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Leselupe.de > Erzählungen
Erzählungen
Eingestellt am 28. 01. 2009 19:43


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whisperfriend
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jan 2009

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STERNENSTAUB IM ELFENWALD

Verraten fühlt er sich und von allen verlassen, wie wenn das Licht ausgeht und nichts mehr zu hören ist. Wo sind sie jetzt, die einst meinten; es wird schon gut gehen, hab Vertrauen und fürchte dich nicht. Nichts als leere Worte und unbedachte Floskeln, selbst jetzt würden sie ihm das Blaue vom Himmel versprechen. Kommt schon gut, wirst sehen!
Was hat er sich alles vorgenommen um diesem Schicksal zu entrinnen, sich dagegen gestemmt und angekämpft. Als würde er nichts anderes mehr haben und alles verlieren, ja gar um seinen letzten Atem gerungen und sein Territorium verteidigt. Er würde es zu eng sehen und total übertreiben, fanatisches Gehabe gebaren und hat jeden Sinn zur Realität verloren. Ein Tagträumer mit schlafwandelnder Gewissheit seinem Verderben entgegen zu rennen. Sollen sie mich alle verurteilen und voreingenommen abschreiben, Frust und Trotz ist ihm vorbehaltslos vergönnt, scheinen die Valenz des Verbündeten im Kampf gegen seine Selbstironie. Wo sonst ist Schuld zu suchen und welchem Zweck soll sie dienen?
Erkenntnis erlangen um die Heilung einzuleiten, Mut zu schöpfen in der Mühle der Zeit oder gar Rache zu hegen?
Sich selber wehtun, wenn das Erlebte schon endlos schmerzt? Ein Vagabund der sich noch ein gewonnenes Eigenheim anzündet, würde sich kein grösseres Leid antun, als er sich jetzt. Verzeih dir selber und kaue nicht mehr auf diesem verkochtem Gericht das dir im Halse stecken bleibt. Blühe endlich auf und lass Sonne in dein Gemüt, erwärme dich im Licht das deine Sinne klärt und schweife nicht im Banne der Vergangenheit. Worte die er sich vorhält um diese im gleichem Atemzug zu erwürgen, sie schmerzen mehr als sein Verlust. Im Schatten will er sich trösten, wo kein Licht eindringt und Verlassenheit herrscht, genauso wie er fühlt und denkt.
Prahlen mit Kummer um auf sich aufmerksam zu machen: "Schaut alle her, so bin ich gestrandet und habe die Liebe sinken sehen". Am Riff zerschellt ohne Getose ist er abgetaucht und auf Grund gelaufen.
Wollte doch erst beginnen das Glück zu halten das über ihn hergefallen ist und mit tausend Gedanken befassen was alles Schöne in sein Leben getreten ist.
Nun werden die Fragen das Sein beschreiben, wie: Bist du auf dem Weg der dir vorgeschrieben ist und dich hinterfragen lässt wer ihn verfasst hat? Nimmst es als selbstverständlich hin und vermisst keine Sekunde die mal war? Ist es blos ein Verdrängen das ihm Wohlbefinden vorgaukelt oder hat es da Gedanken die aufkommen und schmerzen bereiten? Wie viele Augenblicke am Tag ist er in deinen Sinnen und wie oft machst du die Faust in der Tasche und deine Sehnsucht muss unterdrückt werden?
Dem ist wohl nicht so und diese Vorstellung nur Wunschdenken, dass es doch wieder werden möge wie es einst war. Doch wie war es denn? Nur Zauber, Harmonie und Frohsinn, nur eine Leichtigkeit des Vergnügens oder doch tiefste Liebe der Empfindung? War er Mittel zum Zweck und auf Dauer nicht zu ertragen oder zur falschen Zeit am richtigen Ort?
