher, M├Ârder, Vergewaltiger ... aber ein Priester?
Schechter sagte nichts. Was zum Henker h├Ątte er auch sagen sollen?
Eine Zeit lang wurde es wieder still.
\"Ich wollte nicht mitmachen\", sagte M├╝ndel schlie├člich.
\"Wobei?\"
\"An dem Mord. Ich wollte meine H├Ąnde nicht mit dem Blut Unschuldiger beschmutzen.\"
Schechter konnte deutlich seine Verachtung f├╝r ihn aus seinen Worten heraush├Âren.
F├╝r sein Gegen├╝ber war Schechter nicht mehr als ein feiger M├Ârder.
\"Ich habe mich geweigert, ihre Worte zu predigen! Ich war ihren Leuten zu unbequem. Ich bin kein Aufst├Ąndischer, kein Revolutioner, nein, ich habe einfach nicht das gemacht, was sie sagten! Bis sie eines Tages vor meinem Haus standen.\"

M├╝ndels Blick fiel zu Boden. Schechter f├╝hlte, dass dieser Teil seiner Geschichte ihn immer noch ber├╝hrte.
\"Ein grauer Pritschenwagen. Polizisten sa├čen auf der Ladefl├Ąche. Vier Mann, alle mit Gewehren bewaffnet.
Ich wusste, nicht was sie wollten. Die j├╝dische Familie, die einen Stock ├╝ber meiner Wohnung gelebt hatte, war schon l├Ąngst abtransportiert worden. Vielleicht ein Fehler, dachte ich. Vielleicht wissen sie noch nichts davon. Aber dann klopften sie an meine T├╝r.\"
Er schaute zu Schechter auf. Dieser sah Tr├Ąnen in seinen Augen gl├Ąnzen.
\"K├Ânnen sie sich vorstellen wie das ist?\", fragte er.
\"Meine Beine waren weich wie Watte. Ich brachte es nicht einmal fertig, die paar Schritte zur T├╝r gerade zu gehen. Ich muss wohl ausgesehen haben wie ein Betrunkener, aber das war in diesem Moment wirklich meine geringste Sorge. Aber das Klopfen war das Schlimmste!\"
\"Ich verstehe nicht?\", fragte Schechter.
\"Das Klopfen an meine T├╝r. Als ich die dumpfen Schl├Ąge gegen das Holz h├Ârte, wusste ich, dass sie sich nicht irren, sondern dass sie wegen mir gekommen sind.\"
Er hielt sich die H├Ąnde vors Gesicht und schluchzte. Diesen Moment nutzte Schechter, um sich nochmals im Raum umzusehen.
Alle Gesichter waren auf M├╝ndel gerichtet. Er erz├Ąhlte nicht nur seine Geschichte. Er erz├Ąhlte die Geschichte von Hunderttausenden, die man in Lager gesteckt hatte, wo sie sich entweder zu Tode arbeiten durften oder einfach so hingerichtet wurden. Es war die Geschichte aller Menschen, die unter einer Diktatur zu leiden hatten.
\"Entschuldigung\", sagte M├╝ndel und wischte sich mit dem Zeigefinger die Tr├Ąnen aus den Augen.
\"Sie brauchen sich daf├╝r nicht zu entschuldigen\", entgegnete ihm Schechter und sch├Ąmte sich zugleich f├╝r seine Worte.
Vor ihm sa├č ein Mann, der sich f├╝r seine Tr├Ąnen entschuldigte, die Schechters Leute zu verantworten hatten.
Dann fuhr M├╝ndel mit seiner kleinen pers├Ânlichen Geschichte fort.
\"Ein Offizier trat zu mir ins Zimmer, und in seinen Augen konnte ich lesen, dass er bedauerte, was er tat. Aber das ├Ąnderte nichts. Denn er tat es trotzdem. Genau wie sie!\" Er blickte zu Schechter auf. Dieser sah besch├Ąmt zu Boden und erwiderte nichts.
\"Dann lie├čen sie mich meinen Mantel und meinen Hut holen und begleiteten mich nach drau├čen. Einer der Polizisten sagte, ich solle mich hinten auf die Ladefl├Ąche des Wagens setzen. So wurde ich abtransportiert.
Niemand sagte mir, wo sie mich hinbringen w├╝rden, aber das war unn├Âtig. Ich wusste es bereits, auch wenn ich damals noch die Hoffnung hatte, es w├╝rde sich alles kl├Ąren und ich m├╝sste nicht an einen h├Ąsslichen Ort wie diesen, aber genau genommen hab ich es seit dem Klopfen an meine T├╝re gewusst.\"
\"Wer hat sie verraten?\", fragte Schechter.
