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Gründliches Lächeln
Ich wollte ihr ein Kompliment machen,
wollte ihr sagen, wie sehr sie mich
an die bekannte
Lyrikerin
Else-Lasker-Schüler
erinnert mit
ihrem sinnlichen Mund,
der geheimnisvollen Augenpartie,
dem unergründlichen Lächeln…
Dummerweise fiel mir in dem Moment
der gesuchte Name nicht ein, und so
versuchte sie mir
sehr freundlich
Hilfestellung
zu geben:
Annette Droste-Hülshoff? – Quatsch!
Adele Schopenhauer? – Nee.
Nelly Sachs? – Nee, nee.
Christa Wolf? – Herr Gott.
Angela M... – Was für’n Schnee!
Dann lächelte sie. Gründlich.
Mir wurde heiß und kalt zugleich
und in den Knien reichlich weich.
Wie’n nasser Pudel stand ich,
als gösse es aus Kannen.
Mit zitternder Lippe schwieg ich
und starrte stumm und jämmerlich.
Sie stöckelte von dannen.
Die Absätze hallten: klopf, klopf.
Ihr letzter Blick sprach stumm: Du Tropf.
Da fiel ich
kleiner, stummer Rest
schwarzlochgleich
in mich zusammen, obwohl mir
der Name, ja: die ganze Biografie,
die ich vor Jahren las,
plötzlich greifbar
vor Augen
stand!
Was für’n Eindruck hätte ich schinden können…
Beim nächsten Versuch eines Kompliments
schreib ich mir den Namen auf die Innen-
seite meiner rechten Hand, jawohl!
Oder ich besorge mir gleich
ein Buch und überreiche
es der Vollzuschlei-
menden als Ge-
schenk.
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