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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Ein neues Leben
Eingestellt am 23. 02. 2011 10:53


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Bramfelder
Hobbydichter
Registriert: Jan 2011

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Ein neues Leben


Die Karte fiel und somit auch seine Stimmung.
Jahrelang hing sie dort und hatte allem standgehalten.
An diesem Morgen jedoch, fiel sie ihm einfach so ... direkt vor die F├╝├če.

Er achtete schon immer auf die Zeichen, die ihm das Leben brachte. Doch dieses war gewiss kein Gutes.
-Was hat das zu bedeuten?-, fragte er sich und versuchte die Karte wieder an ihren Platz zu h├Ąngen. Doch wie durch eine unsichtbare Kraft, fiel sie immer wieder herunter.

-Der Tag f├Ąngt ja gut an. Was kommt als n├Ąchstes?-, fragte er sich, legte die Karte auf den Nachttisch und trottete mit einem mulmigen Gef├╝hl im Magen zur K├╝che, in der seine Frau schon dabei war Kaffee zu machen.
"Guten Morgen", sagte er verstimmt und sah sie an.
Ein knappes "Morgen" kam ... mehr nicht.

Er nahm seinen Kaffee und erz├Ąhlte ihr von der Karte.
"Du wei├čt, dass ich die Zeichen sehe. Sag mir, was los ist. Muss ich mir Sorgen machen?"
"Ich wei├č nicht", antwortete sie und zuckte mit den Schultern. Dann drehte sie sich um, im Begriff die K├╝che zu verlassen. Er stellte sich vor sie, um ihr einen "Probekuss" zu geben, doch sie wich zur├╝ck.
"Hey ... was soll das?", fragte er. "Liebst Du mich nicht mehr?".
Die Antwort wusste er schon l├Ąngst, aber er brauchte Gewissheit.
Er sah sie an .... sie ihn nicht. Scham glitt ├╝ber ihr Gesicht und dann brach sie in Tr├Ąnen aus.
-Soll ich diesen Tr├Ąnen glauben?-, fragte er sich und sp├╝rte auf einmal diese unendliche Leere in seinem Herzen.
"Ich kann nichts daf├╝r, ich bin einfach so da hineingerutscht", schluchzte sie.
"Man rutscht nicht so einfach da hinein", erwiderte er ruhig.
"Entweder l├Ąsst man es zu oder nicht. Und Du ... hast es zugelassen".
Er wunderte sich ├╝ber sich selbst, dar├╝ber dass er so ruhig blieb. Jeder andere w├Ąre total ausgerastet. Er war die Ruhe selbst.
Wer es ist, wollte er von ihr wissen, doch sie gab: "Ist doch egal", als Antwort.
Es war egal ob sie es sagte oder nicht. Denn seine innere Stimme hatte ihn noch nie betrogen. Er kannte die Antwort, obwohl es nie ├Ąu├čere Anzeichen gab.
"Dann hast Du ja jetzt Deinen privaten Lebenscoach, den Du immer wolltest".
Irritiert sah sie ihn an. "Wen meinst Du?"
Doch er gab nur ein "Ist doch egal", zur├╝ck. "Es hat sich hiermit sowieso erledigt".
Sie kannte seinen Standpunkt. Ein Zur├╝ck gab es f├╝r sie nun nicht mehr. Denn Vertrauensbruch war Hochverrat f├╝r ihn. Und es gab nichts, was er mehr verachtete.

Er war ma├člos entt├Ąuscht von ihr, dass sie einfach so ... alles ├╝ber den Haufen warf. Einfach so ... ohne R├╝cksicht auf Verluste, ohne sich Gedanken dar├╝ber zu machen, wie er sich dabei f├╝hlte und welchen Schmerz sie ihm zuf├╝gte.

Und dann verlie├č er das Haus. Er musste raus. Er brauchte frische Luft zum Atmen, musste seine Gedanken sammeln, bevor er anfing durchzudrehen.
Wie benebelt fuhr er zur Arbeit und entging nur knapp einem Crash, so sehr war er mit seinen Gedanken unterwegs.
Er stellte sich immer wieder die Frage, was passiert sei.
Und w├Ąhrend der Arbeit, war er v├Âllig neben sich, denn in Gedanken war er ganz woanders.

Als er am Nachmittag nach Hause kam, fand er dass Carport leer vor.
"Sie ist bei ihm", schoss es ihm durch den Kopf.
Und so richtete er sich gedanklich schon mal darauf ein, das Wochenende allein zu verbringen.
"Rumjammern bringt mich jetzt nicht weiter", gestand er sich ein.
Also brauchte er etwas, das ihm die Kraft gab, dies alles gut zu ├╝berstehen.
-Genau ... , das ist es-, sagte er sich nach einer Weile des Gr├╝belns und er beschloss, sich nur die positiven Dinge aus dieser Angelegenheit herauszuziehen. Denn Schmollen w├╝rde ihn nur weiter vom Weg abbringen. Er musste jetzt einen klaren Kopf behalten, damit er ungehindert in seine Zukunft blicken konnte.
Er stellte sich immer wieder die Frage: -Welchen Vorteil habe ich davon, dass ... -.
Und so fand er immer mehr Antworten, die ihn zufrieden stellten.
Er fing an, Pl├Ąne zu schmieden und sich seine Zukunft auszumalen. Und allm├Ąhlich fand er Gefallen daran.
-Ich bin frei-, freute er sich. -Von heute an, bin ich wieder mein eigener Herr, bin niemandem mehr Rechenschaft schuldig, au├čer mir selbst-.
Und ihm wurde bewusst, dass ihm in den letzten Jahren einiges gefehlt hatte, das er bereitwillig und unbewusst zur├╝ckgesteckt hatte. Seine Ruhe ... seine Gedanken ... seine ganz pers├Ânlichen Tr├Ąume.
Sich einfach mal "Langweilen", ohne dabei gest├Ârt zu werden.
Das Leben hatte ihn wieder, so wie er es schon immer gern gelebt hatte.



__________________
Das eigene Leben schreibt die besten Geschichten ...

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