\"Ich habe viele in Verdacht, aber genau wei├č ich es nicht. Aber Gott wei├č es, und wenn er will, werden sie im Fegefeuer landen.\"
\"Glauben sie das wirklich?\", fragte Schechter.
\"Was?\"
\"Die Stelle mit dem Fegefeuer!\"
\"Ich bin Priester\", sagte M├╝ndel, \"nat├╝rlich glaube ich an die Bibel und somit selbstverst├Ąndlich auch an den Teufel, die H├Âlle und das Fegefeuer. Sie nicht?\"
Das Thema Religion war Schechter ├Ąu├čert unangenehm. Er war zwar Christ, aber was sagte das schon ├╝ber einen Menschen aus? Seine Mutter war katholisch gewesen, ebenso wie sein Vater, was war ihm also anderes ├╝brig geblieben, als auch ein Christ zu werden.
Als er noch ein Kind war, hatten seine Eltern ihn mehr oder weniger dazu gezwungen, t├Ąglich die Kirche aufzusuchen.
Jetzt waren seine Eltern tot und Schechter war, seitdem sie gestorben waren, nur noch Sonntags (in einer der hinteren B├Ąnke) dort anzutreffen. Mehr aus gesellschaftlichem Zwang als aus Gl├Ąubigkeit. Es geh├Ârte einfach zum guten Ton, eine ungeschriebene Regel, der man auch in den verdammten Tagen des Krieges Folge zu leisten hatte.
\"Ehrlich gesagt ... ehrlich gesagt wei├č ich es nicht\", brachte er hervor.
\"Das ist nicht gut\", sagte M├╝ndel.
\"Glauben sie, ich werde ebenfalls im Fegefeuer oder der H├Âlle landen, Pater?\" Schechter bemerkte nicht, dass er M├╝ndel zum ersten Mal mit Pater angesprochen hatte. Aber auch M├╝ndel schien es ├╝berh├Ârt zu haben, oder es war ihm egal. Auf jeden Fall beachtete er es nicht, sondern dachte eine zeitlang angestrengt ├╝ber eine m├Âgliche Antwort nach.
\"Was meinen sie?\" Schechter, der eine Antwort erwartet hatte, f├╝hlte sich mit einem Mal noch ein St├╝ck unruhiger. Wieso hatte der Mann seine Frage nicht einfach mit einem verdammten \"Nein\" beantworten k├Ânnen?
Das h├Ątte sein Gewissen beruhigt auch wenn er sich nicht sicher gewesen w├Ąre, ob M├╝ndel ihn nicht aus Gr├╝nden, die jeder verstehen konnte, anlog.
\"Ich wei├č es nicht\", sagte Schechter, \"sie sind der Priester\". Die Gelassenheit, die er nach au├čen vermittelte, war gespielt. Innerlich zitterte er vor Anspannung.
Er wusste nicht, mit welchem Ziel er die Baracke betreten hatte, aber sicher nicht, um sie mit der Angst vor dem J├╝ngsten Gericht wieder zu verlassen.
Aber war das die Wahrheit? Wollte er nicht eigentlich genau dies h├Âren?
Es war ein absurder Gedanke (fast schon der eines Verr├╝ckten), aber er war n├Ąher an der Wahrheit als der vorherige.
M├╝ndel sagte nichts, beobachtete Schechter aber genau und schien aus seinem Gesicht lesen zu k├Ânnen, dass er sich seine Frage mittlerweile selbst beantworten konnte.
Die Situation in der kleinen stinkenden Baracke, vollgestopft mit schwitzenden abgemargerten M├Ąnnern, war absurd. Zwei dieser schwitzenden M├Ąnner sa├čen zusammen mit einem ihrer Aufpasser (einfacher ausgedr├╝ckt: dem Feind) zusammen im Kreis und man redete ├╝ber theologische Fragen, die an diesem Ort des Grauens so unangebracht waren wie Schnee im Juli.
Der Rest der Bewohner beobachtete ihre zwei Leidensgenossen und den Eindringling gespannt von ihren Schlafpl├Ątzen aus. Obwohl sie m├╝de von der schweren, unmenschlichen Arbeit waren, die sie Tag f├╝r Tag zu verrichten hatten, war ihre Neugier gr├Â├čer als ihre Ersch├Âpfung.
Jeder im Raum fragte sich, was der Nazi-Offizier bei ihnen, der niederen Rasse, zu suchen hatte. Jeder, einschlie├člich Schechter selbst, dem sein Verhalten fremd vorkam. Er konnte sich nicht erinnern jemals etwas so Dummes getan zu haben. Auch als Kind nicht. Erst jetzt wurde ihm richtig bewusst, was er alles riskierte, nur weil er mit zwei Menschen sprach. Auch diese Tatsache war verr├╝ckt und absurd, aber das ├Ąnderte nichts daran, dass es eine Tatsache war.
