Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5284
Themen:   87785
Momentan online:
361 Gäste und 17 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Erzählungen
Hättet Ihr Lust weiterzulesen?
Eingestellt am 20. 11. 2001 16:04


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Emma Roth
Häufig gelesener Autor
Registriert: Oct 2001

Werke: 20
Kommentare: 37
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Emma Roth eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Wüßte gerne, ob ich die Geschichte richtig aufgebaut habe. Dafür brauche ich eure Hilfe. Vielleicht Verbesserungsvorschläge oder ...
Hättet Ihr Lust, weiterzulesen?
Danke für Eure Hilfe Emma


Im Zwiespalt der Gefühle

Wenn mich jemand vor fünf Tagen gefragt hätte, ob ich mit meinem jetzigen Leben zufrieden wäre, hätte ich ihn verdutzt angeguckt und gesagt: „ Klar, mir könnt’s nicht besser gehen.“ Schließlich hatte ich alles, was man als 37 jährige, junggebliebene, vollemanzipierte Frau besitzen konnte. Ich hatte eine sieben Zimmer Wohnung mit Blick auf den Baldeneysee, einen wohlgeratenen Sprössling, der mir an manchen Tagen schon bald zu wohlgeraten erschien und einen alles wissenden Ehemann, der nicht nur belesen war, sondern ganz nebenbei auch noch einem geregelten und gutbezahlten Job nachging. Was wollte ich mehr?
Wie gesagt, so sah mein Leben noch vor gut fünf Tagen aus. Geordnet, geregelt, vollkommen. Aber jetzt, seit dieser dämliche Einladung von Hannah, war plötzlich alles anders. Hannah, eine ehemalige Schulkameradin, an deren lyrischen Ergüsse wir uns vor Jahren ergötzten, trieben mir heute den Angstschweiß aus jeder einzelnen Pore.
Ob du es nun glaubst oder nicht, stand da geschrieben, Hannah bringt es für dich jetzt ans Licht. Vor zehn Jahren, wer hätt’ es gedacht, hat unser Jahrgang das Abi gemacht. Denkst auch du, das ist ein Grund, bist nicht krank, das heißt gesund, würd ich mich freuen, dich wiederzusehen, ich hisse die Fahnen – du wirst schon sehen.
Meine Hände zitterten. Ich musste mich setzen, und fühlte zum ersten Mal in meinem Leben eine wahre Flut von aufsteigenden Depressionen tief in meinem Innersten. Hatte Hannah es wirklich nach zehn Jahren fertig gebracht, ein Stufentreffen zu organisieren?
Ich rief sofort bei Frieda an. Frieda wusste immer einen Rat. „ Megageil, Anne. Ich versteh nur nicht, warum du so zurückhaltend bist und deiner Freude nicht Ausdruck verleihst?
„ Also als ich letztens.....“
„ Frieda,“ meine Stimme überschlug sich fast vor aufkommender Freude. „ Du verstehst scheinbar gar nichts. Ja, ich weiß, dein Treffen vor einem Jahr war klasse. Du hast Armin wiedergesehen und ihr habt euch zum hundertsten Mal ineinander verliebt. Und ...“, jetzt kam ich zum Knackpunkt, „du warst eine von denen, die einen interessanten Lebenslauf vorzuweisen hatte.“
Frieda schwieg einen Moment. „ Ja und? Mein Gott Anne, was ist denn los mit dir? So kenne ich dich ja gar nicht. Hast du etwa nichts aus deinem Leben gemacht?“ – „Mmh“. Ich ahnte. Was gleich kommen würde. „ Sag bloß, du hast Angst zuzugeben, dass aus all deinen Illusionen nichts geworden ist?“ „Kann schon sein.“ Langsam wurde mir immer mulmiger. „ Existierst du eigentlich nur, weil dein Mann sich so rührend um dich kümmert?“
Mir stockte der Atem. Das war einfach zu viel für mich. Mit voller Wucht landete der Hörer auf der Gabel. Frieda hatte ja recht. Ja, ja, ja. Und trotzdem war ich sauer auf sie.
Das Telefon klingelte. Frieda entschuldigte sich und ich zeigte mich versöhnt. So sehr versöhnt sogar, dass ich prompt ihre Einladung ins Café Overbeck annahm. Frieda kam natürlich wie immer zu spät. Zwanzig Minuten glotzte ich gequält zur Eingangstür, dann zog ich verlegen mein Handy, ein Weihnachtsgeschenk meines Mannes, hervor und tippte wild auf den Tasten herum. Endlich tauchte Frieda auf. „ Wartest du schon lange?“ wie immer frohgelaunt, setzte sie sich mir gegenüber auf den Stuhl. Benommen sah ich auf. „ Sorry, aber wer sind sie?“ ...

__________________
Ein Mensch meint, gläubig wie ein Kind, dass alle Menschen Menschen sind. (Eugen Roth)

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


ex-mact

???

Registriert: May 2001

Werke: 2
Kommentare: 1063
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Moin,

die Frage möchte ich vorweg beantworten: nein, ich habe keine Lust, den Text weiter zu lesen.

