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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Die Qual der Wahl, Kap.3+4
Eingestellt am 16. 11. 2001 13:50


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visco
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Die Qual der Wahl

Kapitel 3


      ┬╗Wo willst du hin?┬ź
      ┬╗Hey, Dibi, bleib┬┤ cool, Baby, okay? Ich hol┬┤ uns nur ┬┤was zu futtern.┬ź
      Dieser hirnlose Idiot h├Ąlt mich wohl f├╝r bescheuert! ┬╗Einen Schei├č wirst du! Du willst dir doch blo├č wieder ┬┤was ┬┤reinziehen! Keinen Stoff w├Ąhrend dieser Sache! Das war abgemacht!┬ź
      ┬╗Hey, Mann, jetzt krieg┬┤ dich wieder ein, ja? W├╝rde dir auch gut tun. Du bist ja total verkrampft.┬ź
      ┬╗Ich nehm┬┤ so┬┤n Mist nicht! Und ich will auch nicht, da├č du dir jetzt das Hirn zudr├Âhnst, kapiert? Das k├Ânnen wir im Moment echt nicht gebrauchen!┬ź
      Manchmal frage ich mich wirklich, ob er ├╝berhaupt noch ohne kann. Er macht sich selber kaputt und merkt es nicht einmal. Dabei ist er sonst eigentlich ganz s├╝├č. Dieses Zeug aber macht ihn v├Âllig fertig, und es wird immer schlimmer.
      So war┬┤s auch bei meinem Dad. Die Anf├Ąnge habe ich nicht so mitbekommen, war noch zu klein, aber sp├Ąter hat er gesoffen wie ein Loch. Er war fast st├Ąndig betrunken, und es hat ihn alles gekostet, seinen Job, seine Freunde, falls er ├╝berhaupt je welche hatte, und auf jeden Fall seinen Verstand. Alles ging den Bach ┬┤runter, aber das interessierte ihn einen Dreck. Hauptsache, es war genug zu trinken da. Alles andere war ihm v├Âllig egal.
      Stimmt vielleicht nicht ganz, denn zufriedener war er ┬┤drum nicht. Eigentlich war er nie mit irgendwas zufrieden. Meistens durfte es meine Ma ausbaden, aber ich bekam genauso mein Fett weg. Keine Ahnung, wieso sie es so lange mit ihm aushalten konnte. Ich h├Ątte ihm schon l├Ąngst einen Tritt gegeben! Wir wissen nicht, wovon wir die ganzen Rechnungen bezahlen sollen, weil alles f├╝r seine verdammte Sauferei ┬┤draufgeht, zum Leben bleibt uns fast gar nichts, obwohl Ma sich kaputtrackert, und was macht er? Er hockt blo├č dumm ┬┤rum, vor der Kiste oder liest die Bl├Âd-Zeitung, und dann schreit er uns an, wenn ihm mal wieder ┬┤was nicht pa├čt. Dieser Mistkerl! Manchmal rastet er v├Âllig aus, einfach so, und nachher tut┬┤s ihm dann leid. Sagt er jedenfalls. Zum kotzen ist das! So geht das echt nicht weiter, und jetzt, wo ich wei├č, da├č er nicht einmal mein richtiger Vater ist, schon mal erst recht nicht!
      Er selber wei├č es gar nicht. Ma hat es ihm nie gesagt. Aber sie hat┬┤s mir erz├Ąhlt am Tag, als ich achtzehn wurde. Super ├ťberraschung, wie man sich wohl denken kann! Hat mich ziemlich umgehauen. Da sage ich mein ganzes Leben zu einem riesen Arschloch Papa, und dabei ist er das ├╝berhaupt nicht! Klar wollte ich sofort wissen, wer denn nun eigentlich mein Dad ist, aber sie wollte es mir nicht sagen, nur, da├č er auch nicht besser gewesen w├Ąre. Nicht, da├č das irgendwas einfacher machen w├╝rde. Spricht auch nicht unbedingt f├╝r meine Ma, da├č sie scheinbar immer blo├č auf Looser ┬┤reinf├Ąllt.
