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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Ehen werden im Himmel geschlossen
Eingestellt am 21. 06. 2004 08:13


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Zwillingsjungfrau
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Registriert: Feb 2003

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Martin hatte von seinem Chef wieder einmal den Auftrag erhalten, eine sehr knifflige Verkaufsverhandlung zu fĂŒhren. Er informierte seine Vermieterin, dass er eine Woche fort wĂ€re und bat sie, auf seine Wohnung zu achten.
„Bitte gießen Sie auch meine Blumen.“
Frau Gutchen versprach:»Ich hĂŒte die Wohnung und Pflanzen, als seien es meine eigenen.«

Mit dem Auto fuhr er die weite Strecke zum Kunden. Nachdem er mehre Tage damit verbrachte, dem Kunden alles zu erlĂ€utern, war am fĂŒnften war der Handel perfekt und der Vertrag unterschrieben. Ein Blick auf die Armbanduhr, es war FĂŒnf. Noch eine Nacht in dem unbequemen Hotelbett? Er dachte an seine gemĂŒtliche Wohnung. Martin schwang sich in sein Auto und fuhr singend in den beginnenden Abend. Einige Autobahnbaustellen hielten ihn zwar auf, das schadete seiner guten Laune jedoch nicht. „Morgen kann ich ausschlafen“, freute sich Martin.

Erst nach Mitternacht kam Martin in seinem Ort an. Vor dem Haus wunderte er sich allerdings, dass ein Fenster offenstand. Mit meiner Vermieterin muss ich unbedingt reden, nahm Martin sich vor, so ist die Wohnung doch nicht einbruchssicher. Was die sich wohl dabei gedacht hat, tolle Aufpasserin.

In der Wohnung angekommen, wurde der Koffer in eine Ecke gestellt. Das Auspacken hatte Zeit bis zum nĂ€chsten Tag. Jetzt nur noch unter die Dusche und dann ins Bett. Er ließ seine Bekleidung fallen, wo er sich gerade von einem StĂŒck befreit hatte und genoss ausgiebig den warmen Strahl der Dusche. „Heute mal nicht kalt, das macht mich so munter“, beschloss er und tastete sich schon fast schlafend zu seinem Bett.

Mit Schwung warf er sich hinein und wollte die Bettdecke zu sich herĂŒberziehen. Sie gab nicht nach. Verwundert knippste er die kleine Lampe am Bett an und staunte nicht schlecht. Aus der Bettdecke schaute nur ein verwuschelter Blondschopf heraus. Der Kopf drehte sich zu ihm, klare blaue Augen blinzelten ihn an.

„Hallo, wie heißt Du?“
»Gaby«
„Wie lange willst du bleiben?“
»Morgen frĂŒh bin ich fort. Wenn ich dir lĂ€stig bin, kann ich sofort gehen.«
„Schlaf weiter. Behalte die Decke, ich hol mir eine andere“.

Dann war Martin auch schon eingeschlafen. Als er gut ausgeschlafen am spÀten Vormittag erwachte, war nur noch ihr Duft in den RÀumen. Sein Blondschopf war fort. Sie hatte sein Zeug ordentlich auf einen Stuhl gelegt und in der Warmhaltekanne einen Rest Kaffee gelassen. Obwohl er die ganze Wohnung absuchte, fand er keinen Zettel oder sonst einen Hinweis, wer sie sein könnte.

