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Leselupe.de > Ungereimtes
Die Leichtigkeit der Feder
Eingestellt am 10. 02. 2001 17:26


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VanOldi
AutorenanwÀrter
Registriert: Aug 2000

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Die Leichtigkeit der Feder
( Übersetzt aus dem Neugriechischen)

Prolog:

Drei HĂ€hne vor der StalltĂŒr vom Biohof,
stehen da, glotzen wie doof,
plötzlich bewegt sich von ihnen der Linke,
flattert nach oben, hÀngt sich an die Klinke
und wÀhrend der Mittlere noch wartet, verduzt,
da hat der ganz Rechte die Zeit gut genutzt,
ausreichend Geschwindigkeit beim Anlauf zu sammeln
und die gefiederte Schulter in die TĂŒre zu rammeln.
Diese fliegt auf, und ebenso die Hennen,
die in ihren Nestern den Mittag verpennen.

Nun bewegt sich auch der Hahn aus der Mitte,
wirft sich in die Brust und lenkt seine Schritte
geradewegs durch die geöffnete Pforte,
er richtet an die Hennen die folgenden Worte:


1.Aufzug 1.Szene

Es treten auf: Scharfkrall, Hahnentritt, Schwellkamm, Glucka, Gackerine, diverse Stallhennen.


Scharfkrall:

Meine Damen, bitte beruhigt Eure SchnÀbel,
bei meiner Ehre und meinen SĂ€bel,
wir sind drei Recken von edler Brut,
haben die letzte Zeit nicht geruht,
sondern kĂ€mpften in einer HĂŒhnerbatterie,
erstritten dort Freiheit und Demokratie.
Nun sind wir auf dem Weg zu neuen Taten,
es zieht uns dorthin wo HĂŒhner warten,
denen wir helfen aus schwerster Not,
auch wenn uns dabei der Tot bedroht.

Denn das ist der Grund fĂŒr den wir leben,
gerupften HĂŒhnern neue Federn zu geben.

Dies hier ist mein GefÀhrte Hahnentritt,
manchen Kampf an meiner Seite er stritt,
daneben Herr Schwellkamm, ein wahrer KĂ€mpfer,
lehrt Gegnern die Furcht, verpasst ihnen DĂ€mpfer
an die sie danach noch lange Zeit denken -
an Weicheier hat er nichts zu verschenken.

Und ich meinerselbst darf Scharfkrall mich nennen,
ein Name unter dem unsere Feinde mich kennen,
und der ihnen sagt, was sie erwartet,
wenn ein Angfriff von mir gegen sie startet.

Nun bitten wir Euch, Damen der Biozunft,
gewÀhrt uns Tage der Unterkunft.
Neue KrÀfte wollen wir sammeln,
die Krallen hochlegen und etwas gammeln,
um anschließend, gefĂŒllt mit neuen Energien,
hinaus in den Kampf der Gerechten zu ziehen.

Wir stehen beiseit mit den BrĂŒdern und Schwestern,
fordern ein Leben in sauberen Nestern.

Doch mĂŒssen dafĂŒr unsere Wunden heilen,
die uns zugefĂŒgt wurden von scharfen Beilen,
welche an automatischen Ketten liefen
und Kameraden köpften, die gerade noch riefen
nach der befreienden Hilfe unserer Krallen -
wir sahen nur noch ihre Köpfe fallen.



Glucka:

Edel ist, wer gutes erstrebt
und fĂŒr den Kampf nach Freiheit lebt.
Ihr mußtet in den letzten Tagen
viel UnglĂŒck sehen und einiges ertragen.
Ihr werdet dies niemals vergessen,
hat es sich doch in Eure Federn gefressen,
und schlaft Ihr nÀchtens in einer Scheune,
so kriecht es hervor, schleicht in Eure TrÀume.
Wenn Ihr dann erwacht, ist es wieder weg,
hat sich bis auf weiteres im Gefieder versteckt.

Solch leidvolle GefĂŒhle lassen sich kaum mindern
doch werden wir helfen Eure Schmerzen zu lindern,
in dem wir Euch Tage der Ruhe geben,
gestÀrkt könnt Ihr dann neue Taten erstreben.

