Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂĽssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5284
Themen:   87784
Momentan online:
452 Gäste und 19 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Erstlingswerk
Eingestellt am 16. 09. 2001 17:12


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
chrisi
Hobbydichter
Registriert: Jun 2001

Werke: 26
Kommentare: 21
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Ich versuche mich neuerdings an einem StĂĽck klassischer Natur, was die Thematik anbelangt. WĂĽrde mich ĂĽber Meinungen bezĂĽglich des ersten Teiles (bzw. dessen Rohbau) freuen! Szene 1


(Ein junger Schauspieler sitzt auf einem Stuhl vor einem kleinen Tisch. Nur eine Kerze spendet dem Raum ein wenig Licht. Mit beiden Händen hält er ein Glas Wein. Sein Blick ist leicht gesenkt und er wirkt erschöpft. Er wischt eine Träne aus seinem Gesicht.)


S: Des jungen Körpers Konsistenz,
noch saftig frisch im Leben,
ist Geist, zwar fern noch der Demenz,
Kadaverfäulnis eben.

Verdorben in dem Spiel der Zeiten,
mir ekelt nun, wo einst gelacht!
Was konnte bloĂź mir GlĂĽck bereiten?
Warum, dass ich wie heut nicht dacht?

Es konnt’ sich nicht im Jugendrausch,
der Geist in mir gesunden.
Und hat zum Schluss- welch Rollentausch,
den Ăśberdruss gefunden.

Als Bohemien mit Konsequenz,
dem schnellen GlĂĽck ergeben.
Welch trĂĽbe, kĂĽhle Differenz!
Zieht Liebe ab vom Leben.

Des Heuchlers Lust und Leidenschaft,
mit Gott und dort mit Phrasen,
hat Leiden ohne Schaft mit Kraft,
die Lust mir jĂĽngst verblasen.

Das Spielen meiner wahren Rollen,
ach wären sie erfunden!
Mit groĂźen Geistern, Liebestollen,
der Bühne schönste Stunden.

Nur schwach im Schatten, liegt das wahre,
kümmerliche Häufchen Ich.
Gar fern der theaterlich Fanfare:
Leidenschaft! Ich brauchte dich!


(Er nimmt die Kerze, steht auf und tritt einen Schritt nach vorne. Er blickt in Richtung einer Kommode.)


FĂĽr wahr! Mein SchweiĂź wird kalt,
beim endlos langen warten.
Der Drang in mir schon wiederhallt,
nach Musen, feinen, zarten.

Verraten wurd’ ich und verkauft,
von all dies fromm Instanzen.
Die Sehnsucht letzte ZĂĽge schnauft,
die Welt scheint schlecht im Ganzen.

Nicht nur der Weltenball in sich,
nein alle seine Triebe!
Drum scheint es mir heut sicherlich,
verkehrt, wenn ich noch bliebe.


(Er schreitet zur Kommode und nimmt ein langes Messer aus der obersten Schublade.)


Drum frisch zur Tat wird nun geschritten,
alle Mittel sind mir lieb1
Gehängt, vergiftet und geschnitten,
wär’s doch verkehrt, wenn ich noch blieb!

Und was danach, nach mut’ger Tat?
Der Hölle ewig Feuer?
Die Schrift erscheint mir als Verrat,
doch Irrtum käme teuer.

Der boshaft Teufel will mich nicht,
zurück würd’ er mich schicken!
Der Erde fahles Angesicht,
ich könnt’s nicht mehr erblicken!


(Das Zimmermädchen Marie öffnet die Türe und erschrickt angesichts des Messers in ihres Herren Händen.)


S: Nichts bekommt man auf dieser Welt!
M: Herr, was ist es, das ihnen missfällt?


(Überrascht dreht er sich Richtung Marie und legt das Messer unauffällig zurück auf die Kommode.)


S: Nichts meine Liebe! Ich probte nur!
M: Mir scheint, ein StĂĽck von sehr trĂĽber Natur.

