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Leselupe.de > Erzählungen
Die Verkennung genialster Veranlagungen des Komponisten Z.
Eingestellt am 27. 08. 2003 17:22


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uweboe
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Registriert: Aug 2003

Werke: 8
Kommentare: 21
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Vorwort fĂĽr LL:

In reger Zusammenarbeit mit Michael Schmidt und Marcus Richter wurden die Teilerzählungen unter dem Überbegriff "Genie und Wahnsinn" aus der Rubrik "Fantasy" heraus nach "Erzählungen" verschoben.

Genie und Wahnsinn sind
-Der Irre im Glashaus
-Die Verkennung genialster Veranlagungen des Komponisten Z.
-Liebe Uta (ein ungelöstes Liebesrätsel)

Danke fĂĽr Eure Mitarbeit.

Uwe


Genie und Wahnsinn


Die Verkennung genialster Veranlagungen des Komponisten Z.

Der Komponist Z. kam am 29.2.1964 zur Welt. Zu diesem Zeitpunkt war er noch nicht in der Lage langatmige Werke zu schreiben, da er zu sehr davon in Atem gehalten wurde, was sein Stammhirn diktierte; und dies war stoßweise Kurzatmigkeit, verbunden mit markerschütternden Schreien. Schon jetzt begann er merklich erbost darüber zu sein, daß ihn niemand rechtzeitig darüber informiert hatte, welch starke Einflußnahme bestimmte Organe auf seinen Willen ausübten und er rollte die Augen und grollte der Welt. Nein, die Enge des Geburtskanales empfand er weniger beängstigend, als die Vorherrschaft der Reflexe, die er zu allem Übel auch noch als die ‚ihm eigenen’ zu akzeptieren hatte. Überhaupt ekelte ihn die gekünstelte Eile an, mit der seine Mutter dazu angehalten war, den Geburtsvorgang als etwas zu betrachten, das am besten so schnell zu geschehen hatte, daß es den Fängen der zeitlichen Meßbarkeit entglitt. Er selbst empfand den Schmerz des ‚gequetscht Werdens’ durchaus als erträglich und konnte dem Ganzen sogar einen vorsexuellen Lustgewinn abringen. Auch die Ruppigkeit beim Abwaschen des Schleimes, der ihn umgab erzürnte ihn; „laßt mich – verdammt noch mal – den Schleim noch ein wenig genießen!“, wollte er brüllen, doch war er der Sprache noch nicht mächtig, was zu erkennen ihm sein erstes frühkindliches Trauma einbrachte – eben der Zwang, abwarten zu müssen, bis sein Großhirn in der Lage war, Worte zu artikulieren.

Da war er nun auf dieser Erde gelandet und hätte ihm jemand vor runden neun Monaten anschaulich gemacht, welch grauenhafte Abhängigkeit die ersten Lebensmonde mit sich bringen würden, so hätte er auf eine Menschwerdung liebend gerne verzichtet. Er war jetzt erst einmal viel zu schwach, unbeholfen und abgelenkt, als daß er einen klaren Gedanken hätte fassen können, der ihm Einsicht darüber geben würde, wer denn nun der eigentlich Verantwortliche für diese seine Zeugung war. Oder hatte er sich auf etwas eingelassen, dessen Ausmaße ihm vorher nicht gänzlich bewußt waren? Es war auf jeden Fall erst einmal so, wie es war; sein Zustand legte ihm auch wenige Optionen offen, eine jedoch nutzte er sehr intensiv: er schrie!

Die nächsten Monate kosteten ihn extreme Energien, da er irgendwie sein Seelengleichgewicht wahren mußte und gleichzeitig zu lernen hatte seine ihm mitgegebenen Automatismen zu erdulden: trinken, kacken und urinieren, Luft holen, schreien, schlafen und was das frühkindliche Entwicklungsstadium sonst noch mit sich brachte. Da war keine Zeit für lyrische Gedanken, da war keine Zeit fürs Pläne schmieden und irgendwie war da auch keinerlei Zukunft, sondern nur diese beklemmende Gegenwart.

Z. benötigte drei Jahre meditativer Destruktivität, bis er begriff, daß sich die Jahreszeiten genauso wiederholten, wie Tag und Nacht und entschied dieser Monotonie nun endgültig ein Ende zu bereiten, um dem Eigentlichen, wozu er gedachte hier zu sein, die Lebenszeit zu opfern und hierdurch Perspektiven zu bekommen; Zukunft zu erzeugen!

Anstatt ständig selbst schreien zu müssen oder essen zu müssen oder die Windeln füllen zu müssen, begriff er den imaginären Taktstock zu schwingen, um den Chor der Eltern, Verwandten und Freunden zu dirigieren: Mama schrie: „Jetzt hat er sich die Windeln ausgezogen!“, und deren Inhalt an der Wohnzimmer-Couch verteilt, teilweise noch auf der Mattscheibe des ansonsten farbig daherkommenden Fernsehgerätes und den Rest als Körperlotion mißbraucht. Papa schrie: „Ich geh’ jetzt zum Stammtisch, diesen Geruch ertrage ich heute nicht!“ Die Schwestern von Z. – die eine älter, die andere jünger – schrieen, weil Papa und Mama schrieen. Tante Paula rief daraufhin am Telefon an: „Was ist los bei euch?“, da sie ein Stockwerk höher wohnte und trotz Alterstaubheit, doch bestimmte Dinge des Lebens noch sehr gut mitbekam und selbstredend auch dafür sorgte, auf dem Laufenden zu bleiben. Kamen Karl und Emmi zu Besuch – die Nachbarn -, dann täuschte Z. Bauchschmerzen vor, vermasselte Mama die Kaffee-und-Kuchen-Logistik, Papa wurde, seiner Unbeholfenheit wegen, hierdurch unruhig, verkroch sich ins Arbeitszimmer – einbringend, daß er noch Klausuren für morgen zu korrigieren hätte -, wodurch – alles in Allem – Unbehagen bei Karl und Emmi auftraten und sie zügig wieder gingen (ich glaube, Karl und Emmi sind bis heute kinderlos geblieben).

So viel Freude dieses Dirigat auch Z. bereitete, es war nicht das, wozu er hier war! Er entschied daraufhin einen pflegeleichteren Eindruck zu hinterlassen, um nach einer längeren ‚Positivperiode’ den Eltern verständlich zu machen, daß die Zeit reif für ein Klavier sein würde. Da Mimik, Gestik und frühe Lautbildung nicht ausreichten schlagfertige Argumente zu formulieren, verlieh er seinen Wünschen dadurch Ausdruck, daß er in eindrucksvoller Manier hochvirtuose, wenn auch von der Kinderliteratur sich unterscheidende, Klangfolgen auf einem Xylophon erzeugte. Ob nun die hohe Virtuosität seiner ersten Improvisationen oder die Einbildung der Eltern – ein Klavier würde angenehmer klingen, als ein Metallxylophon – den Anstoß gaben den harten Metallklang durch weicheren Saitenanschlag zu ersetzen (nicht erweitern, das Xylophon flog in den Müll), wird letztendlich belanglos sein. Fakt war, daß nun ein Klavier das Wohnzimmer zierte und ein Üben auf diesem die einzige Chance war sich schnellstmöglich zu entfalten, da diese Sorte von Instrument im europäischen Kulturkreis – in den Z. ja hineingeboren wurde – eine sehr hohe Akzeptanz fand. Schlechter wären die Violine oder Querflöte gewesen; die Polyphonie könnte hier nicht maximal ausgelebt werden, für eine Orgel wären Wohnzimmer und Geldbeutel zu klein gewesen. Dudelsack und Monocord wären zweifelsohne der Reduktionen wegen viel interessanter gewesen, aber im mittleren Europa nicht ernst genommen.

