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Leselupe.de > Erzählungen
Frau Wüstefeld bekommt Besuch
Eingestellt am 24. 08. 2002 19:10


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Till Braven
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Frau Wüstefeld bekommt Besuch

Frau Wüstefeld erwachte. Sie erhob sich, ohne einen Blick auf die Uhr zu werfen, und ging zum Fenster. Sie öffnete das Fenster, und lehnte sich ein Stück hinaus.
Der Anblick war gewöhnlich. Eine Seitenstraße, die man als ruhig beschreiben dürfte, mit Häusern zu beiden Seiten, von jener Art, für die sich das Wort Altbauten gebildet hat.
Viel zu sehen gab es nicht, obwohl es nicht mehr ausgesprochen früh am Tag war. Es standen Autos dicht an dicht geparkt, dort ging jemand, der eine Einkaufstasche in der Hand trug, gerade den kurzen Aufstieg zu einem Hauseingang hinauf, von weiter weg hörte man Kinder schreien und lachen, doch befanden diese sich nicht im Blickfeld der Frau Wüstefeld.
Im Haus gegenüber, im ersten Stock, so bemerkte Frau Wüstefeld, waren die Fenster ohne Gardinen.
„Diese Klatschbase.“ sagte Frau Wüstefeld zu sich, „Schon wieder ist sie dabei, ihre Gardinen zu waschen. Wie oft sie nur. Ist doch kaum her.“
Dann fiel ihr Blick auf die Fenster der Wohnung schräg darüber, und verharrte hier eine Weile.
„Der liebe Herr Wörth. Mein verehrter Herr Wörth.“ murmelte sie.
Der Bewohner jener Etage war ein pensionierter Lehrer, der Frau Wüstefeld auf`s beste bekannt, denn des öfteren begleitete sie ihn ins Konzert, ins Schauspiel, oder, wenn das Wetter dazu einlud, so ging man gemeinsam spazieren. Stets war es Herr Wörth, der die Initiative einbrachte, der die Idee zu einer Unternehmung vortrug.
„Ich bin viel zu träge dazu.“ sagte sie leise zu sich selbst.
„Seien Sie doch nicht immer so träge. Frau Wüstefeld, nicht so träge.“ versuchte Herr Wörth ihr manchmal zuzureden, doch es half nicht viel.
In diesem Augenblick, als sie so hinüberschaute zu der Wohnung des Herrn Wörth, da fiel ihr etwas ein, und sie drehte sich vom Fenster ab, und schaute auf die Uhr beim Bett. Doch der Wecker schien stehengeblieben zu sein.
„Ja, ist der Wecker wohl schon wieder stehengeblieben.“ dachte sie, und verließ das Zimmer.
„Ich möchte nur wissen, wie spät es ist.“ sagte sie sich, als sie in die Küche ging, um zu sehen, was die Uhr anzeigen möge. Doch als sie dort angelangt war, hatte sie vergessen, warum sie die Küche zu betreten gedacht hatte, und machte kehrt, um ihre Morgentoilette zu erledigen, und um sich anzukleiden.
„War mir nicht so, als hätte ich heute eine Verabredung.“ dachte Frau Wüstefeld schon die ganze Zeit. „Ja, richtig, Herr Wörth hatte sich nachmittags zum Kaffee angesagt.“
„Wieder Herr Wörth.“ sagte sie. „Herr Wörth hat sich zum Kaffee am Nachmittag geladen. Aber es ist noch Zeit bis dahin, ich bin ja gerade erst aufgestanden. Doch ich werde schauen müssen, ob ich genügend Kaffee im Hause habe, sonst muß ich zuvor noch raus.“