      ┬╗Jetzt hab dich doch nicht so. Komm schon, Dibi. In ┬┤ner halben Stunde bin ich wieder da. Mu├č nur schnell ┬┤was besorgen, und auf┬┤m R├╝ckweg bring┬┤ ich uns ┬┤was vom Mac mit, okay?┬ź
      ┬╗Und was bittesch├Ân soll ich machen, wenn der Typ hier aufkreuzt, w├Ąhrend du gerade high irgendwo in der Ecke liegst, heh? Du hast sie doch nicht alle! Wenn du Kohldampf hast, dann bestell┬┤ dir eine verdammte Pizza, und wenn nicht, dann geh┬┤ lieber nochmal nach oben und sieh┬┤ nach, ob alles okay ist!┬ź
      ┬╗Hey, easy, ja? Ich bin doch eben erst oben gewesen!┬ź
      ┬╗Na und? Dann gehst du eben nochmal!┬ź
      ┬╗Was pi├čt du dich so an? Wo soll die alte Schlampe schon hin mit einem Heizk├Ârper an der Hand, kannst du mir das verraten?┬ź
      ┬╗Sie ist keine alte Schlampe, kapiert? Und auf keinen Fall darf ihr oder dem Kind ┬┤was passieren! Geht das jetzt endlich in deine aufgeweichte Birne?┬ź
      ┬╗Schon gut, schon gut! Aber jetzt komm wieder ┬┤runter, ja? Du m├╝├čtest dich mal sehen! Bleib┬┤ einfach cool, Dibi-Baby. Das l├Ąuft schon.┬ź
      Je mehr ich ┬┤dr├╝ber nachdenke, desto weniger gef├Ąllt mir das Ganze. Ich hab┬┤ ein echt ungutes Gef├╝hl bei der Sache, aber wir stecken schon zu tief ┬┤drin, um jetzt einfach auszusteigen. Wenn es glatt geht, kann uns mein Alter mal kreuzweise. Dann haben wir genug, um uns auf nimmer Wiedersehen aus dem Staub zu machen und irgendwo neu anzufangen, Ma und ich. Wir ├Ąndern einfach unsere Namen, damit er uns nicht findet, Ma k├Ânnte wieder in ihrem alten Job arbeiten, nur halt woanders aber ganze Tage, so wie fr├╝her, und vielleicht lernt sie ja mal jemand Nettes kennen. Soll er doch alleine gucken, wie er klar kommt!
      Was Chester mit seinem Anteil anf├Ąngt, ist mir so ┬┤was von egal. Der geht sowieso fr├╝her oder sp├Ąter bei ┬┤ner ├ťberdosis ┬┤drauf. Das mu├č ich echt nicht haben, also ziehen wir das hier durch, und dann hei├čt es ÔÇÜBye, byeÔÇÖ.
      ┬╗Daniela? H├Ârst du mich?┬ź
      Was will denn der nun schon wieder? ┬╗Was ist?┬ź
      ┬╗Wie geht es meiner Frau? Ist alles mit ihr in Ordnung? Bitte! Ich mache mir wahnsinnige Sorgen!┬ź
      ┬╗Keine Panik, ja? Alles Roger. Chester ist gerade hoch nach ihr sehen. Ihr passiert schon nichts. Kannst ├╝brigens Dibi sagen. Sagen alle.┬ź
      ┬╗In Ordnung, ... Dibi, h├Âr┬┤ zu, ich habe etwas Geld auf der hohen Kante. Es ist nicht sehr viel, aber es geh├Ârt dir, wenn du mir einen kleinen Gefallen tust.┬ź
      ┬╗Und der w├Ąre?┬ź
      ┬╗La├č sie gehen. Ihr braucht sie nicht. Ihr habt doch noch Kevin und mich. Heike wird nicht zur Polizei gehen, darauf gebe ich dir mein Wort. Sie w├╝rde doch niemals das Leben eines ihrer Kinder gef├Ąhrden!┬ź
      ┬╗Da bist du dir wohl genauso sicher wie, da├č dein Kumpel hier auftaucht, was?┬ź
      ┬╗Der meldet sich schon noch, warte es nur ab. H├Âr┬┤ zu, mir ist egal, was aus mir wird, aber bitte, Dibi, hast du auch nur eine Ahnung, was Kevin gerade durchmachen mu├č?┬ź
