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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Die richtige Traum-Pflege
Eingestellt am 16. 11. 2000 19:58


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Markus Veith
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2000

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Ich bin ein TrÀumer.
Ich bin ein guter TrÀumer. - Ich habe schon so einiges zusammengetrÀumt. Lassen Sie sich von mir also ruhig etwas sagen.

Erste und wichtigste Regel in der TraumzĂŒchtung und -haltung ist die AusfĂŒhrung. TrĂ€ume brauchen Bewegung. UnterschĂ€tzen Sie das nicht, aber ĂŒberschĂ€tzen Sie es auch nicht. Das ist ein oft begangener Fehler. Viele Menschen trĂ€umen einfach so drauf los und sagen anschließend, wenn sie den Traum dann haben: "Was soll ich denn damit?" Dann wird der Traum irgendwo in einem stillen HinterkĂ€mmerlein auf eine lange Bank gelegt und verschwenderisch vergessen. Dort schlĂ€ft er dann irgendwann ein. Und versuchen Sie mal einen Traum, ein Geschöpf des Schlafes, zu wecken. Vergessen Sie's!

Nehmen sie ihren Traum ernst, aber nicht auf die leichte Schulter (, so leicht sind TrĂ€ume nĂ€mlich nicht). FĂŒhren sie ihn aus. NatĂŒrlich ist das AusfĂŒhren oftmals sehr schwierig, da man mit TrĂ€umen als solche nur sehr langsam vorankommt. Viele sind, vor allem wenn sie noch jung sind, ziemlich störrisch oder extrem verspielt, halten bei jeder lichtspendenden Laterne an und heben ihr Bein, oder sie machen ĂŒberall Halt und beschnuppern die Beine, die ihnen im Weg stehen. Es ist allerdings auch wieder recht schwierig, TrĂ€ume an der langen Leine zu lassen. Sie verheddert sich so leicht. Die den TrĂ€umen verwandten Visionen sind da etwas pflegeleichter und man hat es mit ihnen in der heutigen Zeit leichter.

Vor allem alte TrĂ€ume sind sehr pflegebedĂŒrftig. Da sollte man schon ein bißchen aufpassen und sie nicht unterschĂ€tzen. Man muß sich des öfteren an sie erinnern und sie abstauben, sonst kann man sie irgendwann nicht mehr unter der dicken Schicht Alltagsstaub erkennen und sie verschwinden darunter. Ein alter Traum kann sehr verletzt sein, wenn man ihn einfach so verstauben lĂ€ĂŸt. Es ist immer von Vorteil, hin und wieder einen kleinen Blick auf ihn zu werfen, so bleiben er auch spĂ€ter noch von großem Wert.

Es passiert natĂŒrlich nichts, wenn man seinen Traum nicht pflegt. Irgendwann wird er verpuffen. Oder man tut ihn als Kinderei ab. Das ist nicht strafbar und mit keinerlei Aufwand verbunden. - Aber, ich meine, es wĂ€re doch schade drum. Schließlich bedeutet ihr Traum Ihnen doch etwas, sonst hĂ€tten Sie ihn nicht gehabt, oder? Man trĂ€umt nicht einfach nur so. Reden Sie sich das nicht ein. Und wenn man sie pflegen möchte und zue Aufzucht entschieden hat, dann sollte man dhier doch bitte auch richtig vorgehen und sich nichts vormachen. Nichts ist erbĂ€rmlicher, als ein angetrĂ€umter, kleiner Traum, der im DachstĂŒbchen vor sich hin gammelt, ohne weitergetrĂ€umt zu werden.

Das ist eine weitere wichtige Regel: Egal, wie viele TrĂ€ume sie auch haben, lassen Sie sie niemals alleine irgendwo im dunklen KĂ€mmerlein stehen. TrĂ€ume können dort schlecht werden, und vielleicht wissen Sie ja, was es bedeutet, schlechte TrĂ€ume zu haben. Die Armen können leicht in Panik und Angstschweiß ausbrechen. - Oder sie werden, wenn man sie alleine lĂ€ĂŸt, zu gut und ... schlĂŒpfrig - wenn Sie verstehen, was ich meine. Sie beginnen zu schwitzen und wehe, sie werden naß. Feuchte TrĂ€ume stinken und das kann peinlich werden.

