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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Ein 7. Kapitel
Eingestellt am 13. 06. 2003 07:59


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Routinierter Autor
Registriert: Apr 2002

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Wie sp├Ąt? Sch├Ân hast du getr├Ąumt, wahrscheinlich kurz vor sechs, deine Wachzeit seit vielen Jahren, aber nicht die Augen ├Âffnen, noch nicht, es ist etwas Geheimnisvolles um die geschlossenen Augen, diesem Weltabwenden, es ist Nacht und nur die anderen Sinne k├Ânnen Zeichen liefern um unsere Umgebung, seltsam, dass wir meinen, die Augen lieferten das Wesentliche, sie sind auch nur Beiwerk, um die ungeheure Welt uns etwas n├Ąher erkennbar zu machen, wir m├╝ssen eine ganze Welt ├╝bersetzen in die Sprache der Sinne und glauben, ach was, hoffen, das reicht aus sie zu erfahren, und sie reichen aus, aber was wir nicht erfahren, ist, was sie nicht k├Ânnen, wir haben keinen Sinn f├╝r den Nichtsinn. Ach, das das so ist. Ich bleibe heute liegen. Was f├╝r ein Tag? Freitag. An einem Freitag bin ich geboren, sagt man, ich wei├č nichts davon, dass man seine eigene Geburt vergisst, ist doch ein sehr wesentliches Ereignis, oder nicht?, ist es vielleicht in Ewigkeiten betrachtet v├Âllig bedeutungslos, und zu recht vergessen, was ist wesentlich, was ist wichtig, dass uns werde klein das Kleine und das Gro├če gro├č erscheine, muss gleich mal die Melodie raussuchen und nachspielen, ├╝berhaupt sollte ich mehr das Piano ├╝ben, ich bin zu schlecht darin, meine Fingerfertigkeit ist nur durch das gedankliche Befassen mit dem Instrument nicht zu verbessern, der Mensch muss t├Ątig sein, immer ├╝ben, nichts gelingt von allein, alles geben die G├Âtter ihren Lieblingen, alles, wo bin ich?, Freiburg?, Hamburg? nein, Reichenau, ja, die Woche Bodensee, es ist gut, dass ich mir das einmal im Jahr reserviert habe, man ist doch gleich ein anderer Mensch in diesem ├╝ppigen Garten, werde heute nochmals die Bastei besuchen, ist h├Âchst interessant das Bild von der Wiederkunft Christi, ist aber ├Ąu├čerst reparaturbed├╝rftig, nun, wird sicher nicht billig werden, das zu sanieren, aber es ist wichtig, dass diese alten Fertigkeiten ├╝berliefert bleiben, das Volk hat viel Lehrhaftes dadurch und wird in seiner Fr├Âmmigkeit gest├Ąrkt. Wie denn auch, sollen sie nur fressen und huren, das kommt ihnen am n├Ąchsten , aber man muss die D├Ąmme halten und ihre Triebe aufs Jenseitige richten und ihnen nur die Spiele gegeben, die ihren Sinn zum Guten steigern, den Aufsatz wollte ich schon immer mal dem ├ľffentlichen vorlegen, aber man kann nicht alles zwingen. An einem Freitag geboren, so so, hast du fein hinbekommen, wie das schon klingt, Freitag, an welchem Tag ich wohl sterben werde, ob das auch so unwichtig ist? Lass gut sein, du wirst dir noch die sch├Âne Laune verderben. Mach ich die Augen jetzt auf. Nun denn, es sei. Ah, es ist hell, das Thermo, lass sehen: siebzehn Grad, das ist h├╝bsch f├╝r diese Jahreszeit, k├Ânnen wir auf einen Sommertag rechnen, und keinen Nebel, das ist gut, Nebel mag ich ├╝berhaupt nicht, er ist zu verschw├Ârerisch und geistervoll, hat etwas erschreckendes, sag ich aber keinem, die denken sonst, ich sei kindisch. Was ist heute zu tun? Eigentlich bin ich frei, aber unt├Ątig darf man nicht sein, auch das w├Ąre ein schlechtes Beispiel, immer im T├Ątigen sich zeigen, das n├Ąhert den Menschen den G├Âttern an, doch es sind Briefe zu schreiben, Professor Ceulemann ist anzutelefonieren wegen des Billards, und ja, nat├╝rlich, am Portrait des Vaters weiterzuarbeiten, es str├Ąubt sich noch ein wenig, und wird wohl den Rest des Jahres brauchen, dennoch, die Idee ist vorz├╝glich und Teile sind schon so gut, dass man sie begutachten und herzeigen kann, noch in Freibug hat Scherenflei├č es gesehen und f├╝r gut befunden, auch wenn er an der Mundpartie etwas m├Ąkelte, der Rest aber, soweit es vorzeigbar, ist salviert. Dass sie immer m├Ąkeln m├╝ssen, als wenn es aus einem herauswachsen w├╝rde, ja sagen sie, das ist gut, um dann mit einem gewaltigen Aber nachzukobern, diese Allesbekritiker, dass sie das Wasser nicht halten k├Ânnen, selbst wenn sie selber hin und wieder Vorz├╝gliches leisten, doch, das ja, grad bei ihm hab ich Staunenswertes gesehen, obwohl er soviel j├╝nger als ich, und es ist ungerecht, ihm f├Ąllt es zu, hier muss gearbeitet werden, jeder Strich muss ersp├Ąht und gewerkt werden, und er?, er haut es mit dem Stift hin in einer Stunde und es ist vorz├╝glich, keine Frage, ist es aber zu loben? wie kann man loben, was nicht erarbeitet ist, da liebe ich mein St├╝ckwerk, denn es ist von mir mit viel Flei├č erworben. Es klopft? Herein!

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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

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Lieber lester,

sch├Âner Gedankenflu├č am Morgen - wem ginge es nicht manchmal genauso - aaaaaaaber (Zefira kann das Wasser nicht halten ) - wieso ein 7. Kapitel, und wieso eine Erz├Ąhlung? Ist das Programm, oder darf ich es Kurzgeschichten verschieben?

Sch├Ânen Freitag w├╝nscht
zeffy

... der "Scherenflei├č" ist genial ... ich glaube, den kenne ich
__________________
schmollfisch

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lester
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2002

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...na ja, ich wu├čte nicht genau, wohin damit, k├Ânnte was l├Ąngeres werden, aber darf auch unter Kurzgeschichten stehen
(7. Kapitel? *grins*, schau doch mal bei Lotte rein, man mu├č sich halt gro├če Ziele setzen..)

Gru├č
Lester

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