Nie zuvor hatte er solche Gedanken gefasst, sich niemals vorgestellt dass er so etwas Schönes und Einmaliges hätte erleben dürfen. Wie soll man auch von einer Liebe träumen können ohne diese je erlebt zu haben? Als wenn man lernt zu laufen oder seine ersten Worte heraus stammelt, so empfand er diese neue Gabe die ihm mit dieser Liebe zu Teil wurde. Schenken kann man so was nicht ohne es auch nur im Ansatz zu Wollen, soviel zum Thema ob sie ihm etwas vorgespielt hatte. Nein, das kann nur ehrlich und mit tiefster Überzeugung aus dem Herzen geschehen sein und daran mochte oder besser gesagt konnte er auch gar nie glauben. Erst der Verlust einer Einmaligkeit führt Zweifel und Bitterkeit zum Regisseur und lässt dunkle Gedanken zum Hauptdarsteller werden.
Aber diese Gefühle wiederspiegeln nur eine Momentaufnahme und verplatzen schneller als Seifenblasen am Himmel, denn ein Blick zu diesem und alle schöne Erinnerungen treten gleich hervor. Wie sein Engel aus der Hemisphäre entgegen lächelt, erblickt er all die schönen Stunden und will dieses Gefühl von Erhabenheit und Glückseeligkeit immer und immer wieder erleben.
Kurz nach seinem Verlust verspürte er den Drang um sie zu kämpfen, machte sich die schaurigste Gedanken wie und was alles passieren müsste, dass es ihm seine Angebetete zurück bringen würde. In solchen Phasen die man durchlebt, würde es den schlechtesten Vermittlern gelingen einen solchen Menschen für jede noch so absurde Tat zu überreden. Voller Groll und unzähmbarer Wut ist man ergriffen und aus einem löchrigen Argument würde eine handfeste Tatsache. Gut wer sich da in behüteten Kreisen aufhält und auf einen Rückhalt zählen kann. Doch diesen hat er schmählich belogen und hintergangen, wie kann er da noch auf Beihilfe hoffen? Es kann nur die Liebe sein, die ihn davor bewahrte ganz und gar dem Schicksal entgegen gesteuert zu sein. Diese ihm angetraute Frau die er missachtet und verletzt hatte, hielt ihn unbewusst aufrecht und die intakte Familie schützte ihn vor unbedachten Handlungen.
Ja, er steht zu ihnen, nach wie vor weiss er wo zuhause und der Platz einzunehmen ist. Es ist die Bürde die man sich selber auferlegt und jemandem verspricht diese zu gewähren um eine Familie gedeihen zu lassen. Wie sonst sollten wir vor dem Aussterben verschont bleiben und nur wer aus diesem Rahmen fällt erkennt schlussendlich was die Ehe wert ist und wie sehr man diese behüten soll. Nicht zu ersetzen und nicht zu heilen ist der Bruch einer Familie. Mit jedem Auseinandergehen stirbt ein Funke Hoffnung in unseren Kindern, dass Werte wie Ehrlichkeit und Vertrauen bestand haben könnten.
Bis das der Tod euch scheidet: Unvorstellbar und verleitend dies selber in die Hand zu nehmen und kann nur in grauster Vorzeit ausgedacht worden sein. Eher sollte es heissen: Verbunden bis die Hoffnung stirbt und die stirbt bekanntlich zuletzt. Ewig wird sich dieses Thema diskutieren lassen und immer wird es Gründe für und gegen die Treue geben, doch solange wir darüber sprechen ist die Liebe in uns und lässt uns nicht los. Befürworter wie Gegner, keinen lässt es kalt, weil wir uns lieben auf immer und ewig.

Wie er sie zum ersten Mal erblickte war der Raum auf Sein beschränkt, nichts auf dieser Welt hätte noch Platz gefunden zwischen ihnen. Der berühmte erste Blick, bestehend aus Neugier und Verlangen hatte ihn sofort ergriffen. Wie sich die ersten Worte gewechselt hatten, entsprangen ihnen Millionen von Fragen im Gehirn und um diese zu registrieren bedarf es allen Speicherkapazitäten die man sich nur vorstellen kann.
Doch ganz sicher fragt man sich nicht ob man geschaffen ist füreinander? Dafür war auch nicht die entsprechende Vorstellung erfüllt. Sind wir geschaffen um jemandem zu gehören und wenn es so ist, für wie lange? Woher das Recht auf Vermutung, dass jeder der für jemanden fühlt, dies auch auf immer so tut?