Den Amortisierungswünschen der Eltern entsprechend benutzte Z. zwar die konservativen Techniken, um sich auf der Klaviatur fortzubewegen, betonte jedoch gleichzeitig sein Recht auf kindliche Entdeckerfreuden und tarnte damit in genialer Weise den Beginn seiner ihm eigenen Techniken, durch die es letztendlich erst möglich war dem Instrument die Seele zu kitzeln, bis es, in orgiastischer Manier, jenes Stöhnen und Prusten von sich gab, welches selbst bei Menschen in dieser reinen Wollust kaum zu finden war.

Diese weise Entscheidung – das Gewünschte und das eigentlich von ihm Gewollte gekonnt zu mischen – prägte Z. so sehr, daß er dieses Prinzip als Kernprinzip tief in sich vergrub und Teil seiner Persönlichkeit werden ließ. Entgegen ihren – liebe Leserin, lieber Leser – wahrscheinlichen Vorstellungen nutzte er diese Methode jedoch nicht in bescheidener Zurückhaltung, sondern wann immer es ging, besser gesagt nötig war, um sich selbst an jene Stelle im menschlichen Leben zu bugsieren die ihm dann endlich erlaubte das zu tun, wozu er dachte (nein wußte) hier zu sein. Z. wollte nicht hinaus zum Fußball spielen gehen, er sollte es aber, der kindlichen Ausgeglichenheit wegen. Um das Gewünschte und das eigentlich von ihm Gewollte zu mischen, ging er einmalig mit den Nachbarskindern – ausgenommen jenen von Karl und Emmi, die es nicht gab – auf den nahegelegenen Fußballplatz, der viel mehr einem Kartoffelacker glich, drehte sich unauffällig, tänzerisch-flink einmal im Kreise, damit die Umgebung analysierend, speicherte alle entfernt einsehbaren Fensterscheiben ab, kalkulierte welches Fenster im Schnitt am nächsten lag und plazierte bald nach Anpfiff des Spieles gekonnt das Leder hinter der zuvor ausgewählten, geschlossenen Glasscheibe, so daß das was man sich von ihm wünschte, also daß er Fußball spielen solle, von Elternseite aus eine Abschwächung erfuhr und bald nicht mehr als all zu sehr gewünscht in Erscheinung trat. Auf diese Weise stärkte er – wie leicht ersichtlich – das eigentlich von ihm Gewollte und blieb in Zukunft zu hause, um neue Klangkreationen zu erschaffen und an den Nerven der biederen Nachbarn zu sägen. Kein Mensch jedoch – und damit auch kein Nachbar – konnte ihm das ohrenbetäubende Handwerk verbieten, da die Aussprache eines Klavierspielverbotes der Erschießung wichtiger Persönlichkeiten gleich kam und wie schon zuvor erwähnt, der gesellschaftliche Stellenwert jenes Instrumentes nicht zu unterschätzen war und jeder der es nicht beherrschte, sich wenigstens dadurch Geltung verschaffte, daß er in lieblichen Tönen vom Virtuosentum seiner Nachbarskinder sprach ... und lobte und heuchelte, was nur die Kuhhaut auszuhalten vermochte; und es ging viel auf eine Kuhhaut.

Und daß seinem Üben mit Recht die gesellschaftliche Anerkennung entgegengebracht wurde, konnte man ja daran erkennen, daß von Zeit zu Zeit ein Bach oder Mozart zwischen den kakophonischen Ergüssen hervortönte und mit dem moralischen Zeigefinger eventuelle Nörgler zurechtstutzte. Ja, dem nicht genug: gemessen an anderen Bach und Mozart spielenden Menschenkindern schien er Bach barocker und Mozart klassischer zu spielen als diese und erwarb hierfür nicht nur anerkennende Worte, sondern Trophäen und Medaillen, will sagen er bekam gar nichts, doch seine Eltern mäßig kunstvoll geschmückte, maßlos untergewichtige Freßzettel, die eine hohe Plazierung bezüglich musikalischer Boxkämpfe beurkundeten. Doch genau das benötigt der Nachbar, um weiterhin höflich zu grüßen, statt blutrünstig das Messer zu schwingen. Bei all diesen bravourös absolvierten Kämpfen musikalischer Überpotenz, war es dann auch nur eine Frage der Zeit, bis Frau Professor Soundso auf den kleinen Z. – nun, nicht mehr ganz so klein, aber Kind allemal noch – aufmerksam wurde und ihn der Lehrerin Weißnichtmehrwie abspenstig machte. Frau Professor Soundso hatte nicht nur einen Titel, sondern auch eine großartige Begabung talentierte Jünglinge zu entdecken, um deren Potenz in die einzig richtige Richtung zu lenken. Z. empfand – was man nun anders vermuten könnte – Frau Professor Soundsos Unterrichtsmethoden - die man wohl am besten als fächerübergreifend oder kürzer als übergreifend oder begreifend bezeichnen könnte – nicht als die Kinderpsyche verletzend, im Gegenteil, er war es ja, der angehalten wurde zu lernen und zu begreifen und dieses empfand er als durchaus befriedigend, befreiend und die Kreativität fördernd. Die wichtigste Erkenntnis, die Z. von Frau Professor Soundsos Unterrichtsstunden mitnahm, war jene, daß nicht nur das Klavier, sondern so viele Dinge im Leben eine Klaviatur besaßen, die bei virtuoser Bearbeitung den Klaviaturbesitzern die richtigen Laute, Klänge und Geräusche zu entlocken vermochte.

Und auch jetzt zollte die Gesellschaft und auch die Nachbarn dem Ganzen was da geschah hohe Anerkennung, denn zum Einen interessierte es sie mittlerweile einen Dreck, ob und wo Z. unterrichtet wurde und zum Andern spielte er unter Frau Professors Obhut mehr Liszt als Satie, wobei wir Z.’s eigene Werke während dieser seiner jetzigen Lebensphase ein wenig (also ganz) zurückgedrängt sehen dürfen, da der Frau Professors Anspruch an Z.’s Repertoire für Eigenes keine Lücke ließ.

Daß dies von Z. eine zeitlang geduldet wurde scheint verständlich, daß es andauernd so weitergehen sollte verbot sich Z.’s wiedererwachtes Wollen. Weshalb er eigentlich gedachte hier auf Erden zu wandeln wurde ihm wieder bewußter, als der Reiz, der von Frau Professor Soundsos Klaviaturreichtum ausging ein wenig abebbte und der nun bröckelnde zart-nebelhafte Schleier der Erotik hier und da klarere Blicke in fernere Gefilde erlaubte, deren Reiz sich Zeit um Zeit verstärkte, bis er mächtiger als der Professorin Fänge war und Z. ein Zeitfenster geöffnet wurde, durch das er zu entkommen im Stande sein sollte.

