Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5284
Themen:   87729
Momentan online:
343 Gäste und 4 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Die teure Promenadenmischung
Eingestellt am 20. 11. 2004 11:44


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Andi
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2004

Werke: 28
Kommentare: 32
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Andi eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Die teure Promenadenmischung
Herr B. hatte als Topmanager in allen Erdteilen gearbeitet. Kurz bevor er eine neue Aufgabe in Deutschland ├╝bernahm, lernte ich ihn kennen. Er sei Vater von zwei Kindern, mit denen er sich sehr gut verstehe, erz├Ąhlte er mir. Einmal allerdings habe es einen Streit zwischen ihm und den Kindern gegeben. Die Kinder wollten einen Hund. Er aber mochte keine Hunde. Vor gro├čen Hunden f├╝rchtete er sich sogar, ├╝berdies nahm ihn sein Job sehr in Anspruch. Seine Frau war berufst├Ątig und den Kindern wollte er die Verantwortung f├╝r einen Hund nicht aufb├╝rden. Also blieb er hart. Eines Tages jedoch kamen die Kinder mit einer Promenadenmischung nach Hause, die ihnen zugelaufen war. Herr B. lie├č sich dazu erweichen, den Hund solange zu behalten, bis sich der Besitzer gefunden hatte, zumal es sich um ein sehr kleines, wirklich reizendes Hundchen handelte. Innerhalb der n├Ąchsten beiden Wochen meldete sich jedoch kein Herrchen und die Kinder hatten den Hund bereits ins Herz geschlossen, so dass an Einschl├Ąfern oder Tierheim nicht mehr zu denken war. Kundige Nachbarn hatten obendrein versichert, dass es sich zweifellos um eine Mischung kleinw├╝chsiger Hunderassen handele. Der Status des Hundes wurde also legalisiert. Er wurde geimpft, versteuert, mit Halsband, Hundemarke und Papieren ausgestattet. Zu diesem Zeitpunkt wurde Herrn B. von seiner Firma eine sehr interessante Position in Schanghai angeboten. Er beschloss, mit seiner Familie nach China umzuziehen. Die Mitnahme des Hundes im Flugzeug war nicht gestattet. Daher wurde die Promenadenmischung nach Erledigung umfangreicher Aus- und Einreiseformalit├Ąten mit einer Spedition per Schiff nach China versendet und zwar einige Tage vor Abflug, damit das Tier etwa gleichzeitig mit der Familie dort eintraf.
Kaum war der Hund unterwegs, erhielt Herr B. von einer anderen Firma ein noch attraktiveres Angebot f├╝r Kapstadt S├╝dafrika. Er entschloss sich f├╝r Kapstadt und sagte China ab. Der Spedition gab er den Auftrag, den Hund via Schanghai nach Kapstadt zu transportieren.
Bald darauf flog Familie B. nach Kapstadt. Der Weitertransport des Hundes von Schanghai nach Kapstadt verz├Âgerte sich jedoch erheblich, da zu jener Zeit gerade kein Schiff auf dieser Route fuhr. Als der Hund nach Wochen endlich in Kapstadt angeliefert werden sollte, war Herr B. bereits mit seiner Familie nach Deutschland zur├╝ckgekehrt, da die neue Aufgabe in Afrika nicht seinen hochgesteckten Erwartungen entsprach. Nun wurde der Spediteur angewiesen, den Hund von Kapstadt nach M├╝nchen zu ├╝berf├╝hren. Dies war jedoch nicht so ohne weiteres m├Âglich, da f├╝r Hunde, die aus Afrika nach Deutschland eingef├╝hrt werden, eine Quarant├Ąnepflicht besteht. Der Hund konnte also zwar von Kapstadt nach Hamburg verschifft werden, musste aber dort im Hafen zwei Monate in Quarant├Ąne und au├čerdem umfangreiche tier├Ąrztliche Untersuchungen ├╝ber sich ergehen lassen.
Als Herr B. den Hund nach Monaten wieder in Empfang nahm, erlitt er einen zweifachen Schock. Den ersten, als ihm die Rechnungen f├╝r die Schiffspassagen, die Aufenthalte in Hundehotels in Schanghai, Kapstadt und Hamburg, sowie f├╝r die tier├Ąrztlichen Bem├╝hungen, die Verpflegung und die Reisebetreuung des Hundes pr├Ąsentiert wurden, den zweiten, als er das Tier selbst in Augenschein nahm. Es hatte sich zu einer Art Bernhardiner ausgewachsen! Kein Wundern, dass die Kosten f├╝r die Verpflegung so hoch gewesen waren!
"Zweifellos die teuerste Promenadenmischung, die es je gegeben hat." meinte Herr B. Seine Angst vor gro├čen Hunden musste er wohl oder ├╝bel ├╝berwinden.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur├╝ck zu:  Erz├Ąhlungen Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.



Leselupe-Bücher





Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!