Es ist in der Tat sehr viel Arbeit, seine TrĂ€ume auszufĂŒhren. Sicherlich auch mit etlichen Unannehmlichkeiten verbunden. Oft kommt dabei auch nur Scheiße raus. Aber die macht man dann halt wieder weg. Ratsam ist es, dafĂŒr stets ein Paar weiße Handschuhe parat zu haben. Und eine weiße Weste, falls mal was kleckert. Anschließend bekommt man die HĂ€nde am besten sauber, indem man sie grĂŒndlich in Unschuld wĂ€scht. Und dann mit einem Schwamm drĂŒber und alles ist vergessen.

Oft lĂ€uft es bei der AusfĂŒhrung leider darauf hinaus, daß man von anderen Leuten nur milde belĂ€chelt wird. Diese unwissenden Menschen beugen sich mit alberner Miene ĂŒber ihren Traum und geben GerĂ€usche von sich, die so Ă€hnlich klingen, wie "Och, sĂŒĂŸ! Der ist aber noch sehr klein, nicht?" oder "Was will der denn mal werden?" Und wenn man es dann stolz erklĂ€rt, so ziehen sie ĂŒbertrieben das Gesicht in die LĂ€nge, das Kinn auf die Zehen und die Brauen bis an den Hinterkopf. "Oii, hört, hört. Ach, ja, ja, die Kleinen." Lassen Sie sich davon nicht beirren. Das sind meist jene Leute, die behaupten, nicht zu trĂ€umen, die sich mit der Traumaufzucht nicht beschĂ€ftigen, ja, sich erst gar nicht damit abzugeben glauben. Wohlbemerkt glauben. Denn niemand kann sich seiner TrĂ€ume erwehren. Man kann von TrĂ€umen sagen, was man will, aber hartnĂ€ckig sind sie. Sobald die Augen zu sind, beginnen sie ihr nachtaktives Leben. Da kann man machen, was man will.

Doch manchmal trifft man auch auf einen anderen TrĂ€umer oder eine TrĂ€umerin. Man unterhĂ€lt sich ein bißchen ĂŒber die Erfahrungen, wĂ€hrend sich die mitgefĂŒhrten TrĂ€ume ein bißchen von vorne bis hinten beschnĂŒffeln können. Und wenn man ein bißchen GlĂŒck hat und sie mögen sich und haben sich zudem sogar noch gern (und lassen Sie sich gesagt sein, das geht manchmal verdammt schnell), dann kann es schon mal vorkommen, daß etwas sehr Fruchtbares und Neues dabei herauskommt.
Und das ist sehr schön. DafĂŒr lohnt es sich, TrĂ€ume zu zĂŒchten. Denn darauf kommt es an, und Sie dĂŒrfen mit Recht sehr stolz sein, auf Ihren Traum.

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Nerval
Guest
Registriert: Not Yet

Was hat die Hundehaltersprache mit TrÀumen zu tun?
Wer gibt Ihnen fachkundigen Rat ĂŒber die Verwaltung und Lagerhaltung ihrer TrĂ€ume?
Antwort: M.Veith in seiner ErzÀhlung: "Die richtige Traum-Pflege".

Selbst als StilĂŒbung taugt diese Ansammlung bloß witziggemeinter SĂ€tzchen nicht viel. Warum ich meine wertvolle Zeit damit vertue, sie nicht nur zu lesen, sondern mich erdreiste sie zu kommentieren, also nochmals Zeit damit verbrate, dies hier aufzuschreiben und der Leselupen-Öffentlichkeit zu offenbaren.
Ganz einfach: ich habe etwas gegen schreibende Papiertiger, die ihre sicherlich fĂŒr sie selbst sehr mĂŒhevolle FĂ€higkeit, nichts buchstĂ€blich NICHTS zu sagen, hinter WortschwĂ€llen und tumben Wortspielen verstecken. Also eine ErzĂ€hlung ĂŒber die UnfĂ€higkeit von TrĂ€umen zu schreiben ( zu sprechen) oder die Einfallslosigkeit eines Schreibenden an einem regnerischen Novembertag kann sehr spannend sein, wenn, ja wenn...
Und dann die Faszination ĂŒber einen solchen Satz meines Namensgebers (Nerval):
Der Traum ist ein zweites Leben.. Le rĂȘve est la seconde vie... öffnet sich nicht schon ein TĂŒrspalt, durch diesen einfachen Satz?
Bei Markus Veith, dem Schreiber, dieses Traum-Machwerks bleibt mir nicht nur das Lachen ĂŒber den Witz in der Kehle stecken (ein saurer Kloß), sondern auch der Zweifel, ob es eine Pforte in seine Sprachwelt gĂ€be, ja, ob es ĂŒberhaupt seine Welt aus Worten gĂ€be...

