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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Gabys Geburtstag
Eingestellt am 26. 11. 2002 00:42


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Intonia
One-Hit-Wonder-Autor
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Gabys Geburtstag

Gabys Geburtstag
(├╝berarbeitete Fassung vom 27.12.2002)

Gaby ist das, was man eine treue Freundin nennt. Hilfsbereit, immer mit einem offenen Ohr f├╝r die Sorgen ihrer Mitmenschen. Immer hei├čt: dann wenn sie erreichbar ist. Aber das ist sie fast nie. Sie hat n├Ąmlich eine Telefonphobie. Ihre Freunde sind der Verzweiflung nahe. Keiner hat sie jemals ans Telefon bekommen. Fr├╝her gelang es schon mal, als sie noch keinen Anrufbeantworter hatte. Ungl├╝cklicherweise schenkte Schwager Helmut ihr vor zwei Jahren einen zum Geburtstag. Seitdem hat sie nie mehr das Telefon abgenommen, wenn es klingelte. Wir sind also gezwungen, unser Anliegen einer Maschine mitzuteilen. Das w├Ąre nicht weiter schlimm, wenn sie darauf reagieren w├╝rde. Aber das tut sie nur im ├Ąussersten Notfall. In ihrer verbindlichen Art m├Âchte Gaby niemand vor den Kopf sto├čen und hat h├Âllische Angst, Stellung zu beziehen. So tut sie lieber gar nichts und l├Ąsst die Dinge auf sich zukommen.

Alle vier bis sechs Monate ├╝berrascht Gaby ihre Freunde mit einem Anruf. Die Freude ist gro├č, endlich Gabys Stimme im Original zu h├Âren. Sie entschuldigt sich tausendmal mit den Worten, dass es keine Entschuldigung daf├╝r gibt, warum sie sich nicht fr├╝her gemeldet hat. Wer kann ihr da noch b├Âse sein. Vor allem, weil sie jetzt alles nachholt, was so lange ungesagt blieb. Wenn Gaby anruft, ist es am besten, zwischendurch mit dem Zweittelefon alle Termine abzusagen, einen Babysitter zu bestellen, den Videorecorder zu programmieren und den Pizzadienst anzurufen, weil man ohnehin nicht mehr zum Kochen kommt. Gaby k├Ânnte die Erfinderin der kompakten Lebensart sein. Warum 30 mal etwas tun, was man auf einmal erledigen kann. Deshalb muss man sich auf drei bis f├╝nf Stunden Telefonmarathon einstellen, wenn Gaby endlich anruft. Aber wir tun es gerne, denn Gaby versteht es, interessant zu plaudern und man merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht. Einmal wunderte ich mich, warum der Wecker pl├Âtzlich klingelte. Als ich auf die Uhr sah, war es halb sechs, Zeit um aufzustehen.

Gaby hatte wieder Geburtstag. Das ist ein Ereignis, welches wir alle freudig erwarten, denn ihre Geburtstagsfeier ist stets perfekt organisiert. Da kommt das Beste auf den Tisch, was K├╝che und Keller zu bieten haben. So war es auch diesmal. Schwedische Sm├Ârg├ąsar, Kentucky fried chicken mit farmerpotatoes, Norwegische Lachspastete, frische Salate in allen Variationen, dazu die herrlichsten Dressings und eine Kuchentheke, die unter den Kalorien buchst├Ąblich in die Knie ging. Nicht zu vergessen: die erlesensten Getr├Ąnke von Champagner bis Burgunder, von den verschiedensten Aperitifs bis zum frisch gepressten Apfelsinensaft. Daneben nat├╝rlich auch Durstl├Âscher wie Bier oder Mineralwasser. Gaby m├Âchte es eben allen recht machen und es war ihr wieder mal gelungen. Die Feier war wundersch├Ân und harmonisch. Gaby war gl├╝cklich, bis zu dem Augenblick, als sie das Geschenk ihres Schwagers Helmut auspackte.

Erwartungsvoll schauten wir zu, wie sie die Schleife aufkn├╝pfte, das Geschenkpapier von dem kleinen Karton l├Âste und diesen ├Âffnete. Als wir den Inhalt erkannten, jubelten wir spontan und lobten Helmut f├╝r seine gute Idee. Nur Gabys Gesicht war wie versteinert. Sie rang sichtlich nach Fassung und rief schlie├člich entsetzt aus:
"Was soll ich denn mit einem Handy? Mein Telefon ist ja schon furchtbar genug. Nein, das benutze ich nicht! Stellt euch mal vor, das klingelt pl├Âtzlich in der Bahn, oder beim Einkaufen. Ich mach mich doch nicht l├Ącherlich. Nein, nein nein! Das ist nichts f├╝r mich."

