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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Die Wirklichkeit
Eingestellt am 04. 11. 2006 09:51


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Kilzer
Hobbydichter
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Die falsche Wirklichkeit

Als ich die Tasse meines Tees an die Lippen setzte, fing es an zu regnen.
Wir m├╝ssen uns fragen, warum wir immer schlechteren Zeiten ins Auge sehen m├╝ssen. Sollten wir uns das fragen, oder sollten wir es lassen, es ist eine Frage der Notwenidgkeit. Was n├╝tzt die Frage, wenn die Antwort nur also unergr├╝ndlich scheint? M├╝ssen oder Wollen. Ich muss, du musst, wir m├╝ssen, aber sie wollen nicht. Sie sollen nicht.
Fiat lux et facta est lux. Was wir sehen ist das Leben, doch das Leben ist nicht was wir sehen; es ist wahr, dass wir Menschen einen seelischen Drang zur Erkenntnis versp├╝ren, ohne doch das Ziel zu kennen. Der Weg ist das Ziel. Der Weg ist das Ende. Seitjeher sind sie davon ├╝berzeugt, neue Wege beschreiten zu m├╝ssen, sollen, wollen. Ich darf nicht und muss es doch betrachten. Man sagt uns, wir w├Ąren die Zukunft, wir w├Ąren die Entwicklung - das Leben. Aber das sagen sie, die nur wollen, m├╝ssen. Der Zwang ist ein Teil des Ganzen; ohne Zwang kein Wollen? Geh deinen Weg!
Ich gehe ihn und falle in ein tiefes Loch ohne Boden. Ich falle und falle, die Welt wird rot, gr├╝n, schwarz, braun, Millionen von Emblemen fliegen vorbei; ich verstehe ihre Symbolik nicht. Die Luft wird d├╝nner, ich kann nicht mehr atmen, aber ich sterbe dennoch nicht, ich falle und falle, es ist kalt geworden, meine H├Ąnde sind verbunden und mein Kopf dr├╝ckt gegen die Wand. Es ist wie im Traum, nur es ist die Wirklichkeit. Pl├Âtzlich fange ich an, mich zu drehen, immer schneller und schneller bis ich auf einer leeren Stra├če liege. Da ist mein Weg. Ich bin gefallen und habe ihn dennoch gefunden.
Weshalb fragt sich der Mann, der in der Stra├čenbahn nach einem Platz sucht, ist alles besetzt. Er ist gebrechlich und fordert ein junges M├Ądchen mit Kopfh├Ârer im Ohr auf den Platz zu r├Ąumen. Sie tut dies. Verwundert blickt der Mann auf und lobt das M├Ądchen aufgrund ihrer guten Manieren. Das w├Ąre ja heute alles nicht selbstverst├Ąndlich. Das M├Ądchen nickt und verl├Ąsst die Bahn. Heute dauert seine Fahrt zum w├Âchentlichen Treff der Vertriebenen besonders lang, da sein Zug umgeleitet werden muss. Am Hauptbahnhof ist ein Polizeieinsatz.
Eine schm├Ąchtige Frau neben ihm guckt zufrieden und blinzelt aus dem Fenster die sch├Âne vorbeischleichende Welt an.
Nichts. Niemand. Ich sehe niemanden. Am Rande der Stra├če liegt ein ├╝berfahrender Igel. Er sieht ├╝berw├Ąltigend aus. So ausgeglichen. nichts belastet ihn mehr. Seine Mundwinkel sind leicht geneigt und seine Augen friedlich geschlossen. Das Blut aus seinem Mund, nehme ich nicht wahr und doch frage ich mich, wie so etwas biologisch m├Âglich ist. Ich f├╝hle mich rein. Wie der Igel. Weitergehen und weitergehn. Ich sehe noch mehr derer auf meinem Weg, bis die Stra├če endet. Sie endet. Hier ist mein Weg zuende. Ich falle zu Boden und brauche eine Weile bis ich den Fluss vor mir bemerke. Ich sehe ihn und sehe ihn nicht. In ihm werden viele Dinge rei├čend hinfort gesp├╝lt, B├╝cher, Symbole und nochmals Symbole.
Ich will es wissen. Ich will wissen, wo alles hinf├╝hrt. Ich springe in den Fluss und tauche ein in das Wasser der Erkenntnis. Aber ich darf nicht, man will nicht. Sie m├╝ssen mich aufhalten, haben eine Luftblase f├╝r mich, die mich wieder aufsteigen l├Ąsst.
Aber ich habe ihr Gesicht gesehen. Die Konturen. Dunkle Gestalten und zugleich hell, hektisch folgten sie der Str├Âmung und rissen mich hin und her.
Die Luftblase tr├Ągt mich hoch hinaus.
Ich sehe den Fluss, die Stra├če, das Loch, aber ich sehe nicht den Weg. Meine Augen sind blind und meine Ohren sind taub. Ich sehe mich nicht mehr. Verloren platzt die Luftblase, die mich getragen hat, ich glaube ich falle, doch ich merke es nicht.
Ich kann, darf, soll, muss es nicht merken.
Ich stellte die Tasse beiseite und schloss das Fenster.