Nun, ‚entkommen’ ist die falscheste Vokabel, die ich hier nutzen konnte, denn läge der Frau Professor’ Unterrichtsraum im ätherisch-universalen Gefüge des außerirdischen, so könnte sich Z. ein Wiedereintreten in Frau Professor Soundsos Unterrichtsstunden, nach Vollendung seiner eigentlich irdischen Aufgabe, durchaus wieder vorstellen. Doch bis dato ward genug, Z. hatte begriffen sich die Regeln der Menschengesellschaft so zu Nutze zu machen, daß er schnellstmöglich in den Stand versetzt würde ungeschönt, unverblümt, unverfälscht und was weiß ich noch immer, arbeiten zu können.

Vergeblich suchte er an den Musikhochschulen dieses Landes ein solch begabtes und mit Ideenreichtum ausgestattetes weibliches Menschenwesen, das an die Qualitäten und Quantitäten der Frau Professor anknüpfen konnte, und überhaupt hatte er große Sorgen vom Regen in die Traufe zu geraten, obwohl auch dies wieder vollkommen ungenügend ausgedrückt ist!

Außer den Erfahrungen, die er durch das sporadische Zusammensein mit seinem Vater gemacht hatte, konnte er nur schwerlich auf Verhaltensmuster im näheren Umgang mit männlichen Menschen zurückgreifen und so hatte auch Z., trotz musikalischer Überbegabung, das aufregende Gefühl, daß ein beginnendes Studium das Neueste und Interessanteste sei, was eben jener Lebensabschnitt zu bieten hatte. Dieser Umstand kam gelegen, da er ihn den Mitstudenten wenigstens in der Anfangszeit ein wenig ähnlicher machte und frühzeitige gesellschaftliche Ausgrenzungen unterdrückte, die das ‚Anderssein’ unter Menschenwesen eben mit sich bringt. Zu Z.’s größtem Erstaunen hatte Prof. Dr. Trauerkloß nicht nur einen Doppeltitel, sondern auch überhaupt keine Ahnung, was in der Zeit zwischen Walther von der Vogelweide und Alban Berg gespielt, gesungen oder gedichtet wurde. Hier nun endlich sollte Z. Raum und Zeit finden dürfen, im Schutze universitärer Gegebenheiten sich selbst den letzten Schliff zu geben, um dann endlich, endlich dort anzuknüpfen, wovon er eigentlich einst dachte es würde schon nach Vollendung der ersten neun Entwicklungsmonate möglich sein!

Im puren Gegensatz zu anderen Studenten, durfte man Z. schon von Anbeginn seiner Immatrikulation an als ‚gereifte Persönlichkeit’ betrachten, was sich darin ausdrückte, daß er schlicht tat, was er wollte und nicht mehr was er sollte. Nein, in jener Zeit brauchte er auch keine gesellschaftsfähigen Kompromißlösungen auszuhecken, da Prof. Dr. Trauerklos seinen Zögling derart vor der vernichtenden Standartgesellschaft schützte, daß Z.’s so tief verwurzeltes Sollen-Wollen-Prinzip gänzlich zugunsten des ihm eigenen Wollens ausgelebt werden durfte. Unerwarteterweise entwickelte Z. sich nicht nur weiter, sondern auch große Sympathien und fast schon freundschaftliche Gefühle gegenüber Trauerklos. Er lernte neue Gefühle kennen, die wir Menschen als Achtung, Respekt, Anerkennung, usw. bezeichnen würden. Und so hatte dieses platonisch-freundschaftliche Zusammenleben mit dem Prof. Dr. den gesunden Nebeneffekt, daß Z. körperlich die Nähe des sog. ‚anderen Geschlechts’ nicht nur fehlte, sondern der Sehnsucht nach ihm auch Raum geschaffen wurde, da die Möglichkeiten der musikalischen Selbstentfaltung Ruhe und Zufriedenheit brachten, die dem Sehnen Raum erlaubten.

Wie unerhört schwer, schier unendlich unmöglich es jedoch sein konnte einer Menschenfrau klar zu machen, daß man ihre Formen betasten und virtuos mit auf- und abwärtsstrebenden Tonleiterübungen dem anwesenden Wesen Töne der Lust zu entlocken gedachte; ja, wie unerhört schwer dies war, bemerkte er nicht bald, sondern sofort!

Konnte es sein, daß dieser Planet nicht nur von zwei hauptsächlich vertretenen Geschlechtern beherrscht wurde, sondern von weiteren, die zwar den Anschein der Zugehörigkeit zum einen oder anderen Geschlecht erweckten, aber letztlich doch anders funktionierten, als Frau Professor Soundso? Da nun die Sehnsucht etwas ist, was den Menschen treibt und Z. nun mal diese Lebensvariante wählte – was er seit langem schon nicht mehr bereute -, ließ eben auch ihm, trotz permanenten Mißerfolgen, sein Trieb keine Ruhe, bis eines schönen Tages – wie man so beiläufig sagt – Martha in sein Leben trat, die gelangweilt von den verlogenen, anständigen und umständlichen Versuchen umherstreunender Menschenmännern, sie berühren zu wollen und mehr, bei Z.’s Variante von der Ehrlichkeit und Direktheit so erregt war, daß ihre Wonnenschreie Mittelpunkt der ersten Komposition wurden, die Z. der Öffentlichkeit anbot, da genau diese Klanggebilde das waren, was ein lebloses Instrument mit einem noch lebloseren Musiker dahinter nie auszudrücken vermochte.

Martha und Z. hätten nur all zu gerne, nach Beendigung des hochschulinternen Konzertes und der „Buh-Rufe“ die Unterhöschen der anständigst dreinblickenden Konzertbenutzern auf ihren erhöhten Feuchtigkeitsgehalt hin untersucht.

Aber nicht, daß sie nun denken, sie hätten sich in explizit erotische Literatur verirrt! Z. ging es nicht um Provokation oder Effekthascherei! Nein, vieles im Leben ergibt sich durch das Kreuzen verschiedenster Lebenswege in verschiedensten Lebensabschnitten und so kann Erotik und Sexualität im Vordergrund stehen oder auch nicht; auffallen wird sie eben dort – und damit als provokant erscheinen – wo sie verleugnet, aber dennoch insgeheim erwünscht wird. Z. jedoch nutzte Marthas Schreie alleine deshalb, weil sie echt und nicht gespielt waren und – viel wichtiger -, weil sie eine ernsthafte Beteiligung der Zuhörerschaft erzwangen, die nicht einstudiert und immer wieder aufs Neue nicht vorhersagbar war.

Z.’s Klanggebilde waren weder tonal noch atonal; ‚sie waren’ und damit „basta“, wie der Italiener zu sagen pflegt. Und weil sie schlicht ‚waren’, waren sie lebendig und aufregend und foppten gerade jene, die vom Leben nichts Erregendes mehr erwarteten.

