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Leselupe.de > Ungereimtes
Flüchtig nur Bewußtsein
Eingestellt am 28. 10. 2000 23:22


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Sam_Naseweiss
Guest
Registriert: Not Yet

Flüchtig nur Bewußtsein

Welten träumen Schwere
Lichter tanzen irr
schwarze Schatten schweigend
flüchtig nur Bewußtsein

Ein Junge lächelt lieblich
ein Andrer tuts ihm gleich
golden seiner Locke Pracht
der Andre hat sie auch

Gräber des Lichtes
umwirbelt von Staub
ruhelos die eisigen Boten
von frühen Zeiten kundend
flüchtig nur Bewußtsein

Methusalem der Mensch
unsichtbar seine Krüken
Form ohne Gehalt
Beliebigkeit des Denkens

rhytmisches Flackern
tosende Brandung
und doch Schweigen überall
flüchtig nur Bewußsein

Übergang zur Synthese
Geist des Wassers
des Menschen Diener
Stahl sich nun bewegt
und Silicium
vom Fleische sanft umarmt

Leere die sich um Leere dreht
ziehen, drücken
Tanz der Illusionen
Seifenblasen, Schwämme
das Gebogene sich in sich selber biegt
Flüchtig nur Bewußtsein

Ein verschleiertes Bild
ich enthülle es
Ein Floß, zerbrechlich
Gebilde aus Menschenhand
tanzend im stürmigen Meer
sterbende Menschen
manche dem Schicksal abgewandt
andere noch hoffend
fern am Horizont
ein sich entfernendes Segel
eine Welle....

Die Wahrheit bringt den Tod
der Tod die Wahrheit

flüchtig nur das Auge
das die Dinge sieht
flüchtig nur Bewußtsein...

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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

Werke: 68
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Hallo Sam_Naseweiss (<- übrigens witziger Name!?)

... ein sehr komplex-metaphorischer Text, den du selbst zu entschleiern versuchst. Mir gelingt es nicht ganz. Ich frage mich: Ist nicht alles flüchtig? Und ist nicht das Bewußtsein das, was bis zum Ende unsere einzige (wenn auch vermeintliche) Wahrheit ist?

kleine Anmerkung: zum Ende hin müßte es richtiger heißen "tanzend im stürmischen Meer", oder?

Gruß Martin
__________________
Lyrik ist Logopädie im Zeitalter der Sprachlosigkeit. [Alexander Eilers]

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Sam_Naseweiss
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Martin

Danke für deine Reaktion!

Die erste Strophe handelt vom Kosmos, die zweite vom Menschen, und so geht es im Wechsel fort..

Ab "Ein verschleiertes Bild" wird der Wechsel unterbrochen, und (in Anspielung auf "Das verschleierte Bild zu Sais" von Schiller und dem Gemälde "Das Floß der Medusa" von Gerricault) das endgültige Scheitern des Streben des Menschen, Herr der Welt und Meister seines Schicksales zu werden, enthüllt.


"Die Wahrheit bringt den Tod
der Tod die Wahrheit" <- Das deute ich mal nicht! :O)

"Flüchtig nur Bewußtsein" ist auf das im Vergleich zum gigantischen Ausmaß des Universums verschwindend geringe Vorhandensein von Leben bezogen.

"flüchtig nur das Auge, das die Dinge sieht" -> Das Universum ist so groß, aber nur so wenige Lebewesen, die es auch wahrnehmen können, wenn nichts das Universum wahrnehmen würde - würde es dann existieren?

Dein Korrekturvorschlag:
"tanzend im stürmischen Meer"-> Ja klingt besser, sorry, da habe ich wohl etwas falsch formuliert!

Du hast geschrieben:
"Und ist nicht das Bewußtsein das, was bis zum Ende unsere einzige (wenn auch vermeintliche) Wahrheit ist?" -> Da stimme ich dir zu!

Vielen Dank nochmal und Gruß
Sam

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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

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Hallo Sam

Ich denke, dem Universum ist es herzlich egal, welche primitiven Organe es abzubilden versuchen. Es liegt etwas Vermessenes im Menschen zu glauben, daß seine Wahrnehmung irgendetwas am Existierenden ändern könnte. Meine Meinung.

Gruß Martin
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Lyrik ist Logopädie im Zeitalter der Sprachlosigkeit. [Alexander Eilers]

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Sam_Naseweiss
Guest
Registriert: Not Yet

Alles im Universum besteht nur aus Kräften und Feldern, die sich anhand mathematischer Modelle beschreiben lassen.
Was ist ein Apfel, wenn wir von ihm Geschmack, Aussehen, Geruch usw. abziehen, wenn wir also vom dem was Sinne an ihm erfassen abstrahieren?
Materie ist nur eine Summe von Eigenschaften.
Ohne Bewußtsein kein Sein, das wir benennen könnten.
Vielleicht würde das Universum nur als Möglichkeit weiter existieren, solange bis es wieder von etwas wahrgenommen wird, ob das ein Mensch oder ein anderes Wesen ist, ist vielleicht unbedeutend.
Alternative hierzu wäre ein Welt die "an sich" existieren würde, vielleicht als Ideen im Sinne Platons.

Gruß Sam

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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

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Ja, die liebe Philosophie

sie scheint mir jedoch zu vergessen, daß unsere Wahrnehmung und unser Bewußtsein höchst selektiv (und somit völlig willkürlich ist) und niemals wie die Mathematik Zustände und Eigenschaften umfassend beschreiben kann. Beispiel:
Unser Apfel ist nur ein sehr selektives Abbild materieller Eigenschaften (das Absorptionsspektrum bestimmter Wellenlängen und das molekulare Emmissionsspektrum, das wir sehr beschränkt in Qualitäten erfassen), daraus assoziiert das Gehirn Grundmuster, später Begriffe.
Wenn das Bewußtsein anfängt zu abstrahieren ... arbeitet es mit einem vermeintlichen Begriff von Wirklichkeit! Das wollte ich sagen. Was wir als Sein bennenen ist doch ansich nur ein kleiner Ausschnitt des wirklich zu Erfassenden ... provokant gesagt ... eine Illusion.

Martin
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Lyrik ist Logopädie im Zeitalter der Sprachlosigkeit. [Alexander Eilers]

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