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Leselupe.de > Ungereimtes
Ein Schuss
Eingestellt am 30. 08. 2001 09:09


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Tabasco
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Ein Schuss


Ich sp├╝re nichts als Abenteuer,
in einer Welt
ohne Ungeheuer,
in der ich selbst mein Leben steuer'.

L├Âwen kreuzen meinen Weg,
gr├╝├čen
und fragen,
wie es mir geht.

Gen├╝sslich beiss ich ab vom K├Ąse,
durchquere den Kuhdamm
w├Ąhrend ich lese.
Vorbei an einer Rinderherde.
Stolz steh'n sie da.
Von weitem wie Pferde.
Ich danke ihnen f├╝r ihre Gaben
Und daf├╝r,
dass sie keine Angst vor mir haben.

Am Alex,
quasi am Fernsehturm
seh' ich die Affen
hangeln und trurn'.
"Zeigt mir den Weg an die Spitze bitte!"
Sie nehmen mich in ihre Mitte.
Ich lass mir den Wind auf der Zunge zergeh'n.
Auch ich will in die Ferne seh'n.

Sp├Ąter steh' ich vor dem Reichstag.
So farbenreich.
So gl├Ąnzend.
Er ist f├╝r diesen g├Âttlichen Tag
So bereichernd,
so erg├Ąnzend.

Voller Erwartung st├╝rm' ich hinein.
Das ├äu├čere kann nicht alles sein.

"Guten Tag Herr Storch, altes Plappermaul!"
"Guten Tag auch Frau Kr├Âte!"
und "Hall├Âchen Herr Gaul!"

Treppe f├╝r Treppe,
bis rauf auf's Dach.

"Tag auch Herr Faultier!"

Die Welt ist nicht flach!

Nie sah ich so wundervoll auf anderes herab.
Nie schn├╝rte mir ein Anblick so sehr die Kehle ab.
Nie war ich so hoch auf einem doch so nied'ren Punkt.
Nie tat so viel Sprache doch so wenig kund.

Es brennen die Augen in der knallenden Sonne.
Es rauscht im Ohr.
Es beben die Gem├╝ter.
Ich drehe mich,
schreiend,
die Arme weit offen.
Um mich herum:

Die Gesetzesh├╝ter.

Ich drehe mich weiter, nehm' sie kaum wahr.
Pistolenl├Ąufe streifen mein zott'liges Haar.

Drohende Stimmen.

Sie sind nicht real.
Ich h├Âre sie nicht.
Das war einmal.

Ich dreh' mich.
Ich lache.
Ich blinz'le sie an.
Meine Hand streift die Waffen.
Ich atme.

Und dann?


Tabasco ┬ę 2000


__________________
L├╝g

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Tabasco
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Anmerkung des Autors: Bei "Ein Schuss" handelt es sich um den 3. Teil einer 5-teiligen zusammengeh├Ârenden Gedichtssammlung. Die anderen Teile werden, sobald wieder f├╝r mich verf├╝gbar (ich habe sie momentan nicht auf dem Rechner), mit dem Hinweis, dass sie Werke dieses Bandes darstellen, ver├Âffentlicht.

der Tab
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Sanne Benz
Guest
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auf Tabascos Spuren...bekannte Orte,die meine eigenen Spuren tragen..

Hallo Tab,
ist es WIRKLICH (so wie ich was las von DIR) eine Welt OHNE UNGEHEUER?
M├Âwen? Hm..:-)) naja, die trifft man selten in der City(nun gibts ja zwei) von Berlin..
DURCHQUERE..w├Ąre eher ├ťBERQUERE..den Ku┬┤damm..
Am Alex..da steht der Turm,un├╝bersehbar.
WAS heisst TRURN?
(sch├Âne Zeile,nie geh├Ârt:"Ich lass mir den Wind auf der Zunge zergehn".Der ist echt klasse,ehrlich,nie gelesen.Merk ich mir,wenn ich darf!!)
Rechstag: Aber ist nicht der h├Âchste Punkt der Turm am Alex?

Nun denke ich ├╝ber den Text nach.M├Âchte ihn verstehen.WAS er sagen soll?WIESO SCHUSS?
Ist egal..es sind Deine Empfindungen,die soll man nicht nehmen. Doch m├Âchte ich gern etwas ..verstehen.
LG
Sanne



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Tabasco
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shal├Âmchen Sanne

ach Sanne... da schreib ich ausnahmsweise mal ein Gedicht, bei dem ich mir wirklich was gedacht habe und du, au├čgerechnet du, stellst mir solche Fragen. ;-)
Aber ich erkl├Ąr's dir gerne. Eigentlich sollte man ja als Autor seine eigenen Werke nicht interpretieren, aber ich tu's trotzdem. Rebellisch, oder? *gg*

Also... der Protagonist des Gedichtes ist ein gest├Ârter Mensch, im Endeffekt. Er glaub in einer Scheinwelt zu leben. Er sieht die Dinge so wie er sie sehen mag.