Sie spricht mit warmem Ton, leise und etwas schüchtern, so als ob man von Schmetterlingsflügel gestreichelt wird. Sie hatten sich ja schon gesprochen und sehr oft einander geschrieben, das gegenseitige Interesse war mehr als nur vorhanden, doch diese Begegnung stellte jede Erwartung in den Hintergrund. Gefangen vom Hauch der Sinnlichkeit steuerte diese Verschmelzung von Zuneigung direkt auf sein Herz und nichts konnte ihn mehr davon abhalten es geschehen zu lassen.
Der Jahreszeit entsprechend waren sie leicht gekleidet, doch für einen sehr warmen Frühjahrstag hatten sie viel zu viel auf der Haut. Vielleicht war es aber auch nur die Aufgeregtheit und die Gier nach den beiden, auf jeden Fall lief ihm der Schweiss schon nach kurzer Zeit den Rücken entlang herunter und seine Hände waren von Anfang an feucht. Er blickte so oft er konnte in ihre Augen und fand jedes Mal das gleiche Bild wie im ersten Augenkontakt. Ozeantiefe Augen die ihm Einblick in ihre Seele gewährten. Er glaubte sie schon damals zu bitten ihre Brille abzulegen und direkt in ihre bezaubernden Augen schauen zu lassen.
Auf was achtet ein Mann zuerst wenn er eine neue Bekanntschaft macht, wie stellt er sich vor sollte sie ausschauen, was tragen und wie erscheinen? Viel mehr hofft auch er, dass sie nicht von ihm abgeneigt ist und in seinem Fall hatte er ihr auch zur Wahl gestellt, dass wenn sie ihn erblickt und ihr einen schlechten Eindruck machen sollte, sie doch schnurstracks wieder verschwinden dürfte. Doch zu seinem Glück hat sie das ja nicht getan. Kein Mann würde es einem Kollegen freiwillig bestätigen, dass es ihm wichtig ist wie sie über ihn denkt, doch das ist blos ein naturverbundenes, geschlechtliches Erbe, wie Männer weinen nicht und dergleichen Klischees.
Ihre langen, schwarzen und offen getragene Haare sind ihm nebst den Augen und natürlich einer sehr weiblichen und begehrenswerter Körperfigur als erstes in Erscheinung getreten. Warum lässt ein Mann der Frau den Vortritt gewähren, doch nur um sie schon unbefangen und ohne Scheu von hinten zu begutachten. Du schaust ihr auf den Po. Wie rundlich ihre Silhoutte wirkt und wie viel Haut du schon betrachten kannst. Wie ist ihr Gang und ihre Haltung, wie graziös oder elegant bewegt sie sich? Kleidung ist Männern gewöhnlich zweitrangig, wenn nicht noch unwichtiger. In seinem Fall lag der Wert auf Schlichtheit und Praktisches, doch diese Frau erweckte gar in ihm, dass er sich vorstellen konnte, wie sie einkleiden und stylen, doch das kam alles noch viel später.
Eigentlich sollte dieses Treffen ja schon ein paar Wochen zuvor stattfinden, doch er musste es absagen. Vermutlich war es so vorbestimmt, denn an diesem Tag passte alles und eigentlich wünschte er sich, das währe heute noch nicht vorbei. Nicht, dass es nicht noch besser wurde, doch nach diesem Tag war das Ende ein Schritt näher als zuvor. Währen sie unbefangen und selbstständig auf sich zugekommen, so hätte diese Romanze vielleicht eine Chance gehabt, doch erst ist sie gewachsen und später mit tiefreichenden Wurzeln jäh aus dem Beet der Liebe gerissen worden.
Er hätte doch nie geglaubt, dass er mehr als seinem Wunsch nach Abenteuer und dem Drang nach körperlicher Liebe entsprechend, sich aus dem Fenster lehnen würde. Sie sprachen auch schon an diesem Tag darüber, dass sie sich nie lösen würden und von ihrem angestammten Leben trennen. Sie können beide damit umgehen das Geheimnis nebenbei zu halten und würden sich freuen diesen Funkenstrahl der Begierde immer aufs Neue zu wiederholen.