Nun meine Damen, laßt Eimer uns fassen,
um frisches Wasser in die Tröge zu lassen,
es soll sich mit der Herren Gefieder vereinigen.
um vom Staube und Blut es zu bereinigen.



Scharfkrall:
Wir können uns bei Euch einfach nur bedanken,
fĂŒr das Angebot hier neue Frische zu tanken.


[Scharfkrall verbeugt sich - alle Hennen gehen ab]


Hahntritt:

Mein Freund ich muß sagen, bin stets fasziniert,
wenn Ihr, auf diese Art, mit den Worten jongliert.
Besonders diejenigen die ohne Wahrheit
verwirbelt Ihr so zu einer Klarheit,
dass selbst ich dachte ich hÀtte all das gesehen
und die beschriebenen Ereignisse wÀren wirklich geschehen.


Scharfkrall:

Nicht eines der Worte log, die ich hier gesprochen,
ihr Zusammenspiel alleine hat den Trug wohl verbrochen.


Schwellkamm:

Egal ob Falschheit im Satz oder im Worte steckt,
wie sollen wir handeln wenn man sie entdeckt?


Scharfkrall:

Er ist ein wahres Zitterbein, Schwellkamm der Gute,
und wie man Wasser aufspĂŒhrt, mit einer Rute,
so lĂ€ĂŸt sein Wackelknie, den hoffentlich blinden Hennen,
den Trug meiner Geschichte, nicht einfach erkennen.


Schwellkamm:

Es ist nicht Angst die mich anleitet,
sondern von Vorsicht bin ich begleitet.
Ein guter Feldherr handelt klug,
verplant er beim Vormarsch auch den RĂŒckzug.


Hahntritt:

Unser AnfĂŒhrer hat ausreichend geplant,
umgeht jede Falle, die er erahnt,
und habt Ihr nicht unsere Gegner gesehen ?
Bei ihnen zÀhlt Schönheit - nicht das Verstehen.

Selbst in seinen SĂ€bel, den es gar nicht gibt,
da haben sie sich auf Anhieb verliebt.


Schwellkamm:

Nun, dies ist mir natĂŒrlich aufgefallen,
vor EntzĂŒcken verbogen sich ihre Krallen,
in ihren Augen sah man die Unruhe,
und alles nur wegen dem Soldatengetue.


Scharfkrall:

Sei froh, dass sie so einfach denken,
umso besser lassen sie sich dann lenken
in eine Richtung die uns genehm,
nÀmlich in die, das uns bequem
alles wird hinterhergetragen,
ohne das wir eine Bitte sagen.

Begeben wir uns also nun zum VergnĂŒgen
stundenlang, faulig im Wasser zu liegen,
und lassen wir uns dabei mit Schaume bestritzen
von den Damen sanften FlĂŒgelspitzen.


Hahntritt:

Ich höre blubbern des Schaumbades Quelle,
uns erwartet das Paradies in der nassen Zelle.
Bei solchen Damen, da ist gut verlieben.


Schwellkamm:

Erinnert Euch an das Paradies - man wurde vertrieben.

[Alle Drei gehen ab]


[Ein kleiner Satz noch zuletzt:
Vielleicht wird es bald Fortgesetzt]

__________________
(C) 2003 by Stefan Mollenhauer
Gedichte berichten verdichtet Geschichten

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loona
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2000

Werke: 0
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Ahoi VanOldi...

Welch gelungenes HĂŒhner-Epos, dem mit Sicherheit eine Fortsetzung folgen sollte (Akt 1 kann nicht das Ende bedeuten...)

Zwischendurch schlingerte der Reim ein wenig... Besonders, als das Huhn zu dichten begann. Und auch spĂ€ter verschob sich das eine oder andere Versmaß in den Zweizeilern gar ungĂŒnstig.

Solcherlei Feinarbeit wĂŒrde ich aber erst nach Vollendung des Epos beginnen ;-)

Gruß

loona, die kurz an Chickenrun gedacht hat, und aufgrund einiger anderer Feder-betitelter Geschichten der letzten Wochen fĂŒr einen andere Überschrift ist

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