      ┬╗Ja, stell dir vor, das hab┬┤ ich. Zwei verdammte Tage war ich in der Besenkammer eingesperrt, und ich hab┬┤s auch ├╝berstanden.┬ź
      ┬╗Das ... tut mir leid, ehrlich. Ich wei├č gar nicht, was ich sagen soll.┬ź
      ┬╗Und willst du auch wissen, weswegen? Weil ich meinen verdammten schei├č Teller nicht aufgegessen habe, nur deswegen!┬ź
      ┬╗Ich ... ich kann nicht verstehen, wie jemand so etwas tun kann.┬ź
      ┬╗Kein Drama. War halb so wild. Also keine Bange, keiner tut dem Jungen ┬┤was, okay? Und deiner Frau auch nicht. Aber ganz sicher riskiere ich nicht, da├č sie mit den Bullen quatscht, und das w├╝rde sie garantiert. W├╝rde ich n├Ąmlich auch tun.┬ź
      ┬╗Nein, das glaube ich nicht. Du hast keine Kinder, oder? Bitte denk┬┤ wenigstens dar├╝ber nach. Wir sind alle mit den Nerven ┬┤runter. Da f├Ąllt es ziemlich schwer, einen klaren Gedanken zu fassen, ich wei├č.┬ź
      ┬╗Spar┬┤ dir dein d├Ąmliches Ges├╝lze! Damit lullst du mich nicht ein! Ich wei├č, was ich will, klar? Erz├Ąhl┬┤ mir doch lieber mal, wie und wo du meine Ma kennengelernt hast.┬ź
      ┬╗Hat sie es dir denn nicht erz├Ąhlt?┬ź
      ┬╗La├č mal deine Version h├Âren!┬ź
      ┬╗... Also sch├Ân. Ich war damals Techniker f├╝r eine Telekommunikationsfirma, Neu-Installationen, Umr├╝stungen, Wartungsdienst f├╝r Telefonanlagen, all so ┬┤was. Wir haben bei Barnhorst die komplette Anlage modernisiert, und sie hat da gearbeitet. Als Sachbearbeiterin, nehme ich an.┬ź
      ┬╗Und dann?┬ź
      ┬╗Ich habe sie ein paar Tage sp├Ąter zuf├Ąllig getroffen, in einem Getr├Ąnkemarkt. Wir haben uns unterhalten, und sie meinte, sie br├Ąuchte irgendwas an Werkzeug, kenne sich aber nicht aus und fragte mich, ob ich nicht mitgehen k├Ânnte, damit sie nichts Falsches kauft. Also bin ich mir ihr ┬┤r├╝ber zum Baumarkt. Nebenan ist ein M├Âbelhaus mit Restaurant. Da haben wir dann noch einen Kaffee getrunken.┬ź
      ┬╗Davon kriegt man aber kein Kind, oder?┬ź
      ┬╗... Du glaubst, ich w├Ąre dein Vater, nicht?┬ź
      ┬╗Und? Bist du es?┬ź
      ┬╗Ich wei├č es nicht. Na sch├Ân, m├Âglich w├Ąr┬┤s. Andererseits, sie hat mir nie ein Wort gesagt! Vielleicht war sie noch mit anderen zusammen, woher soll ich das wissen? Ich meine, wei├č sie es denn nicht?┬ź
      Ich kann mir irgendwie ├╝berhaupt nicht vorstellen, da├č das mein Dad sein soll, und ich hab┬┤ keinen blassen, mit wem meine Ma ┬┤rumgemacht hat, bevor mein Alter auf der Bildfl├Ąche erschien. Sie mu├č wohl mal ganz gut ausgesehen haben. W├Ąre schon denkbar, da├č es da den einen oder anderen gab. Gesprochen hat sie davon aber nie. Erst nachdem ich wu├čte, was Sache ist und sie dann gel├Âchert habe, r├╝ckte sie mit einem Namen ┬┤raus: Axel Wiesmann aus Gersten. Total verknallt war sie in den Typ, nat├╝rlich verheiratet, was sie angeblich aber erst sp├Ąter erfahren hat, und so wurde nichts ┬┤draus.
      ┬╗Es gab keine anderen, okay? Nur mein Alter, und der kriegt nicht mal das zustande.┬ź