Er denkt, dass er damals nicht ehrlich war. Schon die ersten paar gemeinsamen Stunden haben ihn diese Frau in unabdingbarer Weise in sein Herz ritzen lassen. Vermutlich hätte er schon damals alles stehen und liegen gelassen nur um sie ganz für sich zu gewinnen. Doch hätte er ihr das sagen sollen, mit der Angst im Wissen so sieht er sie nie wieder? Anscheinend währe es besser gewesen, ehrlicher und endgültig, der anschliessende Schmerz währe ihm so verborgen geblieben. Doch soweit war ihm das zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bewusst und verabschiedete sich wiederwillig von ihr und seinem schönsten bis dahin erlebten Tag.
Heute sitzt er da und ertrinkt gar zeitweise in seiner Sehnsucht nach ihr. Was er falsch gemacht habe und wieso es soweit kommen musste. Einzig und alleine seine Offenbarung alles stehen und liegen zu lassen um sie ganz in seine Welt zu ziehen hat sie als mehr an ihnen beiden zweifeln lassen. Bis zum endgültigen Zeitpunkt der auseinander riss und sie körperlich trennte.
Nach und nach kommen die Erinnerungen in ihm hoch und lassen der verlorenen Liebe nachtrauern. Schritt für Schritt erkennt er die Zeichen die ihm helfen sollen darüber hinweg zu kommen. Doch er will das gar nicht zulassen, zu wichtig, zu ereignisreich und zu wertvoll sind diese Erfahrungen um sie einfach auf Eis zu legen und zu akzeptieren, dass alles verloren sein muss. Würde sie sagen, dass er ihr nichts mehr bedeute und sie froh darüber ist ihn nicht mehr zu lieben, so würde er erkennen. Endlich einen Schlussstrich zu ziehen und loslassen zu können, doch dem ist nicht so! Er lebt weiter in ihrem Herzen und ist Bestandteil ihres Seins. Bei ihm ist das gar keine Frage, sofort und jetzt würde er sich aufmachen und sie holen, würde auch nur eine nasse Lunte existieren die er in Brand setzen könnte. Er würde alle Hebel in Bewegung setzen und die nötigen Vorkehrungen treffen, so einen Menschen darf man nicht an sich vorbeiziehen lassen und will alles für sie tun. Doch mit jedem Tag mehr und bis zum Ende dieser Offenbarung ist wohl soviel Zeit und Raum zwischen die beiden getreten, dass auch er einsehen muss wie sehr diese Liebe entflogen ist und sich nicht in seine Käfig schliessen lässt. Unaufhaltsam und stets weiter, entfernt sich dieses Wunder und kann es nicht zwingen bei ihm zu bleiben. Ja, sie sind geschaffen füreinander und nur ihre Umstände verhindern eine gemeinsame Zukunft.

Wenn die beiden etwas nebst dem unbändigen Drang nach körperlicher Nähe und erfüllender Wunschbestätigung verbunden hat, so ist dies ganz sicher der Einfallsreichtum. Die gegenseitige, geistig verwirklichte, Gefühlsversprechung und Äusserung, wie sehr das Einte den Anderen sucht und liebt. Worte und Sätze die sie sich und immer noch zukommen lassen, sind in keiner Beschreibung zu wiederholen und nur sie und er, können das beteuern. Kein Tag verging der nicht bestimmt war sich zu überlegen wie und mit was man sein Gegenüber überraschen, erfreuen und beglücken könnte. Er ging wie betört am Abend zu Bette wenn er wusste, dass er sie in der Ferne mit seinen Worten auf Hände getragen und über Wolken begleitet hatte. Er konnte nicht schlafen bis er wusste, dass sein letzter Gedanke an sie weitergeleitet ist und war schon wieder wie auf Nadeln, am nächsten Morgen die Antwort zu erfahren. Kein Arbeitsbeginn der nicht schon mit den Gedanken behaftet war was er sie alles fragen und was ihr mitteilen will, welche Träume ihn mit ihr begleitet haben und wann sie sich wiedersehen werden. Jeden Halm der sich anerbot gezupft zu werden, wurde in die Hand genommen und zur Bekundungen umgemünzt. Alltagssorgen wurden sich erzählt, Tätigkeiten beschrieben und seien es noch so belanglose, alles was erfahren werden durfte machte sie reich und glücklich.
