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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Die Taube mit den Bernsteinaugen...
Eingestellt am 13. 06. 2001 23:28


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[aZrael]
Wird mal Schriftsteller
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Hatte heute eine sch├Âne neue Idee, die ich gleich umsetzen
wollte, deshalb ist diese Geschichte auch innerhalb von 4 Stunden entstanden. Ich wei├č nicht, ob es eine Erz├Ąhlung oder Kitsch ist, auf jeden Fall ein wenig Semi-Erotik.
Viel Vergn├╝gen beim Lesen, [aZrael]

Gestern Morgen sa├č eine Taube vor meinem Fenster. Zuerst sah ich sie gar nicht.
Ich war in meine Manuskripte vertieft, versuchte, die losen Enden meines Romanes zusammen zu kn├╝pfen. Das Telephon hatte ich herausgezogen, ich wollte mich nicht schon wieder mit meinem Verleger wegen meinem neuen Buche streiten, das schon lange ├╝berf├Ąllig war. Pl├Âtzlich bemerkte ich sie. Sie sa├č auf dem Fensterbrett, kaum wahrnehmbar vor dem wei├čen Einerlei der Winterlandschaft und pochte mit ihrem Schnabel gegen das Glas: Tack - tack - tack.

Eine zeitlang beobachtete ich sie. Paris gibt vielen Tauben ein Obdach. Im Sommer, wenn ich
durch die kleinen Gassen am Monte Matre schlendere, sch├Ąuchte ich regelm├Ą├čig ganze Schw├Ąrme von ihnen auf. Aber im Winter hatte ich bisher nur ganz wenige gesehen. Und noch nie eine so sch├Âne. Ihr Gefieder war von reinstem Wei├č, wie frischgefallener Schnee. Also stand ich auf und ├Âffnete das Fl├╝gelfenster. Ich mu├čte ein wenig Gewalt aufwenden, das eine Schanier war fast festgerostet. Kaum hatte ich mehr als einen Spalt geschaffen, da kam auch schon die Taube herein. Sie h├╝pfte ├╝ber meine Unterlagen, hinterlie├č kleine feuchte Tapser auf ihnen und flatterte dann auf meinen alten Kanonenofen. Scheinbar hatte sie die W├Ąrme angelockt. Da sa├č sie nun und beobachtete mich mit ihren dunklen, intelligenten Augen.

Ich ging in die kleine K├╝che, die an mein Wohn- und Schlafzimmer angrenzte und suchte nach meinem Brotkorb. Irgendwo hatte ich noch ein St├╝ck Baguette gesehen, das vom Abendessen ├╝brig geblieben war.
Es war wirklich nicht mehr viel, aber ich wollte es dennoch an die Taube verf├╝ttern. Sie hatte
hungrig gewirkt und ich f├╝tterte einfach gerne Tauben. Mit dem Baguette kehrte ich ins
Wohnzimmer zur├╝ck. Die Augen der Taube musterten mich und das St├╝ck Brot in meiner Hand. Dann erhob sie sich von ihrem Platz auf dem Holzofen und lie├č sich auf meiner linken Schulter nieder. Irgendwie bekam ich den Eindruck, da├č sie keine Wildtaube, sondern gez├Ąhmt sein mu├čte, so ruhig und wartend, wie sie auf meiner Schulter sa├č. Aber das war mir auch egal. Ich zerbr├Âselte das Baguette in meiner rechten Hand und begann, sie mit den Kr├╝mmeln zu f├╝ttern, w├Ąhrend ich mich auf meine alte Couch setzte.

Ihre Augen... sie waren sonderbar. W├Ąhrend sie Kr├╝mel um Kr├╝mel schluckte, konnte sich sie gut beobachten. Sie wirkten wie aus Bernstein, in den ein Funken eingeschlossen war, leuchtend unter einem inneren Feuer.
Ich hatte noch nie solche Augen gesehen, weder bei einer Taube noch bei einem anderen Wesen. Nachdem sie das ganze Brot verzehrt hatte, gurrte sie zufrieden und rieb ihren Kopf an meinen Hals. Ich konnte sp├╝ren, wie ihr Gefieder ├╝ber meine Haut strich, eine unendlich sanfte Liebkosung.

Pl├Âtzlich lie├č eine starke Windb├Âe das Fenster schlafen und wirbelte meine Papiere auf. Die Taube flatterte von meiner Schulter auf die Couch, als ich aufstand, um es zu schlie├čen. Wieder musste ich mit dem halbverrosteten Schanier k├Ąmpfen. Schlie├člich bekam ich es aber doch zu und sperrte den launischen Februarwind aus. Als ich mich vom Fenster umdrehte ÔÇô
War die Taube verschwunden.