Sorry,
Danke!

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Markus Veith
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2000

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Vielen Dank fĂŒr dieses Patentbeispiel destruktiver Kritik. Ein kommentarloses "GefĂ€llt mich nicht!" hĂ€tte es getan, ein "GefĂ€llt mir nicht, weil ..." hatte mir sogar etwas gebracht. Doch eine Ansammlung substanzloser Ankreidungen, incl. ungemein schlauem Zitat mit m. E. anmaßendem Querverweis auf des Lektors (fĂŒr underdog-Literatur Frankfurt) eigenen, offenbar hochheiligen Namen, drĂ€ngen mir nur Mitleid auf. Weniger mit dem Kritiker wohl bemerkt, als mit den Autoren, deren Texte in solcherart Finger gelangen.
Schade, schade, wirklich schade.
Markus Veith

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Nerval
Guest
Registriert: Not Yet

Kritik? Über Lesarten...

Es ist mir klar, daß bei der "Affenliebe" eines Autors zu seinen Texten der Abstand zu denselben oft etwas klein ist.
Auch: Wer mag schon gerne unbequeme Dinge hören?

Aber: Ich lasse mir als Leser von niemanden vorschreiben wie ich zu lesen und vor allem: welche Art von Kritik ich zu ĂŒben habe. Ich schrieb, ich kommentiere seinen Text und genau das tat ich.
Gerade weil ich die Literatur mit ihren unglaublichen Möglichkeiten liebe, hat mich die Pseudo-"LiterazitĂ€t" des Textes empfindlich getroffen. Ich zĂŒchte keine TrĂ€ume, sondern ich lebe die Vorstellung, daß man, könnte man angemessen ĂŒber und von seinen TrĂ€umen sprechen, die Welt eine andere wĂ€re.
Ich sage nicht leichthin von einem Text, er sei GeschwĂ€tz. Doch dieser Text wie sehr viele andere Texte hat fĂŒr mich keinen Inhalt. Das ist traurig, denn wie jeder Leser (Lekor ist vor allem LESER) bin ich stets auf der Suche nach etwas. Und immer wenn es einem Autor gelingt, die schlafende Sprache zu wecken, bin ich glĂŒcklich, teilhaben zu dĂŒrfen.
Doch solche verblasenen GemeinplĂ€tze wie "Doch manchmal trifft man einen TrĂ€umer oder eine TrĂ€umer. Man unterhĂ€lt sich ein bißchen ĂŒber die Erfahrungen..." lassen in mir nur Fragen aufkommen: Wer trifft sich hier, wer trĂ€umt hier, um was geht es ĂŒberhaupt. Ich lese nur von Mans, die TrĂ€ume beschnĂŒffeln ( so wohl originell sein das Bild...)irgendwo, irgendwann. Ein jeder Zeit-und RĂ€umlichkeit entrĂŒckter in der Verblasenheit eines von seiner GrĂ¶ĂŸe trĂ€umenden Schriftsteller-Man schwebender Text.
Schweb weiter, Dichter!

GrĂŒĂŸe eines Suchers

Le rĂȘve est la seconde vie...


