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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Die Fee und ihr Drachen
Eingestellt am 11. 12. 2011 11:13


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Dani im Sommer
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Nov 2011

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Die Fee und ihr Drachen

Der junge Herr Dou saß im sonnendurchfluteten Pavillon des Gartens und aß frisches SesamgebĂ€ck. Er stopfte von den leckeren Sachen eins nach dem anderen in den Mund. Die Sonne brannte ihm in den Nacken. Ein Traum fiel ihm ein, ein Traum vom heißen Atem eines Drachens. Seine Gedanken wurden von Schritten unterbrochen, die sich dem Pavillon nĂ€herten. Sein alter Kumpan Liu kam und begrĂŒĂŸte ihn mit den Worten: „Du siehst vertrĂ€umt aus, mein verehrter Freund. Bringen dir deine TrĂ€ume auch Nutzen fĂŒr die kommenden PrĂŒfungen?“ Dou schaute auf: „Du glaubst es nicht, manchmal sieht man den Nutzen eines Traumes nicht sofort. Selten sprechen Dich die Ahnen oder gar eine Fee an, und du merkst es nicht. Ich aber hatte einst einen Traum, der mich bis heute bestimmt.“ „Mein Freund“, sagte daraufhin Liu, „das muss ein besonderer Traum gewesen sein, lass mich hören.“
Der Herr Dou aß weiterhin StĂŒck fĂŒr StĂŒck des SesamgebĂ€cks und begann mit noch vollem Mund: „Du kennst den Schrein der Fee Wolkenturm in Dorf Tschiang Ding. Eben von dieser Fee trĂ€umte mir. Die Fee Wolkenturm fand auf dem Weg zu ihrem Namensberg ‚Turm der himmlischen Wolken“ eine kleine Schlange, die fast ausgedörrt von der heißen Sonne vor ihr im Sand lag. Die Fee erbarmte sich ihrer und nahm sie mit in ihr Haus. Dort pflegte sie diese, gab ihr Wasser zu trinken und zu fressen. Sie behandelte die Schlage wie einen Pflegesohn. Die Schlange wuchs und wuchs und wuchs sich schließlich zu dem Drachen ‚Longjuan Feng‘ (Wind des zusammengerollten Drachens) aus. Nun konnte die Fee dem Tier nicht mehr in ihrem Hause Unterkunft gewĂ€hren. Der Drachen bedankte sich bei ihr und begab sich in den Vier-Schluchten Wald. Eines Tages kam jedoch der Fee zu Ohren, dass ein Drachen das Dorf Tschiang Ding bedrohte und eine Jungfrau zum Fraße forderte. In meinem Traum" nickte der junge Herr Dou bedĂ€chtig, "erschrak die Fee, denn sie dachte sofort an ihren Pflegesohn Longjuan Feng. Sie machte sich ohne Zögern auf den Weg, um mit Longjuan Feng zu sprechen. Ein zweites Mal erschrak Wolkenturm. Riesengroß war der Drachen geworden, mit drei feuerspeienden Köpfen und einen langen schlagkrĂ€ftigen Schwanz. Aber die Fee war mutig. Sie stellte sich vor den mittleren Kopf und sagte: ‚Mein lieber Pflegesohn, Du bist ein ĂŒberaus starker Drachen geworden. Ich bin stolz auf dich.‘ Sie verneigte sich vor ihm, wĂ€hrend der Drachen voller Selbstsucht gewaltig seine NĂŒstern blies und mit dem Feuer seine KrĂ€fte zeigte. Die BĂ€ume fingen Feuer und loderten in großer Hitze. Die Fee erschrak ein drittes Mal, doch sie fasste sich schnell und rief ihm entgegen: ‚Ich weiß, welche Kraft Du hast. Ich muss Dir jedoch noch einen Rat fĂŒr dein Leben geben. Nutze deine KrĂ€fte fĂŒr das Gute. Wenn Du gebraucht wirst, dann setze deine Kraft ein. Die Menschen musst Du aber in Ruhe lassen. Hilf ihnen. So wie ich ihnen meinen Rat erteile, so kannst du den Menschen mit deiner Macht dienen. Denn Du bist mein guter Pflegesohn.‘ Der Drachen hielt inne. Dann donnerte er durch alle Schluchten: ‚Du hast mich groß gezogen. DafĂŒr danke ich Dir. Aber meine Natur ist es, Drache zu sein. Ich bin kein Hund auf dem Hof der Bauern. Ich muss tun, was mir meine Natur befiehlt. Lass mich zum Dorf, ich will die Jungfrau.‘ ‚Nein‘, sagte die Fee Wolkenturm, ‚ich muss die Menschen schĂŒtzen. Und wenn ich Dich töten muss.‘ Der Drachen Longjuan Feng schleuderte der Fee seine Glut entgegen. Da setzte sie ihre ZauberkrĂ€fte ein und kĂ€mpfte mit dem Drachen. Drei Tage lang. Am ersten Tag schlug sie ihm den ersten Kopf ab, und weinte. Am zweiten Tag schlug sie ihm den zweiten Kopf ab, und weinte bitterlich. Am dritten Tag schlug sie ihm den letzten Kopf ab und weinte in tiefer Trauer. So, mein Freund“, sagte der junge Herr Dou, „das war mein Traum. Ich bin voller Angst schweißgebadet erwacht. Mein Kopf war von Fieber heiß. Damals erriet ich noch nicht die tiefere Bedeutung dieses Traumes. Wenn ich es mir jetzt aber nachtrĂ€glich ĂŒberlege, so kann ich nur sagen, dass sich alles wunderbar erfĂŒllt hat.“


__________________
DL

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