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HFleiss
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Die Wirklichkeit

Wei├č nicht, verstehe den Text nicht. Was willst du denn deinen Lesern verklickern?

Gru├č
Hanna

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michy
Guest
Registriert: Not Yet

spannend w├Ąre:

Als ich die Tasse an die Lippen setzte, fing es an Tee zu regnen.

ich meine damit, es fehlt mir der zug zur erz├Ąhlung.
alles dreht sich, alles bewegt sich, aber wohin?
ach - ich komme nicht drauf

gr.
michy

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Kilzer
Hobbydichter
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Nabend alle zusammen!

Nach der etwas entstandenen Verwirrung versuche ich euch ein paar kleine Hinweise f├╝r das Textverst├Ąndnis zu geben.

Hier kommen sie - aufgepasst :

Ein paar Inhaltssachen zu Beginn.

Erster und letzter Satz bilden die Rahmenhandlung. Eine Situation des Alltags - ein kurzer Moment - ein Wimpernschlag - ein Zucken.




quote:
--------------------------------------------------------------------------------
"Wir m├╝ssen uns fragen, warum wir immer schlechteren Zeiten ins Auge sehen m├╝ssen. [...] Geh deinen Weg!"
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Erster Absatz behandelt Zukunfts├Ąngste und Schuldzuweisungen, wie sie jeder im Leben einmal versp├╝ren wird oder bereits versp├╝rt hat.


quote:
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"Ich gehe ihn [...] und habe ihn dennoch gefunden"
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Hier wird die Vielseitigkeit des Lebens und der Weg des lebens angesprochen, welcher f├╝r jedes Individuum grunds├Ątzlich existiert. Wenn man es so reininterpretieren mag, neu-deutsch gesagt: die Ups and Downs im Leben.


quote:
--------------------------------------------------------------------------------
"Weshalb fragt sich der Mann [...] Welt an"
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Bruch der Handlung, Einflechtung eines neuen Handlungsstrangs - eines neuen Gedankengangs des Erz├Ąhlers.
Betrachtung der pluralistischen Struktur unserer Gesellschaft - der deutschen Geselschaft. Man beachte hierbei: Diese fiktiv Situation entsteht in der Person des Erz├Ąhlers der sein Leben teilweise reflektiert und bewertet.
Ich m├Âchte hier jetzt nicht auf jedes Detail eingehn. Der Leser soll sich auch noch selbst eine Impression verschaffen.

Der restliche Text vereint - zugegebenerma├čen - eine F├╝lle an Themen und Elementen.
Wiederaufnahme des einstigen Handlungsstrangs, Erleben des eigenen Todes im Traum, Hinterfragen von bestehenden Hirachien/Authorit├Ątssystemen, Kontrolle der Gesellschaft, Naturbetrachtung heute und Position des Individuums in der heutigen Gesellschaft.

All das wird ├╝berschattet durch einen parodistischen Einsatz von Hilfsverben, die zus├Ątzlich die Sprache sich so f├╝gen, dass der Mensch als Einzelner blo├čgestellt und entm├╝ndigt wird.


Wenn ich meine Antwort jetzt hier so lese, stimme ich der Kritik an ├ťberladung an Themen und somit dem erschwerten Verst├Ąndnis zu. Trotzdem fand ich meinen Text jetzt nicht allzu schlecht :P- Reaktionen werden gerne geh├Ârt!

Danke f├╝rs Lesen, sch├Ânen Abend noch

Daniel

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HFleiss
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Die Wirklichkeit

Hallo Daniel, naja, aber all deine Interpretation macht aus deinem etwas h├Âlzernen Text noch keine Erz├Ąhlung. Dein Herz ist voll, du hast etwas mitzuteilen, und du hast Reflexionen darin, die sich nicht in Handlung ausdr├╝cken, wie es einer Erz├Ąhlung angemessen ist. Nimm dir zum Beispiel doch mal eine dieser Reflexionen vor und versuche sie als Handlung zu gestalten (das nennt man beweisen, bis jetzt sind das n├Ąmlich alles nur unbewiesene Behauptungen). Ohne diese Handlung finde ich den Text nicht nur schwer lesbar, sondern ├╝ber weite Strecken auch schier unverst├Ąndlich. Es gibt eine Menge Literatur zum Schreiben, die eine gute Hilfestellung sein kann, wende dich doch mal an den Internet-Verlag Zweitausendeins und lass dir einen Katalog zuschicken.

