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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Geschichte zum Nachdenken Teil 2
Eingestellt am 05. 11. 2001 18:47


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spacemaus
Hobbydichter
Registriert: Nov 2001

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Teil 2:

Allein der Gedanke Lucas hier zu lassen und gehen zu m├╝ssen zerriss ihr das Herz.
Sie befand sich in einer Zwickm├╝hle, sie wusste das sie ihrem Kind nicht mehr den Schutz bieten konnte den es brauchte, aber sie konnte ihr Kind auch nicht hier allein zur├╝cklassen!

Lucas ging zu den anderen Kindern spielen, Sophie stand dabei und schaute ihm zu. Sie konnte sich nicht entscheiden, sie wusste nicht was sie tun sollte.
Die Frau vom Jugendamt meinte sie solle sich doch bitte nun von Lucas verabschieden, aber so das er es nicht merkt. Er soll denken sie komme gleich wieder ....
Sophie┬┤s Herz begann zu rasen, der Klos in ihrem Hals wurde immer dicker, die Tr├Ąnen schossen in ihre Augen ...
Sie konnte doch jetzt nicht einfach gehen, ihr Baby hier lassen. Doch sie musste, und das wusste sie auch in ihrem tiefsten Inneren. Doch der Schmerz war ├╝berm├Ąchtig!
Sie ging zu Lucas, lies sich die Spielsachen zeigen, und sah .... ihn l├Ącheln. Er l├Ąchelte sie an, w├Ąhrend er ihr ein Auto zeigte, und da wusste sie ... er muss sein l├Ącheln behalten.
Wenn sie ihn wieder mitnehmen w├╝rde, w├╝rde er ├╝ber kurz oder lang sein wundersch├Ânes L├Ącheln verlieren.
Sie nahm Lucas in den Arm, k├╝sste ihn, fl├╝sterte ihm ins Ohr das sie ihn ganz doll lieb hat und immer bei ihm ist, stand auf und ging aus dem Zimmer ...
Auf dem Gang drehte sie sich noch einmal um und er winkte ihr fr├Âhlich nach ... es brach ihr das Herz!