Was w├╝rde man mit ihm machen, wenn man es herausfand, dass er mitten in der Nacht mit Gefangenen gesprochen und ihnen sogar Zigaretten geschenkt hatte? Zigaretten waren ein Gut, das sich in diesen schwierigen Zeiten noch nicht einmal die meisten Arier leisten konnten. Sie w├╝rden ihn daf├╝r an einem Ast aufkn├╝pfen!
Er war schon bei unz├Ąhligen Exekutionen dabei gewesen, manche waren sogar unter seiner F├╝hrung vollzogen worden, aber er hatte sich trotzdem nie wirklich an sie gew├Âhnt. Und schon gar nicht hatte er sie als etwas Normales empfunden, das in dieser Zeit einfach dazu geh├Ârte wie das Fahnenschwenken oder der Hitler-Gru├č.
Aber sich daran gew├Âhnen? Niemals!
Oft hatte er sich gefragt, wie es wohl sein w├╝rde, auf so elende und unehrenhafte Weise sterben zu m├╝ssen, eine Antwort darauf hatte er nie gefunden. Zumindest keine befriedigende. Er hatte dar├╝ber nachgedacht, was man wohl f├╝hlte, wenn man den Strick um den Hals gelegt bekam oder den Gewehrlauf eines Soldaten vor sich sah.
Schechter war sich ziemlich sicher, dass er vorher an einem verdammten Herzinfarkt sterben w├╝rde. Er war sich sicher, dass er einer solchen Situation nicht gewachsen war. Aber war dies ├╝berhaupt jemand? Vermutlich nicht.
Und f├╝hlte man ├╝berhaupt den Schmerz, wenn man in der Luft baumelte oder die Kugel das Fleisch durchstie├č?
Vermutlich ja! Obwohl Schechter gelesen hatte, dass der K├Ârper in au├čergew├Âhnlichen Situationen (und eine Exekution war ohne Zweifel eine solche) ein Hormon in ├ťbermenge ausstie├č, welches daf├╝r sorgte, dass man den Schmerz nicht mehr wahrnahm. Diese Erfahrung hatte Schechter bei so mancher Schl├Ągerei selbst gemacht.
Aber vermutlich war Gott nicht so gn├Ądig, es einen nicht sp├╝ren zu lassen, wenn man den L├Âffel auf gewaltsame Weise abgeben musste.
Schechter war sich sicher, dass er der Antwort auf diese Fragen n├Ąher war als jemals zuvor in seinem langen Leben.
Seine Scham verst├Ąrkte sich nochmals, als ihm bewusst wurde, dass er sich Sorgen ├╝ber den Tod machte, w├Ąhrend die Menschen, mit denen er im Raum sa├č, jeden Abend damit rechnen mussten, die n├Ąchste Mahlzeit nicht mehr zu erleben. Ein anderer, auf seltsame Art noch schlimmerer Gedanke dr├Ąngte sich in seinen Verstand auf:
W├Ąre es f├╝r diese Menschen nicht geradezu eine Erl├Âsung, wenn sie sterben w├╝rden?
Nein, so durfte er nicht denken, das brachte ihn der H├Âlle nur noch ein St├╝ckchen n├Ąher, in dieser Hinsicht war er sich sicher. Wenigstens war er sich ├╝berhaupt bei einer Sache sicher.
Aber der Gedanke setzte sich in ihm fest wie ein b├Âsartiges Krebsgeschw├╝r.
\"Ich glaube ...\", Schechter z├Âgerte. \"Ich glaube, wenn es eine H├Âlle gibt, werde ich in ihr landen.\"
\"Ist das ihre ehrliche Meinung?\", fragte M├╝ndel.
\"Ja, ich glaube schon.\"
\"Dann sollten sie dringend etwas in ihrem Leben ver├Ąndern.\"
\"Was soll ich tun?\", fragte Schechter den Priester. \"Was kann ich jetzt schon noch tun.\"
\"Was haben sie bisher in ihrem Leben getan, Herr Schechter?\" Das erste Mal sprach M├╝ndel ihn mit Namen an.
\"Ich habe ein gottloses Leben gef├╝hrt.\"
\"Was hei├čt das?\", hakte M├╝ndel nach.
\"Ich meine ... ich zweifle an seiner Existenz. Wenn man es genau nimmt, k├Ânnte man mich einen Ungl├Ąubigen nennen.\"
\"So wie diese Juden hier?\", fragte M├╝ndel und machte eine ausschweifende Handbewegung.
