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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Die zwei Eichen
Eingestellt am 19. 03. 2003 01:55


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Inga Rothe
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Mar 2003

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Die zwei Eichen
© by Inga Rothe

An einem großen Bauernhof standen am Eingang zwei dicke Eichen. Sie zierten den Eingang so sehr, das man den Eingang schon von weitem sehen konnte. Bauer Meiers Ururgroßvater hatte sie damals gepflanzt, als er den Hof gebaut hatte.
Viele Bauernhöfe in der NĂ€he wurden abgerissen. Es entstanden dort viele Siedlungen und Straßen. Bauer Meiers Hof lag abseits und wurde immer noch bewirtschaftet.
Er hing sehr an dem Anwesen und war stolz auf die dicken Eichen an seiner Einfahrt.
Sein Hof war noch der einzigste und die HĂ€user rings herum wurden immer dichter.
LÀngst war Lachendorf eine kleine Stadt und der Hof mit dem dazugehörigen Land, passte eigentlich nicht mehr ins Landschaftsbild. Daher hatte Bauer Meier viele Feinde, besonders bei der Stadtverwaltung!
Die Felder und der Hof lagen an einem Abhang mit einer wunderschönen Aussicht! Wieviel Geld man ihm schon dafĂŒr geboten hatte, er wußte es nicht mehr.
Aber was ist schon Geld? Alles was er liebte, wo dran sein Herz hing, war dieser Hof und was er brauchte, befand sich darauf. Seine Frau Luise war eine fleissige BĂ€uerin, sie arbeitet von frĂŒh bis spĂ€t und war immer bemĂŒht, ihrer Familie das Heim so schön wie möglich zu machen. Im FrĂŒhjahr, bis in den Herbst, standen immer frische Blumen auf dem Tisch und es blitzte vor Sauberkeit.
Sie hatten vier Kinder, zwei MĂ€dchen und zwei Jungen, die alle gut geraten waren. Die beiden MĂ€dchen waren bereits verheiratet und wohnten in der Stadt. Heinz studierte noch Betriebswirtschaft und Georg, half seinem alten Vater auf dem Hof. FĂŒr ihn gab es keinen anderen Beruf. Bauer war fĂŒr ihn wie eine Berufung.
Dennoch hatten sie viele Tiere verloren, da es kaum noch Hilfe gab fĂŒr einen großen Betrieb, der es einmal war. Immerhin, 10 KĂŒhe und 20 Schweine, mußten versorgt werden. Federvieh, wie GĂ€nse, Enten und HĂŒhner hatten auch genug Auslauf.
Ihre Lebensmittel waren mehr als gedeckt, sie kamen alle aus ihrer eigenen Wirtschaft.

Die Sonne schien herrlich an diesem Sommermorgen.
Bauer Meier kam von einem kurzen Spaziergang zurĂŒck. Lehnte sich an einer der Eichen und schaute wohlgefĂ€llig auf seinem Hof.
Das Vieh war gefĂŒttert, die KĂŒhe lĂ€ngst gemolken und Franz setzte sich nun mit seiner Frau und seinem Sohn im Garten zum zweiten FrĂŒhstĂŒck.
Da kam der Postbote und ĂŒbergab ihm wieder einmal einen Einschreibebrief von der Stadtverwaltung.
Nachdem Franz Meier ihn gelesen hatte, wurde er bleich wie die Wand, faßte sich an sein Herz und brach stöhnend zusammen.
Schnell wurde der Arzt gerufen, der aber nur noch den Tod feststellen konnte.