Martha tritt in dieser Geschichte nun scheinbar in den Hintergrund, was Z.’s reale Geschichte betrachtet nicht stimmt. Der Grund hierfür ist, daß ihre Art ‚aus dem Vollen zu schöpfen’ nur jene Menschenmänner irritieren würde, die weiterhin bei ihr nie das erreichen würden, was sie eigentlich wollten und vermutlich ihre weitere Beschreibung mit einer Lust verbinden würden, die Martha ihnen nicht gönnt. Kommen wir also wieder ganz auf Z.’s Geschichte zurück: Nach Hunderten von Fragmenten, Skizzen, Etüden, kleinen, mittleren und durchaus schon größeren Werken war seine Studienzeit vorbei und er bemerkte, daß er zwar viel von dem, was er sich vorgenommen hatte, verwirklicht sah, jedoch noch weit von dem entfernt schien, was ihm als Wichtigstes galt. Fast schon glaubte er in eine große Leere und Ratlosigkeit hineinzustürzen, da er zwar spürte, daß er auf dem richtigen Weg einherschritt, jedoch sich seit Monaten kompositorisch im Kreise drehte, statt dem gesetzten Ziel ein Stückchen näher zu kommen. Diesen Zustand verschlimmerte auch noch die Tatsache, daß er, um finanziell überleben zu können, von Stipendien lebte, die ihm zwar ein Dach über dem Kopf und ein wenig Nahrung erlaubten, ihn jedoch stark seiner inneren Freiheit beraubten, da er permanent nur das Enden des laufenden Stipendiums nahen sah und um das Ausbleiben weiterer bangte! Erst als ein nicht ausbleibendes, weiteres Stipendium ihm nicht nur Geld, sondern auch die Unterkunft in ehemals Bediensteten-Wohnungen eines Schlosses ermöglichte und er als Nachbarn keinen Biedermann, sondern einen abgedrehten Mathematiker feststellte und weiterhin grundlos um die Leihgabe wahllos ausgewählter Mathematikbücher des Nachbarn bat und begann diese zu studieren, erkannte er, daß er nie auf dem falschen Weg war und exakt hier und jetzt das gefunden hatte, was ihm ein zielstrebiges Weiterarbeiten ermöglichen würde.

Gewiß war diese Art der Lektüre für ihn anfänglich nur faszinierend, jedoch nahezu unverständlich, doch die Vermutung genau hinter diesem Schleier des Neuen das zu finden, was der letzte Schlüssel zur letzten verschlossenen Tür seiner Lebensaufgabe sein würde, feuerte ihn derart an, daß er in atemberaubendem Tempo sich mathematisches Wissen aneignete, was selbst ausgebildete Mathematiker oft nicht beherrschten. Und so sehr verwegen war dieses ‚Zahleninteresse’ auch nicht! Denken sie an wenigstens Bach oder Berg! Was sagt man ihnen nicht nur nach, sondern hat es mehrfach bewiesen: Zahlenspiele, Zahlenmystik? Oh, nein, vielmehr hochkomplexe mathematische Konstrukte. Z. trat somit in eine fast schon streng formelhafte Phase seines Schaffens ein. Kein neues mathematisches Kapitel wurde verschlungen, ohne daß nicht parallel dazu eine Komposition entstand, in der er versuchte, das Gelernte in Töne und Geräusche umzuwandeln. Anfänglich konnte man vielleicht noch versucht sein, ihm eine banale Nachahmung Webernscher Reihen und deren Umkehrungen, Krebse und Krebs-Umkehrungen vorzuwerfen; aber weder waren es Webernsche Reihen, noch blieb es bei einfachen mathematischen Fingerübungen.

Seine Iterationen hatten schon bald nicht mehr genügend Platz, um sich im engen, klassischen Notationssystem bewegen zu können, ganz zu schweigen von den rekursiv angelegten – also sich selbst wieder aufrufenden – Klang- und Rhythmussequenzen, deren Erstellung nicht mehr ohne die Zuhilfenahme von leistungsstarken Computern möglich war, wollte er nicht monate- oder jahrelang an ein und dem selben Werke hängen bleiben. Weitere Kompositionen bedienten sich der Vektorenrechnung, um vom zweidimensionalen Notenblatt endlich über das Alibi der dritten und vierten Dimension in die Welten der n-Dimensionen aufbrechen zu dürfen. Man darf schon sagen, daß das Aussehen seiner Partituren von Komponistenkollegen schon längst nicht mehr als musikalisches Werk erkannt worden wäre und deren Struktur selbst Stephen W. Hawking böses Kopfzerbrechen bereitet hätte. Nach der Exkursion in die Universen mehrfacher Dimensionen hatte selbstverständlich das Phänomen des Unendlichen Einzug zu erhalten, ganz gleich, ob es sich nun um das unendlich Große oder das unendlich Kleine handelte. Dieses Kapitel wiederum eignete sich als besonders guten Einstieg in die Welten der Quantenphysik, deren große Vielzahl elementarer Teilchen in Z. heißeste Erinnerungen an den Tasten- und Klaviaturreichtum von Frau Prof. Soundso weckte; eine Welt des immerwährenden Pizza backens ohne jemals all’arabbiata in der ständig gleichen Manier auf den Tisch bringen zu müssen ... eine Wahnvorstellung für jeden italienischen Koch!

Daß Z. jedoch trotz besessenster Vorgehensweise noch weit vom selbst gesteckten Ziel entfernt war, konnte man hygro- und thermometerartig an den zu niederen Schweißausschüttungen und der zu geringen Hitze des Auditoriums ablesen. Wobei – erinnern wir uns nur kurz – bei Marthas Stimmchen noch das Hygrometer in der Hose ersoff, wollte Z. nicht glauben, daß bei den derzeitigen Werken der Definitionsbereich handelsüblicher Meßinstrumente noch ausreichte.

Und als dann keinerlei Aussicht auf noch nicht erforschte mathematische Bereiche mehr bestand, da weder die Universitätsbibliotheken noch das Internet ihm Neues bieten konnten und als selbst der Versuch, sich mehr digital als analog zu äußern, keine weiterreichenden Neuerungen mehr brachten, dachte Z. schon der Teufel möchte ihm das Erdenleben versauen wollen! Und da er den Teufel noch nie besonders leiden mochte und vielmehr danach trachtete ihm den pelzigen Hals umzudrehen, dachte er nicht im Traume, nicht im Wachsein daran, resignierend den Griffel beiseite zu legen, um als Tellerwäscher in den Staaten eine Millionärslaufbahn zu beginnen.

