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Leselupe.de > Ungereimtes
Die Rubajjat des Omar Chajjam
Eingestellt am 18. 05. 2001 09:36


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Omar Chajjam
???
Registriert: Feb 2001

Werke: 83
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Bei den Rubajjat handelt es sich um das bekannteste Werk der östlichen Dichtung, das der Dichter Omar Chajjam im 12. Jahrhundert verfasst hat

Rubajjat Omars des Zeltmachers (von mir ĂŒbersetzt)

Mach das Beste aus dem, was wir im Jetzt erleben,
Bevor auch wir uns in dem Lebensstaub verweben.
Staub in dem Staub und unterm Staub dann liegen wir,
Ganz ohne Wein, ganz ohne Lieder, ohne End dem Tod ergeben.

Das neue Jahr lĂ€ĂŸt alte WĂŒnsche reifen,
Wenn Einsamkeiten nach Gedanken greifen.
Wo Moses weise Hand auf allem ruht,
Wird Jesus Atem dein verletztes Leben streifen.

Trink mit mir Wein und laß sie reden, all die Weisen.
Es ist sicher nur der Tod auf allen Lebensreisen.
Nur eins ist sicher und der Rest ist LĂŒge.
Es welkt doch jede Blume in der Schwestern Kreise.

Mir trÀumt, die DÀmmrung stand schon auf den Himmelsstufen.
Ich hörte eine Stimme aus der Kneipe rufen.
He, Freunde auf, und laßt uns fĂŒlln die GlĂ€ser,
Bevor das Lebenselixir verdunstet in den Kufen.

Es sagte einer – “Freunde laßt uns die vollen GlĂ€ser heben,
Die uns doch wie Rauch des Höllenfeuers ganz umgeben.
Sie sprechen zu uns von schwerer PrĂŒfung – Prost!
Sie sind ja doch der beste Freund fĂŒr uns im Leben.

FĂŒll das Glas. – Was hilfts zu wiederholen
Wie Zeit vergeht unter unseren Stiefelsohlen,
Das Morgen ungeboren und das Gestern tot.
So lang das Heut schmeckt sĂŒĂŸ, bleibt uns die Zeit gestohlen.

Ein Augenblick in der Unendlichkeit der Zeit,
Ein Augenblick des Lebens voll mit Heiterkeit,
Die Sterne strahlen und die Karawane rĂŒstet sich
Zum Zug in die MorgendĂ€mmerung des Nichts. – Drum sei bereit.

Wie lang, wie lang in den GesprÀchen und Diskursen ohne Ende
Das Dies und Das erwÀgen und so tun, als ob man die Lösung fÀnde.
Seid besser fröhlich drum mit des Weinstocks reicher Frucht
Und nehmt damit das bittre Nichts in eure eignen HĂ€nde.

Und wenn des Weins Geschmack, der Lippen Kuß
Doch enden in dem Nichts, wo aller Dinge Schluß.
Drum sei doch froh mit deiner Kunst, der Lebenskunst, zu wissen
Was du bist , ein Nichts, doch das dann auch mit Hochgenuß.

Hier mal ein Beispiel von zwei Versionen eines Orginaltextes:

Ach, Liebe könnt der Mensch dich an sein Schicksal binden
Und so dich in den Grund des Musters aller seiner Werke winden.
SĂ€h er nicht auf ewig alles zu TrĂŒmmern ganz zerschlagen,
Er könnt seines Herzens großen Hauptschluß finden.

Könnte man die Liebe mit Geschick verbinden
Und allen Kummers Schatten aus den Dingen winden.
Wenn die Liebe in TrĂŒmmer wĂŒrde nie gebrochen,
Könnt sie im Herz des Menschen ihre GrĂŒnde finden.







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Omar Chajjam
???
Registriert: Feb 2001

Werke: 83
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Ausnahmsweise, auch weil sie nicht von mir, sondern nur von mir ĂŒbersetzt sind und weils mir wichtig ist, setze ich diese Gedichte wieder nach vorne.

Gruß
Omar

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