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Markus Veith
Routinierter Autor
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Na, das liest sich doch wie eine Meinung, die ich erstmal im Groben akzeptieren kann. Warum deine BeitrĂ€ge allerdings Begriffe beinhalten, die mich schlichtweg krĂ€nken und - wie ich denke grundlos - beleidigen, kann ich immer noch nicht ganz nachvollziehen. Das du es traurig findest, in meinem Text wieder einmal nichts auf deiner "Suche" gefunden zu haben, ist eine Sache. Davon so enttĂ€uscht zu sein, mir kritikzweckentfremdet einen reinzuwĂŒrgen, eine andere, die ich nicht verstehe. So etwas finde ICH traurig. Das geht auch anders, vor allem besser. Provokation ist in Ordnung, doch wer es ĂŒbertreibt, macht sich nur lĂ€cherlich. Gerade von einem Lektor, fĂŒr den du dich immerhin in deinem Profil ausgibst, möchte ich mehr KritikfĂ€higkeit erwarten dĂŒrfen. Weniger Begabung fĂŒr Beleidigungen. Weniger Neigung, von einem Text gleich auch auf alle anderen zu schließen. Weniger UnverschĂ€mtheit, mich, als Autor des Textes, unter den du deinen Beitrag geschrieben hast, nur in der abgewerteten dritten Person anzuraunzen (, was m.E. bezĂŒglich deiner BemĂ€ngelung der "Mans" in dem Text zudem wohl als ĂŒble FettnĂ€pfchenstampferei zu bewerten ist).
Ich halte die "Traumhaltung" ebenfalls nicht fĂŒr sonderlich gut. Bestenfalls fĂŒr amĂŒsant. Wer darĂŒber nicht schmunzeln kann, soll es lassen, wer sie allzu ernst nimmt, darf sich Narr nennen. Aus reinem Spaß am Schreiben war der Text eher eine FingerĂŒbung, als eine superernst und hochintellektuell angelegte Bearbeitung des Themas Traum, wie du es scheinbar gerne auslegen möchtest. Von "Affenliebe" kann daher nicht die Rede sein. Ich bin sicher, dass mancher Autor sehr viel empfindlicher auf deinen Beitrag reagiert hĂ€tte. Ich kann inzwischen, das kann ich guten Gewissens behaupten, sehr gut mit Kritik an meinen Texten umgehen - solange, das möchte ich noch einmal betonen, diese konstruktiv ist. Zu einigen Texten, die ich zur Betrachtung unter die Leselupe gesetzt habe, bekam ich hervorragende negative, aber Verbesserung erwĂŒnschende Kritiken, die mich zu einer Überarbeitung angeregt haben.
Noch einmal zur EinprĂ€gung (, und danach will ich auch nicht weiter auf diesem Thema herumreiten, selbst wenn du erneut deinem Provokationdurst mit einem Beitrag löschen möchtest): Mir geht es in diesem Zwist nicht um die Verteidigung meiner Geschichte, nicht um ein zwanghaftes Gutreden eines Textes, den ich selbst fĂŒr einen meiner schwĂ€chsten halte. Mir geht es viel mehr um die Bitte um mehr Respekt. Mehr verlange ich nicht. Aber auch nicht weniger. Eine Geschichte kann schlecht sein, so empfunden und dementsprechend kritisiert werden. Aber Beleidigungen und DestruktivitĂ€t bringen keinerlei QualitĂ€tsverbesserung, auch nicht in einem Kommentar. Frage dich grĂŒndlich, ob dein "Namensgeber" GĂ©rard de Nerval, den du so gerne zitierst, nicht vielleicht auch eher dieser Meinung wĂ€re.
Such nur weiter, Sucher. Ich wĂŒnsche dir viel GlĂŒck dabei.
Mit literarischem Gruß
Markus Veith

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Oktober
Hobbydichter
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Werke: 0
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Junge, Junge - hier geht es aber zur Sache! Ich bin neu hier, und da frage ich mich: "Ist das immer so?"
Gut, die Traumpolitur hat mich nicht gerade vom Hocker gerissen, aber ich fand doch diese und jene Stelle ganz amĂŒsant. Vielleicht kann ich einige Anregungen fĂŒr meine eigene Traumpflege verwerten, ohne mit meinen TrĂ€umen gleich hausieren oder gar Gassi zu gehen.
Kurzum - so schlecht fand ich die kleine Gebrauchsanleitung gar nicht. Darf ich das hier sagen? Oder fĂ€llt man jetzt gleich ĂŒber mich her, obwohl ich noch nicht einmal einen eigenen Beitrag geschrieben habe?
__________________
lesen und lesen lassen

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