Sie ging aus der Wohnung und die Treppe hinunter, um zu sehen, ob es heute Post für sie gegeben hatte, ein Brief von der Tochter vielleicht, die schrieb doch regelmäßig, aber an diesem Tag war der Briefkasten leer.
„Die Tratschtante von gegenüber wird sicherlich wieder bemerken, daß Herr Wörth zu Besuch bei mir ist.“ dachte sie, als sie die Stufen zurück hinaufstieg. „Sie wird natürlich zufällig gerade in jenem Moment am Fenster hängen, um die frisch gereinigten Gardinen anzubringen, in dem Herr Wörth die Straße überquert, und hier die Türe betritt. Wenn ich noch daran denke, was für ein schreckliches Gerede sie in die Welt gesetzt hatte, nachdem der verehrte Herr Wörth mir einen Heiratsantrag gemacht hatte.“
Aber das war schon vor langer Zeit gewesen. Vor zehn Jahren, vor etwas mehr, oder auch etwas weniger, war Herr Wörth zu Frau Wüstefeld hinaufgegangen, und hatte gesagt: „Sehr geehrte Frau Wüstefeld. Wir leben nun beide allein in einer Wohnung, jeder für sich. Und wir treffen uns nur manches mal, was nicht sehr häufig ist, und da dachte ich, liebe Frau Wüstefeld, wenn wir unsere zwei Einsamkeiten zu einer Zweisamkeit, Sie wissen was ich meine.“
„Ach ja, Herr Wörth, natürlich verstehe ich Ihren Gedanken.“ hatte sie geantwortet, und möglicherweise hatte sie ihn damit unterbrochen. „Doch Sie kennen mich schließlich, und wissen um meine schreckliche Trägheit, und wie ungemein schwierig mir diese Entscheidung darum fallen würde.“
Und so war es so geblieben.
„Nein, was mußte ich hören.“ begann wenige Tage später die Klatschtante auf offener Straße. „Sie und unser Herr Wörth. Na, das hätte ich ja nicht gedacht. In Ihrem Alter. Ja, er ist doch nicht mehr der Jüngsten Einer, da will so ein Schritt allerdings sehr wohl überlegt sein, finden Sie nicht. Denken Sie nur, heute noch im zweiten Frühling, und dann schwupp, von heute auf morgen, kommt ein Gebrechen nach dem andern zum Vorschein.“
„Nun zerbrechen Sie sich man nicht den Kopf." hatte Frau Wüstefeld bestimmt geantwortet, eigentlich, weil ihr das Gerede mißfiel, doch auch, weil sie Spaß daran verspürte. Und so erfand sie den Gezeitenforscher.
„Herr Wörth, na ja.“ fuhr sie fort. „Immerhin ist er ja pensionierter Lehrer, und hat sein Auskommen. Doch kein Vergleich zu einem Gezeitenforscher, oder.“
„Nein, wirklich.“ rief die Klatschtante. „Wie entzückend. Ein Gezeitenforscher. Ja, kennen wir den. Ja, was macht denn ein Gezeitenforscher.“
„Sollte ich vielleicht einen Kuchen backen, wenn Herr Wörth zu Besuch kommt. Noch ist ja Zeit.“ sagte sie im Selbstgespräch. „Und habe ich nicht meistens einen Kuchen kredenzt, wenn Herr Wörth zum Kaffee gekommen war. Ich muß es mir noch überlegen, solange es Zeit ist, und ich werde eine Entscheidung zu treffen haben. Andererseits, gibt es denn einen Anlaß?“
„Was macht denn ein Gezeitenforscher?“ hatte sie gefragt, als dieser zum ersten mal bei ihr aufgetaucht war. „Erinnerst du dich noch.“ lachte sie still, „als du den Gezeitenforscher erfunden hattest, da hast du dich sofort gefragt, was ein solcher Forscher wohl mache, was er wohl für eine Aufgabe zu lösen habe, welcher Art die Probleme, die sich ihm stellten.“