Eine wundersch├Âne nackte Frau sa├č an ihrer Stelle auf meiner Couch, die mich ansah. Ich wollte mich verlegen abwenden, nichtsahnend, wo sie so pl├Âtzlich hergekommen war, doch ihr Blick hielt mich gefangen. Ihre Augen... Feuer in Bernstein. Leichtf├╝├čig stand sie auf und kam auf mich zu. Ihr langes blondes Haar, dass ich bis zur H├╝fte reichte, umgab ihren Kopf wie eine Krone. Mit ein, zwei Schritten war sie bei mir und schlang ihre Arme um mich.
Ihr Mund suchte den meinen und ein langer Ku├č lie├č mich fast verbrennen, z├Ąrtlich wie ein Fl├╝gelschlag. Die ganze Zeit ├╝ber schaute sie mich unverwandt an. Schlie├člich zog sie mich r├╝ckw├Ąrts auf mein Bett, noch immer in einem langen Ku├č versunken.

Ich sp├╝rte, wie ihre Hand mein Hemd aus meiner verwaschenen Cordhose zog, und anfing, mich zu liebkosen und zu ber├╝hren, flink wie ein kleiner Vogel. Ein leichtes St├Âhnen kam mir ├╝ber die Lippen und ich lie├č meine H├Ąnde ├╝ber ihren K├Ârper gleiten, ihre Br├╝ste, ihre Scharm erkunden. Bals war auch ich ganz entkleidet und gab mich ihr ganz hin, nahm ihre Erregung in mir auf.
Dabei sprachen wir kein einziges Wort, unsere K├Ârper wu├čten auch so, was zu tun war. Immer schneller n├Ąherten wir uns der Erf├╝llung unserer Leidenschaft, lie├čen uns mitrei├čen.
Irgendwann schlief ich ermattet neben ihr ein.

Heute Morgen wachte ich auf, vor K├Ąlte zitternd. Ich hatte vergessen, am vergangene Abend noch Holz auf das Feuer zu legen. Nun war es erloschen und der Ofen war bereits ausgek├╝hlt.
Au├čerdem wehte eine kalte Brise durch das ge├Âffnete Fenster herein...

Als ich aufstand, um es zu schlie├čen, sah ich, da├č sie gegangen war. Nur eine einzelne Feder lag auf meinem zerknautschten Kopfkissen. Sie war von makelloser Reinheit und leuchtete wie frischgefallener Schnee. Ich nah sie in die Hand uns stellte mich neben das ge├Âffnete Fenster, sah zu, wie langsam die Sonne ├╝ber der gro├čen Stadt aufging.

__________________
Die klimatischen Bedingungen in der H├Âlle sind sicher unerfreulich, aber die Gesellschaft dort w├Ąre von Interesse.

Oscar Wilde (1854-1900), ir. Schriftsteller

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[aZrael]
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Uuuuuups ;)

Und bitte seht mir die geh├Ąuften Rechtschreibfehler nach, ich bin einfach zu aufgeregt, wenn ich schreibe, da kann ich mich nicht mehr auf Orthographie konzentrieren...
trotzdem noch einmal: viel Spa├č beim Lesen !
__________________
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flammarion
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re

ebenfalls uups. da frag ich doch gleich zu anfang mal ganz eingebildet: haste das meinetwegen nich unter erotik gepostet, wo es m.M. nach hingeh├Ârt? spa├č beiseite. recht gut geschrieben, aber von einigen anderen vor dir auch. die tippfehler abgezogen bleiben doch noch sachen, die ich dir gern nenne, damit du die fehler nicht wiederholst, sie verleiten zu irrt├╝mern. es hei├čt "scheuchte", nicht "sch├Ąuchte", denn es kommt nicht von "schauchen", was auch immer das sein mag. es hei├čt "Scharnier" und nicht "Schanier", da du es doppelt hast, halte ich es f├╝r eine bildungsl├╝cke. dann l├Ą├čt eine windb├Âe das fenster schlafen - wie meinste denn das? und das sch├Ąrfste - "ihr blondes Haar, das ich bis zur H├╝fte reichte" - ich hab es mir bildlich vorgestellt und mich k├Âstlich am├╝siert. das letzte zu beanstandene wort ist "Scham", das hast du so geschrieben, da├č man es leicht mit "Charme" verwechseln k├Ânnte. als schreib├╝bung ist die geschichte total ok und f├╝r dich als autor gewi├č eine perle, das ist unbenommen. lieb gr├╝├čt
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Old Icke

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[aZrael]
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Erotik? Warum denn nicht??

Hallo flammarion!

Na, warum sollte ich extra das Forum wechseln? Schlie├člich sind wir erwachsene Leute...
Und Erotik ist nun wirklich etwas prickelndes.

Aber es stimmt scho, ich wu├čte einfach nicht, wo ich es unterbringen sollte, also habe ich es einfach mal nach Erz├Ąhlungen geposted.

mfg, [aZrael]
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Oscar Wilde (1854-1900), ir. Schriftsteller

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