\"Ist das ihre Meinung?\"
\"Nein\", sagte M├╝ndel, \"das ist die Meinung ihrer Vorgesetzten und einem Gro├čteil ihres Volkes.\"
Schechter nickte nur kurz mit dem Kopf. Er wusste nicht, ob alle seine Vorgesetzten so dachten, aber einige mit Sicherheit. Und auch wenn es nur ein kleiner Teil war (was Schechter sich einzureden versuchte, ihm aber nicht sonderlich gut gelang), hatte dieser es doch geschafft, ein ganzes Land mit diesem Denken zu infizieren. Ein Virus war aus einigen f├╝hrenden K├Âpfen Deutschlands entwichen und hatte f├╝r viele Todesopfer gesorgt.
Schechter konnte sich auch von dieser S├╝nde nicht ganz freisprechen. Auch er hatte an diese Ideologie geglaubt, anfangs zumindest. Und auch er hatte nach ihr gehandelt und sogar seine Familie mitinfiziert. Seine Frau hatte er oft geschlagen, weil sie kommunistische Ansichten vertreten hatte. Er bereute die Schl├Ąge und das, was sie bewirkt hatten. Sie hatten seiner Frau das Recht genommen, sagen zu d├╝rfen, was sie f├╝r richtig hielt.
Wenn man es schon nicht in der ├ľffentlichkeit tun durfte, sollte man es wenigstens im Kreise seiner Familie tun k├Ânnen. So dachte er heute dar├╝ber. Er w├╝nschte, er k├Ânnte sich bei seiner Frau daf├╝r entschuldigen und ihr klarmachen, dass er es bereute. Ihm wurde wehm├╝tig, wenn er daran dachte, dass er seine Frau wahrscheinlich nie wieder sehen w├╝rde. Sie lebte in Frankfurt und aus sicheren Quellen wusste er, dass die Briten und die Amerikaner die Stadt mehrmals bombardiert hatten. Die Luftangriffe hatten starke Verluste in der Bev├Âlkerung hervorgerufen.
Er wusste, dass seine Frau, seitdem er von Zuhause weg war, in einer Munitionsfabrik in einem Au├čenbezirk arbeitete und er wusste auch, dass Munitionsfabriken die bevorzugten Ziele von Angriffen waren. Er wusste nicht, ob seine Frau noch lebte und ob ihr Haus noch stand. Vielleicht hatte sie sich aber auch einen Geliebten genommen.
Wie gern w├╝rde er die Zeit noch einmal zur├╝ckdrehen, in eine Zeit, in der man keine Angst vor Bomben haben musste.
Hinter sich h├Ârte Schechter ein trockenes Husten, das sich mehr nach Tod anh├Ârte als alles, was er bisher geh├Ârt hatte, und er wurde aus seinen Gedanken gerissen.
\"Nicht alle Ungl├Ąubigen m├╝ssen automatisch in der H├Âlle landen\", sagte M├╝ndel, \"es kommt darauf an, wie man sein Leben f├╝hrt und welche Taten man ver├╝bt. Es h├Ąngt nicht allein davon ab, an welchen Gott man glaubt oder ob man ├╝berhaupt an ihn glaubt.\"
Die Worte des Prieters konnten Schechters ├ängste nicht verringern. Er hatte den Tod vieler Menschen befohlen, die wenigsten von ihnen waren Verbrecher im eigentlichen Sinn des Wortes gewesen. Das schlimmste Verbrechen, das die meisten von ihnen ver├╝bt hatten, war, dass sie einer anderen Rasse angeh├Ârten als die M├Ąnner, die die Macht im Reich hatten. Dieses Argument hatte ihm gereicht, sie durch die Hand anderer umbringen zu lassen.
In welcher Zeit war er hier gelandet? Was war aus der Welt geworden? Die Antwort schwebte wie dichter grauer Nebel ├╝ber ihm. Es war eine Zeit der Zerst├Ârung, der Apokalypse, in der jeder froh sein konnte, noch am Leben zu sein, weil es jeden zu jeder Zeit und an egal welchem Ort der Welt treffen konnte.
Die Menschen, die um ihn herum in ihren Kojen lagen, hatte es besonders schlimm getroffen, aber Schechter wusste, dass sich das Blatt jederzeit wenden konnte und dann w├╝rden aus Gejagten J├Ąger werden und umgekehrt.
Die meisten seiner Kameraden wussten das, auch wenn sie es nicht zugaben. Jeder von ihnen wusste, dass die Berichte im Fernsehen und im Radio falsch waren. Sie spiegelten nicht das wahre Bild des Krieges wieder, sondern nur das, was die Obrigkeit der Bev├Âlkerung weismachen wollte.