„Ein Gezeitenforscher,“ gab er zur Antwort, „erforscht selbstredend die Gezeiten. Oh, die Gezeiten sind etwas sehr Merkwürdiges, etwas geradezu Geheimnisvolles, etwas sehr, sehr Geheimnisumwittertes. Sie können es mir glauben.“
„Am besten, ich mache mir einen Zettel.“ überlegte sie. „Ich werde schaun, ob genug Kaffee im Haus ist, und ich werde nach den Zutaten für einen Kuchen sehen. Und alles, was fehlen sollte, oder was knapp sein könnte, schreibe ich auf einen Zettel.“
„Nein, wirklich, ich hatte selten das Vergnügen, einen so ausgemachten Blödsinn zu vernehmen.“ lachte Herr Wörth, als sie ihm vom Gezeitenforscher erzählte. „Sehr verehrte Frau Wüstefeld, wie sind Sie nur auf eine solche Idee gekommen. Und Sie meinen das völlig ernst?“
„Unter Gezeiten versteht man, was der Laie als Ebbe und Flut wahrnimmt.“ hatte der Gezeitenforscher gesagt. „Das immer wiederkehrende, regelmäßige Ansteigen und Absinken des Meeresspiegels.“
Im Laufe der Zeit, so wie die Wochen und Monate vergingen, kam der Gezeitenforscher stets zurück. Er war nicht nur das eine Mal, im Moment seiner Erfindung, zugegen gewesen, er kam seitdem weiterhin unverhofft. Auch er kam zum Kaffee, und bekam, an manchen Tagen und wenn es passend erschien, einen selbstgebackenen Kuchen gereicht, damit seiner Anwesenheit ein gemütlicher Rahmen geschenkt werde.
„Es ist ja alles gut und schön, Frau Wüstefeld.“ versuchte Herr Wörth eines Tages klarzustellen. „Haben Sie denn den Gezeitenforscher nicht erfunden, um der Klatschtante von gegenüber Kopfzerbrechen zu bereiten. Darüber, daß es offensichtlich Lebensläufe in der Straße gibt, die ihr entgehen, und dies in der vollen und, wie ich meine, berechtigten Absicht, um ihr zu verstehen zu geben, daß es Dinge gibt, die ihr sogar entgehen sollten, unserer Meinung nach.“
„Ach lieber Herr Wörth.“ hatte sie erwidert. „Er ist ein hochinteressanter Mensch. Ich hätte ja nie gedacht, was ein Gezeitenforscher alles weiß. Nein wirklich, ich habe vor kurzem ja nicht einmal gewußt, daß es die ernste, die vollkommen ernste und seriöse Wissenschaft der Gezeitenforschung überhaupt gibt, und auch nicht, welche Forschungsinhalte von ihr untersucht und gelehrt werden.“
„Es sind unvorstellbare Kräfte, die Gezeitenkräfte.“ hörte man wieder die Stimme des Gezeitenforschers sanft und verständnisvoll. „Wir wissen heute, daß es Auswirkungen der Gravitation des Mondes, und zu einem kleineren Teil der Sonne sind, die auf der Erde die Gezeiten herbeiführen. Und diese Kräfte haben das Bild der Erde von Anbeginn an geformt und verändert.“
„Es handelt sich dabei durchaus um zerstörerische Kräfte.“ wiederholte Frau Wüstefeld die Worte des Gezeitenforschers aus der Erinnerung.
„Frau Wüstefeld.“ ermahnte Herr Wörth.
„Es handelt sich dabei durchaus um zerstörerische Kräfte.“ hatte der Gezeitenforscher vor einiger Zeit erklärt. „Die Küstenlinien werden seit Jahrmillionen von den Meereskräften, die ihnen durch die Gezeiten innewohnen, ausgespült, weggewaschen, umgeformt. Man kann es als das schöpferische Werk der Gezeiten ansehen, daß sich das Bild der Erde stets in recht jungem geologischen Gewand zeigt. Im Vergleich zum übrigen Planetensystem. Durch die Gezeiten.“
