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Leselupe.de > Erzählungen
Egbert erzählt wieder was
Eingestellt am 14. 09. 2001 09:39


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Egbert
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2001

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Ich ging also vom Garten aus wieder hinein in die Wohnung, wo Bruno noch immer seine Zeitung las. Er war jetzt wohl auf Seite drei oder so angelangt, denn er blickte nicht einmal auf, als ich hereinkam. Das tut er sonst immer. Er hört das leiseste Geräusch. Ihm entgeht nichts. Und vor allem ist er schrecklich mißtrauisch. Kaum hört er etwas, muß er sich dorthin begeben, um nachzusehen, was es gewesen sei. Meistens findet er nichts, denn es gibt ja Fälle, in denen arbeitet das Haus sozusagen, also ich meine, da knackt es irgendwo im Gebälk, aber das ist dann irgendwie wissenschaftlich erklärbar oder so, jedenfalls braucht man sich da keine Sorgen zu machen. Das habe ich gelesen, und, um ehrlich zu sein, es beruhigt mich auch ein bißchen, denn obwohl ich das weiß, daß das nur irgendwie mit den Sonnenstrahlen und der Wärme, die sie abgeben, und dann nachts, da ist es kälter und das Holz arbeitet dann, also ein wenig macht das einem ja schon Angst. Wenn man da so nachts im Bett liegt und draußen ist es völlig dunkel, weil bei uns gibt es ja auch keine Laterne vor dem Haus, also nicht dahin, wo wir unsrer Schlafzimmer haben, Bruno und ich. Und so ist das dann eben immer sehr duster da und manchmal da schläft man eben dann doch nicht so ruckizucki ein, wie man das gerne hätte. Und dann eben kann es sein, daß man solche Geräusche hört und wenn man dann nicht weiß, daß das nur das Haus ist, das da eben arbeitet, dann könnt man's schon mit der Angst kriegen. Aber zum Glück hab ich das gelesen, und deshalb mach ich mir jetzt keine Sorgen mehr, wenn das mal wieder richtig rumort und knarrt. Und außerdem bin ich ja fast nie alleine hier, also das letzte mal, daß ich alleine hier war, das war vor zwei Jahren, da ist mein Mann nämlich operiert worden im Krankenhaus und da war er dann eben nicht die ganze Zeit hier. Das war dann schon gruselig manchmal, ich hab da schon auch überlegt, was denn ist, wenn das jetzt doch nicht das Haus ist, was arbeitet, aber dann bin ich zu meinem Mann gefahren und hab eben dort dann auch übernachtet. Das wollten zwar die im Krankenhaus nicht, weil mein Mann, haben sie gesagt, braucht Ruhe und so, aber wenn da ich bin, das kann ja nicht schaden, hab ich mir gedacht. Und dann hab ich eben auch dort übernachtet. Da waren dann ganz andere Geräusche, aber das war auch von der Arbeit von so Maschinen. Wenn’s irgendwo arbeitet, dann hört man das eben, das ist ja auch ganz normal so, braucht man keine Angst vor zu haben. Hab ich meinem Mann auch immer wieder gesagt, aber der will das dann doch immer ganz genau wissen und dann klettert der eben überall im Haus rum und guckt da so in die Ritzen rein ob er da was sieht, aber das ist dann meistens eh nicht so und dann kommt er wieder runter und liest die Zeitung. Und die Seite drei, die liest er eben ganz gerne, weil da nämlich immer so viele Bilder sind und so interessante Sachen stehen. Das findet mein Mann spannend und dann hört er nichts mehr, also natürlich hört er noch, er ist ja dann nicht taub geworden, neinnein, aber es ist halt so, daß er irgendwie länger braucht, bis er mal was hört und wenn er dann was hört, dann nervt ihn das meistens, weil er grad auf Seite drei war und sich das Bild angeguckt hat oder was gelesen hat auf der Seite. Das erzählt er mir oft auch. Dann regt er sich auf, oder er findet das dumm was die da wieder machen. Oder manchmal sagt er auch, das war jetzt gut, was der Heinz - Rudolf da gemacht hat, oder die Ute ist echt eine sehr durchsetzungsfähige Frau, die ihren Weg zu gehen versteht. Und solche Sachen. Ich kenn mich da ja nicht so aus in der Politik, wissen Sie. Nur ist es eben so, daß mein Mann da eben was Bescheid weiß und ich hör ihm da ja auch gerne mal zu. Dafür hab ich ihn ja auch geheiratet vor fümmundreißig Jahren war das. Das ist schon lange her jetzt, und ich muß Ihnen sagen, so genau erinner ich mich da auch gar nicht mehr dran. Das ist ja so, wenn man die Leut immer hört, so ich weiß noch genau, wie mir der Hans damals einen Blumenstrauß geschenkt hat, oder ich erinner mich noch genau an dein schönes Haar, das ist mir ehrlich gesagt nicht so gegangen. Ich mein ich weiß schon, wo ich mein Mann geheiratet hab, das weiß ich schon noch, aber so jetzt wegen so Sachen wie heimlich mal treffen oder so, wissen sie, ich war da vielleicht auch nicht die Person für. Also, ich find das ja auch ganz OK, wenn das so läuft, aber ich mein, das ist ja nicht Vorschrift, daß das also so laufen muß. Ich denk mal, dann eben nicht bei uns. Unser Sohn, der Martin Werner, der hat auch eine Frau, aber ich weiß nicht genau, wie das jetzt ist bei denen, ich glaub auch, das war eher mal so ein Treffen mit der Jugend damals. Und jedenfalls waren die dann auch verheiratet, so wie ich mit mein Mann eben auch mal verheiratet war. Das ist auch OK so, ich find das in Ordnung, weil das ist ja schon immer so und wohl auch richtig.

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klara
Hobbydichter
Registriert: Aug 2001

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Für das, was da Egbert wieder erzählt, würde ich auf jede dritte Seite (von jeder Zeitung)verzichten.
Viele viele viele Grüße.
__________________
klara

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