Offiziell war es nat├╝rlich ein Verbrechen, ausl├Ąndische Sender zu h├Âren, aber technisch gesehen war es kein Problem, und so bedienten sich viele der Offiziere dieser einzigen M├Âglichkeit, sich ein objektives Bild ├╝ber die Geschehnisse dieses Krieges zu machen.
Auch Schechter hatte es getan, aber nicht mehr als zwei Mal, weil ihn das, was er dort geh├Ârt hatte, ge├Ąngstigt hatte.
Es war nicht immer gut, die Wahrheit zu wissen, so konnte er sich wenigstens noch die kleine Illusion bewahren, er w├╝rde nicht in Gefangenschaft geraten oder gefoltert und hingerichtet werden.
Es war einfacher f├╝r ihn, eine L├╝ge zu akzeptieren als eine Wahrheit, die ihm Armut und Schmerzen versprach.
Ohne diese L├╝ge w├Ąre es ihm wohl auch nicht mehr m├Âglich gewesen, seine Arbeit hier zu verrichten.
Mit einer Wahrheit, die ein elendes Ende f├╝r ihn voraussagte, h├Ątte er nicht die Kraft aufbringen k├Ânnen, zum Richter zwischen Leben und Tod zu werden. Diese Wahrheit h├Ątte seine Arbeit, die er grunds├Ątzlich als falsch und sinnlos empfand, nur noch ein St├╝ck falscher und sinnloser gemacht.
\"Pater\", sagte er, \"ich habe eine Bitte an euch\".
\"Sprecht!\"
\"Ich m├Âchte, dass ihr mir die Beichte abnehmt.\" Schechter war sich im Klaren, dass ihn die Menschen um ihn herum f├╝r verr├╝ckt halten mussten, aber es erleichterte ihn, als er in M├╝ndels Blick Verst├Ąndnis anstatt Spott und Ver├Ąrgerung sah.
\"Wenn sie es wirklich wollen, werde ich ihnen das Sakrament der Beichte abnehmen. Es ist schlie├člich meine Pflicht, als ein Priester Gottes.\"
\"Was soll ich tun?\", fragte Schechter, der sich vorkam wie ein Schulkind, das das erste Mal einem Fremden (auch wenn dieser Fremde ein Priester war, blieb es doch ein Fremder) seine S├╝nden erz├Ąhlen sollte.
\"Knien sie sich hin!\"
Schechter tat es und registrierte nur am Rande, wie hart der Boden unter ihm war.
Nachdem auch M├╝ndel sich niedergekniet hatte, schloss er die Augen und faltete die H├Ąnde vor seinem Gesicht.
Schechter schaute sich kurz um und tat es ihm dann gleich. Er war ├╝berrascht, dass M├╝ndel kein Wort herausbrachte, sondern anscheinend stumm betete.
Auch Schechter versuchte es, stellte aber weniger ├╝berrascht fest, dass es ihm nicht gelang. Er hatte schon seit etlichen Jahren nicht mehr richtig gebetet, und so hatte er verlernt, sich auf das, was er Gott vortragen wollte, zu konzentrieren und lie├č stattdessen seine Gedanken kreisen.
Er sah das Bild seiner Frau vor sich, die eine schwere Arbeit verrichtete. Welche, konnte er nicht erkennen, aber er sah Ersch├Âpfung und Wut in ihrem von Ru├č verdreckten Gesicht. Unter einem blauen Kittel, der ebenfalls mit schwarzen Ru├čflecken beschmutzt war, sah er ihre Oberarmmuskeln deutlich hervortreten.
In Gedanken versuchte er sie zu rufen, wollte er ihr noch einmal sagen, wie leid ihm alles tat und dass er sie ├╝ber Alles liebe, aber sie h├Ârte in nicht und ging weiter ihrer T├Ątigkeit nach.
Das Bild seiner hart arbeitenden Frau verschwand aus seinem Kopf und machte einem anderen, keineswegs weniger erschreckenderen Platz.
Er schien wie ein Vogel durch die L├╝fte zu fliegen. Aber die Luft war nicht sauber und der Himmel nicht blau. Um ihn herum verdeckte dichter schwarzer Nebel (oder war es Rauch?) die Sonne und machte die Wolken dunkel. Es war, als w├╝rde in wenigen Augenblicken ein riesiges Gewitter durch das Netz dieser grauen, fast schwarzen Wolken brechen und das Land unter ihm mit Blitzen bombardieren.
Als er tiefer flog, erkannte er das Land unter ihm als eine Gro├čstadt. Ein gigantisches Meer an H├Ąusern, von Menschenhand in einem Anflug von Gr├Â├čenwahn erbaut.
Doch etwas an dem Bild, das sich ihm bot, stimmte nicht. Stimmte ganz und gar nicht!