„Wäre es nicht eine Wohltat,“ hatte Frau Wüstefeld daraufhin einzulenken versucht, „mein Herr Wörth, wenn es ihn tatsächlich gäbe, den Gezeitenforscher, wenn er nicht bloße Erfindung meinerseits, wie Sie es nennen, wäre, sondern wenn er wahrhaftig unter uns sein könnte, zu unseren Kaffeenachmittagen, oder zu unseren Konzertabenden.“
„Ich glaube kaum, Frau Wüstefeld, daß ich die Lust verspürte, mit Ihrem Hirngespinnst in ein Sinfoniekonzert zu gehen.“ lautete Herrn Wörths Antwort bestimmt und barsch. „Ohne Zweifel würde ich die Gesellschaft von Menschen aus Fleisch und Blut vorziehen.“
Sie schaute in den Küchenschrank, ob ausreichend Kaffee vorhanden war, ob es Mehl und Zucker und Backpulver im Hause gibt, und sie warf einen Blick in den Eisschrank, ob sie dort etwas entdecken würde, was als Zutat für einen Kuchen genommen werden könnte.
„Wenn ich einen Apfelkuchen backen möchte,“ zog sie Bilanz, „dann muß ich aus dem Haus und Äpfel besorgen. Bereite ich jedoch einen Topfkuchen, einen mit Schokoladenguß zum Beispiel, so könnte ich mir einen Gang auf die Straße ersparen.“
Und so reifte der Entschluß, für den Nachmittag, für den sich ja Herr Wörth angekündigt hatte, einen Topfkuchen zu backen.
„Ohne Zweifel würde ich die Gesellschaft von Menschen aus Fleisch und Blut vorziehen,“ hatte Herr Wörth gesagt. „Wir müssen doch realistisch bleiben. Solch ein Traum vom Gezeitenforscher, wie er Sie, Frau Wüstefeld, beschäftigt, das will ich doch als pubertäres Getue halbreifer Mädchen abhandeln, unwürdig, ja widersprechend unserer ganzen, fortgeschrittenen Lebenserfahrung.“
„Nun, der wird sich wundern, der Nachbar von gegenüber.“ lächelte sie, als sie damit begann, den Teig zu rühren.
Denn als der Kuchen fertig und soweit abgekühlt war, daß sie ihn auf eine Platte umstülpen und mit Schokolade begießen konnte, als sie den Tisch in der Stube mit drei Gedecken herrichtete und das Kaffeewasser auf den Herd setzte, da erwartete sie längst zwei Besucher, wohl wissend, daß der Eine aus allen Wolken über die Präsenz des Andern fallen dürfte.
Herr Wörth kam stets pünktlich, meist sogar auf die Minute genau. Frau Wüstefeld führte dies auf die Tatsache zurück, daß es sich bei dem Freund schließlich um einen Lehrer im Ruhestand handelte, somit um jemandem aus einem Personenkreis, zu deren Berufung eine gewisse, und zumeist geachtete, Vorbildfunktion gehörte.
Heute war es nicht anders. Das Läuten von der Wohnungstür kam im erwarteten Augenblick. Frau Wüstefeld ging ihm entgegen und öffnete. Lächelnd sagte sie: „Nur hereinspaziert, verehrter Herr Wörth, wir erwarten sie bereits ungeduldig.“
Dieser schickte sich an, einen mitgebrachten Strauß Blumen noch schnell und raschelnd vom Papier zu befreien, um ihn darauf, sich andeutungsweise verbeugend, als Mitbringsel zu übergeben. „Sie sehen wieder bezaubernd aus, Frau Wüstefeld.“ sprach er zur Begrüßung aus.
„Also kommen sie.“ forderte Frau Wüstefeld, „der Kaffee ist frisch und heiß, und es gibt Topfkuchen. Den müssen sie probieren, und mir natürlich sagen, ob er gelungen ist.“
