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Leselupe.de > Erzählungen
Erzählungen
Eingestellt am 01. 12. 2006 13:56


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Gobac
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Die Hochzeit

Die Hochzeit



Traditionell kommen im meiner Familie, nur Jungs auf die Welt. Meine Cousine Anela ist die Ausnahme.
Wenn ich sie ärgern will, sage ich, dass sie ein Lapsus meines Onkels ist. Dann muss ich laufen.
Sie lebt seit dem Krieg in Belgien in Lüttich. Vor drei Jahren heiratete sie und ihre Hochzeit war der Anlass eines Familientreffens. Es war schön, Verwandte nach vielen Jahren wieder zu sehen. Wir versammelten uns in der Wohnung von Anelas Bruder. Die Atmosphäre war fröhlich und laut. Kurz bevor wir zu Kirche fahren wollten, fing Anela zu heulen an. Ihre Frisur war nämlich nicht so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Dann brach die Panik aus. Ihr Make-up war kaputt, die Augen rot, und ihre Mutter bekam fast einen Herzinfarkt. Ein einziges Chaos! Ich ging mit Anela in ein Zimmer und wir rauchten erst mal eine Zigarette.
Sie beruhigte sich wieder ein bisschen und kam raus, dass es für ihre Tränen einen anderen Grund gab. Sie sagte, sie sei traurig dass ihr Vater, der im Krieg fiel, nicht dabei sein kann. Dann heulten wir beide. Der Gedanke, dass er nicht mehr lebt, tut sehr weh. Nach ein Paar Minuten gingen wir wieder raus. Mit Hilfe des weiblichen Teiles der Familie kamen ihr Make-up und die Haare wieder in Ordnung und sie stand strahlend vor uns in ihrem weißen Kleid.
Endlich, konnten wir zur Kirche fahren. Nach einer Fahrt, die unsere Führerscheine gefährdet hätte, kamen wir mit einer kleinen Verspätung. Dort erlebten wir die nächste Überraschung. Der Bräutigam und seine Hochzeitsgäste waren noch nicht da. Anela war sehr gelassen. Wahrscheinlich war es nicht das erstes Mal, dass Didier sich verspätet? Je später es wurde, desto größer war die Gefahr, dass meine Tante ohnmächtig wird. Wir amüsierten uns sehr über die Theorien, warum er noch nicht da ist. Eine der Theorien war, er ist Psychologe und er fand etwas bei Anela, das ihm von der Heirat abhielt. Wir hatten sehr viel Spaß, was bei den älteren Mitgliedern der Familie böse Blicke verursachte. Endlich, nach 45 Minuten waren sie da. Wir mussten Anela verstecken, weil der Bräutigam die Braut erst vor dem Altar sehen darf.
Dann ging es endlich los. Die Ganze Zeremonie war sehr kitschig, wie es alle Hochzeiten normalerweise sind. Es fehlte nur noch Linda de Mol. Nach 15 Minuten hatte ich genug davon und ging raus, vor die Kirche. Zum Glück, waren draußen ein Paar Mädchen, die die Zeremonie auch nicht besonders aufregend fanden. Sie sprachen Deutsch und Englisch, und so wurde ein Schritt zu einem unterhaltsamen Abend gemacht.
Die Party war im Garten des Elternhauses des Bräutigams. Es wurden zwei Zelte eingerichtet aber das Buffet kam erst später. Viel später. Ich war wieder mal meiner Mutter für ihren guten Rat dankbar: „Gehe nirgendwo hin mit leerem Magen!“. Also, ich hatte in der Frühe schön gefrühstückt und hatte nicht das Problem wie die anderen Hochzeitsgäste. Viele sahen sich um, ob es Essbares im Garten gibt. Endlich kam der Party-Service und es baute sich sofort eine Warteschlange am Buffet.
Die Feier war sehr schön. Man konnte viele verschiedene Sprachen hören: Bosnisch, Deutsch, Englisch, Französisch… Um Mitternacht wurde „Reise nach Jerusalem“ gespielt. Erst spielten die Jungs. Der Preis für den Gewinner war das Vergnügen das Strumpfband meiner Cousine mit der Zähne runterzuziehen. Dann waren die Mädchen dran. Die Gewinnerin durfte das Hemd des Bräutigams mit den Zähnen ausziehen. Alles wurde von der betrunkenen, jubelnden Masse angefeuert.
Die Feier dauerte bis in die Morgenstunden und am nächsten Tag reisten wir in verschiedene Richtungen ab. Auf dem Weg nach München entstand die Idee für eine Internetseite, auf der alle Mitglieder unsere Familie zusammen sind. Ein Familientreffen aller Mitglieder ist nur in der virtuellen Welt möglich.
Die Anela ist glücklich verheiratet und hat, natürlich, einen Sohn.

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HFleiss
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Erzählungen

Lieber Gobac,

ich grüße dich. Das ist deine erste Geschichte hier? Was hat dich veranlasst, von der Hochzeit Anelas zu schreiben? Deine Familie war sicher lange getrennt, und so ist das für dich ein sehr großes Ereignis gewesen? Dein Deutsch ist schon sehr gut, und du kannst dich auch schon wirklich interessant ausdrücken. Ich freue mich schon auf deinen nächsten Text, vielleicht sogar schon mit fiktiven Elementen.

Lieben Gruß
Hanna

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