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Leselupe.de > Erzählungen
Exú - Zumbi dos Palmares
Eingestellt am 16. 01. 2007 11:00


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Nimroc
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Nov 2004

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Prolog

Exú


Abbild aus dem “Os Orixás“ Buch, Editora Três

„Exú ist der Bote, auch ein Mittelsmann.
Exú ist der Bote der Orixás.
Exú ist ein Orixá, ein Gott.
Exú ist zuständig für die Kommunikation zwischen den Propheten und Orunmilá, dem Orakel der Orixá, welches Rat gibt.
Exú ist auch verantwortlich, die Opfergaben zum Königreich der Orixás zu bringen.
Exú besitzt alle Wegkreuzungen.
Exú ist deshalb der Jüngste der Götter, aber auch der Erste.
Exú wird zuerst verehrt, bevor alle anderen Götter verehrt werden können.
Exú isst zuerst!“
Anmerkung des Autors: Exú spricht sich ‚Eschú.’ Dieser Prolog ist meine Ehrung an den Orixá, welche die Kommunikation mit alle anderen Götter ermöglicht. Dies musste ich tun, damit sie, die Götter, mir in die Ohren flüstern.

Die alte, leicht übergewichtige Frau rieb mit ihrer Handrücken über ihrer Nieren. Eine leise Kribbeln sprang aus ihrer Hüfte entlang ihrer Bein bis an ihr Fuß wo es pochend verschwand. Ein Schmerz die sie im feuchten Tagen öfters begleitete. Das viel Stehen lastete auf ihr alter Knochen, aber in die neugierige Augen ihrer Kinder-Des-Glaubens zu blicken erneuerte ihr Kräfte. Ihrer Schützlingen, die Kinder-Des-Glaubens, hörten aufmerksam zu als sie wieder über die Orixás zu erzählen begann:
„Vor langer Zeit wanderte ein Bote in den afrikanischen Ländern von Dorf zu Dorf. Er suchte die Lösungen für schwierige Probleme - Probleme, unter denen alle litten. Die Menschen, die Orixás, die Natur selbst, alle waren davon betroffen. Der Name dieses Boten war Exú.“
„Die Legende sagt, dass Exú die Aufforderung bekam von die Orixás, die Göttern der Vodun, allen Völkern genauestens zu befragen. Allen Lebewesen in dieser Sphäre, mit denen die Menschen die Erde teilten, sollten von Exú gehört werden. Exú befragte die Orixás, Menschen, allen Tieren und Pflanzen.“
„Exú lauschte Geschichten voller Leiden und Leidenschaft, Abenteuergeschichten oder Tragödien. Er hörte von Kämpfen oder Schlachten die gewonnen oder verloren wurden, von Ehre und Mut, von Elend und Verlust. Er hörte auch über Krankheiten und Tod, von Schwierigkeiten des Überlebens und dem Erhalt der Gesundheit. Alle Geschichten, die das tägliche Leben und die Gewohnheiten erzählten, auch wenn sie weniger wichtig erschienen, wurden berücksichtigt.“
„Exú zeichnete die abgelegten Zeugnisse genauestens auf. Jede Lösung, Heilung und die Opfergaben, die ausprobiert wurden mit dem Ziel der Klärung des Problems zu finden mußte beschrieben werden. Das tat Exú.“
„Exú trug 301 Geschichten zusammen, was zur damaligen Zeit, mit den damaligen Zahlenkenntnissen, eine gigantische, unvergleichliche Anzahl von Sagen bedeutete. Als Exú, mit dieser enormen und geduldigen Anstrengung fertig wurde, hatte er, der Orixá-Bote, das gesamte Wissen um die Mysterien über den Ursprung des Universums und das Regieren der Welt, des Menschseins und der Natur, über die Entwicklung des Schicksale eines jeden Mannes, Frau oder Kindes, über ihre Wege und ihren täglichen Kampf gegen die Widrigkeiten, die uns alle in jedem Moment gefährden, gesammelt. Widrigkeiten wie Armut, materielle oder soziale Verluste, die Niederlage gegen einen verräterischen Feind, Unfruchtbarkeit, Krankheiten und letztendlich der Tod.“
„Es wird erzählt, dass Exú all dieses Wissen an einen Babalaô weitergab, einen Propheten Namens Orunmilá, auch von vielen Ifá genannt.
Schnell hob einer der Kinder ihrer Hand. Mit einen knicken ihres Hauptes ermunterte Mamuku den Junge seine Frage zu erstellen.
„Ifá? Wie der Orakel selbst genannt wird?“
