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Hi read,
hat mich ein bisschen gewundert, dass sich niemand über diese recht kurze Geschichte auslassen wollte also geb ich mal meinen Senf dazu:
quote: Ein leises Summen. Das war alles was man hören konnte. Die Lüftung des Rechners. Das einzige Geräusch im Raum.
Wenn das Geräusch schon alles ist, was es zu hören gibt, musst du diese Tatsache nicht extra nochmal wiederholen.
quote: Er hatte seine Brille mit dem dicken schwarzen Rahmen schon vor Stunden auf den Tisch neben die Tastatur gelegt. Seine Augen sahen nur unscharf, was auf dem Bildschirm passierte. Er kannte alles auswendig. Jeden Buchstaben, der vor ihm flimmerte. Die verschwommene Sicht reichte ihm, um irgendwelche Veränderungen in der Anzeige zu erkennen. Sie reichte ihm, um zu prüfen, ob alle Text- und Zahlenblöcke an ihrem gewohnten Platz waren.
Fand ich ein wenig verwirrend. Entweder er kennt den (wohl statischen) Text auswendig und er geht vorsichtshalber ein weiteres mal drüber oder der (wohl nicht statische) Text ist die Ausgabe eines Messprogramms, welches er in regelmäßigen Abständen überprüfen muss.
quote: Der Schlaf hatte ihn fest im Griff.
Ich glaube du meinst hier Müdigkeit.
quote: Er hatte die Stunden nicht gezählt, die er vor diesem Bildschirm verbracht hatte. Er hatte gedacht, er könne immer weiter arbeiten, ohne Pause, ohne Schlaf. Die Bedeutung des Projektes, an dem er gerade arbeitete, würde jede Schwäche wegschwämmen und ihm die nötige Kraft verleihen. Jetzt wusste er, dass er sich geirrt hatte.
Der Mann denkt wirklich motivierte Arbeit hält wach? Seltsamer Querkopf.
quote: Mit eisernen Händen schob ihn die Müdigkeit langsam an die Schwelle des Abgrundes. Die dunkle Schlucht der Träume war nicht mehr weit. Bald würde er seinen Halt verlieren und hinab-schweben in die Dunkelheit des Schlafes.
Seine Augenlieder (Augenlider)schlossen sich langsam.
Soll wohl träumerisch klingen wirkt auf mich allerdings einen Tick zu poetisch. Ist aber Geschmackssache.
quote: Sein Bewusstsein täuschte die Bildschirmanzeige in seinen Träumen vor.
Das wäre nur möglich, wenn er tatsächlich schlafen würde. Tut er aber nicht.
quote: Bis ihn irgendetwas zurückholte. Sein Unterbewusstsein hatte eine Veränderung bemerkt. Oder hatte er es geträumt?
Wie ist das möglich mit geschlossenen Augen und im Halbschlaf? Es wäre wohl realistischer, wenn es so etwas gibt wie einen Warnton oder Ähnliches.
quote: Er schlug die Augen auf. Das Licht des Bildschirmes blendete ihn. Im ersten Moment konnte er nichts erkennen. Seine rechte Hand tastete nach der Brille. Er setzte sie auf.
Die kurzen, abgehackten Sätze, die öfters die Überhand gewinnen, gefallen mir nicht so wirklich. Außerdem fangen viele deiner Sätze mit 'Er/Es' an, wodurch sich der Text bald sehr einsilbig anhört aber das ist vielleicht Absicht.
quote: Das musste ein Traum sein. Er war eingeschlafen und hatte die Kontrolle verloren. Nur so konnte sein Verstand das erklären, was er gerade gelesen hatte.
Ehrlich gesagt habe ich selbst darüber den Faden verloren.
quote: Er stand auf und lief zum Fenster, versuchte zu sich zu kommen. Es gelang ihm nur langsam, dem Nebel der Müdigkeit zu entkommen. Das konnte nur ein Traum sein. Das war nicht die Wirklichkeit.
Wenn überhaupt Einbildung, kein Traum.
quote: Er ging ins Bad und wusch sich das Gesicht. Das kalte Wasser ließ ihn am ganzen Leib zittern. Jetzt würde er wieder zurückgehen und alles wäre beim Alten. Er würde dann die richtige Bildschirmanzeige sehen, und nicht die, die er geträumt hatte.