Wenn man das unbefangen anstellen kann ist das ja noch eines, doch nebenher zum eigentlichen Leben entspricht das einem Hochseilakt und man darf sich wahrlich als Zauberkünstler sehen. Okay, er gibt es zu und man nennt es einen Betrüger, einen gemeinen Ehebrecher und Lügner. Ja, nur so kann man sein Leben und Handeln beschreiben und ehrlich anpreisen. Doch wer gebunden ist und noch nie einen Gedanken an jemand Fremden verschwendet hat, schreibe sofort ein Buch und ich bin sicher, schon Morgen gehen die ersten Verlagshäuser zu Grunde mit partnergebundenen Autoren. Was reizt uns überhaupt aus der Reihe zu tanzen, was gibt uns den Antrieb Fremd zu gehen, warum wollen wir zeitweise ausbrechen und zu neuen Ufern steuern? Ist man nicht irgendwann mal überzeugt gewesen das Richtige gefunden zu haben und im Glaube hier und nirgends anders gehört man hin und warum kann sich das ändern? Lässt sich das schlüssig darlegen und wie lange muss man dafür gelebt haben um das von sich behaupten zu können? Wer ist qualifiziert das zu beantworten und der dann verlauten lässt: "Einfallsreichtum, macht uns zu unvernünftigen und unberechenbaren, denkenden Lebewesen oder hilft uns dafür entschuldigt zu sein". Er lebt wohl doch nicht lange genug um das endgültig zu definieren.
Seit er von seiner Distanzehefrau getrennt ist, ist alles sehr farb- und belanglos geworden. Das missen nach den gemeinsamen Stunden ist für ihn zeitweise kaum zu ertragen und seine Bekehrungsversuche an sie, sind nicht nur unendlich sondern halten an. Er wird nie aufhören um ihre Liebe zu flehen und niemals den Glauben verlieren, dass er erneut in ihre Arme gelangen kann. Solange sie nicht aus seinem Herzen gesperrt ist und ihm in die Augen blickend sagt: "Es ist vorbei und ich bin glücklich dich nicht mehr zu lieben", solange sind seine Empfindungen zu ihr ungebrochen, erwartungsvoll und nach Hoffnung schreiend.
Wer jemals ein Schäferstündchen geplant und erlebt hat, der weiss auf was es alles ankommt um eine gemeinsame Zeit zu erleben ohne das alles auffliegt und ruiniert wird. Es braucht: Einfallsreichtum, nebst Geduld, organisierendes Talent und gute, sehr gute Ausreden. Wenn, wie in deren Fall auch noch leibliche Kinder im Spiel sind, alles doppelt. Vieles einfacher macht es, wenn man zu angeblichen Arbeitszeiten sich auf den Weg machen kann und erspart sich so viele Unannehmlichkeiten. Sollten diese Zeilen aber je als ein Buch erscheinen, so sicher nicht unter seinem richtigen Namen und wenn doch, dann muss er sich wohl eine neue Arbeit suchen.
Warum macht er dann überhaupt seine Erfahrungen publik und lässt alle Teilhaben an seinem erlebten, wird sich wohl manch einer fragen? Es sind drei Gründe, die ihn zu diesem Schritt veranlasst haben. Erstens ist es perfekt für seine traurigste Phase des bisherigen Lebens, um alles zu Wort kommen zu lassen, das ihn beschäftigt und seine Gedankenwelt aufreibt. Zum zweiten war es sie, die ihn ermunterte seine Worte und Sätze, die sie immer an ihm liebte und schätzte. Hingegen nicht an andere zu richten aber doch ein Talent in ihm erkannte und ihn überzeugte es zu versuchen. Letztendlich ist es natürlich auch eine weitere Hoffnung und Tat von ihm, diese grenzenlose, liebliche und begehrenswerte Frau erneut in seine Welt zu entführen. Wenn es sein muss so droht er hier und jetzt euch allen mit endlosen Fortsetzungen und lässt nicht locker bis sein himmlisches Wesen zu ihr zurückfliegt. Sei es auch nur, dass sie es liest und erneut in Gedanken bei ihm ist.