S: Es handelt mein Kind, vom Tod und vom Sterben,
doch lass dir nicht deshalb die Laune verderben!

M: Ja, mein Herr, ich will es versuchen.
S: Marie, wirst du ich auch morgen besuchen?
M: Gewiss doch mein Herr! So darf ich nun gehen?
S: Ja, wenn schon morgen wir wieder uns sehen!


(Marie ab.)


S: Marie, Marie! So fromm, voll Scham,
ach wärst du doch geblieben.
Auch wenn ich mich aus altem Gram,
nie wieder will verlieben!


(Er setzt sich wieder auf den Stuhl, nimmt einen kräftigen Schluck aus der Flasche und schläft über den Tisch gebeugt ein.)


(Plötzlich öffnet sich die Türe. Ein alter, fülliger Mann betritt den Raum. Er beginnt mit kräftiger, selbstsicherer Stimme zu sprechen.)


V: Nun lasse nicht die Hoffnung schwinden,
mein kindlich kluger Sohnemann,
dein Lebensglück fängt doch erst an,
doch suchen musst du vor dem Finden!

S: Ihr guten Geister aller Götter!
Verzeiht, wenn er nicht überschäumt.
Die Freud, von mir dem jungen Spötter,
der schon so oft von ihm geträumt.

V: Ach muss sich Sohn jetzt ĂĽberwinden,
fĂĽr seinen alten Herrn Papa,
ein StĂĽndchen seiner Zeit zu finden,
der selbst einst durchaus gastlich war.

S: An Gastlichkeit, mein lieber Vater,
herrscht in mir noch keine Not1
Erkenn doch endlich meine Mater:
Vater, du bist längst schon tot!

V: Und wenn, soll’s mir gestattet sein,
in diesen kurzen Nächten.
Beim Sohnemann ein Stelldichein,
bei dem es steht zum Schlechten.

S: Fast rĂĽhrt mich die Betroffenheit,
in deinen blassen Falten.
Als Kind hätt’ ich mit Sicherheit,
mein Herz dir nun entfalten.

V: Mach dir bewusst mein Sohn, geschwind:
Hör auf dein Glück zu schleifen!
Auch heute bist du noch ein Kind,
nach Sternen willst du greifen!

So viel erreicht in jungen Jahren.
Im Schauspiel hoch gefeiert!
Ist dir nie Böses wiederfahren,
zum Trotz- dein GlĂĽck verschleiert.

Nun nimm die Kraft und deine Jugend,
lasse sie verbinden!
Und mache dir zur ersten Tugend,
auf Erden GlĂĽck zu finden.


Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Nemesis
Hobbydichter
Registriert: Aug 2001

Werke: 14
Kommentare: 27
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

hi chrisi,
also ehrlich ein wundervolles werk wie ich finde,
hab aber zwei stellen gefunden an denen ich noch machen wĂĽrde:

-von all diesEN fromm Instanzen

-doch lass dir nicht deshalb die Laun_ verderben

Bin der Meinung das wĂĽrde besser klingen. Sonst nur weiter so

GrĂĽĂźe
__________________
Nemesis
ein Funke im tiefsten Dunkel

Bearbeiten/Löschen    


Sohn des Rhein
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Chrisi,

erst einmal: Viel Erfolg fĂĽr Dein StĂĽck.

Der Teil, den Du hier gepostet hast, ist prinzipiell zu kurz, um irgend eine großartige Kritik zu äußern, nur so viel: Die Sprache ist teilweise zu verwickelt, finde ich... Es dürfte für potentielle Zuschauer ungemein anstrengend sein, dem ganzen zuzuhören und das Ganze zu verstehen. Die Szene mit Marie ist viel zu kurz; wieso kam sie überhaupt? Und wenn der Besuch am nächsten Tag ebenso kurz ist (sie ist sein Zimmermädchen- kann/wird er sie da nicht täglich sehen?), so frage ich mich nach dem allgemeinen Sinn solcher Besuche.... Auch der "Faust" scheint zu sehr durch, meiner Meinung nach: Die allgemeine Stimmung des Protagonisten, und dann das mit dem "proben"....