Wäre Z. ein völlig normaler Mensch gewesen, so hätte man an dieser Stelle darauf hinweisen müssen, daß er in einer sehr schweren und bedrückenden Lebensphase steckte, da die Stipendien für ein menschenähnliches Wesen in seinem Alter nun endgültig ausblieben und das Uraufführen von Kompositionen kein all’ zu gut bezahlter Job war. Gewiß, das gerade eben geschilderte beschreibt seine Situation recht treffend, doch registrieren besessene Wesen dies überhaupt nicht in der uns normalsterblichen gewohnten Form, sondern leben – oft ohne zu essen und zu trinken – darüber hinweg, also weiter und weiter und weiter und genau dies ärgerte den Teufel recht teuflisch, denn exakt hierdurch reifte Z. nun endgültig zum „Maestro musicale universale infernale“ heran, der, wie nachfolgend aufgezeigt, die kindischen Werke aller Teufel zusammen schlicht ins Lächerliche rückte, ach, was schreibe ich ... ins Ungeschehene komprimierte!

Was war geschehen? Erinnern sie sich noch daran, daß wir eigentlich – also wir Menschen – auf der Suche nach der sogenannten Weltformel sind? Sie haben das sicherlich im Radio oder im Fernseher gehört oder gesehen und gehört oder in der Zeitung gelesen oder sonst wo am Stammtisch für zuhause gebliebene mitbekommen. Traum aller Träume, ob Physiker, Mathematiker oder Schweinehirt; die Einen bedienen sich der Strukturen der Mathematik, die anderen sich derer der schlichten Sehnsucht nach dem Wissen um das Woher und Wohin. Eine Suche, die schon Jahrtausende auf dem Buckel hat und deren Ende nicht absehbar, sondern – welch Grauen an Vorstellung – wahrscheinlich nur asymptotenhaft annäherbar sein könnte. Eine grauenhafte Vorstellung eben deshalb, da eine Asymptote zwar das scheinbar zu erreichende Ziel ist, aber dennoch niemals – auch nicht einmal für einen Augenblick – erreicht werden wird.

Für jene, die zu viel Zeit und Geduld haben, mag wohl die Hoffnung bestehen, daß irgendwo in ferner Unendlichkeit quantensprungartig die ewige Suche die Schnauze voll hat und der greifbar nahen Asymptote auf den Buckel springt und sagt: „Jetzt reicht’s!“

Aber hierauf dĂĽrfen wir zum Einen nicht hoffen und zum Andern war Z. nicht der Typ, der Zeit und Geduld hatte. Entweder, so hoffte er, war das mit der Asymptote nur leeres Gefasel oder er wĂĽrde schon Mittel und Wege finden, die sich an die Asymptote anschmiegende Kurve zu seinem Eigennutz zu verbiegen.

Ehrlich gesagt schreibe ich das jetzt so nieder, wie wohl ich mir vorstelle, daß Z. gefühlt haben könnte oder mußte, aber in Wahrheit ist mir nicht wirklich bekannt, ob diese vorangegangene Beschreibung zutreffen könnte. Vielmehr jedoch trifft es das Reale, wenn ich mitteile, daß all jenes, was Z. bisher durchlebt und gelernt hatte, tatsächlich alles und dennoch nicht ein Krümelchen zuviel enthielt, was nötig war, um dorthin zu gelangen, wohin Z., bevor er sich entschied als Menschenwesen geboren zu werden, hin wollte.

Während die Welt der Naturwissenschaftler und dort allen voran die Damen und Herren der Physik seit Jahrzehnten, vielleicht Jahrhunderten oder Jahrtausenden oder seit Menschengedenken versuchten, zwischen Quantenphysik und Relativitätstheorie, jene Brücke zu finden, die endlich, endlich die Kluft zwischen Minimalstem und Maximalstem zu schließen hätte, war es Z., der ohne sich seines erreichten Zieles bewußt zu sein jene Weltformel tatsächlich in Händen hielt, jene Formel, die all das Vergangene, Gegenwärtige und Zukünftige beschrieb, jene Formel, die keine Fragen mehr offen ließ, ob nun schwarze Löcher existent oder nur Hirngespinst waren, ob Galaxien rotierten oder tanzten, ob Planeten lachten oder weinten, ob deren Monde in Wahrheit ihre Kinder oder nur sandige Materie, tot und leblos und endlos unendlich waren. Ganz ohne Zweifel wollte Z. genau hier hin. Schon immer! Nun dürfen sie sich – und das machte auch Z. es so schwer, sich anfänglich selbst zu erkennen – nun dürfen sie sich also die besagte Weltformel – auch wenn Z. viel von der Mathematik gelernt und entlehnt hatte – nun dürfen sie sich also diese Weltformel nicht als kilometerlange Reihung von Text und Zahlen und Zeichen vorstellen, eine Formel, die nach nervtötendem Einsetzen duzender Werte für allgemeinstehende Variabeln, endlich – wenn denn nur richtig gerechnet wurde – jenes 42 oder 3,8 oder Minus Tausend-und-Neunzehn ergab, das man so sehnsüchtig erwartete.

Nein, auch wenn Z. jahrelang klassische mathematische Formeln und Ideen genutzt hatte, um daraus Töne, Klänge und Rhythmen zu errechnen, so war irgendwann der Punkt gekommen, da sein Schaffen sich verselbständigte und die Strukturen seiner Kompositionen an sich die eigentliche Formel bildeten, sich nicht mehr den Definitionsbereichen und Unzulänglichkeiten von Wurzel und Integral unterwarfen und den Spieß zu Gunsten künstlerischen Schaffens herumdrehten, um freier und direkter das zu erreichen, was Asymptote genannt und der sich ihr nähernden Kurve nie erlaubt war zu berühren.

Doch, fragen sie jetzt – und dies mit Fug und Recht – wie denn letztendlich Z. selbst und wohl auch seine Umwelt vom fantastischen Nutzen der Weltformel und überhaupt prinzipiell von ihrem Vorhandensein erfuhren? Nun, haben sie noch etwas Geduld! Genauso, wie Z. sich von Konventionellem lösen mußte, um erst hierdurch das zu erreichen, was andere vergeblich zu erreichen suchten, genauso unkonventionell, neu und überraschend war auch die Art und Weise, wie ohne das Einsetzen von Zahlen für platzhaltende Variabeln die Komposition an sich über den Weg der konzertanten Aufführung ihre Werte für imaginär vorhandene Variabeln aus all dem sie umgebenden Raum entzog und dort im Klangapparat beimischte, wo es von Nutzen war: Z.’s Komposition griff nach Opernhausluft, nach Holzmolekülen von schlecht gepolsterten Stühlen, nach Photonen der überall installierten Scheinwerfer und den Menschen zwischen die Beine.