Entweder 'von der er geträumt hatte' oder 'die er erträumt hatte' aber so oder so macht das keinen Sinn. Wenn er sich zwischenzeitlich gewaschen hat, ist es ziemlich klar, dass er nicht träumt und wenn er es sich doch zusammen geträumt hat, dann auch seinen Spaziergang zum Fenster und wie er ins Badezimmer gegangen ist, um sich in Schuss zu bringen, um dann, endlich wieder wach, zum Computer zurückzugehen und... Gah!
quote: Es vergingen weitere Stunden. Alles was er las erzählte ihm dieselbe Geschichte. Die Geschichte, die das Denken der gesamten Menschheit grundlegend verändern sollte.
Davon abgesehen, dass die Menschheit (bzw. der Großteil davon) so oder so dem Untergang geweiht ist, ist das nicht unbedingt eine sonderlich nützliche Veränderung. Es sei den, es geht hier um die Vorgeschichte (also die des jüngsten Gerichts, die uns bekannt ist), dessen Einfluss auf 'das Denken der gesamten Menschheit' ich für eher fragwürdig halte.
quote: Er musste aber sicher sein, dass alles richtig war, was er gemacht hatte.
Eigentlich eine interessante Frage: warum arbeitet der Mann eigentlich alleine? Bei einem Projekt von solchem Ausmaß, würde man mehr Teilnehmer erwarten.
quote: Er gab die neuen Koordinaten ein und leitete sie weiter. Hunderte von Kilometern entfernt wurden riesige Antennen in Bewegung gesetzt. Wie von Geisterhand steuerten sie einen unsichtbaren Punkt am Nachthimmel an. Als die neue Position fast erreicht war, wurden die Bewegungen langsamer. Schließlich erstarben die Geräusche der Elektromotoren und die Antennen standen wie versteinert da, als ob sie sich nie bewegt hätten.
Eher ausrichten als zusteuern? Umschreibungen wie etwa 'von Geisterhand' etc. kommen mir bei Maschinen unpassend 'mystifizierend' vor. Was sind das eigentlich für neue Koordinaten? Wo nimmt er die her? Klingt eher so, als müsste er lediglich sein Experiment wiederholen.
quote: Er starrte auf den Boden. Irgendwie fühlte er sich wie ein kleines Kind, das etwas angestellt hatte. Nun hatte es Angst die Eltern über die schlimme Sache zu unterrichten.
Es übertraf alles, was er erlebt hatte.
Na ja, bei seiner langweiligen Existenz wohl keine große Überraschung.
quote: Es war unglaublich, kaum zu begreifen, nicht zu fassen, wie ein Traum. Lieber hätte er außerirdische Männchen auf einem anderen Planeten entdeckt. Grüne Gestalten mit einem riesigen Kopf und großen schwarzen Augen. Diese Entdeckung wäre einfacher zu begreifen gewesen. Aber das, was vor ihm abgelaufen war, konnte niemand realisieren.
Für mich nervende Ausschweifung. 'Realisieren' wird normalerweise verstanden als verwirklichen/erzeugen. Hier ist wohl eher vorstellen gemeint.
quote: Er griff nach dem Hörer und wählte eine Nummer. Er musste mit John sprechen. Er musste ihm mitteilen was passiert war.
Ok, wer ist John? Warum ist er so wichtig? Warum eigentlich >>...<< für wörtliche Rede?
quote: Eine raue Stimme meldete sich am anderen Ende: >>Ja? <<.(kein Punkt)
>>Hallo John, bist du es? <<
>>Hallo Frank, was ist los? <<.(kein Punkt)
Eher 'Hallo John?', wenn er nicht genau weiß, mit wem er da spricht.
quote: Frank sprach sehr langsam: >>Es begann mit deiner Theorie. Sie besagt, dass jedes kleinste Teilchen, jedes Atom, jedes Molekül Informationen über die Vergangenheit enthält. Die Vergangenheit des Universums, der Sterne, der Planeten und der Geschehnisse.<<
Offensichtlicher Moment für Exposition. Wirkt nicht sonderlich natürlich.
quote: Frank versuchte sich zu konzentrieren: >>Wir haben eine Methode gefunden, um die Informationen der Vergangenheit zu messen. Der Scanner erstellt gerade ein dreidimensionales Modell vom Gebiet, aus dem wir die Informationen erhalten haben<<, sagte er.
>>Bist du mit deinen Messungen weitergekommen? <<, fragte John weiter.