Durch räumliche, grosse Distanz getrennt und somit auch nur limitiert in den Möglichkeiten sich zu treffen und sehen, ist es überhaupt nur der modernen Technik zu verdanken, dass sie sich kennen gelernt haben. Nein, es war nicht der Computer als bekanntes Medium der ihnen als Sprachrohr diente, es ist das kleine Kästchen, das man(n) gewöhnlich am Gurt und Frauen üblicherweise in der Handtasche tragen und allgemein als nervender Klingelknochen bezeichnet wird. Unser, allerseits geschätztes mobiles Telefon. Das kann ja nicht nur als Kommunikationsmittel dienen, es lässt uns ständig den Freiraum alle Gedanken zu speichern und zu jeder Zeit übermitteln was wichtig ist, belanglos erscheint oder was auch immer gerade ansteht seinem Gegenüber näher zu bringen. Selbst Bilder verschicken ist kinderleicht und brandgefährlich, schauen sie doch gleich einmal auf das Handy ihres Partners.
Er war diesen neuen modernen Geräten eigentlich immer skeptisch gegenüber gestanden und hat sogar darüber gelästert. Sich lustig gemacht über Leute die keinen Schritt mehr vor die Türe wagten ohne ihr geliebtes Handy, Walkman, Handheld oder was man sonst noch alles mit sich herum schleppen kann und sich damit hinter der offenen Welt versteckt. Genau so ein Apparat mussten er nun zwangshalber auf sich nehmen und von berufswegen benützen. Ein Handy dachte er sich und natürlich sofort daran wie ihn seine Bekanntschaft und Kollegen hoch nehmen werden, hat er doch nicht immer über alle gelästert die nicht ohne sein konnten. Da man ja nicht irgendeines auswählen konnte, sondern gleich ein sehr gutes, fiel die Wahl auf eines mit allerlei Funktionen und Möglichkeiten. Unter Anderem verfügte es über die Zugänglichkeit in die Welt des grössten und anonymsten Flirt- und Spielplatzes, den Chatroom. Er war auf Anhieb davon angetan und lernte sich sehr schnell in diesem Portal zurechtzufinden. Was man da alles erleben konnte und erfahren durfte, glich einem Rummelplatz für freigelassene Kinder. Mal geriet man an Gleichgeschlechtliche die sich als Frauen ausgaben, mal an Minderjährige die sich umschauten, doch sehr oft auch an Frauen die nach der selben Sehnsucht frönten wie er, dem Drang nach Liebe und Geborgenheit. Sehr lange dachte er zwar es handelt sich nur um ein Spiel und niemand ist daran interessiert es auch Wirklichkeit werden zu lassen. Auch er dachte sich oft: "Nein soweit gehst du nicht und flirtest was das Zeugs hält". Am meisten überzeugte ihn die Gewissheit, dass wenn man konkreter wurde auch das Interesse sehr schnell verwelkte, doch dann kam Sie.
Kurze gezielte Fragen machten den Beginn, wie alt, woher und welche Absichten. Alsbald wurde aus der Neugier
eine klare auffordernde Haltung zum ausgiebigen Gespräch. Er glaubte zu wissen, dass er schon sehr früh um
ihre Nummer bat, um jederzeit und häufiger mit ihr in Kontakt zu treten. Doch sie blieb noch hartnäckig aber
niemals abweisend. Die Nachfrage nach ihrem Aussehen und ihrer Art sich zu kleiden, haben unter anderem
dazu geführt sie noch interessierter für ihn zu machen als sie es eh schon war. Lustig waren zum Teil auch die
Fantasienamen die man gebrauchte um sich im Chatroom zu finden. Am meisten Kummer hat er sich
aufgehalst als er sich mit "Auskunft für Frauen" in das Portal stellte: "Herrgott, was für eine Aufregung".
Die Frauen bombardierten ihn, um ihm auf den Zahn zu fühlen und die Männer machten schier Morddrohungen
wenn er nicht schnellstens damit aufhöre, alle Frauen wieder für alle da zu lassen.