1. und 2. Strophe: er glaubt in einer Welt ohne Ungeheuer zu leben. L├Âwen (nicht M├Âwen!!!) kreuzen seinen Weg. In jedem Mensch steckt ein L├Âwe. Seien es die "Gro├čstadthaie" oder der einfache B├╝rger auf der Strasse. Jeder will nach au├čen hin, in der ├ľffentlichkeit, etwas aussagen, quasi den L├Âwen raush├Ąngen lassen. Eben diese Menschen gr├╝├čen ihn und fragen nach seinem Wohlbefinden.

3. Strophe: Gen├╝sslich beisst er ab vom K├Ąse (gemacht aus Kuhmilch versteht sich)...er durchquert den Kuhdamm und was sieht er? Rinder. (KUHdamm--> Rinder). Alles ist so beschrieben, wie der Name des jeweiligen Standpunktes in Berlin eigentlich verdeutlicht. Er dankt den Rindern f├╝r den K├Ąse und zieht weiter. (Du solltest, wenn du das hier durchdenkst, nie vergessen, dass er die Dinge nur so sieht wie er sie sehen m├Âchte. Die Rinder k├Ânnten also in der Realit├Ąt beispielsweise Marktschreier sein, die ihre Waren anbieten)

4. Strophe: am Fernsehturm sieht er Affen hangeln und turn'(abgeleitet von turnen). (die affen k├Ânnten an dieser Stelle so etwas wie Arbeiter sein die Reperaturen am Turm vornehmen oder Fensterputzer). Er l├Ąsst sich von ihnen mir nach oben nehmen um ganz Berlin (sein Fantasieland) sehen zu k├Ânnen, um in die Ferne zu sehen. (FERNSEHturm-->Ferne sehen)

5. Strophe: Sp├Ąter steht er vor dem REICHstag. so farbenREICH ... so beREICHernd. Das REICH gibt in diesem Falle dem Reichstag seinen Namen wieder. er ist eben reich. F├╝r ihn: reich an Farbe duch die sich spiegelnde Sonne und bereichernd f├╝r diesen wundervollen Tag. Es hat also nicht l├Ąnger etwas mit dem deutschen REICH zu tun, sondern mit dem Adjektiv reich.

6. Strophe: er st├╝rmt hinein. Er gr├╝├čt den Storch, die Kr├Âte, den Gaul und das Faultier (na was f├╝r Menschen k├Ânnten das wohl sein, die diesen Tieren ├Ąhneln?) Er st├╝rmt aufs Dach.

7. Strophe: Nie sah er so wundervoll auf anderes herab.
Nie war er so hoch auf einem doch so nied'ren Punkt. Klar ist der Turm am Alex h├Âher aber in diesem Moment steht er auf dem Reichstag, ├╝ber dem Gesetz! ├ťber all diesen Spinnern, die Tag ein, Tag aus ihr bedeutungslose Dasein in diesem Geb├Ąude fristen. Deswegen ist dieser Punkt in diesem Moment h├Âher als die Spitze des Fernsehturms.

8. Strophe: Er breitet die Arme aus. Schreit. F├╝hlt Gl├╝ck.
Dann...die Gesetzesh├╝ter (klar, dass die auftauchen, wenn jemand in den Reichstag st├╝rmt um auf dessen Dach in wahrloses Geschrei auszubrechen)

9. Strophe: Er dreht sich weiter. Er nimmt sie nicht wahr. Erh├Ârt sie nicht, das war einmal. (in seiner Welt gibt es keine Regeln, somit auch keine Bullen)

10. Strophe: Er dreht sich. Er lacht. er blinzelt sie an.
Seine Hand streift die Waffen. Er atmet. Und dann?

EIN SCHUSS!

Die Realit├Ąt hat ihn eingeholt. Das Leben fand ein Ende. Der beschriebene Mensch hat sich aus lauter Verzweiflung ├╝ber die bestehende Ordnung, in der er sich in keiner Weise zurecht fand, eine eigene Welt aufgebaut. Eine v├Âllig eigene Anarchie eben, die sich in seinem Kopf abspielt. Doch selbst die wurde ihm genommen.


so... alle Klarheiten beseitigt, Sanne? *g*
Wenn du eine konkrete Bezeichnung f├╝r das Gedicht brauchst w├╝rde ich es abschlie├čend als Fabel bezeichnen.