Nach den schweren Zeiten als Stipendiat, die wenig Geld, doch große Mengen an Wissenszuwachs boten, staunte Z. nicht schlecht, wie seine Zuhörerschaft – die seit Marthas Wohlgesang eigentlich stets bröckelte – mehr und mehr zunahm. Gut, anfänglich blieb es bei dieser Zunahme des Auditoriums, die Z. zwar sehr erfreute, jedoch noch keine Rückschlüsse auf das Erreichen seines so unendlich gewünschten Zieles erlaubte. Auch ahnte er nichts – rein gar nichts – als die Zahl der ihm angebotenen Aufträge sich sprunghaft erhöhte, erst, als Konzertagenten in Null-null-sieben-artiger Manier an die Skripte und Reinschriften seiner Werke heranrobbten ging Z. ein Lichtlein auf und er bunkerte zum Einen seine Werke ab jetzt in atombombensicheren Tresoren und begann zum anderen rückblickend seine eigenen bis dato erstellten Werke genauer unter die Lupe zu nehmen, um eigentlich nichts besonderes daran festzustellen! Nein, er litt nicht an Verfolgungswahn, denn, bei aller Unordnung in der er lebte war es unübersehbar, daß Brecheisen seine Wohnungstüre zerschrabbten und schlecht erzogene Bond-Imitate nicht nur an Schubladen, sondern selbst die Furniere vom Preßspan der Billigregale rissen, um festzustellen, daß auch dort keine Z.’schen Kompositionen verborgen waren, die sie mitzunehmen trachteten. „Was bitte“, dachte Z., „hat dies zu bedeuten?“ Weiterkomponierend und durchaus seine wachsende Beliebtheit genießend, zog er es dennoch vor ein klein Pistölchen zu erwerben, welches er immer bei sich trug und des Nachts unter sein Kopfkissen legte. Bodyguards, die er sich jetzt durchaus leisten konnte, schmückten die Ein- und Ausgänge von ‚La Scala’ über ‚Metropolitain Opera’ bis ‚Carnegie Hall’! Und immer noch ward es ihm schleierhaft weshalb der Aufwand, den man betrieb, um seine Unterkünfte in Müllhalden zu verwandeln, von Monat zu Monat enormer wurde. Gewiß ergötzte er sich daran, daß nicht nur sein äußerer Ruhm stieg, sondern das Publikum in fast orgiastischer Manier außer Rand und Band geriet und in wahrer Beatles-Mania Frauen wie Männer hysterisch schreiend, beim Versuch den Bühnenrand zu besteigen, zusammenbrachen und von Sanitätern in Notunterkünfte getragen wurden; aber weshalb hierfür CIA und Scottland Yard auf ihn hetzen und den schon längst für Tod erklärten KGB zu remobilisieren?

Z. selbst hätte noch sehr lange gegrübelt, bis er eine passable Antwort auf die ihn sehr drängenden Fragen bekommen hätte, wenn nicht die schöne Ekaterina beim Versuch Z.’s Hausbar aufzubrechen und dort vermutetes Notenmaterial zu entwenden, an einer der ordentlich gelagerten Wodkaflaschen hängen geblieben wäre.

Nein, Z. zückte nicht seine Waffe, als er beim nach hause Kommen Ekaterinchen erblickte oder zumindest hatte er nicht vor, jene Waffe zu zücken, die er des Nachts unter dem Kopfkissen lagerte und tagsüber meist bei sich trug. Ekaterina ihrerseits zog es, um nicht enttarnt zu werden, vor, das sexhungrige Groupie zu spielen und sah erst dort eine Chance ihrer mißlichen Lage zu entkommen, als sie beim Abtasten von Z.’s noch teils bekleidetem Körper blitzschnell begriff, daß diese Waffe, die sie nun befühlte nicht jene – und auch nicht an jener Stelle – war, die sie erwartete. Schneller als der Kommunismus zusammenbrach griff sie zu ... und, um Z.’s Körper und Geiste nicht all zu sehr zu schaden – so lauteten die ihr erteilten Befehle – schoß sie ihm nicht in die Beine oder gar in den Schädel, sondern nahm ihm die Waffe nur ab, um ihm damit zu drohen, rammte ihm ihr Knie zwischen seine Beine und zog von dannen.

Da ihn der Schmerz zu Boden zog, wurde aus dem scheinbaren Nachteil eines vermasselten Abends dennoch der unerwartete Vorteil mit der am Boden liegenden Nase auf Ekaterinchens Notizblock zu stoßen, den sie verloren hatte. Das Blöckchen war klein und zerfleddert und bestand fast ausschließlich aus Zeichen russischer Sprache, die Z. nicht verstand. Lediglich ein kleines Textfragment war mit ihm verständlichen Zeichen dargestellt und er erkannte darin sofort das Format einer Internetadresse, die er umgehend seinem eigenen Computer zufütterte, um – was leicht zu erraten war, auch ohne Russisch zu beherrschen – vor den schier unüberwindbaren Toren einer Kennwort- und Benutzernameneingabe zu landen.

Hier war guter Rat teuer. Was nun tun? Gut, es könnte sein, daß Ekaterinchen ihre Zugangscodes stets auswendig behielt oder sie in ein Titanplättchen geprägt unter die Haut implantiert trug oder ... ja, vielleicht aber auch simpel dort aufnotierte, wo auch die Internetadresse vorgefunden wurde; ganz abwegig war diese Möglichkeit nicht. Und tatsächlich, obgleich er die russischen Schriftzeichen nicht lesen konnte, war wohl die Folgerung, daß die direkt unterhalb der Internetadresse notierten zwei kurzen Zeichenkolonnen die benötigte Information sein könnte, die Richtige. Ein klein wenig Geduld forderte ihm jetzt nur noch das Ausprobieren ab, wo auf seiner lateinbuchstabigen Tastatur die Äquivalente der russischen Kultur vorzufinden waren, um freudig festzustellen, daß auch vergrabene Titanplättchen nur Klischee oder ‚Beautiful Mind’ waren. Das Eingabefenster verschwand in der Windows-üblichen animierten Form, um den megainformativen Seiten des KGB den Auftritt zu ermöglichen. Und daß der ‚Kalte Krieg’ vorbei und die international globalisierte Multispionage keinen Nationalismus mehr ertrug, erkannte man zu Z.’s großer Überraschung daran, daß jegliche Information zweisprachig, sprich, russisch-englisch gehalten war, um den amerikanischen Doppelagenten beim KGB das Leben angenehmer zu gestalten. Sie gestatten jedoch, daß ich des weiteren die Inhalte frei in die deutsche Sprache übersetze!

Wie ein buisiness-man-like ordentlich gehaltener Lebenslauf strahlte Z.’s Konterfei rechts oben aus der Bildröhre, unterlegt mit den Worten: „This is the composer Z. in December 1997, listening to his work <<The birth of a double-black-hole with red stripes and yellow dots>>“. Ich übersetze frei: „Hier sehen sie eine Aufnahme vom Dezember 1997, die den Komponisten Z. zeigt, wie er seiner eigenen Komposition <<Die Geburt eines doppelt in Erscheinung tretenden ‚Schwarzen Loches’ mit roten Streifen und gelben Punkten>> zuhört“.

Um ihnen das Verstehen etwas leichter zu gestalten, möchte ich darauf hinweisen, daß ‚Schwarze Löcher’ schwarz und keinesfalls rot gestreift mit gelben Punkten sind. Z.’s Portrait schloß sich eine für überarbeitete Agenten kurz gehaltene Zusammenfassung einer Gegebenheit an, die sich während der Uraufführung zu << The birth of a double-black-hole with red stripes and yellow dots>> in Richtung des Orions blickend ereignete. Sie ahnen es schon? Nun? Nun denn, man schreibt, daß etwa anderthalb Stunden nach Aufführungsbeginn sämtliche Schwarzloch-Detektoren der Welt die Geburt eines süßen kleinen Schwarzlochkindes in doppelter Ausführung mit roten Streifen und gelben Punkten ausriefen! Und das, meine sehr verehrten Leserinnen und Leser, paßte genausowenig in die wissenschaftliche Lehrmeinung, wie Anno-dazumal Gallilei’s Behauptung, die Erde sei rund, in das Weltbild der historischen Gotteshüter paßte!

