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Leselupe.de > Ungereimtes
Erkenntnis
Eingestellt am 23. 12. 2000 17:11


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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

Werke: 68
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dĂŒrre Nachtflechten verblĂŒhen
in den verwaschenen Nordfurchen
meiner Großhirnrinde
und die Geysire erloschener TrÀume
klaglos vernarben
rostbringend zerheilt die Zeit
langsam den Dolch
der noch immer
aus meinem Herzen ragt
sein Schatten wird lÀnger
gemahnt mich schlafen zu gehen
noch weitere Jahre auf dem RĂŒcken
die Decke zu zerlöchern
mit schlaflosen Blicken
und es rieselt grau
verschlissener Himmel herunter

Treibgut frĂŒher Jahre strandet
eine TrÀne purzelt heraus
und stirbt

das Grab erhebt sich sanft
in der Ebene
neben den anderen
hĂŒgelig fĂŒhlt es sich an
auf meiner Haut
unter meinen HĂ€nden

und die TrĂ€nengrĂ€ber spĂŒrend
begreife ich
zum ersten Mal
wirklich
was
ausschlaggebend
ist


__________________
Lyrik ist LogopÀdie im Zeitalter der Sprachlosigkeit. [Alexander Eilers]

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Feder
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Registriert: Dec 2000

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Hallo Svalin,
es ist schwer den Ursprung nicht zu erkennen. Es kann Liebe sein, es kann dein Selbst sein, auf jeden Fall ist es prĂ€gnant fĂŒr dein Leben, ĂŒber was du schreibst. Du hast gefunden, was wichtig fĂŒr dich ist - nach diesem Text. Man ist nie zu alt, einen neuen Weg einzuschlagen, der sicher auch Seitenzweige birgt zum wichtigen und richtigen Ziel.

Auch wenn deine Zeilen schwermĂŒtig waren und höchste Konzentration erforderten, sich hineinzulesen, zu begreifen, nachzuempfinden (was der Schreiber ja manchmal beim Leser ĂŒberhaupt nicht bis ins Detail bezwecken möchte), es ist ansprechend - wenn auch in einem fĂŒr mich etwas finsteren Bereich. So traurig, so aussichtslos. Das muss das Leben nicht sein, wo Schatten ist, ist auch Licht.

Frohe Weihnachten und lb. Gruß,
Feder

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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

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Hallo Feder

danke fĂŒr deine aufmunternden Zeilen! Aber es sind nur die Worte in meinem Text die traurig sind ... ein paar dissoziierte Erinnerungen und der Weichzeichner der Phantasie. Poesie lebt allzuoft in den Schatten. Wieso nur? FĂŒr das Licht, in dem ich lebe, fehlen mir einfach die Worte beim Genießen.
So bleibt oft nur die Essenz der NĂ€chte. Und ein LĂ€cheln am Morgen.

Gruß
Martin

P.S.: Ich gebe zu, daß der Text nicht einfach zu interpretieren ist. Kernmotiv ist jedoch - soviel sei verraten :-)- daß ausschlaggebend eine zweite Bedeutung hat ... in den hĂŒgeligen TrĂ€nengrĂ€bern auf der Haut ... Hautausschlag <-> ausschlaggebend. Na ja, wohl nicht so gelungen!?
__________________
Lyrik ist LogopÀdie im Zeitalter der Sprachlosigkeit. [Alexander Eilers]

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Feder
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Jetzt fehlen mir die Worte :-)

das kommt davon, wenn man sich MĂŒhe gibt, zu interpretieren :-).

Nichts fĂŒr ungut!

Gruß,
Feder

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Vadian
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Svalin - doch, doch, die Sache mit dem Ausschlag kommt prima rĂŒber.
In manche Deiner Gedichte (auch in dieses) lasse ich mich vertrauensvoll fallen, weil fĂŒr mich der Klang "stimmt". Und dann ist's bewegende LektĂŒre - die "Interpretation", oder was Du "sagen willst", das ist mir dann noch eine ganze Weile egal, wenn beim Lesen etwas von mir in Resonanz gerĂ€t.
Ich mag Deine Gedichte sehr.

Vadi

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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

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Ich denke, es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, daß der Autor in jedem Fall etwas zu sagen hĂ€tte. Manches sind einfach nur Stimmungen, die in Worten auskristallisieren. Und fragt mich bitte nicht, warum gerade so ... ich weiß es auch nicht :-)

Martin

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