Wir versuchten sie umzustimmen und ihr die Vorteile eines Handys schmackhaft zu machen. Wir brachten im Chor unsere Freude zum Ausdruck, sie jetzt besser erreichen zu k├Ânnen. Wir sagten ihr, dass sie die Letzte in unserer Runde gewesen war, die noch kein Handy besa├č und dass es einfach ein Muss ist, heutzutage mobil telefonieren zu k├Ânnen und ├╝berall erreichbar zu sein. Umsonst. Gaby blieb uneinsichtig. Unterdessen schrieben wir alle wie wild die Nummer auf, die Helmut uns vorlas. Das brachte ihn endg├╝ltig bei Gaby in Missgunst.

Helmut hatte einfach kein H├Ąndchen mit den Geschenken f├╝r Gaby. Dabei wollte er doch nur wieder gutmachen, was er uns vor zwei Jahren mit Gabys Anrufbeantworter angetan hatte. Aber wir sollten uns irren. Heute traf ich Gaby und erkundigte mich nebenbei, wie sie mit ihrem Handy zurecht kommt. "Gut", antwortete sie. "Zwar habe ich noch nicht damit telefoniert, aber die Kommunikation per SMS ist einfach super."
__________________
"Liebe kostet nichts und ist doch das Teuerste auf der Welt."

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hoover
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Intonia,

die Geschichte ist nicht schlecht.
Keine Ahnung, warum ich noch auf bin, vielleicht wars der Zwang nach interessanten, unbeantworteten Geschichten zu suchen.
Ich hab deine Geschichte etwas gestrammt. Insgesamt kann die sich sehen lassen. Die solltest du nochmal ├╝berarbeiten, dann kann da was draus werden. Vielleicht helfen dir die ├ťberarbeitungen da unten etwas dabei.
Frag einfach, wenn dir was nicht klar ist.

Liebe Gr├╝├če
hoover


Gabys Geburtstag

Gaby ist so etwas, was man wie eine treue Freundin nennt. Oder: ist das, was man eine treue Freundin ... Hilfsbereit, empathisch, Fremdw├Ârter geh├Âren eigentlich ganz raus, im Fall ÔÇ×emphatischÔÇť sowieso, man will seine Leser ja nicht vergraulen ... immer mit einem offenen Ohr f├╝r die Sorgen ihrer Mitmenschen. Immer hei├čt: dann Das hei├čt, wenn sie erreichbar ist. Als Bsp. Und Aber das ist sie fast nie. Sie hat n├Ąmlich eine Telefonphobie. Ihre Freunde sind der Verzweiflung nahe. Keiner hat sie jemals direkt ans Telefon gekriegt bekommen. Das hei├čt, fr├╝her gelang es schon mal, als sie noch keinen Anrufbeantworter hatte. Ungl├╝cklicherweise schenkte ihr Schwager Helmut ihr vor zwei Jahren einen zum Geburtstag. Seitdem hat sie nie mehr das Telefon abgenommen, wenn es klingelte. Wir sind also gezwungen, unser Anliegen einer Maschine mitzuteilen. Das w├Ąre nun nicht weiter schlimm, wenn sie darauf reagieren w├╝rde. Aber das tut sie leider nicht. Wir wissen nicht einmal, ob sie die Nachrichten ├╝berhaupt abh├Ârt. Ich vermute, sie tut es h├Âchstens einmal in der Woche, um dann festzustellen, dass das meiste sich von selbst erledigt hat. Zu unklar, den Satz kannst du weglassen Was sich nicht erledigt hat, schiebt sie auf die sprichw├Ârtliche lange Bank, in der Hoffnung, es wird sich noch erledigen ... Wiederholung. Gaby kriegt n├Ąmlich nichts geregelt. Das ist kein b├Âser Wille. Gaby m├Âchte auch wenn sie es allen recht machen will und niemand vor den Kopf sto├čen. Das ist dasselbe Das verursacht ihr panischen Stress. So tut sie lieber gar nichts und l├Ąsst die Dinge auf sich zukommen.