Als im Februar 1998 die Uraufführung von <<Alians eating lions>> anstand, übersetzt etwa: <<Außerirdische, Löwen verspeisend>>, wurde auf höchster Ebene der internationale Notstand ausgerufen und sämtliche Agenten gezwungen für 30 Tage alkoholfrei zu bleiben und dem Sex zu entsagen. Und als hätte man nicht schon genug der Mühen, dem normalen Volke den Sinn von Sein und nicht Sein im Universum zu erklären, war man nun – exakt 42 Minuten nach Aufführungsbeginn – in der peinlichen Lage erklären zu müssen, weshalb ein Sternlein aus dem Sternbild des Löwen für immer verschwand!

Im April 1998 wurde die AuffĂĽhrung von <<The atomic bomb>> (Die Atombombe) abgesagt, mit der BegrĂĽndung eines angekĂĽndigten Terroraktes auf den AuffĂĽhrungsort. Ja, daran konnte Z. sich noch sehr genau erinnern; es kam bis heute zu keiner Umsetzung dieses Werkes auf irgendeinem Konzertpodium dieser Welt.

So also war der Stand! Er war tatsächlich am Ziel seines Schaffens angelangt und hatte es selbst über Monate hinweg nicht bemerkt, da die Auswirkungen seiner Kompositionstechniken gigantischer waren, als er je selbst ahnte. Eigentlich war sein sich selbst gestecktes Ziel viel simpler, viel bescheidener: Berühren und schütteln wollte er die Umwelt, um zu verhindern, daß all zu viel Statik das Universum versaute!

Doch aus welchem Grunde ließ man ihn eigentlich noch frei umherlaufen? War er nicht eine solch große Gefahr, daß er um sein Leben fürchten mußte? Ja, und gedacht, getan: Just in der Sekunde, in der ihm der zuvor erwähnte Gedanke kam, stürzten CIA, Scottland Yard und KGB gleichzeitig auf ihn ein, knebelten und fesselten ihn und nahmen ihn mit, um geschäftliches zu besprechen.

Daß diese Wendung seines Begehrtseins nicht unbedingt seinen Wünschen entsprach, scheint auf der Hand zu liegen, daß die Fragerei der Agenten ihm auf die Nerven ging wohl auch. Was auch immer gefragt wurde, wie sollte er antworten, wenn selbst die zu Rate gezogenen Starwissenschaftler Z.’s Worten nicht mehr folgen konnten. Und überhaupt war die große Frage, ob er antworten wollte. Nein, dies wollte er nicht, er wollte arbeiten, um seine Talente so einzusetzen, wie sie ihm behagten. Letztendlich einigte man sich auf das einzig Vernünftige, das allen irgendwie von Nutzen war und niemandem wirklich ernsthaft schadete: Z. blieb in ‚Gefangenschaft’ und durfte – unter leichter Zensur – weiterarbeiten, wobei von Zeit zu Zeit der CIA, Scottland Yard oder KGB einen kleinen Kompositionsauftrag dazwischenschoben. Soweit, sogut, nur war Z. viel zu klug, um sich diesen menschlichen Mist auf Dauer gefallen zu lassen! Während die Bond-Fritzen fest glaubten, daß das Ausschlaggebende an der Wirkung Z.’s Werke deren Titel war, so lagen sie schlicht daneben. Z.’s grundlegendes Werkzeug waren die Anordnungen von Ton, Geräusch und Rhythmus; und der Titel lediglich das Sahnehäubchen. In Zeiten zuvor noch intuitiv so gewählt, daß die Kernwirkung seines jeweiligen Werkes beschrieben wurde, gedachte er nun selbstverständlich von dort abzulenken und wiederum anders als zuvor nicht unbedachte Wirkungen zu erzeugen, sondern gezielt sein Können zu nutzen, um den Fängen dieser Untergrundarbeiter zu entgehen. Bevor auch nur das erste Auftragswerk an eine der Geheimzellen vom Stapel lief, lud Z. zu einer gemütlichen internen kammermusikalischen Veranstaltung ein, für die auch keine Mühen und Gelder gescheut wurden, um Anne-Sophie Mutter persönlich, samt ihrer Stradivari in das unterseeisch liegende Sicherheitshauptquartier einzuschleusen.

Der Titel des Abends wurde geschickt auf <<Die schöne Enigma>> festgelegt, da hierbei niemand auf Böses rückzuschließen vermochte! Die tieferliegende Wahrheit jedoch war, daß Z. Teile aus <<Die Entführung aus dem Serail>> einarbeitete, so daß zum Einen nicht einmal Kenner der klassischen Bildung in der Lage gewesen wären dies herauszuhören, zum Andern nicht Konstanze und Blondchen entführt wurden, sondern Z. und diesmal auch die Entführung auf Anhieb gelang!

Denn nicht nur Deutschland ist das Gründen von Vereinen zu eigen, sondern vielmehr ist Vereinsmeierei ein urmenschliches Bedürfnis und so wurde Z. – während der laufenden Aufführung - rechtzeitig von der verdeckt und vor Allem global arbeitenden ‚Vereinigung zur Rettung in Not geratener Genies’ befreit, was ehrlich gesagt niemandem so schnell aufgefallen war, da der schlechten Bezahlung von Agenten wegen ein jeder Agent wohl auch zusätzlich bei diversesten Arbeitgebern zu Gange war und hierdurch im Eigentlichen nicht mehr nachvollziehbar sein konnte, wer nun entführte und wer bewachte.

Ab dieser Stelle ist es mir leider nicht mehr möglich gewesen das Schaffen von Z. weiter zu verfolgen, da ich selbst nicht Mitglied obiger Vereinigung bin und Z. seit jenem Tage verschwunden blieb. Nur des Nachts, wenn ich verträumt zum Himmel emporblicke ertappe ich mich immer öfter dabei, wie ich in mich hineinlächle und eine innere Leichtigkeit meine Gemütsschwere verdrängt, wohlwissend, daß dem Universum genauso wie mir oftmals recht langweilig ist und bei Zeiten ein Wesen wie Z. zu ersehnen gedenkt.

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Michael Schmidt
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Hallo Uwe,

uff! Harter Toubak. Meiner Meinung nach ein wenig zuviel des Guten, stellenweise hätte ich eine etwas einfachere Sprache gewählt, aber so wirkt es auch und vor allem durchgängig.

Habe deine Geschichte aber mit AmĂĽsement gelesen. Tja, welches das richtige Forum ist? Keine Ahnung, passt wahrscheinlich nirgendwo richtig hin. Deine Wahl ist nicht die Schlechteste.

Dein Erzählstil gefällt mir, hat so was locker frisches.