Allgemein habe ich das Gefühl, dass die Handlung zu schnell abläuft; verweile ein länger bei den einzelnen Szenen, erschlage die potentiellen Zuschauer nicht mit komprimierten Informationen.

Viele GrĂĽĂźe und viel Erfolg,
Sohn des Rhein

Bearbeiten/Löschen    


chrisi
Hobbydichter
Registriert: Jun 2001

Werke: 26
Kommentare: 21
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Lieber Nemesis!

Danke für deine kritik und dein Lob! Was deine Verbesserungsvorschläge betrifft- sie sind tatsächlich eine verbesserung. Danke dafür. Das bisher hier veröffentlichte ist der unfertige und nicht einmal überarbeitete Rohbau eines kleinen Teils eines Stücks. Deshalb sind Kritiken wie deine hilfreich und wertvoll!

Beste GrĂĽĂźe!
Chrisi

Bearbeiten/Löschen    


chrisi
Hobbydichter
Registriert: Jun 2001

Werke: 26
Kommentare: 21
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Lieber Sohn des Rhein!

Danke erstmal, dass du dir so viel zeit fĂĽr mich genommen hast.
Ich möchte nun versuchen, zu deiner kritik stellung zu nehmen.

Ja, der teil ist tatsächlich sehr kurz. Ungeduld ist keine tugend, ich weiss. Auch die Sprache ist, wie du richtig erkannt hast, altmodisch, bewußt an jene vergangener Tage angelehnt. Ich versuche damit eine Stimmung zu erzeugen, die klar ein szenario vor unserer zeit unterstreicht. Ob dies gefällt, oder nicht? -Danke für deine meinung, ich würde mich über weitere freuen!

Was den auftritt der marie und das proben betrifft: Der protagonist probt nicht, er spielt tatsächlich- wenn auch triebschwach- mit dem gedanken sein ihm zur qual gewordenes leben zu beenden. Marie betritt in der sekunde den Raum, in dem der leser glauben könnte (wenn es auch dem dramaturgischen reglement entgegengesetzt ist), er würde sich tatsächlich mit dem messer töten.
Ich weiss, dass dies noch viel verständlicher herausgebracht werden muss, als autor läuft man gefahr zu glauben, dass auch der leser ohnehin weiss, wie es weiter geht.
Also: Marie betritt im moment der ersten grösseren spannung das feld und soll sich so beim leser bzw. zuseher als zentrale und entscheidende figur vorstellen, auch wenn ihr auftritt kurz ist. Ist das verkehrt? Ich weiss es nicht, wie schön, dass es die leselupe gibt.

Punkto Faust: Es gibt ähnlichkeiten, was den protagonisten betrifft, doch ist eine verzweifelte, von suizidgedanken geplagte hauptfigur nicht in unzähligen dramen anzutreffen? Ist es nicht fast eine dramaturgische pflicht einen solchen helden zu erzeugen? Aber keine angst, mephisto bleibt in der schublade.

Komprimierte informationen: Du hast recht. Der grösste schwachpunkt meiner meinung nach! Es ist gar nicht leicht, ohne grossartige handlung oder information lesenswürdig zu bleiben- ich werde daran feilen!

Besten dank und viele grĂĽsse!

Chrisi

Bearbeiten/Löschen    


chrisi
Hobbydichter
Registriert: Jun 2001

Werke: 26
Kommentare: 21
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Entscheidende Frage an alle: Ist die sprache zu verworren? Kann man der handlung folgen? WĂĽrde mich ĂĽber eure meinungen freuen! (...danke sohn des rhein...)

euer chrisi

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂĽck zu:  Ungereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.



Leselupe-Bücher





Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!