Was ihm als erstes an ihr auffiel und in Erinnerung blieb war das Wissen, dass sie am Samstagmorgen oft alleine war. Ihr Mann besuchte einen Weiterbildungskurs und er arbeite oft an diesen Tagen. So, dass viel Zeit blieb um sich zu unterhalten. Richtete seine Arbeit so aus, dass er möglichst früh begann um anschliessend freie Zeit vorzufinden und immer wurde es rasend schnell Mittag und kehrte nach Hause zurück. Doch selbst das Wochenende hatte keine grosse abschreckende Wirkung sich nicht trotzdem zu suchen und zu finden. Klar immer heimlich und versteckt und bis tief in die Nacht Meldungen verschickend.
Als bald kam dann der Zeitpunkt wo das Portal geschlossen und von einem Fremdanbieter zu teuren Konditionen angeboten werden sollte, von diesem Moment an flehte er unaufhörlich um ihre Telefonnummer und befürchtete sie für immer zu verlieren, wenn sie dies nicht tun werde.
Dies war ihr Beginn des einmaligen und unglaublichen Glückes. Von dort an hatte er die Möglichkeit sie ständig zu erreichen und sie waren sich näher als je zuvor.
Nach den ersten beiden Treffen erinnert er sich an ein Wochenende als sie sich mit den persönlichen Fotoalben aus ihren Kinderzeiten befassten. Er schickte ihr Bilder seit es ihn auf zelloidem Papier gab bis zum heutigen Tag. Sie tat es ihm gleich und sie hatten einen unheimlichen Spass daran. Machten sich gegenseitig Lieblingsbilder aus und er verspürte schon sehr bald den Wunsch, dass er sie doch schon viel früher hätte kennen lernen sollen. Sie erzählten sich von den ersten Liebeserfahrungen, wo und was sie alles angestellt hatten. Ihre Vorlieben für Musik, Freizeit und Unternehmungslust, es war einfach nur bezaubernd und eine Zeit voller Zuwendung und Neugier war in Gang gesetzt. Er fühlte sich nie glücklicher als mit dieser Frau in Kontakt getreten zu sein. Schön ist es auch, dass sie nie unter Druck geraten sind. Weder, dass sie sich gesucht haben aus Trotz und Unverständnis gegenüber ihren Ehepartnern, noch dass es jemals ein Problem darstellte nicht frei und ungebunden zu sein. Sie genossen ihre monatlichen Treffen ganz ungeniert und voller Zuversicht auf unvergessliche Stunden.
So traf es zu, dass sie sich immer wieder, vor allem zu Beginn ihrer Liaison um Liebesplätze bemühten die aussergewöhnliche Situationen heraufbeschworen. Solange es warm und trocken war, mussten sie nicht lange nachdenken. Kein schöneres Fleckchen als dies die Natur bietet, kann für zwei sich verschmelzende Heisshungrige geboten werden. Sei es auf Wiesen vor Wäldern, mit rauschenden Wasserfällen im Hintergrund oder sei es in kühlen Sandsteinhöhlen um der brennenden Mittagssonne zu entfliehen, vielleicht war es aber doch die Körpertemperatur die ihnen das Glühen nah erscheinen lies. Doch auch die Natur hat ihre Tücken wie sich bei einem viel späterem Missgeschick herausstellte.