Und dann erkannte er, was es mit dem schwarzen Himmel und dem Nebel um ihn herum auf sich hatte. Die Stadt unter ihm brannte.
Fast aus jedem Haus fackelte Feuer durch die Fenster oder die T├╝ren. Dichte Rauchschwaden stiegen dem Himmel empor.
Er flog noch weiter runter, so, dass er die Stra├čen besser sehen konnte und die Menschen, die von ihm aus wie Ameisen aussahen und die verwirrt durch die Gegend liefen, ohne ein festes Ziel vor Augen zu haben.
Als er die Strecke zwischen sich und der brennenden Stadt unter ihm noch weiter verk├╝rzte, erkannte er endlich Einzelheiten.
Er sah Frauen, er sah M├Ąnner, und er sah ... brennende Kinder! Ihre M├╝nder waren weit aufgerissen, um Schreie aus ihnen zu pressen. Er war froh, dass er diese Schreie von seinem Standpunkt aus nicht h├Âren musste.
Es waren keine Blitze, die auf diese Stadt heruntergeregnet waren und sie w├╝rden es auch nicht tun, zumindest in den n├Ąchsten Stunden nicht.
Es waren Bomben gewesen, die H├Ąuser zum Einsturz gebracht hatten und Menschen wie lebendige Fackeln verzweifelt durch die mit Tr├╝mmern bedeckten Stra├čen irren lie├čen.
Schechter ├Âffnete seine Augen und bemerkte, dass M├╝ndel ihn schon einige Zeit angesehen haben musste.
\"Woran hast du gedacht?\", wollte er wissen.
\"An meine Frau und an eine zerbombte Stadt.\"
M├╝ndel nickte, als h├Ątte er nichts anderes erwartet.
\"Ich m├Âchte, dass Sie noch einmal ihre Augen schlie├čen und an das denken, was Sie Gott, unserem allm├Ąchtigen Vater, beichten wollen.\"
Jetzt war es Schechter, der zustimmend nickte. Dieses Mal fiel es ihm deutlich leichter, seine Augenlider zu schlie├čen und das zu befolgen, was M├╝ndel ihm aufgetragen hatte. An seine S├╝nden zu denken war f├╝r ihn weitaus weniger schwierig, als in Gedanken zu beten. Wenn man bedachte, dass er kein praktizierender Christ, und im Konzentrationslager f├╝r den Tod von mehreren hundert Menschen verantwortlich war, wirkte es weniger erstaunlich.
Zu seiner eigenen ├ťberraschung sah er nicht die Bilder der letzten Jahre in seinen Gedanken, sondern er erinnerte sich zur├╝ck an seine Kindheit. Besser gesagt an die S├╝nden seiner Kindheit.
Er erinnerte sich an Gottfried, der mit ihm die Schule besucht hatte. Seit Jahrzehnten hatte er sich nicht mehr an den dicklichen, ungepflegten Jungen erinnert, den er und seine Klassenkameraden, die er zu jener Zeit noch als seine Freunde bezeichnet hatte, oft geh├Ąnselt und maltr├Ątiert hatten. Der arme Kerl hatte oft unter ihnen gelitten.
Sie hatten ihn gedem├╝tigt und ihn meist vor den M├Ądchen schikaniert, um Eindruck zu schinden.
Schechter war sich bewusst dar├╝ber, dass er nie ├╝ber das nachgedacht hatte, was sie Gottfried angetan hatten.
Er war fetter, h├Ąsslicher und vor allem ├Ąrmer gewesen als sie, das war damals die einzige Rechtfertigung f├╝r sein Handeln gewesen. Schechter hatte sich nie daf├╝r gesch├Ąmt, wenn der Junge (der zudem noch einer der schw├Ąchsten gewesen war) heulend aus dem Schulgeb├Ąude gerannt war und von einem Lehrer aufgehalten wurde, der ihm erkl├Ąrt hatte, dass er den Untericht nicht verlassen durfte, nur um zu seiner Mutter zu rennen.
Schechter erinnerte sich an weitere Details aus seiner Jugend, z.B. wie er seinen Vater belogen hatte, weil er die Konsequenzen gef├╝rchtet hatte, nachdem er sich eine Zigarette von ihm genommen hatte. Er war damals elf gewesen, als ihn sein Vater fragte, ob er die Zigarette genommen hatte und er es auf seinen ├Ąlteren Bruder geschoben hatte.
Oder wie er die Fensterscheibe seines Nachbarn in der Nacht mit einem Stein zerbrochen hatte, weil er w├╝tend ├╝ber ihn gewesen war.
Dies alles waren Dinge die sein Verstand schon l├Ąngst vergessen oder verdr├Ąngt hatte. Sie waren ├╝ber viele Jahre in seinem Unterbewusstsein gefangen gewesen und kamen erst wieder in diesem Moment zur├╝ck an die Oberfl├Ąche.
