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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Gegen den Strich
Eingestellt am 28. 02. 2007 20:50


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Klaus M├╝hlen
Hobbydichter
Registriert: Dec 2006

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Gegen den Strich

Gegen den Strich

Zwischen den Lamellen blinzelt das Tageslicht herein. Meine H├Ąnde greifen nach dem Gurt und ziehen den Rollladen hoch. Erwartungsvoll schaue ich in den Tag.
Es regnet. Nicht der schrille Weckruf einer Uhr riss an dem Vorhang der Morgenruhe. Es ist das in sekundenschnelle sich wiederholende monotone Trommeln der Regentropfen auf dem kupfernen Fenstersims.
Wei├če Wolken stehen am Himmel. Dazwischen gr├Â├čere Schwaden, schwer und grau. Sie f├╝llen die L├╝cken aus, aus denen vorsichtig das Blau des Himmels hervor schauen m├Âchte. Doch es regnet und regnet!
Kurz vor Mitternacht hatte es begonnen zu regnen. Nun stehen Pf├╝tzen, in denen die Tropfen fallen und kleine Wellen die Oberfl├Ąchen verzerren. Noch spiegelt sich das Laternenlicht der Nachtbeleuchtung in ihnen. Z├Âgernd versucht der Tag, das D├Ąmmerlicht zu vertreiben.
├ťber die D├Ącher rinnt das Wasser. Nur mit einem Ziel: Sich in der Regenrinne zu vereinen. Zusammengepresst schie├čt das Wasser in das Rohr nach unten. Um wieder auseinander gerissen seinen Weg fortzusetzen.
Nur wenig versiegt im Boden. Das andere flie├čt weiter, eilt davon, ├╝ber den B├╝rgersteig auf die Stra├če, entlang der Bordsteinkante planschend, um dann im Gully zu verschwinden. Empor quellende Luftblasen sprudeln das Wasser nochmal nach oben. Gurgelt ├Ąngstlich und f├Ąllt in sich zusammen, um dann doch auf den weiten unterirdischen Weg unter den H├Ąusern und Stra├čen dem Flu├č entgegen zu str├Âmen.
In den Lichtern der Scheinwerfer der vorbeifahrenden Autos leuchten die Regentropfen wie Kristalle, die im Spiegel der N├Ąsse auf der blank gefahrenen Fahrbahn wie Fabelwesen vorauseilen. In den Reifenrillen gequetschtes Wasser wirbelte empor. Hei├čem Atem gleich, Nebelschwaden, die die Sicht im D├Ąmmerlicht ersticken. Durchtr├Ąnkter Sand, vermischt mit Splittern kleiner Steine, fliegt Geschosse ├Ąhnlich davon. Und fallen in einem Hagelschauer gleich auf die Windschutzscheiben nachfahrender Autos.
Matschige vom Wasser durchtr├Ąnkte Bl├Ątter auf den Gehwegen. Rutschbahnen, auf der die F├╝├če keinen Halt finden.
Rasende Autos spritzen aus den Pf├╝tzen das Wasser auf die Gehwege. An den letzten Bl├Ąttern an den B├Ąumen r├╝ttelt der Wind und die loslassen, nimmt er mit, und l├Ąsst sie auf dem Flusse fallen. Weiter immer weiter geht die Reise. Wie kleine Schiffe drehen und wenden, doch unaufhaltsam fortgesp├╝lt von den Fluten.
Auf den Feldern kein Halm, kaum ein Korn. Abgeerntet, umgepfl├╝gt liegen sie bereits in Erdschollen versteckt. Das, was noch zwischen den Furchen zu finden ist, fressen nun die gro├čen schwarzen V├Âgel.
Im Gras liegen ein paar Äpfel. Auseinander gerissen, zerfetzt das Fruchtfleisch beim Aufprall auf dem Boden und schon halb verfault. Eine Katze stakst über die Wiese und legt sich auf die Lauer. Regungslos verharrt sie.
Wohl kaum wird eine Maus Lust versp├╝ren, ihren Kopf aus dem Erdloch zu stecken. Bei diesem Wetter.
Noch schlaftrunken f├╝hrt der Nachbar seinen Hund Gassi. Er mit einem Schirm besch├╝tzt. Der Hund tottet daneben, bereits pudelnass. Man sieht es beiden an, das Wetter begeistert auch sie nicht. Etwas schneller als sonst rennt der Hund ├╝ber die Wiese, setzt sich unter einen Busch und verrichtet seine Morgentoilette. Eben so schnell saust er zur├╝ck zu seinem Herrn. Beide schauen sich verst├Ąndnisvoll an. Alles gegen den Strich meinen beide und drehen um. Schnell eilen sie wieder heim.
Aus dem Radio der Wetterbericht: Der Himmel ist heute meistens bew├Âlkt und verbreitet regnet es. Das Thermometer erreicht tags├╝ber H├Âchstwerte zwischen 7 und 12 Grad. In der Nacht liegen die Tiefstwerte bei 6 bis 4 Grad.
Ich schaue nochmals durch das Fenster hinaus. Und verschiebe alles auf morgen. Ich lese in Ruhe die Zeitung, und genie├če auf meine Art diesen verregneten Sonntag.


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