So drückte sie ihn mit der linken Hand in ihr Wohnzimmer hinein, während sie die Schnittblumen in der rechten hielt.
„Sehr schöne Blumen, Herr Wörth. Ach, hier muß doch irgendwo eine Vase sein.“
Doch Herr Wörth zögerte eine Sekunde lang, den Raum zu betreten, denn er gewahrte, daß bereits ein Gast an der Kaffeetafel Platz genommen hatte.
„Darf ich vorstellen.“ sagte Frau Wüstefeld, während dessen sie mit einer Vase, die sie der Kredenz entnommen hatte, hantierte. „Darf ich vorstellen.“ wiederholte sie kurz, und fügte hinzu: „Doktor Blanz, seines Zeichens Gezeitenforscher. Herr Wörth.“
Doktor Blanz erhob sich nun aus dem Sessel, und streckte dem Ankömmling seine Hand grüßend entgegen. „Sehr angenehm.“ murmelte er.
„Ich bin hoch erfreut.“ ließ Herr Wörth vernehmen. „Schon viel von Ihnen gehört, hätte nie gedacht, daß man sich so bald begegnet.“
„Da sind sie baff, nichtwahr.“ freute sich Frau Wüstefeld. „Aber nehmen Sie doch zuerst einmal Platz, ja setzen Sie sich, beide, und lassen Sie sich ein Stück Kuchen schmecken, habe ich den doch extra für diesen Nachmittag gebacken.“
„Also, das laß ich mir nicht zweimal sagen.“ verkündete der Gezeitenforscher, und übernahm prompt die Aufgabe, auf jeden der drei Teller ein Stück Topfkuchen zu heben.
Herr Wörth richtete seinen Blick ungläubig mal an den Gezeitenforscher, mal zu Frau Wüstefeld hinüber. Er sah beide kuchenessend. Besonderes Augenmerk ließ er dabei den Händen des Gezeitenforschers zukommen. Jene Hände, die die Kuchengabel führten, zum Mund und wieder zum Teller, um ein weiteres bißgerechtes Stück abzutrennen, und wieder zum Mund zurück.
„Arbeiten Sie viel draußen als Gezeitenforscher, Herr Doktor.“ fragte Herr Wörth plötzlich. „Draußen in der Natur, an der Küste.“
„Das eigentlich nur im Urlaub.“ antwortete der Gezeitenforscher und lachte. Frau Wüstefeld lachte auch. „Ich bin mehr Theoretiker.“ fuhr der Gezeitenforscher fort. „Untersuche Gemeinsamkeiten und Grenzen zu den übrigen Wissenschaften. Biologie, Geologie, Mythologie, Astronomie, Sie verstehen. Das bedeutet für den Alltag Tagungen, Symposien, simultane Simulationen und so weiter.“
„Sagen Sie bloß.“ meinte Herr Wörth. „Das mit der Biologie interessiert mich. Ich war nämlich Lehrer, müssen Sie wissen, vor meiner Pensionierung.“
„Nun, die Gezeiten, der ewige Wechsel von Ebbe und Flut, hat das Leben auf der Erde erst ermöglicht. Denn die Gezeiten, und die daraus resultierenden Meeresströmungen, haben die ersten Einzeller über große Strecken transportiert, haben sie vom Wasser ans Land gespült, und so ihre globale Verbreitung ermöglicht, sie neuen Lebensräumen zugeführt.“
„Haben sie neuen Lebensräumen zugeführt.“ fiel Frau Wüstefeld ihm ins Wort. „Hätten Sie das gedacht, Herr Wörth.“
„Aber, wenn mir die Bemerkung gestattet sei,“ fuhr der Gezeitenforscher fort, „so sind wir heute doch nicht versammelt, um über Ebbe und Flut zu plaudern, sondern um diesen köstlichen Kuchen....“
Und so wechselte die gemütliche Runde das Thema.