Die Trauer war groß, denn Bauer Franz wurde von seiner Familie geliebt und verehrt. Niemals gebrauchte er ein hartes Wort. Er war genau wie seine Frau sehr einfĂŒhlsam und fromm.
Alle Verwandten trafen kurze Zeit spÀter ein. Da fiel Georg der Brief auf, der noch auf dem Boden lag und keiner daran gedacht hatte.
Als er ihn gelesen hatte, wurde er sehr wĂŒtend und verstand plötzlich, warum sein Vater einen Herzinfarkt gehabt hatte. Man wollte sie enteignen! Der Hof, das Land sollte weg! Und da sie ihm schon soviel Geld geboten hatten, ohne eine Antwort, sollte es nun geschehen, zum Wohle aller BĂŒrger in Lachendorf!
Innerhalb eines Jahres mußte das Anwesen gerĂ€umt werden.
Georg mußte sich setzen, denn er hatte davon nichts gewußt. Wie sollte er es seiner Mutter sagen?

Nach der Beerdigung setzte er sich mit seinen Geschwister zusammen, um darĂŒber zu beraten, was man tun könne.
Obwohl sie leise waren, hörte es Luise Meier, die das Zimmer betreten hatte, ohne das es irgend jemand bemerkt hatte. „Nein!“ schrie sie auf und beinahe wĂ€re sie umgefallen, wenn sie Georg, der aufgesprungen war, nicht gehalten hĂ€tte.
Luise wurde ins Krankenhaus gebracht und starb nach ein paar Tagen an einem Schlaganfall.
Die Geschwister nahmen nun den monatelangen Kampf mit der Stadt auf, aber es nutzte nichts. Per Gerichtsbeschluss teilte man ihnen mit, das zum 1.7. der Hof gerĂ€umt sein muß! Es blieben nur noch zwei Monate. Am schlimmsten hatte es nun Georg getroffen, der mit seinem ganzen Herz an diesem Anwesen hing und auch da wohnte.
Die anderen halfen ihm so gut es ging, das Vieh zu verkaufen. Georg weigerte sich aber den Hof zu verlassen.
Als am 1.7. die Vertreter der Stadt kamen, fanden sie ihn noch vor. Er wollte sie vom Hof jagen, aber die Herren machten ihm sehr schnell klar, das man ihn ausgezahlt und er nichts mehr zu sagen hÀtte.
„Unterbezahlt nach einer Enteignung meinen sie wohl!“ schnaubte er wĂŒtend!
Die Herren von der Stadt aber schĂŒttelten den Kopf und erwiderten, sie hĂ€tten vor Jahren viel mehr Geld geboten, aber das wollte ja keiner!
Nach langem Hin und Her und bösen Worten, wurde Georg von der Polizei abgefĂŒhrt und eingesperrt, wegen Hausfriedenspruch und Widerstand gegen die Staatsgewalt, ohne BewĂ€hrung, da er ja keinen Wohnsitz mehr hatte.
Als er nach einiger Zeit entlassen wurde, hatte er nichts mehr. Sein ganzes Hab und Gut, seine persönlichen Dinge, all das was seine Geschwister nicht mitgenommen hatten, nicht mitnehmen durften, weil es ihm gehörte, viel dem Bagger zum Opfer.

Dennoch schaffte er es nach Jahren, sein Leben wieder in Ordnung zu bringen, aber weit weg von dem Ort!
Er fand eine liebe Frau, aber auch die brachte es nicht fertig, ihn wieder zu dem fröhlichen Mann zu machen, der er einmal war.
Sie bekamen einen Sohn, Wolfgang, der ihnen viel Freude bereitete.
Immer wenn Georg die Erinnerungen kamen, erzÀhlte er von dem Hof. Wolfgang kannte es schon beinahe auswendig, sagte aber nichts.
Auch Wolfgang verließ das Haus und heiratete.
Kurz danach bekam Georg einen Enkel, Oliver, den er sehr liebte. Sie verbrachten viel Zeit miteinander.
Kurz nach dessen Einschulung, sprachen sie mal wieder von Lachendorf und Oliver wollte diesen Ort kennenlernen.
Georg war lange nicht mehr in Lachendorf gewesen, genauer seit jener Zeit nicht mehr!
Nun sollte er mit seinem Enkel da hin? Nein, er brachte es nicht ĂŒber das Herz. Er schlief nicht in dieser Nacht und es kamen die Erinnerungen, seine ohnmĂ€chtige Wut auf die Herren der Stadt!
Oliver ließ nicht locker, er wollte den Ort sehen, der seinen Großvater so traurig gemacht hatte, dass er selten lachen konnte.

