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Die erste Hürde ist genommen. Und zeigt die vielen Gesichter eines solchen Turniers. Die junge deutsche Mannschaft gilt als begabt, technisch versiert und hat damit all die Eigenschaften, die man ihren Vorgängern abgesprochen hat. Doch diese Vorgänger waren physisch stark, standen in der Defensive wie eine Mauer und hatten im entscheidenden Moment die besseren Nerven als ihr Gegner.
Deutschland 2010 muss das erst einmal beweisen. Und die Vorrunde zeigte ein gemischtes Bild.
Himmelhochjauchzend im ersten Spiel. Eine Offensive, die höchstens noch von den Argentiniern erreicht wurde. Gleiches sah man 2008 bei der EM von Holland und Russland, die aber beide recht früh scheiterten.
Der Sturm wurde schlecht geredet, selbst als Klose sein Tor erzielt, fand er keinen Rückhalt in der öffentlichen Meinung. Wahrscheinlich auch ein Grund, warum er unnötig Foul spielte und dadurch den überflüssigen Platzverweis im zweiten Spiel erhielt sowie seine Großchance vorher nicht nutzte.
Die Defensive, nur wenig gefordert gegen Australien, offenbarte schon da Schwächen, die aber kaum auffielen im allgemeinen Jubellied.
Im zweiten Spiel gegen Serbien startete die deutsche Mannschaft verhalten aber überlegen gegen einen strikt defensiven Gegner und hätte durchaus verdient in Führung gehen können. Dem Schock des Platzverweises folgte postwendend das Gegentor und 55 Minuten in Unterzahl. Das deutsche Team war trotzdem besser, hatte klare Torchancen, doch selbst ein Elfmeter verhalf nicht zum verdienten Unentschieden.
Die Defensive zeigte dieses Mal erhebliche Schwächen, allen voran der Bremer Innenverteidiger, der schon 2008 ein Unsicherheitsfaktor war.
Das dritte Spiel entschied über das Weiterkommen und entsprechend nervös das Spielgeschehen gegen defensive Ghanaer, deren Taktik von Serbien entliehen schien.
Im Sturm stand „Helmut“ Cacao auf verlorenen Posten und die Offensive zeigte generell kein gutes Spiel. Die Außen waren schwach und folgerichtig wurde Müller ausgewechselt, warum Podolski weiter spielen durfte, bleibt ein Rätsel.
Die Defensive zeigte wieder eklatante Schwächen, da muss gegen England eine Steigerung her, sonst muss die Heimreise angetreten werden. Friedrich war überraschend gut, aber Mertesacker bleibt ein Sicherheitsrisiko.
Das sind die negativen Erkenntnisse, doch es gab auch Positives zu berichten.
Özil kämpfte sich aus seinem Tal und erzielte den entscheidenden Siegtreffer. Gut für die Moral und ich denke, auf der Erfolgswelle wird der junge Mann noch einiges zeigen.
Enge Spiele, die das Überstehen der Vorrunde entscheiden, sind selten ein Augenschmaus. Das zu überstehen im Zusammenhang mit dem bisherigen Auf- und Ab stählt die Mannschaft.
Auch die Mängel in der Defensive werden abgestellt, da vertraue ich auf die Selbstheilungskräfte der Mannschaft. Löw sollte sich überlegen, das Mittelfeld umzustellen, damit dieses kompakter und weniger offensiv agiert.
Und für die Linksverteidigerposition wurden ja zwei Alternativen getestet: ich würde es mit Jansen versuchen.
Außerdem wird die Mannschaft gegen einen starken Gegner, und ein solcher ist England auf jeden Fall, besser spielen. Die Einstellung wird stimmen, schließlich sind wir Außenseiter und kein Favorit.
Die Engländer spielen offensiver und nicht so destruktiv wie Serbien und Ghana. Was dann geht, hat das Spiel gegen die überraschend offensiven Australier gezeigt.
Letztendlich gibt es bei Fußballturnieren zwei Grundregeln bei den Spielen der Deutschen:
Gegen Italien verlieren wir immer.
Gegen England gewinnen wir, es sei denn, die haben Heimvorteil und bekommen ein Tor zugesprochen, das keines war.
Und spätestens im Elfmeterschießen - darauf läuft es ja im Zweifel raus – wird der eingewechselte Podolski das entscheidende Tor erzielen.
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DerErnstFallMichaelSchmidt
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Version vom 24. 06. 2010 10:35
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