Kapitel 4


      Dibi meinte, es w├Ąre alles echt total easy. Wir machen┬┤s eben genauso wie in dem Video, den wir mal gesehen haben. Titel hab┬┤ ich vergessen, aber ist┬┤n voll cooler Film. Wir schnappen uns also den Kleinen, der am Kindergarten auf seine Mama wartet, und ich bringe ihn ┬┤r├╝ber zur alten Fabrik. Da gibt┬┤s ┬┤nen Schacht mit haufenweise Zeugs ┬┤drin, Rohre, Stangen, irgendwelcher Abfall eben und ┬┤ner gro├čen Kiste. Ich hab┬┤n Schlo├č ┬┤dranmontiert und sogar ┬┤ne Isomatte ┬┤reingelegt, damit┬┤s nicht so kalt ist. Zu essen hat er auch gekriegt. Wollte ihm erst noch ┬┤nen Comic da lassen, echt, h├Ątt┬┤ ich gemacht, aber bringt ja nix. Ist zu dunkel da ┬┤drin, kannste eh nicht lesen.
      Auf┬┤m Parkplatz vom Supermarkt treffe ich dann wie verabredet Dibi und die v├Âllig aufgel├Âste Mutti. Ich steige zu ihnen in den Wagen, halte der Frau zum Beweis die Jacke von dem Kleinen unter die Nase, die losrotzt, so ┬┤was haste noch nicht gesehen, und dann fahren wir zu ihr nach Hause. Mann, die kann die Karre kaum auf der Stra├če halten, so von der Rolle ist die! Meine Mutter h├Ątte nicht so┬┤ne Show abgezogen, garantiert nicht. Glaube nicht mal, da├č sie sauer gewesen w├Ąre.
      Seit gestern Mittag hocken wir jetzt schon in der bl├Âden Bude. Gegen sechs kreuzte dann ihr Macker auf, obwohl doch Freitag war. Hatten eigentlich gedacht, da├č er viel fr├╝her k├Ąme. Die Alte hatte ich oben im Schlafzimmer verstaut. Dibi hetzt mich dauernd hoch, ich soll nach ihr sehen, was totaler Quatsch ist! Erstens kann die sowieso nirgendwo hin, ohne den schei├č Heizk├Ârper aus der schei├č Wand zu rei├čen, und zweitens mu├č die auch nicht alle zehn Minuten auf┬┤s Klo.
      Egal, jedenfalls als der Typ aufkreuzt, versucht er doch tats├Ąchlich, den wilden Mann zu markieren, br├╝llt ┬┤rum wie doof, flippt voll aus, sag┬┤ ich dir, aber Dibi bleibt total cool. Von seiner Tussi oben h├Ârt er dann, da├č wir den Kleinen haben, und jetzt erst kriegt er sich wieder ein. Der hat voll die Panik in den Augen stehen, als er wieder ┬┤runter kommt! Wenn er die Bullen ruft oder weiter den Helden spielen will, geht der Junge ┬┤drauf, macht Dibi ihm klar, und das zieht. Seitdem hockt er im G├Ąsteklo. Diese Kabelbinder sind total praktisch und kosten fast nix. Der l├Ąuft auf jeden Fall nirgendwo hin, ohne da├č wir ihn vorher los machen.
      Dibi sagt, der Typ h├Ątte fr├╝her mal ┬┤was mit ihrer Mutter gehabt, und eigentlich w├Ąre er ihr Dad. Keine Ahnung, ich meine, ist mir auch egal, aber deswegen gibt┬┤s sp├Ąter keinen Stress mit den Bullen, sagt sie. Er soll blo├č die Kohle ┬┤rausr├╝cken, Unterhalt und so, was er eben nie gezahlt hat, und das war┬┤s dann. Kommt ganz sch├Ân ┬┤was zusammen, und klar hat er soviel Patte nicht einfach so in der Schulade liegen. Mu├č eben erst besorgt werden. Auf der Bank hat er┬┤s aber auch nicht, daf├╝r ist Dibi dann heute zu irgend so┬┤nem reichen Kunst-Fuzzi gefahren, ist wohl┬┤n Bekannter von dem Typ, der ihm die Knete leihen soll.
      ┬╗Sie waren mal die besten Freunde, die zwei.┬ź
      ┬╗Hi. Alles klar bei dir? Was ist jetzt? Wie lange braucht der Typ denn noch, um die Kohle ┬┤ranzuschaffen?┬ź
      ┬╗Keine Panik, ja? Der kommt schon. Hier. Hab┬┤ ich im K├╝hlschrank gefunden.┬ź
      ┬╗Hey, cool. Ist zwar nicht meine Marke, aber was soll┬┤s? Bier ist Bier. Schei├če, Mann, heute geht im Pentagon echt ┬┤was ab, und ich bin nicht da!┬ź
      ┬╗War ich schon ewig nicht mehr. Steh┬┤ irgendwie nicht mehr so auf Disco. Wegen der Typen. Ist doch nur M├╝ll, was da ┬┤ruml├Ąuft.┬ź
