Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5284
Themen:   87738
Momentan online:
592 Gäste und 10 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > ErzÀhlungen
Die Erschwarzung der Erde.
Eingestellt am 13. 10. 2003 23:30


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
pleistoneun
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2002

Werke: 173
Kommentare: 57
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um pleistoneun eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ein schreckliches PhĂ€nomen sucht zur Zeit verschiedene Regionen der Erde heim: die irdische „Erschwarzung“ - es handelt sich dabei um das mysteriöse Verschwinden von Landschaften mitsamt der darauf befindlichen Pflanzen- und Tierwelt. Über Nacht verĂ€ndert sich die gewohnte Umgebung in ihr physikalisches Gegenteil, aus Materie wird schwarze Antimaterie, Berge sehen nur noch aus wie dunkle Silhouetten, Pflanzen, Tiere und sogar Menschen sind nur Schatten ihrer selbst. Ganze Landesteile werden mit einem Mal ausgelöscht. Diese Erscheinung hat bisher große Teile Frankreichs und SĂŒdenglands heimgesucht und ist gerade im Begriff, deutsche und skandinavische Landstriche zu verschlucken. Die Verdunkelung schreitet unaufhaltsam voran und es gibt kein Mittel, um sie aufzuhalten.

Erst kurz vor dem Auftreten der ersten rĂ€tselhaften LandschaftsentrĂŒckung kam eine sowjet-belgische Forschergruppe zu einem beunruhigenden Ergebnis, welches die PhĂ€nomene erklĂ€ren könnte: Das Blitzlicht bei mit herkömmlichen Fotoapparaten baut hyperphotone Feldfragmente aus Lichtpunkten auf, die eine Halbwertszeit von exakt 103 Jahren besitzen. Den Forschern gelang es in einem Versuch nachzuweisen, dass durch das Auslösen des Blitzlichtes diese gefĂ€hrlichen Feldfragmente freigesetzt werden. Sie verweilen diese Zeit fĂŒr den Menschen nicht wahrnehmbar in der Umgebung, ehe sie sich sprunghaft in ihr physikalisches GegenstĂŒck verkehren und die Landschaft erschwarzen lassen. Rechnet man von heute an gezĂ€hlt 103 Jahre zurĂŒck, stĂ¶ĂŸt man auf das Jahr 1900, welches als Geburtsjahr des fotografischen Blitzlichts gilt. Der genaue Vorgang, der zur Auslöschung eines mit Fotoblitzlicht kontaminierten Objektes fĂŒhrt, ist aber noch gĂ€nzlich ungeklĂ€rt.

Es wird angenommen, dass sich das PhĂ€nomen mit steigernder Geschwindigkeit in all jenen Gebiete der Erde ausbreiten wird, in denen jemals mit Blitz fotografiert wurde, und das ist nahezu ĂŒberall. Nach Bekanntwerden dieser Tatsache hat sofort Massenpanik unter der Bevölkerung der betroffenen LĂ€nder eingesetzt, mit dem Ziel, in entlegenere Gebiete zu fliehen. NĂ€mlich in jene Bereiche der Erde, deren AttraktivitĂ€t und Reiz fĂŒr Fotografen so gering war, dass sie niemals geknipst wurden. Diese Oasen der Sicherheit könnten vielen Menschen Schutz und Zuflucht vor der irdischen Erschwarzung bieten. FĂŒhrungskrĂ€ften eines jeden Landes wurde eine Unterlage vorgelegt, die angibt, wann in etwa die ersten Blitzlichtaufnahmen ihrer Heimat gemacht wurden. Die Bevölkerung sollte hierĂŒber mittels öffentlicher Medien die Zeit bis zur Erschwarzung anzeigen. Arme LĂ€nder werden als Fluchtland bevorzugt, reiche LĂ€nder gemieden. Viele Staaten stehen leer und die HĂ€user, Autos, Seen und Berge warten nur noch auf die Stunde ihres Verschwindens. Die Uhr tickt und es werden diejenigen von diesem unheimlichen Vorgang verschont bleiben, die sich auf dem richtigen Fleckchen Erde niederlassen werden.

Hier noch eine kurze Auflistung aller Orte, die höchstwahrscheinlich noch nie blitzfotografiert wurden und deshalb als „sicher“ eingestuft wurden:

- östliches Kirgisien, ganz Irak, Afghanistan, Iran, Pakistan, Indien und Teile Kambodschas
- große Meerestiefen, entlegene Zonen der Sahara, unwirtliche polare Gegenden
- eventuell Museen, Ausstellungshallen, WC-Anlagen, U-Bahn-SchÀchte

Die sukzessive Stationierung amerikanischer Truppen in den nah- und zentralöstlichen Gebieten kann als Absicht gedeutet werden, das dort vorherrschende staatliche Lichtbildverbot zu nutzen, um der drohenden Gefahr einer globalen Erschwarzung zu entkommen. So ist also nicht nur das Schießen von Fotos, sondern auch das Schießen mit Gewehren ein Beitrag zur Vernichtung der Welt, denn in beiden FĂ€llen muss ein Auslöser gedrĂŒckt werden.
__________________
http://www.1yl.at/pleistoneun

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Waldemar Hammel
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Dec 2002

Werke: 8
Kommentare: 2026
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Waldemar Hammel eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Idee sehr gut,

Umsetzung: Nu ja....

In Deiner Idee steckt etwas Großes drin: NĂ€mlich allgemein die tatsĂ€chlich völlig ungelöste Frage, ob nicht gestern und heute gemachte Erfindungen, Verfahren usw. noch in einer entfernten Zukunft völlig unvorhersehbare SchĂ€den setzen können, die dann vielleicht nicht ohne großen Aufwand oder garnichtmehr repariert werden können.

Da ist die Erfindung des Blitzlichts und seine naive, unkritische Verwendung noch ein winziges Problem. Denke z.B. an heutige handy-Strahlung, oder an das einmalige Experiment "Wie lebt es sich auf einem Sauerstoffplaneten ohne Ozonschicht?" Oder: Wieviel Dreck halten die Weltmeere eigentlich aus? Oder hier und jetzt: Was geschieht, wenn man in einem Massenexperiment Millionen von Menschen mit PET fĂŒttert (PET, poly-ethylen-terephtalsĂ€ure-derivate, das sind die modernen PlastgetrĂ€nkeflaschen, deren Substanz sich ganz langsam in den abgefĂŒllten GetrĂ€nken löst und somit mitverspeist wird)

Aus dieser ernsten Idee kannst Du also viel mehr machen!

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  ErzĂ€hlungen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.



Leselupe-Bücher





Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!