Er wusste nicht, wie lange er mit geschlossenen Augen da sa├č und ├╝ber seine S├╝nden nachsann, aber als er die Augen wieder ├Âffnete, sah er, dass M├╝ndel die Augen immer noch geschlossen hatte und keine Miene verzog.
Schechter traute sich nicht, nochmals seinen Blick ├╝ber die ├╝brigen Gefangenen schweifen zu lassen. Er kam sich wie der letzte Idiot vor und so senkte er seinen Blick wieder zu Boden.
\"Gott vergibt dir deine Schuld\", h├Ârte er M├╝ndels Stimme. Er schaute auf, aber die Augen des Priesters waren immer noch zugekniffen und seine Mimik verriet Schechter, dass er mit seinen Gedanken weit abgedriftet und an einem anderen Ort war.
\"Gott vergibt dir deine Schuld. Er ist nicht nachtragend.\"
Schechter war gl├╝cklich ├╝ber diese Worte und er bemerkte jetzt, dass er sich auf eigenartige Weise anders f├╝hlte.
Nachdem er die Augen wieder ge├Âffnet hatte, war ihm, als sei er frei! Sein mit Schuld beladenes Herz war gef├╝llt mit wohlwollender W├Ąrme und er sp├╝rte zum ersten Mal seit langem wieder so etwas wie Erleichterung.
\"Danke\", sagte er fast im Fl├╝sterton (trotzdem w├╝rde er schw├Âren, dass es jeder im Raum geh├Ârt hatte) und mit Demut.
\"Du brauchst mir nicht zu danken\", sagte der Priester, der weiterhin unver├Ąndert vor ihm sa├č, \"es ist Gott, dem du danken musst. Er hat deine Schuld von dir genommen. Ich habe das nicht. Ich kann dir deine Taten nicht verzeihen, daf├╝r habe ich zuviel gelitten und zuviel Hass hat meine Seele vergiftet. Aber Gott kann vergeben.
Ich hoffe, dass ich es eines Tages auch schaffe, das alles zu vergessen und dir zu vergeben, wenn ich ├╝berlebe.\"

2

Das hat er nicht! Der Priester hat nicht ├╝berlebt, er hat nie wieder einen Tag in Freiheit und ohne k├Ârperliche Qualen verbracht. M├╝ndel ist drei Tage nach ihrem Zusammentreffen gestorben. Es ist f├╝r die damalige Zeit eher ein unspektakul├Ąrer Tod gewesen: Keine Hinrichtung.
Er ist bei der Arbeit an einem Sch├╝tzengraben einfach zusammengebrochen. Er hat nicht geschrien und keiner hat ├╝ber den Verlust geweint. Er ist zu einem der vielen namenlosen Toten des Zweiten Weltkriegs geworden.
Nicht mehr, nicht weniger.
Schechter bem├╝ht sich, von seinem Stuhl aufzustehen. Es ist fast sechzig Jahre her, dass er in Buchenau als Offizier t├Ątig war und er hat die neunzig schon lange ├╝berschritten (manchmal denkt er insgeheim, dass er sich einfach weigert zu sterben, weil er wei├č, dass nach seinem Tod der Teufel auf ihn wartet). Seine Gelenke brennen bei jeder noch so kleinen Bewegung wie Feuer und er ist froh, dass er es diesmal ohne die Hilfe seines Sohnes schafft, auf die Beine zu kommen.
Sein Sohn ist sechsundvierzig Jahre alt, und Schechter ist stolz auf ihn.
Er ist Schriftsteller (sogar ein ziemlich erfolgreicher) und kann zu Hause arbeiten, sodass er seinen Vater den ganzen Tag pflegen kann. Sein Vater sch├Ąmt sich daf├╝r, aber er wei├č, dass sein Sohn ihn liebt und es ihm deshalb nicht viel ausmacht.
Wenn sein Sohn (Joachim mit Namen) nicht damit besch├Ąftigt ist, seinem alten Herrn zu helfen, sitzt er den ganzen Tag vor dem Computer und schreibt.
Auch jetzt kann Schechter deutlich die Schl├Ąge auf die Tasten h├Âren, die aus dem ersten Stock zu ihm durchdringen.
In seinem Testament hat Schechter seinen Sohn gebeten, nach seinem Tod ein Buch ├╝ber die Erlebnisse seines Vaters w├Ąhrend der Nazizeit zu schreiben. Er hat selbst alles aufgeschrieben (alle Einzelheiten, an die er sich mit seinem verwirrten Verstand noch erinnern kann), aber nat├╝rlich hat er nicht das K├Ânnen seines Sohnes aufzuweisen.