Gru├č
Hanna

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petrasmiles
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Hallo Daniel,

dass hier zuviele Themen 'verarbeitet' wurden, hast Du selbst schon festgestellt.
Ich m├Âchte bei Deiner Sprache bleiben.
Der erste Satz ist 'erz├Ąhlt', dann wechselst Du die Sprache, Reflexionen werden aneinandergereiht, es passiert gleichzeitig nichts und zuviel. Das Problem bei der Aneinanderreihung von Reflexionen ist (und ich spreche da aus Erfahrung), dass man dem Leser keinen Spielraum l├Ąsst, zu empfinden, nachzuvollziehen. Die eine Kunst ist es, bei einem Leser (nicht unbedingt bei allen!) Empfindungen auszul├Âsen, wodurch er sich Dir als Autor und Deinem Text verbunden f├╝hlt; dieses Gef├╝hl kennst Du aus der Leserperspektive sicher auch.
Ich habe mich auf Deinen Text nicht eingelassen, weil Du mich dazu gebracht h├Ąttest, sondern aus Sturheit: Da will mich jemand nicht wissen lassen worum es geht, na dem zeig ichs! (ein bisschen ├╝berspitzt, ich geb's zu).
Die andere Kunst ist es, den Leser intellektuell anzusprechen, ihm etwas zu erz├Ąhlen, oder es auf eine Art und Weise zu erz├Ąhlen, das oder die er noch nicht kennt, indem man ihm Instantbr├Âckchen von Bedeutung hinlegt, auf die er sein geistiges Wasser gie├čen muss, damit sich der Inhalt entfaltet. Auch das hast Du nicht getan. Du hast in Deinen Refelexionen fix und fertige Meinungen vorgetragen.
Man merkt es an der Sprache, wenn alles schon so komplex ausformuliert ist.
Und dann geht es wieder mit der Erz├Ąhlung weiter. Beschreibungen. Es folgen surreale Einsprengsel. Erz├Ąhlung. Symbolik.

Sagen wir es mal so. Ich halte Deinen Text f├╝r Mousse au chocolat, in der noch Fettbr├Âckchen sind.
Ich finde, er hat das Zeug zu einer ganz k├Âstlichen Mousse, wenn Du:
1. Dir das mit der 'Tasse des Tees' noch einmal ├╝berlegst. Es stimmt, dass erster und letzter Satz Deinen Text 'umarmen', aber es sind (noch) rohe Pappdeckel
2. die Reflexionen weg l├Ąsst oder sprachlich anpasst
3. Dir ├╝berlegst, welche vielen Themen zueinander passen, glaubw├╝rdig einer am Fenster sinnierend auf den Regen blickenden Person durch den Kopf gehen k├Ânnen, ohne dass man die intellektuelle Brechstange sp├╝rt.

Diese gehetzten Gef├╝hle hast Du in der Fortsetzung des Erz├Ąhlteils gut r├╝bergebracht; diese Einst├╝rmungen von Themen, der Protagonist wei├č selbst nicht, was denn nun alles wichtig ist, was er da wahrnimmt (es ist nur nicht stimmig, dass es dem Menschen am Fenster so durch den Kopf gehen soll), ich habe auch nachempfinden k├Ânnen, dass man einer 'Nachrichten-Informationsflut' ausgesetzt sein kann, in der die Werte verborgen liegen, die Anhaltspunkte liefern k├Ânnten um dem Bewegungschaos von innen her Struktur zu geben. Und ich mag den 'Kunstgriff' mit den Hilfsverben; ich habe ihn allerdings nicht parodistisch empfunden, sondern als Unterst├╝tzung f├╝r das Thema der Flut an Informationen, in der Wegweiser fehlen: sollen? m├╝ssen? k├Ânnen?

Lieber Daniel, ich mag noch nicht genug, wie Du es schreibst, aber ich mag, was Du siehst.

Liebe Gr├╝├če
Petra
__________________
Nein, meine Punkte kriegt Ihr nicht ... ! Gegen Bevormundung durch Punktabzug f├╝r Gutwerter!

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