Ich hoffe das war 'ne einigerma├čen gute Analyse. Schreib mir mal, wie du jetzt ├╝ber das Gedicht denkst.

und wie ich schon sagte: es handelt sich um einen 6-Teiler. Dies hier ist der 3. Teil. Ich hab's also so gmeacht wie bei "Star Wars". Erst das Mittelst├╝ck. Dann die Nachgeschichte. Und letztendlich die Vorgeschichte. *gg*
Alles wietere Sachen aus diesem Band kommen bald.
Kann man bei der Leselupe eigentlich auch einen Gedichtsband komplett ver├Âffentlichen oder muss man die alle einzeln, bzw. als Antwort auf das Ursprungsgedicht ver├Âffentlichen?
Und ich hab gleich noch 'ne Frage: Wie macht man die Schrift dicker, wie setzt man Smilies und all das Zeug. Ich kenn nur die alte Leselupe von damals und da gab's das alles noch nicht.

also Sanne ...dann w├╝nsch ich dir mal ein sch├Ânes erholsames Wochenende.

bis denn dann...

der Tab
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Sanne Benz
Guest
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Mensch Tab,
es h├Ârt sich fast so an (vielleicht weil augerechnet ICH es bin) als w├Ąre es l├Ąstig,das man deinen Text liest...
Deine Erl├Ąuterung h├Ârt sich wiederrum an wie eine meiner Stories...Film..verstehst..
He..ist ja toll.dein Stil..den sollst Du Dir auch bewahren.
Ich hab da nix zu geschrieben um dich zu nerven..provozieren..nieder zu machen oder so..
Ich kenn mich halt auch aus in der Umgebung dessen..vielleicht interessierts mich darum?
Wieso schreibst Du dann nicht eher daraus,statt gedicht..eine Shortstory?
Weisst,wenn auch gealtert,gesetzter,etc..so sind die lieben Gesetzesh├╝ter auch nicht meine Welt..die da in ihren kackigen Uniformen tun,als w├Ąren sie Rambos..
Sag mal..eine Frage dr├Ąngt mir auf:
Hat denn nichts was Du schreibst etwas authentisches?
Ich dachte n├Ąmlich: doch??
lg
die
Sanne

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Tabasco
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Ich hab das ├╝berhaupt nicht so gemeint, dass es l├Ąstig w├Ąre, dir die Sache zu erkl├Ąren. Das doffe beim Schreiben ist halt, dass Ironie nicht richtig r├╝ber kommt. Man sieht den Gesichtsausdruck des anderen nicht un dkann auch die Betonung der worte nicht h├Âren. Also n├Ąxtes Mal wenn ich vergleichbares ├Ąu├čere schreib ich in Klammern Ironie dahinter. (ironie) *gg*
Ich dachte halt nur, du w├╝rdest es auf anhieb verstehen. Ich meine, als Autor merkt man ja sowas schlecht aber sag mal, ist es genrell auf den ersten Blick schwer zu verstehen? Ich hab's ja noch nicht allzu vielen Leuten gezeigt, daher weiss ich das nicht so genau. Auf jeden Fall find ich's immer sch├Ân, wenn du dich f├╝r meine Sachen interessierst.

Also daraus 'ne Kurzgeschichte zu machen...ich weiss nicht so recht. Ich find meinen gedichtsband recht sch├Ân und vielleicht w├╝rd ich's mit 'ner Kurzgeschichte versauen. Aber mal schauen. Vielleicht ├╝berkommt's mich ja mal irgendwann. :-))
Ach ja...ich schreibe nie etwas authentisches. Mein Leben ist "doof". Das Leben anderer ist viel interessanter. F├╝r mich und f├╝r die Leser. Klingt d├Ąmlich aber ist glaub ich so. Selbst wenn ich was authentisches schreiben w├╝rde, w├╝rde ich ziemlich ├╝bertreiben, denke ich. Ich neige des ├Âfteren zu ├ťbertreibungen und m├Âchte alles so extrem wie m├Âglich darstellen. Und bevor ich dann als L├╝gner gelte, denke ich mir lieber etwas neues aus, was nicht heissen soll, dass ich ├╝berhaupt keinen Bezug zu meinen Gedichten und Geschichten habe.

also ...nochmal sch├Ânes Wochenende Sanne
(wahrscheinlich trifft man sich im Wochenende eh noch mal hier...deshalb lass ich das "sch├Ânes wochenende-Gequatsche" jetzt erstmal weg *g*)

in diesem Sinne....

tsch├Â├Â

der Tab
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L├╝g

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ElsaLaska
Guest
Registriert: Not Yet

das mit dem reichstag,

farbenREICH usw. das hat mir gefallen.
ansonsten finde ich die diskussion zwischen sanne und dir nicht l├Ąstig oder unangenehm. wobei mich ja auch keiner gefragt hatte
ist doch sch├Ân, wenn man sich so austauschen kann...
aus anlass eines textes...
macht doch noch ein bisschen weiter so...
liebe gr├╝sse
elsa

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