Sehr verlegen klopfte Frau Gutchen.
»Oh, je, oh je, wieso sind Sie so frĂŒh zurĂŒck, ich hatte gar nicht damit gerechnet.«

„So so, und da haben Sie also meine Wohnung weitervermietet?“

»Wo denken Sie hin, das wĂŒrde ich nie tun.«

„Na, und der Blondschopf Gaby?“

»Ach, Gaby war gestern bei mir. Ich kenne sie viele Jahre. Sie ist ein gutes MĂ€dchen. Es ging ihr sehr schlecht. Sie hatte seit 14 Tagen nichts mehr gegessen, sich nur noch von Kaffee ernĂ€hrt. FĂŒnf Tage lang hatte sie aus lauter Angst vor ihrem gewalttĂ€tigen Mann nicht mehr geschlafen. Sie wusste nicht wohin, wollte wieder einmal in ihrem Auto ĂŒbernachten. WĂ€re in meiner Wohnung mehr Platz, hĂ€tte sie bei mir geschlafen. Sie jammerte mich. Da hab ich ihr gesagt, dass Sie erst Morgenabend zurĂŒckkommen, sie könnte das Bett also ungestört benutzen und sich mal richtig ausschlafen. Jetzt wollte ich das Bettzeug waschen, bĂŒgeln und das Bett frisch beziehen.«

Frau Gutchen schaute zerknirscht zu Boden. »Sind Sie mir sehr böse?«

„Wenn Sie mir versprechen, das nicht noch einmal zu machen, verzeihe ich Ihnen, liebes Gutchen.“

Martin lÀchelte und erleichtert ging das Gutchen wieder in ihre Wohnung.

Martin konnte die blauen Augen, die ihn nachts so verschlafen angeblinzelt hatten, nicht aus seinen Gedanken verjagen. Hin und wieder steckte er seine Nase in das von ihr benutzte Kopfkissen und wĂŒnschte sich sehr, er könnte sie noch einmal sehen. Er fragte das Gutchen, wie er sie hin und wieder scherzend nannte, nach der Anschrift von Gaby. Diese hob bedauernd die Schultern. »Ich weiß nicht, wo sie sich jetzt aufhĂ€lt, sie hat sich nicht wieder gemeldet.«

Gaby war verschwunden, es war ihre Entscheidung.

Nach vierzehn Tagen lÀutete das Telefon.
»Ich wollte mich bei Dir bedanken, dass du so gar keine Fragen gestellt hast« klang es sehr schĂŒchtern aus dem Hörer.

Martins Herz geriet fast aus dem Takt vor Freude.
„Möchtest Du jetzt reden, dann lass uns einen Kaffee trinken. Wenn Du fĂŒnf Minuten Zeit hast, treffen wir uns in einer Viertelstunde im Allee-Cafe.“

Martin fuhr sich schnell noch mal mit den Fingern durch die Haare und war pĂŒnktlich. Da kam sein Blondschopf zur TĂŒr herein. Zum ersten Mal sah er sie von Kopf bis Fuß und was er sah, gefiel ihm. Das Kaffeetrinken dauerte ĂŒber 4 Stunden. Amor muss mit seinem Pfeil bereitgestanden haben, er traf mit einem Schuss beiden ins Herz.

Gaby war glĂŒcklich darĂŒber, wie geduldig Martin zuhören konnte, er war da und sie fĂŒhlte sich bei ihm geborgen. Er fragte nicht "Warum". Die Vergangenheit zu zerbröseln gehörte nicht zu seinen Charaktereigenschaften. Sein Blick war in die Zukunft gerichtet. Anpacken, festhalten und aus jedem Tag das Beste machen. Das gefiel Gaby.

Martin wollte seinen kleinen Blondschopf nie wieder gehen lassen. Beide entdeckten viele gemeinsame Interessen, beispielsweise ihr MitgefĂŒhl fĂŒr kranke, verletzte oder von Menschen gequĂ€lte Tiere. Nun pflegen sie diese geschundenen Zwei- und Vierbeiner zu zweit und die Tiere danken es ihnen mit großer AnhĂ€nglichkeit. Im Auto singen sie gemeinsam. Beiden kommt der Zufall ihres Kennenlernens wie ein Wunder vor.

