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Leselupe.de > Kindergeschichten
Die Vogelschar und die Nachgtigall /Fabel
Eingestellt am 16. 04. 2012 14:21


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Lyrischa
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2004

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Die Vogelschar und die Nachtigall

Es ist Mai und die Vögel, die über den Winter ihre Quartiere in wärmere Länder verlegt hatten, kehren in ihre Sommerwohnungen zurück. Überall ist Bewegung und Leben, Flattern und Schwingen, Pfeifen und Zwitschern. Sie wollen sich am Frühling und an der Liebe erfreuen und das Familienleben neu organisieren.
Doch bevor sie darangehen, ihre Nester herzurichten, findet im Wald ein Treffen aller hier lebenden Vogelarten statt.
Der Specht gibt mit seinem morgendlichen Klopfen das Zeichen zum Sammeln und alle folgen zur großen Begrüßung.
Jeder tut mit ein paar Tönen seine Meinung kund. Manche stellen sich zur Schau, um sich bewundern zu lassen. Der Grün -und der Buntspecht wetteifern miteinander, wessen Kleid wohl in der Gunst der anderen Gäste den ersten Platz einnimmt. Der Eichelhäher breitet stolz seine Schwingen, um seine blaugebänderten Flügel zu zeigen. Die Rotschwänzchen wippen mit ihren Schwanzfedern auf und ab, der Pirol reckt seine Brust, damit auch jeder sein leuchtend goldgelbes Kleid wahrnimmt. Besonders stolz ist der Gimpel auf seine purpurrote Vorderseite.
Die Nachtigall in ihrem bescheidenen bräunlichen Kleid wird mit manch spöttischer Bemerkung bedacht.
Der Grünfink stichelt: “Grün trägst du wohl noch immer nicht?“
Die Gelegenheit nutzt der Wiedehopf und spottet: „ Ach, und eine Kopfbedeckung hast du auch nicht?“ Dabei dreht er stolz seinen Kopf mit der aufgerichteten Federhaube. Dem stimmt die Haubenlerche mitleidsvoll zu.
Die so Verspottete zieht sich still in ihr dorniges Gebüsch zurück.
„Ich brauche jetzt etwas Ruhe. Aber ich lade euch alle herzlich gern zu meinem Mitternachtskonzert ein.“

Zu nächtlicher Stunde, als alle anderen endlich verstummt waren, erscholl ihr Schlagen und Klagen. Sie schluchzte und schluchzte sich allen Kummer von der Seele. Mit ihrem Sound füllte sie die ganze Nacht. Alle lauschten ergriffen. Das klang so herzzerreißend schön...Und manche Vogelseele schmolz dahin.
Diejenigen aber, welche den Schnabel vorher besonders voll genommen hatten, verstummten als erste. Diesem wundervollen Gesang hatten sie, trotz ihrer tollen Kleidung, nichts entgegen zu setzen.

Marlies Kühr/ 28.03.2012
__________________
MaKüScha

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