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Leselupe.de > Kurzprosa
G. trinkt Kakao
Eingestellt am 01. 09. 2008 12:42


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Franka
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G. trinkt Kakao


G. wohnt in einem Hochhaus, achte Etage. Jetzt sitzt sie in ihrer guten, der einzigen Stube, mehr draußen als drinnen, denn ihre Beine brauchen frische Luft und trinkt heißen Kakao, richtig süß, G. weiß, dass sie das lieber lassen sollte, ihr Arzt ihr wieder einen Vortrag halten wird, diesen, den sie bereits singen kann: Bewegung, wenig Fett und wenig Zucker, das lässt die Pölsterchen schmelzen, garantiert ein langes Leben. Außer ihm gibt es niemanden, der sich an ihrer Polsterung stößt. G. muss lachen, stoßen, an ihr, wo sie doch besser gepolstert ist als ihr Schlafsofa, und so alt wie ihre Mutter will sie sowieso nicht werden, die hatte es auf Achtundachtzig gebracht, einige Pflegerinnen verschlissen, nicht mal Scheißen konnte die mehr alleine, der Hintern musste schließlich gewischt werden, nee, nee, G. will gesund und beweglich dahinscheiden, dafür hat sie Vorsorge getroffen.

G. holt sich einen zweiten Kakao, setzt sich wieder an ihren Platz, den schön angewärmten, so ein komfortabler Hintern ist eben nicht zu verachten, der verhinderte auch ein Abrutschen, ist er doch mehr drinnen als draußen.
Von hier oben hat sie eine gute Aussicht. Unten muss es was Interessantes geben, dort sammeln sich Menschen, verdichten sich zu einer Masse, schade, dass meine Augen nicht mehr gut sind, denkt G., während von unten laute Stimmen zu ihr empor finden. Ob sie hinuntergeht, nee, lieber nicht, da würde ihr Kakao ja kalt und kalten Kakao hasst G., Kälte bildet eine ekelige Haut, so winkt G. nur, wartet gespannt auf die Dinge, die noch passieren werden und es passiert, die Polizei und sogar die Feuerwehr trifft ein, jetzt wird es spannend, jetzt ist G. bereit den angewärmten Platz aufzugeben.

Zwei Etagen unter ihr ist eine Wohnung frei, G., als weiblicher Hauswart hat die Schlüssel. Mit dem Kakao in der Hand eilt sie, was sie eilen nennt, nach unten, nimmt zwei Etagen tiefer einen Platz ein, so kann sie besser sehen, weiter ihren Kakao schlürfen. Dort unten scheint es einige Verwirrungen zu geben, es wird mit Händen und Füßen geredet, immer wieder nach oben gezeigt. G. schaute auch nach oben, aber da gibt es nichts und für dieses Nichts hat G. nun ihren warmen Platz mit dem hier getauscht, der nicht nur kalt, sondern auch unbequem ist, ihre Fensterbank ist einfach breiter, für ihr Hinterteil passender.

Ihr Tassentopf ist leer, und G. hat die Lust verloren, außerdem muss sie noch Einkaufen, das Kakaopulver ist alle.


__________________
Man probiert. Vielleicht klappt es. Wenn nicht, dann probiert man was Neues. (frei nach Antje Joel)

Version vom 01. 09. 2008 12:42

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Retep
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Hallo Franka,

Deine Geschichte habe ich gerne gelesen. Du hattest da zumindest für mich eine ganz neue Idee.

Vielleicht wäre ja Polizei oder Feuerwehr schon bei G. gewesen, bevor sie zwei Stockwerke tiefer auftaucht. Die Schnellste ist sie ja wohl nicht.

Aber das spielt für deine Geschichte keine Rolle.

Kleine Anmerkungen:


quote:
die Polizei und sogar die Feuerwehr trifft ein,
- treffen ein ?

quote:
Mit dem Kakao in der Hand eilte sie,
- eilt sie ?

Gruß

Retep

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Franka
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Hallo Retep,

schön, dass du zu diesem Text gefunden hast. Ich lese gerade "Das Schloss" von Kafka, er hat mich zu diesem Werk "angestiftet". Obwohl ich mich nach dem Einstellen schon ein wenig über mich geärgert habe, ich hätte mir A. anfangen sollen, aber auch so ist es noch möglich eine Reihe zu schreiben.
Zu deinem ersten Hinweis, sie treffen nacheinander ein, daher ist trifft schon in Ordnung, dein zweiter Hinweis ist in Ordnung, da habe ich mich tatsächlich mit der Zeit vertan. Ich habe es geändert, vielen Dank.

LG Franka
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Man probiert. Vielleicht klappt es. Wenn nicht, dann probiert man was Neues. (frei nach Antje Joel)

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