Bis bald,
Michael

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Marcus Richter
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Ja, Uwe,
schöne, verspielte Sprache, manchmal so verspielt, daß man wieder Lust bekommt in einem gutem Mathebuch herumzuschmökern, ohne zu wissen, was man darin eigentlich zu finden sucht.

Mittendrin fehlte mir oft ein wenig Handlung, aber ich weiß nicht ob das schlimm ist. Habe mir gut vorstellen können, wie der kleine Z. mit dem Fussball vor die Tür rennt, sich umdreht (Totale auf den Ball - Zoom auf das Fenster - Zoom auf die erschrocken aufgerissenen Augen der Mutter - dazu die passende Musik: Carmen, les toreadors)dann der Schuss auf das Fenster, Schnitt: Z. wird auf sein Zimmer geschickt, er habe Hausarrest und dürfe nicht mehr Fussball spielen. Du hast es zwar anders beschrieben, aber es war auf jeden Fall ein tolles Bild. Hätte mir dann solche Bilder öfter gewünscht, um nicht so an dem Schreibstil zu haften.

Die Idee, mit der Musik, nicht nur als Ausdruck der Natur, sondern auch als Teil und zwingendes Element der Natur ist gut. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Gut ist der mathemathische Gedanke.

Ach, schluss aus. Ist ne tolle Geschichte. Der Stil ist schwierig, aber immer interessant, wenn er so, wie von dir, schön grade durchgehalten wird. Da gibts dann halt immer ein paar "Klangspitzen", wenn er zwischendurch mal nur sich selbst dient.

Schönen Tag auch,
Gruss,Marcus

PS: Diese beiden Geschichten fallen meiner Meinung nach in keinster Wéise unter Fantasy und Märchen. Fantasy und Märchen sind stark abgegrenzt Genres, in denen surreale, literarische Texte nichts zu suchen haben. Über den ersten Teil zu Genie und Wahnsinn kann man sich da vielleicht noch streiten. Dieser Text fällt aber eindeutig unter Kúrzgeschichte, wenn nicht sogar unter Erzählungen. Also ich wär für Erzählungen.
__________________
"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs GrĂĽnbein

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uweboe
???
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Hallo Marcus,

Prolog: s'liegt wohl auch daran, daß ich in der LL ein Neuling bin, wenn die Rubriken nicht so recht stimmen. Ursprünglich hoffte ich auf "Surreales (o.ä.)", fand es aber nicht und so habe ich schlicht das Surreale in die Nähe des Märchens gerückt ... sorry!

Nicht-mehr-Prolog: Die Geschichten unter der Hauptüberschrift "Genie und Wahnsinn" sind eigentlich recht persönliche Dinge! Ich lese sie natürlich unter einem völlig anderen Aspekt, als "ihr", da ich weiß, wo sich das Geschriebene mit der "Realität" deckt.
Aber das ist auch gleichzeitig der Grund, weshalb sie einem "fremden" Publikum zugänglich gemacht werden sollen ... wie's auf Andere wirkt, ist ja interessant und aus diesem Grunde danke ich Dir für die "Resonanz"!

PS: Resonanz steht in Anführungszeichen, da der echte Z. ein solches Werk veröffentlicht hat ;-)

PS2: (zum Stil) ... "schluck", wenns hart kommt, red' ich sogar so ... zumindest, wenn ich mit Z. zusammensitze und diskutiere.

Herzliche GrĂĽĂźe, Uwe

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Marcus Richter
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Uwe,
es ist immer schön, jemanden zu lesen, der den "Tag" beschreibt, wenn du verstehst, was ich meine.

Ich hab mal an Jon eine Anfrage gestellt, weil ich nicht glaube, das Recht zu haben, deine Entscheidung für ein Forum, in Frage zu stellen. Dein Text war klasse. Habe das Gefühl, er "steht" schon länger. Weiß es aber nicht.

Was meine harte Meinung(im Bezug auf deinen Text) zum Fantasy-forum betrifft - ist eigentlich der Begriff Fantasy. Er ist wirklich stark strukturiert. Du erinnerst dich sicher an Lord of the Rings. Er ist der Hochgenuss des Fantasy und fĂĽr manche mehr als das.
Dein Text fällt in eine sehr andere Sparte. Du solltest dich deshalb auch nicht scheuen, sie in die "großen" Sparten einzuordnen.
Das hat jetzt nichts mit der Abwertung dieses Forums oder eines anderen zu tun - du hättest deine andere Geschichte auch im Horrorforum einstellen können (ich wäre ebenso verblüfft gewesen), aber sie hätte auch dort nicht wirklich hingehört.
[PS: diese Geschichte fand ich nicht so doll]

Lass dich also nicht von irgendwelchen Fachbegriffen irre machen. Du schreibst keine Fantasy oder sonst irgendwas(horror etc. oder bla.)
Du versuchst Literatur - ich wünschte, ich könnte jetzt ein gelesenes Beispiel bringen - zu erschreiben. Ich schätze auch mal, du hast auch nicht mal die Ahnung von gängiger Fantasyliteratur.
Natürlich kannst du es auch hier stehen lassen, wenn du nicht - weiß nicht - bereit bist, noch mehr von dir zu offenbahren, aber falls nicht - falls das nicht alles wahr, solltest du darüber nachdenken ob du - a) die Fantasyliteratur revolutionieren willst und dich auf die Situation einstellen willst, dass du nicht oder selten "gehört" wirst oder b)
ob du glaubst, daß dein Text in den großen Topf von Erzählungen und/oder Kurzgeschichten fällt -
da ist auch nicht immer viel zu holen.

Jedenfalls glaube ich, dass dein Text sehr schön surreal ist, aber eben nicht Fantasy.
Surreale Kurzgeschichten oder Erzählungen
sind doch eben nichts anderes als Kurzgeschichten oder Erzählungen, nicht wahr?
Oder wĂĽrdest du (mist, wie hieĂź er denn gleich - der Autor von "das Schloss" - jĂĽdisch - chezchisch, zwanziger Jahre) unter Horror fallen lassen? Ich geh mal davon aus, dass du weiĂźt, wen ich meine. Auch Grass war und ist surreal - aber er ist nicht Fantasy.

Also, Uwe, nach meinen etwas fragwürdigen Uneindeutigkeiten, bin ich gespannt, wo du deinen nächsten Text einordnest. Wie gesagt, scheu dich nicht vor den großen - manchmal zuuu großen Begriffen.

Mach!

Gruss, Marcus


__________________
"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs GrĂĽnbein

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uweboe
???
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Hallo Marcus,

nein, nein, es schwebt mir ganz und gar nicht vor, die Fantasyliteratur revolutionieren zu wollen!

Ich wollte tatsächlich "nur einmal schauen", wie "die Kritiker" mit Teil drei aus Genie und Wahnsinn und dem Arbeiterblues umgehen werden ...

Alles Weitere hat sich dann eben aus der Resonanz ergeben: Teil zwei aus G&W und ein weiteres Gedicht.

Angeregt durch Deine Kritiken (ehrlich, herzlichen Dank) möchte ich das "Experiment" wagen und unter der Rubrik "Erzählungen" den gesamten Dreiteiler G&W veröffentlichen.

GrĂĽĂźe, Uwe

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