Sie sitzen traut in einer Fernsehrunde,
die Herren und die Dame mit dem Geld,
beschwatzen ernst und tragisch die Befunde,
was Reichtum so vom bösen Staate hält.
Herr R., Frau O. und auch der Schweizer K.
beklagen bitter sich aus vollster Kehle,
wofür denn zwischen Pest und Cholera,
wenn sie der Staat so hart mit Steuern quäle.
Herr R. wirft in die Runde sein Gewicht:
Die Reichen schuften stramm aus ganzer Seele,
der große Mammon kommt aus seiner Sicht
vom Faulsein nicht und auch nicht vom Genöle.
Für Luxus ist Frau O. schlicht Litfasssäule,
meint sie, greift sich ins Glitzerdekolleté,
und schluchzt wie eine jung verwaiste Eule.
Dem Zuschauer tut es von Herzen weh.
Die armen Reichen haben es so schwer,
meint auch Herr K., der Schweizer, angetan.
Genosse Schröder kommt nun nimmermehr,
der war ein guter Mensch, ein ganzer Mann,
der gab den Reichen, was die Reichen brauchen.
Man kann den ganzen Hype hier nicht verstehen.
Soll denn der Reiche ganz nun untertauchen?
Frau W. belächelt weise dies Geschehen.
So säßen sie wohl morgen noch im Studio,
doch ihre Sendezeit ist leider um.
Die armen Reichen, ach, sie leiden so.
Ergriffen stöhnt das Fernsehpublikum.
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Erst durch Lesen lernt man, wieviel man ungelesen lassen kann. (Wilhelm Raabe)
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