      ┬╗Daf├╝r sind die Weiber echt scharf, na ja, ┬┤ne Menge von denen, und da ist gut Kohle zu machen. Jeder nimmt doch heute ┬┤was. Ist schnell verdientes Geld.┬ź
      ┬╗Dealst du etwa immer noch? Du wei├čt doch, da├č sie gerade da welche von den Jungs hochgenommen haben. Willst du in den Knast oder was?┬ź
      ┬╗Ach, Quark mit So├če! Immer cool bleiben, Baby. Mein Daddy ist Anwalt, klar? Und bin ich vielleicht vollj├Ąhrig? Das gibt blo├č┬┤n bi├čchen bla bla und vielleicht┬┤n Bu├čgeld, das war┬┤s dann aber auch, daf├╝r sorgt mein Daddy schon.┬ź
      ┬╗Das glaubst du doch selber nicht!┬ź
      ┬╗Hey, wenn ich┬┤s doch sage!┬ź
      ┬╗Kann ich mir echt nicht vor...┬ź
      ┬╗Psst! Sei mal ruhig! Ich glaub┬┤, es hat geklingelt. Da. H├Ârst du┬┤s?┬ź
      ┬╗Klar, Mann, bin ich taub oder was? Ich werd┬┤ mal nachsehen.┬ź
      ┬╗Ist vermutlich dieser Kunst-Heini. Wird aber auch langsam Zeit! Warte, ich komme mit. ... Und? Was ist? Warum machst du nicht auf?┬ź
      ┬╗Weil er┬┤s nicht ist. Was sollen wir jetzt machen?┬ź
      ┬╗Vielleicht ein Nachbar oder so. Frag┬┤ einfach, was er will. Aber la├č ihn nicht ┬┤rein!┬ź
      Sie erkl├Ąrt dem Pappi im G├Ąsteklo noch schnell, da├č er besser keinen verdammten Mucks von sich gibt, und ich verdr├╝cke mich au├čer Sichtweite, kriege aber jedes Wort mit.
      ┬╗Ja?┬ź h├Âre ich Dibi fragen.
      ┬╗Oh, hallo. Bitte entschuldigen Sie, ich hatte nicht erwartet, da├č mir eine junge Dame ├Âffnet. Ach, dumm von mir. Sie sind sicher der Babysitter, hab┬┤ ich Recht?┬ź
      ┬╗├ähem, ja, der Babysitter, klar. Was wollen Sie?┬ź
      ┬╗Jetzt sagen Sie nicht, sie sind schon weg, Axel und Heike meine ich. Ich sollte sie abholen.┬ź
      ┬╗Doch, sind sie.┬ź
      ┬╗Was denn, aber ihr Wagen steht doch noch in der Einfahrt.┬ź
      ┬╗Sie sind mit dem Taxi.┬ź
      ┬╗Verstehe. Tja, ich bin auch tats├Ąchlich etwas sp├Ąt ┬┤dran. Ich wurde aufgehalten, wissen Sie, und dann dieser Verkehr. In Ordnung. Ich treffe die beiden dann sicher auf der Party. Sch├Ânen Abend noch.┬ź
      ┬╗Ja, danke, Ihnen auch.┬ź
      ┬╗... Ist er weg?┬ź
      ┬╗Ja, verdammt! Geh┬┤ mir aus dem Weg! Ich glaub┬┤, ich mu├č da mal mit jemand ein ernstes W├Ârtchen reden! ... Sag┬┤ mal, tickst du noch sauber?┬ź machst sie dann den Pappi an, und klar stellt der sich doof.
      ┬╗Es ... es war also nicht Bernd?┬ź
      ┬╗Nein, verdammt, war es nicht! Warum hast du nicht gesagt, da├č ihr auf ┬┤ne Party wollt? Du wu├čtest doch, da├č dieser Typ hier aufkreuzt, um euch abzuholen! Was zum Geier sollte das?┬ź
      ┬╗Party? Ach, die Party! Ja, die ... die hatte ich ganz vergessen. Tut mir leid, ich hatte wirklich nicht mehr daran gedacht, ehrlich.┬ź
      ┬╗Mann, das ist doch nicht zu fassen! Und was ist mit dem schei├č Babysitter? Kommt der etwa auch noch?┬ź
      ┬╗Dann k├Ânnen wir hier bald selber ┬┤ne Party schmei├čen.┬ź Dibis Blick haut mich fast um. Okay, war vielleicht nicht besonders witzig.
      ┬╗Wir haben keinen bestellt, weil ... wir hatten es uns anders ├╝berlegt. Wir wollten gar nicht mehr hingehen. Ich hab┬┤ total vergessen, ├Ąhem, den anderen Bescheid zu sagen. Es kam ja auch alles ganz anders, und da ... Dibi, bitte, du mu├čt mir glauben, ... ich hab┬┤ wirklich nicht mehr daran gedacht, sonst h├Ątte ich euch vorgewarnt, ganz bestimmt!┬ź
      Ich wei├č nicht, aber irgendwie glaube ich dem Typ kein einziges verdammtes Wort. Echt, ich denke, der l├╝gt uns hier die Hucke voll, keine Ahnung, wieso, weil was soll das bringen? Ich meine, angenommen, der Typ latscht hier ┬┤rein und kriegt mit, was hier l├Ąuft, na und? Was will er denn machen? Die Bullen rufen?