Wenn aber die Aussicht auf nasse und ungemütliche Tage bestand oder gar der Winter heran nahte, so musste der Einfallsreichtum erneut seine Gültigkeit zeigen. Hotels sind da natürlich der erste Gedanke dem man entgegen schwebt, doch leider viel zu teuer und vor allem viel zu wenig anonym. Dort wird nach ihrem Wohnort gefragt, man muss sich ausweisen und ständig in Angst leben, jetzt kommt sicherlich gleich eine Person um die Ecke die uns kennt. Viel eleganter preisen sich da private Unterkünfte an, die man mit guter Voraussicht wählen und kurzfristig beziehen kann. So landeten sie eines Tages in einem abgeschiedenen Bauerndorf und fanden dieses alte gemütliche Haus vor wo sie sich einquartierten. Sie wurden schon vor dem Haus begrüsst und direkt zu ihrem Zimmer geführt. Leider mussten sie dazu durchs ganze Haus laufen und so kam es, dass sie vor versammelter Küche an allen Hausbewohnern vorbeiwatschelten und sich die seltsamsten Blicke auflasten mussten. Sie mussten sich unheimlich beherrschen nicht laut heraus zu lachen und auf dem Zimmer angekommen sahen sie, dass noch keine Bettwäsche vorzufinden war. "Ich werde ihnen diese nachreichen", meinte die Vermieterin und wollte schon gehen. Doch er bestand jeweils darauf schon im Voraus zu bezahlen um auch schleunigst wenn es soweit war wieder verschwinden zu können. Somit hatten sie sich vollends verraten und das schelmische Grinsen auf dem Gesicht der Hausherrin war nicht zu übersehen. Sie machten es sich in diesem alten, knirschenden Zimmer gemütlich und jeder Schritt und jede Bewegung musste vermutlich im ganzen Haus wahr zu nehmen sein. Mit der Bettwäsche ist sie jedenfalls nicht aufgetaucht und wollte ihnen wohl eine weitere peinliche Situation ersparen. Dies alles hinderte sie allerdings nicht im Geringsten es sich trotzdem gemütlich zu machen und einen wundervollen Nachmittag zu verbringen. Erst sassen sie nebeneinander auf dem alten, knarrenden und holzigem Doppelbett und schauten sich kichernd und unbeholfen an. Doch das verflog schnell und wenn ja jemand rauf kommen würde, so hätte sich dieses schon auf dem ersten Treppentritt verraten. Wie schnell sie sich jeweils von ihrer Wäsche trennten, versetzt ihn noch heute ins staunen. Mit einem Antrieb von unbändiger Lust und der Aussicht das Gegenüber schnellsten auf seiner nackten Haut zu spüren, machte aus ihnen die wahren Entblössungungskünstler. Doch selbst das Einhüllen in verführerische Dessous begleitete sie auf ihren Liebesabenteuern. Ganz bestimmt verkniffen sie es sehr rasch, sich ausserhalb des Bettes bei akrobatischen Nummern zu vergnügen und hielten sich ständig eng aneinander in den Lacken auf. Als sie dann, wiederum vor versammelter Küche runter gingen und sich von den Blicken durchbohrt fühlten, hatte es doch zumindest bei ihm den Eindruck hinterlassen, zukünftig so private Gemächer zu vermeiden. Vermutlich waren sie danach das örtliche Gesprächsthema schlechthin und hatten nie mehr das Bedürfnis diesen Ort erneut aufzusuchen. Wie sie ins Auto gestiegen und weggefahren sind, meinte sein Engel blos: "Hast du ihr Grinsen bemerkt"? Die Vermieterin war mit Gartenarbeit beschäfftigt und hatte sie noch gefragt ob sie zum Frühstück bleiben und er hatte ihr geantwortet, dass sie vermutlich schon in der Nacht abreisen werden. Beide waren sie nicht ehrlich und beide wussten das ganz genau. Sie haben sich noch oft über diesen Tag unterhalten und was blieb ist ein beständiges Lächeln über so viele amüsierende Peinlichkeiten.
All ihre Erfahrungen und Erlebnisse schreien geradezu danach weiter erzählt zu werden, zu schön, zu lustig und zu ergiebig sind die um diese lediglich in zwei Köpfen zu wahren.
Ein Engel auf Erden, das ist sein Schatz immer für ihn gewesen und wird er auch für immer bleiben. Gefunden aus dem Nichts und gewonnen aus dem Raum der Sehnsucht, als ob man sich sein Traum gebastelt hätte und Gott spielen könnte. So ist ihm diese Frau geschenkt worden. Alles an ihr ist der Zauber schlechthin und niemals zuvor ist er einem lieberen Wesen begegnet. Wie sehr beneide er ihren Mann, der Tag für Tag an ihrer Seite erwachen kann? Jede Nacht als letztes ihr Anblick geniessen darf und dieselbe Luft atmen kann wie sie, auf ihren Rückhalt zählt und sich nicht um ihre Nähe sorgen muss. Gemeinsam das Leben gestalten, sich ihr anvertrauen darf und stets sich an sie lehnt. Mit ihr alle Gedanken teilt und wann immer es geht sie in die Arme nehmen darf. Ob dann auch alles ein Glück währe?

__________________
keine

Version vom 28. 01. 2009 19:43

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