„Ja. So ist es. Dieser Babalaô gab sein Wissen an sein Sazerdotium weiter, das Sazerdotium, der Priester- und Hexenzirkel, wurde dann ebenfalls Babalaô genannt. Babalaô heißt „Vater-Der-Geheimnisse. Das Sazerdotium ist ein Zirkel, der über der Orakel in der Zukunft sehen kann. Später obwohl Ifá uns Frauen vorerst die Benutzung seiner Orakel verwehrte, schaffte Oxum, die Orixá des Liebes, mit List, uns diese Recht zu erkämpfen. Jetzt ist der Zeit gekommen wo ihr das Orakel und alle Exú Geschichten erlernen wird.“
Aketime bemühte sich jede Wort von Mamuku zu verfolgen. Es war nicht leicht, teilweise verwirrend und mysteriös, aber während der Initiationen, welche alle Babalaôs und Yalorixás benötigten, um ihrer Berufung zu folgen, um die Orakel zu lesen und um ihre Prophezeiungen zu sprechen, müßten sie alle Sagen Exús auswendig erlernen. Die Geschichten aus dem Ursprung der Zeit enthielten Zeugnisse der Vergangenheit. Diese Geschichten wiederholten sich immer und immer wieder, tagtäglich. „Die Hölle im Erdenreich“ für Aketime. Sie stellte sich ein Leben vor die sich nur um ewiges Wiederholung des Selbes sich drehte. Das Auswendiglernen, ein Teil ihr Pflichten, war schon schlimm genug, aber eins ganzes Leben? Ihr Ehrgeiz eine gute Yalorixá, Mutter-Der-Geheimnisse zu werden riß sie aus ihrer Tagträumen zurück. Sie paßte wieder auf als Mamuku die Wort an ihrer Schützlinge richtete.
„Für die antike Kultur der Yorubás ist gar nichts neu, alles was jetzt passiert, gab es auch schon einmal früher. Der Schlüssel der oraklischen Bestimmung liegt in der Identifizierung der Exú Geschichte in deren mystischen Vergangenheit zu schauen und dem Lösen durch das Erkennen in der Gegenwart. Eine Ebenbild dessen, was immer war und sich im Jetzt wiederholt.“
„Alle Mythen werden nur mündlich weitergegeben, denn die Kultur der Yorubá-Völker kannte noch keine Schrift. Dazu wird die Gestik, die Mimik, und der Tanz sehr wichtig. Jede Intonation muss stimmen. Dieser Mythos wird in 16 Kapiteln erzählt, die selbst wiederum in weitere 16 Teile unterteilt sind. Diese Unterteilungen werden „odu“ genannt. Jeder einzelne „odu“ ist sehr präzise und geduldig ausgeschmückt. Ein bestimmter Teil eines bestimmten Kapitels beinhaltet die vergangene Exú-Geschichte, zeigt zugleich auf die Erklärung des heutigen Problems und bietet dadurch eine magische Heilung oder Lösung dazu. Diese magische Heilung hat meistens mit Opfergaben an die Götter, die Orixás, zu tun.“
„Das heißt daß der Babalaô erkennen muss, in welchen Kapiteln und in welchen Unterteilungen dieser Kapitel, die Exú Geschichte seines Klienten und seiner Schwierigkeiten, zu finden ist?“, fragte Aketime.
„Ja, du hast es verstanden meine Liebe. Der Babalaô weiß, dass die vorgegebenen Lösungen dort zu finden sind, und dafür spielt er sein Ifá, das Orakel-Spiel. Aus Búzios (Kaurimuscheln), oder eben aus einfacher Kerne. Er wirft 16 Búzios, oder ein anderes Orakelinstrument, welches auf den bestimmten „odu“, der den Mythos enthält, hinweist. Mit seinem Ifá – der Muschelspiel – kann der Babalaô die Essenz des Problems erkennen. Damit kann er auch die gleiche damals benutzte Lösung verwenden, um das heutige Problem seines Klienten zu „heilen“. Der Heilungsprozess hängt heute nach wie vor meistens mit Kochen und Essens-Opfergaben zusammen.“
„Darum sagt man, dass Exú zuerst von den Opfergaben essen darf, damit er zufrieden die Bitte der Klienten der Babalaô nach Orum - die Sitzt der Orixás - bringt, wo die anderen Orixás leben. Deswegen sagt man: „Iss zuerst, Exú!“

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„Alles beginnt mit einem Märchen, weil Märchen Träume sind, die die Realität beherzigen. Einmal Augen auf, einmal Augen zu …, ein Augenblick genügt, um die Ewigkeit zu verbergen, oder zu verändern.

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