Martin und Gaby sind seit vielen Jahren glĂŒcklich verheiratet und wenn Martin gefragt wird, wo er GlĂŒckspilz seine Gaby kennengelernt habe, antwortet er lachend „In meinem Bett.“

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Verantwortlich ist man nicht nur fĂŒr das, was man tut, sondern auch fĂŒr das, was man nicht tut.
Laotse

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Zinndorfer
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Hallo Zwillingsjungfrau, nanana, das geht alles ein bisschen schnell, besonders zum Ende, wenn du ĂŒber deine Figuren und die Handlung nur noch hinwegrast. Selbst MĂ€nner agieren heutzutage differenzierter als das, Blondschopf hin, Blondschopf her. Es ist zwar der Traum eines jeden Mannes, dass durch Zauberei eine tolle Frau in seinem Bett liegt, trotzdem wĂŒrde er sicherlich irritiert arĂŒber diskutierten. Psychologisch ist das fĂŒr mich noch nicht stimmig, da fehlen noch ein paar Seiten. Und Husch-husch-Happy-Ends dieser Art wirken immer banalisierend, auch wenn du bei dem "Ich habe meine Frau im Bett kennengelernt" bleiben solltest. Gruß Zinndorfer

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Zwillingsjungfrau
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Wie das Leben so spielt

Guten Morgen, lieber Zinndorfer,

es stimmt schon, der Schluss ist gerafft. Genauso kurios wie das ungewöhnliche Kennenlernen ist daraus im Eiltempo eine Ehe geworden, die jetzt schon viele Jahre sehr glĂŒcklich hĂ€lt. 3 Wochen nach dem Kaffeehausbesuch hat Martin seiner AuserwĂ€hlten einen Heiratsantrag gemacht. Beide mussten zwar erst aus ihren kaputten Ehen geschieden werden. Als Martins Scheidungsurteil ausgesprochen war, hat er mit Hilfe meines Sohnes erreichen können, dass das sofort rechtskrĂ€ftige Urteil (auf Rechtsmittel wurde verzichtet) direkt nach dem Termin geschrieben wurde. Der Standesamttermin war fĂŒr den gleichen Tag bereits festgesetzt und nachmittags um FĂŒnf haben Martin und Gaby geheiratet. Passiert ist diese Geschichte tatsĂ€chlich.

Ein Freund meines Sohnes hat sie mir erzĂ€hlt, als ich ihn fragte, wie er seine Frau kennengelernt habe. Die Geschichte von Gaby wollte ich nicht so gern ausweiten. Sie hat sehr böse Erfahrungen in ihrer ersten Ehe gemacht. Ich deute dies nur an mit der Angst vor dem gewalttĂ€tigen Ehemann. Martin kenne ich schon viele Jahre. Er ist tatsĂ€chlich ein Typ, der die Dinge nimmt, ohne groß zu hinterfragen. Seine Devise: Es ist, wie es ist, Vergangenheit kann man nicht verĂ€ndern. Das Heute zĂ€hlt und daraus macht er das Beste. Gerade das hat Gaby so fasziniert.
Wenn Du jedoch der Ansicht bist, ich könnte noch ein wenig mit dichterischer Freiheit ausschmĂŒcken, werde ich meinen Kopf noch einmal anstrengen, oder ich frag die zwei Lieben einfach noch ein bisschen aus. Ob meine Geschichte dadurch aber glaubhafter wird, wage ich zu bezweifeln. Allein die Hochzeit am gleichen Tag der Scheidung lĂ€sst doch jeden zweifeln, der die Langsamkeit von Behörden kennt.

Liebe lachende GrĂŒĂŸe
Ingrid
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Zinndorfer
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Das dachte ich mir schon, dass das eine wahre Geschichte ist, die sind meistens kompositionell etwas unausgewogen ...
;-)
Also gib STOFF, da fehlt noch der Leim zwischen den AbsÀtzen. Und lass sie (wahre Geschichte hin oder her) NICHT heiraten, schreib einfach, er hat seine Frau im Bett kennengelernt.
Gruß Zinndorfer

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