<wird fortgesetzt>

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Rote Socke
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Hallo Viktoria,

die Sache w├Ąchst und sie w├Ąchst gut. Die Geschichte bekommt richtig Drive. Was mir sehr angenehm auff├Ąllt, wie perfektionistisch Du die "Teenie-Kiffer-Sprache" beherrschst. Die Dialoge sind sehr stimmig und glaubw├╝rdig.

Ich denke, wenn ich mal Kap. 5+6 gelesen habe, kann ich etwas ausf├╝hrlicher auf den Inhalt eingehen. Bei Kurzgeschichten ist es einfacher, da hat man die Komplett├╝bersicht vor Augen. Momentan lasse ich mich von der Geschichte einfach mal treiben, so wie ich es auch in einem neuen Buch machen w├╝rde.

LG
Volkmar

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visco
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Lieber Volkmar,

      Vorsicht! Zuviel Lob steigt mir noch zu Kopf! *lach* Nein, keine Sorge. Ich bleibe schon noch selbstkritisch und schiele dann und wann neidisch auf das, was andere Schreiberlinge hier so ver├Âffentlichen. Es spornt mich an, weiter an mir und meinem Erz├Ąhlstil zu arbeiten.

      Ich kann dir gar nicht sagen, wieviel Kopfzerbrechen mir die sprachliche Umsetzung jugendlicher Gedankeng├Ąnge bereitet hat! Entsprechend dankbar bin ich, wenn du insbesondere die Dialoge f├╝r stimmig und glaubw├╝rdig h├Ąlst. *freudig strahl*

      An den n├Ąchsten Kapiteln arbeite ich noch. Die Geschichte ist zwar bis zu Ende gedacht und auf dem Rei├čbrett vorgezeichnet, aber die Umsetzung entpuppt sich doch als ... sagen wir ... etwas knifflig.

      Ich w├╝rde mich sehr freuen, wenn du dich noch ein wenig weiter treiben lassen w├╝rdest; ein paar Stromschnellen liegen noch vor uns, aber bis zum Wasserfall ist es nicht mehr weit :-)

Ganz liebe Gr├╝├če,
      Viktoria


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