Ab und zu, das hei├čt, so alle vier bis sechs Monate ├╝berrascht Gaby ihre Freunde mit einem Anruf. Die Freude ist gro├č, endlich Gabys Stimme im Original zu h├Âren. In ihrer liebensw├╝rdigen Art entschuldigt sie sich tausendmal mit den Worten, dass es keine Entschuldigung daf├╝r gibt, warum sie sich nicht fr├╝her gemeldet hat. Wer kann ihr da noch b├Âse sein. Vor allem, weil sie jetzt alles nachholt, was so lange ungesagt blieb. Wenn Gaby anruft, ist es am besten, zwischendurch mit dem Zweittelefon den Friseurtermin abzusagen, einen Babysitter zu bestellen, den Videorecorder zu programmieren, falls man am selben Abend einen Film sehen wollte und den Pizzadienst anzurufen, weil man ohnehin nicht mehr zum Kochen kommt. Ein klitzekleinwenig zu lang der Satz Gaby k├Ânnte die Erfinderin der kompakten Lebensart sein. Warum 30 mal dasselbe tun, was man auf einmal erledigen kann. Deshalb muss man sich auf drei bis f├╝nf Stunden Telefonmarathon einstellen, wenn Gaby endlich anruft. Aber wir tun es gerne, denn Gaby versteht es, interessant zu plaudern und man merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht. Einmal wunderte ich mich, warum der Wecker pl├Âtzlich klingelte. Als ich auf die Uhr sah, war es halb sechs, Zeit um aufzustehen. Aber das war extrem. Du benutzt viele S├Ątze, die eigentlich unn├Âtig sind, die sich von selbst erkl├Ąren.

Gaby hatte wieder Geburtstag. Das ist ein Ereignis, welches wir alle freudig erwarten. Komma Denn sie l├Ąsst es sich nicht nehmen, eine Geburtstagsfeier mit allen Raffinessen zu organisieren. Da kommt das Beste auf den Tisch, was K├╝che und Keller zu bieten haben. So war es auch diesmal. Schwedische Sm├Ârg├ąsar, Kentucky fried chicken mit farmerpotatoes, Norwegische Lachspastete, frische Salate in allen Variationen, dazu die herrlichsten Dressings und eine Kuchentheke, die unter den Kalorien buchst├Ąblich in die Knie ging. Nicht zu vergessen die erlesensten Getr├Ąnke von Champagner bis Burgunder, von den verschiedensten Aperitifs bis zum frisch gepressten Apfelsinensaft. Daneben nat├╝rlich auch Durstl├Âscher wie Bier oder Mineralwasser. Gaby m├Âchte es eben allen recht machen und es war ihr wieder mal gelungen. Die Feier war wundersch├Ân und sehr harmonisch. Gaby war gl├╝cklich. Komma Bis zu dem Augenblick, als sie das Geschenk ihres Schwagers Helmut auspackte. gut

Erwartungsvoll schauten wir alle zu, wie sie die Schleife sorgf├Ąltig aufkn├╝pfte, das Geschenkpapier von dem kleinen Karton l├Âste und endlich diesen ihn ... das war ein ÔÇ×endlichÔÇť zu viel ├Âffnete. Keiner wusste, was zum Vorschein kommen w├╝rde, ausser nat├╝rlich Helmut. Als wir den Inhalt erkannten, jubelten wir spontan und lobten Helmut f├╝r seine gute Idee. Gabys Gesicht war jedoch wie versteinert. Sie rang sichtlich nach Fassung und rief schlie├člich entsetzt aus:
"Was soll ich denn mit einem Handy? Mein Telefon ist ja schon furchtbar genug. Nein, das benutze ich nicht! Stellt euch mal vor, das klingelt pl├Âtzlich in der Bahn, oder beim Einkaufen. Ich mach mich doch nicht l├Ącherlich. Nein, nein nein! Das ist nichts f├╝r mich." gut

Wir versuchten sie umzustimmen und ihr die Vorteile eines Handys schmackhaft zu machen. Nichts half. Wir brachten im Chor unsere Freude zum Ausdruck, sie jetzt besser erreichen zu k├Ânnen. Ohne Erfolg. Wir sagten ihr, dass sie die Letzte in unserer Runde gewesen war, die noch kein Handy besa├č und dass es einfach ein Muss ist, heutzutage mobil telefonieren zu k├Ânnen und ├╝berall erreichbar zu sein. Umsonst. Gaby blieb uneinsichtig. Unterdessen schrieben wir alle wie wild die Handy-Nummer auf, die Helmut uns vorlas. Das brachte ihn endg├╝ltig bei Gaby in Missgunst.

Helmut hatte einfach kein "H├Ąndchen" keine Anf.zeichen mit den Geschenken f├╝r Gaby. Dabei wollte er doch nur wieder gutmachen, was er uns vor zwei Jahren mit Gabys Anrufbeantworter angetan hatte

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Intonia
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2001

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Kommentare: 226
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Hallo hoover,

ich habe selten eine so gute und konstruktive Kritik bekommen. Die meisten Deiner Vorschl├Ąge habe ich direkt oder abgewandelt ├╝bernommen.

Da es sich um eine authentische Geschichte handelt, habe ich sie gleich auf den neuesten Stand gebracht. Du wei├čt, das Leben schreibt die besten Geschichten.

Danke und alle guten W├╝nsche zum Neuen Jahr
Intonia
__________________
"Liebe kostet nichts und ist doch das Teuerste auf der Welt."

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