Joachim wei├č nichts ├╝ber die Vergangenheit seines Vaters. Schechter hat ihm nie erz├Ąhlt, dass er bei der SS war und erst recht nicht, dass er in einem KZ gearbeitet hat. F├╝r seinen Sohn war Schechter nur ein einfacher Soldat gewesen wie Millionen anderer M├Ąnner auch.
Es wird ein Schock f├╝r den Jungen, wenn er erf├Ąhrt was ich damals wirklich getan habe, denkt Schechter oft und er hat Angst davor, dass sein Sohn ihn nicht mehr lieben k├Ânnte, wenn er die Wahrheit erfahren w├╝rde.
Schechter legt beh├Ąbig den kurzen Weg von seinem Stuhl bis zur Verandert├╝r zur├╝ck.
Als er sie aufst├Â├čt, empf├Ąngt ihn die warme Luft des August und Sonnenstrahlen blenden seine Augen.
Langsam und vorsichtig steigt er die vier Treppenstufen herab (er will auf keinen Fall hinfallen; vor einem halben Jahr war ihm genau das passiert und er kann sich noch gut an die Schmerzen und die Scham erinnern, als er nach seinem Sohn geschrien hat), wobei er beinahe einen seiner Hausschuhe verliert.
Als er endlich Gras unter sich sp├╝rt, dankt er Gott daf├╝r.
Der Garten hinter ihrem Haus ist riesig und es wird dem alten Mann sehr viel Anstrengung und M├╝he abverlangen, an den Ort zu gelangen, den er jedes Jahr im Sommer aufsucht. Um ihn herum ist die Welt heil.
Die B├Ąume tragen Fr├╝chte, alle Blumen bl├╝hen in den verschiendensten Farben.
Er braucht sehr lange bis er die erste Reihe Apfelb├Ąume hinter sich gelassen hat und noch l├Ąnger, um auch die Kirschenb├Ąume zur├╝ckzulassen.
Seine Knochen schmerzen bei jedem Schritt und er ist nur in der Lage, kleine Schritte zu machen. Aber er ist froh, dass er es ├╝berhaupt schafft, zu laufen. An manchen Tagen ist er nicht einmal in der Lage zu sitzen und muss sich seine Zeit im Bett mit Fernsehen oder Radioh├Âren vertreiben.
Endlich hat er es geschafft! Er ist an seinem Ziel, einer kleinen Hecke, angelangt. Verdeckt von Zweigen steht dort so etwas wie eine Gedenktafel.
Es ist nichts Bedonderes, nichts, das einem Besucher sofort ins Auge fallen w├╝rde, nur eine Steinplatte, die auf einem flachen H├╝gel Erde liegt.

\"IN GEDENKEN AN DEN BEMERKENSWERTESTEN MANN DEN ICH JE KENNENLERNEN DURFTE, UND DER MIR AUS AUSWEGLOSER SITUATION MEINEN LEBENSMUT UND MEINEN GLAUBEN AN DEN HERRN ZUR├ťCKGEGEBEN HAT\",

ist auf der Steintafel zu lesen. Ein Bildhauer hat es eingraviert, kurz nach dem Ende des Krieges. Neben dem Stein steht ein Strau├č verwelkter Blumen. Sie stehen schon seit einem Jahr dort, aber Schechter hat nicht die Kraft sie auszuwechseln (er wei├č, dass er bald seinen Sohn darum bitten muss).
Und auf der Tafel befinden sich zwei Kerzen.
Schechter kniet sich nieder, mit dem Bewusstsein, dass es ihn unglaubliche Schmerzen bereiten wird, wieder hoch zu kommen, aber das ist es ihm wert. Das ist er dem BEMERKENSWERTESTEN MANN einfach schuldig.
Aus der Tasche seiner Jogginghose holt er ein Feuerzeug heraus (er raucht immer noch, obwohl ihm sein Arzt gesagt hat, dass seine Lunge bereits stark angeschlagen ist und obwohl sein Sohn es nicht gerne sieht, wenn er sich eine Zigarette ansteckt und sie bis zum Filter leer raucht, weil Schechter nicht in der Lage ist sie vorher wegzuwerfen) und z├╝ndet sie an.
Er faltet die H├Ąnde und spricht leise ein Gebet. Er bittet Gott darum, sich der Seele des in Buchenau verstorbenen Priesters anzunehmen.

ENDE

by Timo Mengel
__________________
Mein Name ist Zweifel, ist Gier, ist die L├╝ge,
Ich bin auch in dir, sieh wie ich mich vergn├╝ge!
Kleines Hirn, kleiner Geist, dunkle Seele, die nichts wei├č.

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