Auf der Stra├če brach sie zusammen ...
Als sie wach wurde, fand sie sich in einem Krankenhaus wieder. Erst wusste sie nicht was geschehen war, doch als sie sich erinnerte kam der Schmerz wieder.
Noch nie war sie ohne Lucas gewesen ... solange er auf der Welt war, war sie immer bei ihm. Er vertraute ihr doch, er glaubte an sie ... doch sie hat ihn einfach dort gelassen in diesem Heim!
Sie rief sofort bei der Frau vom Jugendamt an und erkl├Ąrte ihr sie m├Âchte ihr Kind wiederhaben, sie w├╝rde es sofort wieder abholen. Doch die Frau erkl├Ąrte ihr, das sie doch selbst eingesehen haben muss das es Lucas so viel besser geht, das es das beste f├╝r das Kind sei wenn er nun da bleiben w├╝rde. Man h├Ątte auch schon eine Familie gefunden. Sie k├Ânne sich doch eh nicht um Lucas k├╝mmern, etc...
Sophie lag dort in dem Bett und starrte nur noch an die Wand ... der Schmerz ohne ihr Baby zu sein l├Ąhmte sie! Die Tr├Ąnen liefen ihr still ├╝ber die Wangen ...
Nachdem der Arzt sie entlassen hatte, ging sie zu ihrer Wohnung zur├╝ck. Dort brach sie dann erneut zusammen.
Lucas Anziehsachen, sein Spielzeug und ... sein Pl├╝schelch ... alles war da. Sie sa├č in dem Zimmer roch an seinen Sachen, hielt den Pl├╝schelch in den Armen und weinte. Sie weinte wegen der Ungerechtigkeit:
Wieso kann sie ihren Sohn nicht bei sich haben?
Wieso l├Ąsst Oliver sie nicht endlich in Ruhe?
Wie kann sie nur ihr Kind allein lassen?
Wie sollte sie das ├╝berhaupt aushalten ohne Lucas?
All das waren Fragen ihr fast die Luft nahmen. Nach einer Woche in der sie fast st├╝ndlich beim Jugendamt angerufen hatte erlaubte man ihr Lucas besuchen zu d├╝rfen. Man hatte ihr vorher gesagt er m├╝sse sich dort doch erst mal eingew├Âhnen und es w├Ąre nicht gut wenn er dann seine Mutter sehen w├╝rde.
Mit dem Pl├╝schelch im Arm ging sie also nun dorthin wo ihr Sohn war.
Als sie durch das Gartentor schritt, sah sie ihn im Sandkasten spielen. Ein kurzen Moment lang schauten sie sich in die Augen, dann kam Lucas sofort auf sie zugerannt.
Er schlang seine Arme um ihren Hals, k├╝sste sie und sagte in einem Fort: Mama, Mama, Mama, Mama ... Es zerriss ihr das Herz!
Lucas lies Sophies Hals nicht mehr los, er klammerte sich an sie. Sie sp├╝rte er hatte angst das sie ihn wieder allein lies.
Doch gerade heute morgen hatte sie wieder bemerkt das Oliver sie gefunden hatte. Allein um zu der Wohnung zu kommen in der Lucas nun war, ist sie stundenlang durch ganz Hamburg gefahren damit er ihr nicht folgen konnte.
Sie wusste sie w├╝rde Lucas das Herz brechen wenn sie ihn hier lassen w├╝rde, doch sie konnte ihn auch nicht mitnehmen. Sein Vater w├╝rde ihn holen kommen!
Als Lucas nach 2 Stunden langsam wieder auftaute und ihr sein Spielzeug im Sandkasten zeigen wollte, wurde ihr von der Pflegemutter mitgeteilt das sie nun wieder gehen m├╝sse!
Kaum hatte sich Lucas 2 Schritte von Sophie entfernt, kam die Pflegemutter, nahm ihn auf den Arm und wollte mit ihm weggehen. Doch Lucas wehrte sich, rief nach Sophie.
Sophie stand da, reglos ... tr├Ąnen liefen ├╝ber ihre Wangen und sie wusste nicht was sie machen sollte.
Sie ging hin, dr├╝ckte Lucas den Pl├╝schelch in die Arme, K├╝ste ihn, fl├╝sterte ihm ins Ohr wie sehr sie ihn liebte, drehte sich um und ging ...
Das weinen von Lucas, das sie noch auf der Stra├če h├Ârte, brach ihr das Herz ...
doch sie ging! Sie musste gehen, es blieb ihr nichts anderes ├╝brig!
So liefen noch 5 weitere Treffen mit Lucas ab, doch jedes Mal weinte er mehr und mehr und immer wenn er Sophie sah, klammerte er sich an sie! Und jedes Mal beim Abschied starb ein kleiner Teil in ihr und auch in ihm!
Als Sophie das letzte mal bei Lucas war, wusste sie so konnte es nicht weiter gehen. Sie konnte sich immer noch keine eigene Wohnung zulegen, weil Oliver alles dran setze um ihr das Leben so schwer wie m├Âglich zu machen. Sie konnte Lucas dort nicht rausholen, sosehr sie es sich auch w├╝nschte. In Gedanken war sie immer bei Lucas, sie vermisste ihn so sehr, der Schmerz war zu stark um ├╝berhaupt an irgend etwas anderes denken zu k├Ânnen! Doch sie konnte nichts dagegen tun!
Nun also war sie wieder auf dem Weg nach Hause und h├Ârte Lucas schreien und weinen und wusste es gab nur zwei M├Âglichkeiten:
1) sie geht zur├╝ck, holt Lucas und ...
2) sie wird nie wieder hingehen, auch wenn sie das umbringen wird!
Sophie entschied sich f├╝r die grausamste aller M├Âglichkeiten, sie wollte Lucas nicht noch mehr qu├Ąlen. Sie hoffte, das Lucas so wieder zur Ruhe kommen k├Ânnte, das er dort wo er war, ein ruhiges sch├Ânes Leben bekam und das er nicht immer, genauso wie sie, leiden musste wenn sie wieder ging und ihn wieder nicht mitnahm!
Sophie ver├Ąnderte sich in dieser Zeit sehr, sie wurde sehr hart und kalt! Sie versuchte vor ihren Schmerzen und ihrer Trauer wegzulaufen, rannte von einer Beziehung in die n├Ąchste, wollte aber nicht das irgend jemand sie anfasste. Fand keinen festen Wohnsitz, ging von einem zum n├Ąchsten ...
Und so erreichte sie auch der Brief von Jugendamt sie nicht ... der Brief in dem sie sich auf dem Jugendamt vorstellen sollte. sie sollte kommen um zu kl├Ąren wie das mit Lucas nun weitergehen sollte, ob sie bereit w├Ąre ihn wieder zu nehmen. Ob Oliver endlich aufgegeben h├Ątte. Ob Lucas in eine Langzeitpflege kommen soll. etc ... doch diesen Brief bekam sie nie! Auch nicht den danach ...
Nachdem sie Lucas 2 Monate nicht gesehen hatte, bekam sie durch einen ziemlich dummen Zufall ein Schreiben vom Gericht, in dem ihr mitgeteilt wurde, Hiermit entziehen wir Ihnen das Sorgerecht!
Als sie das las, wurde ihr klar ... jetzt hatte sie ihn endg├╝ltig verloren!
Kein Mensch kann sich diese Verzweiflung vorstellen, die Angst, die Sehnsucht die in dieser Zeit in Sophie herrschte.
Nichts w├╝nschte sie sich mehr als Lucas wieder zu holen, doch genau das konnte sie nicht mehr! Sie war (laut Jugendamt) Abschaum ... ein Exjunkie der nicht in der Lage ist sich um sein Kind zu k├╝mmern.
Und in gewisser weise war sie das ja auch nicht, sie hatte keine Wohnung, sie hatte kein Job und konnte dies auch nicht ├Ąndern ...
Der Moment kam ... Sophie stand an der Bahnsteigkante ... der Zug kam immer n├Ąher ...und in Gedanken fl├╝sterte sie Lucas ins Ohr: Machs gut mein Schatz, Mama liebt dich so sehr, ich bin bei dir!
... und sie ging ein Schritt nach vorn ...
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Fortsetzung folgt ...




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