John klingt hier plötzlich so, als wüsste er über das Projekt Bescheid. Jedenfalls stellt er keine Fragen darüber, wie Frank seine Theorie bestätigen konnte, was mich, als Urheber, eigentlich als erstes interessieren würde.
quote: Frank ordnete seine Gedanken. Er wusste nicht mit was er anfangen sollte.
quote: >>Meine Eltern waren nicht religiös. Sie sind aus der Kirche ausgetreten. Meine Güte, ich bin Wissenschaftler, wie du doch auch Frank.<<
Wissenschaft hat noch nie jemanden davon abgehalten, in eine höhere Macht zu glauben. Auch nicht die Wissenschaftler, die ich kenne (es ist allerdings eine Hemmschwelle).
quote: Luftmoleküle verdichteten sich und formten einzelne Kristalle. Diese reihten sich aneinander und bildeten lange Ketten. Durch diese Prozesse entstand zunächst eine kleine schwarze Kugel, die mehrere Meter über dem Boden schwebte. Frank wusste nicht, was sich hinter ihm abgespielt hatte.
Abspielte. Da passiert noch mehr und ehrlich gesagt fällt es mir schwer die Szene zu visualisieren, im Sinne wo sich die einzelnen Aktoren befinden, bzw. sich hinbewegen.
quote: Dieser Gestank war anders. Er schien irgendwie organisch zu sein.
Ein Gestank selbst ist, glaube ich, nicht organisch. Höchstens organischen Ursprungs. Außerdem ist Franks Reaktionszeit verdächtig langsam, alten Horrorklischees entsprechend.
quote: >>Frank, bist du noch dran? <<. (kein Punkt)Aber John wusste nicht, dass ihm sein langjähriger Freund und Kollege nicht mehr antworten konnte.
Er hörte ein beunruhigendes Geräusch. Es war als würde jemand einen dicken Ast zerbrechen.
Dann wurde es still.
Ich hätte hier mehr Reaktion von John erwartet.
quote: Sein Gehirn war nicht mehr in der Lage, jene Befehle auszusenden, die die Muskeln seiner Beine zur Kontraktion zwangen, um ihn aufrecht zu halten.
Nicht wirklich überraschend, wenn man bedenkt, dass ein Imp/Dämon ihm gerade besagtes Hirn größtenteils herausgequetscht hat.
quote: Mit erschreckender Leichtigkeit trug das Wesen den leblosen Körper über den Monitor und die Tastatur, während dicke Bluttropfen aus dem toten Leib eine breite Bahn zeichneten.
Bluttropfen bilden meines Wissens keine Bahn, vielleicht eine Spur? Wie groß ist diese Kreatur eigentlich? Von der Beschreibung her muss es recht klein sein, sonst wäre das mit dem über den Tisch schweben und Schädel einschlagen etwas umständlich. Was soll der Dämon mit der Leiche anfangen? Warum ist die Wicht eigentlich nicht schon bei der ersten Auswertung erschienen?
quote: Eine tiefe Stimme ließ den Boden des Zimmers vibrieren:
>>Ihr habt IHN gesucht und mich gefunden. <<
Rote Augen blickten in die Morgendämmerung. Die Stadt versteckte sich hinter einem weißen Schleier.
>> Diejenigen, die IHN verleugnet haben, kann er nicht beschützen. Millionen schutzloser Seelen, wie reife Früchte an einem Baum. Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen. Wahrlich , ich sage euch: Die Zeit der Ernte ist gekommen.<<
Mit wem redet der Kerl? Mit John? Der ist schon längst unwichtig geworden bzw. hat nichts zur Situation zu sagen. Der Leser? Ich glaube die meisten Leute stellen sich unter dem jüngsten Gericht etwas Schlimmeres vor, als von einem Dämon (auf ziemlich graphische Art und Weise) gemeuchelt zu werden. Es geht eher um die langfristige Konsequenzen. Du weißt schon, ewige Höllenqualen, unerbittliche Folter von Körper und Seele, das ganze Programm.
Finde den Horror nicht. Ein Wissenschaftler öffnet auf der Suche nach der Vergangenheit versehentlich das Tor zur Hölle und verdammt sich und einen Gutteil der Menschheit damit zu einem grausamen Ende. Das Thema wurde schon öfters ausgelutscht, die Charaktere sind blass und das einzige andere Horrorelement, Franks gewaltsamer Tod, ist im Vergleich noch recht zahm.
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Man muss kein Held sein um eine gute Tat zu vollbringen
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