Schließlich gab Georg nach und sie beschlossen an einem Sonntag zusammen mit Wolfgang da hinzufahren.
Als sie auf der Anhöhe kamen, sah Georg von weitem die zwei Eichen und seine Augen fĂŒllten sich mit TrĂ€nen.
Wolfgang brauchte nichts zu fragen, er kannte diesen Ort, als ob er auch hier gelebt hÀtte, vom ErzÀhlen seines Vaters.
Vor den Eichen hielten sie an. Dahinter stand ein großes GebĂ€ude, nichts deutete auf dem ehemaligen Meier Hof hin. Alles herum war bebaut, wĂ€hren die Eichen nicht gewesen, niemand hĂ€tte das Land wieder gefunden.
Sie standen da, groß und breit, als wollten sie mit aller Gewalt die ehemalige Einfahrt retten.
Georg lehnte sich an einen der BĂ€ume und sah im Geiste den Hof, seinen Vater und seine Mutter.
Plötzlich rief Oliver: „Opa, da steht AMTSGERICHT, stimmt das?“ Wolfgang bejahte und meinte, er solle jetzt einmal den Opa in Ruhe lassen. Der sechsjĂ€hrige freute sich, er konnte nun lesen!
Georg hatte es dennoch mitbekommen und meinte, es sei eine Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet auf ihren Hof, den man ihnen weggenommen hatte, ein GebÀude steht, dass Recht sprechen solle und ausgerechnet sein Enkel, als erste Worte AMTSGERICHT lesen konnte.



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Immer laecheln, dann wir auch mal zurĂŒckgelacht!

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

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hm,

eine sehr nette und anrĂŒhrende geschichte. aber die fehler!!grauslich. lg
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Old Icke

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Evchen13
???
Registriert: Jan 2003

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Hallöchen Inga,

deine Geschichte ist schön. Nur bedarf sie ein wenig Überarbeitung. FĂŒr meinen Geschmack zu viele Wiederholungen. Deshalb versuchte ich einmal den Anfang ein wenig umzumodeln, nur als Anregung fĂŒr dich:

Den Eingang des großen Bauernhofs konnte man schon vom Weiten sehen, es zierten ihn zwei dicke Eichen. Bauer Meiers Ururgroßvater pflanzte sie damals, als er den Hof baute.
Außer seinem Bauernhof wurden alle anderen in der NĂ€he abgerissen. Es entstanden dort Siedlungen und Straßen. Aber Bauer Meiers Hof lag abseits und wurde immer noch bewirtschaftet. Er hing sehr an dem Anwesen und war stolz auf die dicken Eichen.
LÀngst war Lachendorf eine kleine Stadt und das Gut mit dem dazugehörigen Land, passte eigentlich nicht mehr ins Landschaftsbild. Daher hatte Bauer Meier viele Feinde, besonders bei der Stadtverwaltung!
Die Felder und der Hof lagen an einem Abhang mit einer wunderschönen Aussicht! Wie viel Geld man ihm schon dafĂŒr geboten hatte, er wusste es nicht mehr.


Allerdings ist das nur meine Meinung und da ich selber ja noch eine AnfÀngerin bin in punkto Schreiben, warte ab, was die anderen noch sagen.

Also zaubere aus dieser Geschichte eine sehr schöne und ich bin gespannt auf dein Werk.

Bis bald mal wieder.

Liebe GrĂŒĂŸe
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TrÀume nicht dein Leben, sondern lebe deine TrÀume!

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Inga Rothe
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Die zwei Eichen

Danke, liebe Evchen, ich werde die Geschichte ĂŒberarbeiten.
Bin auch fĂŒr jeden Hinweis dankbar.
Alles Liebe Inga
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