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GabiSils
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 1
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Lieber Till,

erstmal herzlich willkommen in der Leselupe.
Deine Erzählung gefällt mir gut, unspektakulär, ein wenig rätselhaft, sehr schön erzählt.

Einige Fehler wie

quote:
daß es sich bei dem Freund schließlich um einen Lehrer im Ruhestand handelte, und dabei um einen Personenkreis

(Er gehört zu dem Personenkreis; er ist nicht der Personenkreis)

stören den Gesamteindruck nur unwesentlich; vielleicht schaust du dir den Text dataufhin noch einmal an?

Gruß,
Gabi

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Till Braven
Manchmal gelesener Autor
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Genau !

Hallo Gabi !

Vielen Dank für deine positive Bemerkung.
Was den herausgestellten Fehler angeht, hast du natürlich recht... Obwohl ich mir Mühe gebe, gerade auf solche Feinheiten zu achten... Aber selbst sieht man ja noch lange nicht alles...
Die Geschichte soll übrigens mehr oder weniger rätselhaft erscheinen. So braucht man sich nicht zwangsläufig festzulegen... Weder der Autor, noch der Leser...

Viele Grüße von der Küste!

Till

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Zefira
???
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Werke: 14
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Lieber Till,

Deine Geschichte hat mich fasziniert, sie ist so still und wuchtig zugleich wie langsam hereinkommende Flut. Eine wahre Perle. Höchstwertung von mir!
Stilistisch hast Du die Latte natürlich sehr hoch gehängt mit diesem verwickelt-betulichen Stil, der auf Frau Wüstefeld maßgeschneidert ist. Gabi hat schon darauf hingewiesen, daß ein paar klitzkleine Schnitzer stehengeblieben sind. Mir ist noch der Satz
"Herr Wörth kam stets pünktlich, da hätte man die Uhr nach stellen können"
aufgefallen. "Die Uhr nach stellen" ist Jargon und paßt nicht zu der sonstigen bemüht-korrekten Stilebene.

Schreib weiter so fein :-))))
Zefira

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Till Braven
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Aug 2002

Werke: 8
Kommentare: 30
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Abgerutscht

Hallo Zefira,

vielen Dank für deine wundervolle Anmerkung. Ich werde auf deinen Kritikpunkt, ebenso wie auf den von Gabi, noch reagieren.
Ich gebe dir recht. Da bin ich stilistisch abgerutscht.
Aber es freut mich erst einmal, daß die Geschichte gefällt.

Viele Grüße von der Küste

Till

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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 14
Kommentare: 1113
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Hallo Till,
eben habe ich noch mal vorbeigeschaut und das Ganze mit dem größten Vergnügen ein zweites Mal gelesen.
Stilistisch habe ich jetzt keine Einwände mehr.
Mir fällt auf, daß Du die wörtliche Rede immer mit einem Punkt an den erzählenden Hauptsatz anschließt. Ist das neue Rechtschreibung? Ich habe es so gelernt, daß ein Komma hinkommt oder, wenn es ein Frage- oder Ausrufsatz ist, hinter das Frage- oder Ausrufezeichen noch ein Komma (nach der neuen RS). Aber, zugegeben, darin bin ich nicht so firm.
Es sieht nur ziemlich fremd aus ;-))
Einmal schreibst Du "Hirngespinnst" - da ich nun schon mal am Kümmelspalten bin.
Noch etwas: der Schluß. Da bewege ich mich natürlich auf etwas unsicherem Boden... Herrn Wörths etwas verdutzte Perspektive am Ende finde ich toll - dazu Frau Wüstefelds triumphierende Haltung ("Hätten Sie das gedacht, Herr Wörth?"), und am Ende ziehst Du das wieder so zusammen ins Einvernehmen - also, es ist ja Deine Geschichte und nicht meine (Zefira gerät so langsam in hilfloses Schwafeln ;-)), aber mir wäre es lieber gewesen, Du hättest dieses seltsame Kleeblatt in der Schwebe, Herrn Wörth bei seiner Skepsis gelassen...
War es denn Dein Anliegen, Herrn Wörth völlig in die Beziehung zwischen Frau W. und dem Forscher hineinzunehmen?

Nachdenklich - und nach wie vor von dem Text völlig gefesselt, wie Du siehst ;-)
Zefira

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