Aber ich möchte versuchen, diese meine Antwort auch zu begründen:

Der Anfang ist gut aufgebaut - mit klassischen Elementen wie der Einführung der Protagonistin, der Erklärung, wer/was/wie sie ist, dem Hinweis darauf, daß ihr normales Leben plötzlich geändert wurde. Und dann kommt der Absatz mit der Einladung zum "Jahrgangstreffen" - hier stutzte ich zuerst: wenn die Protagonistin (Hanna/Anna/Anne/Frieda - zu viele gleich aufgebaute Namen!) 37 Jahre alt ist - wieso hat sie dann erst vor 10 Jahren ihr Abitur gemacht? Das wird nicht erklärt (ich vermute: Abendschule). Dann _freut_ sich die Erzählerin mit hektischer Aufregung im Gespräch mit Frieda - es wird nicht erklärt, worüber sie sich so dramatisch aufregt, daß sie fast einen Herzanfall zu bekommen scheint, zumal Frieda eher den Eindruck erweckt, die Erzählerin hätte Grund zur Ablehnung des Treffens... überhaupt: was ist das Problem mit einem Jahrgangstreffen?

Für mich wäre die Antwort auf die Frage, ob ich Leute aus meinem Abitur-Jahrgang wieder sehen möchte, einfach: Nein, keinesfalls. Andere mögen anders reagieren - aber das ist eigentlich ziemlich egal, solange in der Geschichte nicht vorher ein bestimmtes Verhältnis, eine Panik (vor einem Klassenkameraden?) oder sonst ein Dilemma aufgebaut wurde. Ein Klassentreffen ist einfach zu banal, um als Katastrophe angesehen zu werden... es sei denn, es gibt eine Erklärung.

In diesem Zusammenhang denke ich, fehlt es zu sehr an Charakterisierung, an Hintergrund, an "Plot" (um was geht es ingesamt) - und am Schluss verstehe ich gar nichts mehr ("wer sind sie" - welche sie?)

Bearbeiten/Löschen    


gladiator
Häufig gelesener Autor
Registriert: May 2001

Werke: 10
Kommentare: 592
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um gladiator eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Hallo Emma,

im Gegensatz zu mact hätte ich schon Lust, weiter zu lesen. Die Idee eines KLassentreffens und die damit verbundenen Vergangenheitswühlereien und Träumeerinnerungen sind ja nicht neu, aber warum nicht?
Auch den Aufbau finde ich ganz gelungen, wobei es nach der Hälfte ziemlich abfällt. Die rasch erzeugte Spannung mit den "Depressionen" hält sich nicht und zerfasert etwas.

Was mich vom Lesen am meisten abhalten würde, sind einige Formulierungen, sowohl sprachlich als auch inhaltlich:

Hannah, eine ehemalige Schulkameradin, an deren lyrischen Ergüsse wir uns vor Jahren ergötzten, trieben mir heute den Angstschweiß aus jeder einzelnen Pore.

"ergötzt hatten"

Meine Hände zitterten. Ich musste mich setzen, und fühlte zum ersten Mal in meinem Leben eine wahre Flut von aufsteigenden Depressionen tief in meinem Innersten.

Wenn sie so etwas zum ersten Mal fühlt, wie kann sie dann wissen, dass es sich um eine Depression handelt? In der auktiorialen Erzählhaltung hätte das Sinn, in der personalen allerdings weniger. Die meisten Menschen, die unter Depressionen leiden, wissen es gar nicht, bis sie es in langer Behandlung selbst erkennen - im Idealfall.
Was ich sagen will: Es wäre viel spannender, die Empfindungen der Erzählerin zu beschreiben, als einfach mit dem Wort "Depression" alles erklärt haben zu wollen. Hätte Dostojewski seine Texte auf das reduziert, was sie letztlich aussagen, der Weltliteratur wären einige dicke Schinken verloren gegangen .

Hatte Hannah es wirklich nach zehn Jahren fertig gebracht, ein Stufentreffen zu organisieren?

Passt nicht in den Zusammenhang. Jetzt geht es darum, warum das Klassentreffen solche Gefühle auslöst.

Die Dialogzeilen sind - Sorry, aber so ist mein Gefühl - weitgehend aus der Spur. Lies Dir die Zeilen mal laut vor, oder noch besser, lese sie mit Freunden und verteilten Rollen. Du wirst überrascht sein, über wieviele Stellen die Leute stolpen werden.

So, ich muss jetzt weg, vielleicht schreibe ich später mehr.

Gruß
Gladiator
__________________
Die Raben fliegen in Scharen, der Adler fliegt allein.

Bearbeiten/Löschen    


Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Emma,

ich sag immer: Für jeden Text gibt es auch einen Leser. So gesehen ist jede Meinung zu Deinem Text ein subjektives Empfinden, genau wie meine folgende Meinung:

Der Anfang war wirklich spannend und ich sagte mir sofort, klar will ich weiterlesen. Doch zur Mitte hin flaute mein Interesse stark ab. Das Thema klang sehr gewöhnlich und recht spannungsarm.
Ist meine persönliche, aber ehrliche Empfindung beim Lesen gewesen.

LG
Volkmar

Bearbeiten/Löschen    


Emma Roth
Häufig gelesener Autor
Registriert: Oct 2001

Werke: 20
Kommentare: 37
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Emma Roth eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Danke, danke, danke

Sorry, es war ein rascher Versuch, mal etwas ganz anderes zu schreiben, aber ich habe gemerkt, so einfach läßt sich doch nichts unübliches schreiben. Werde mich wohl lieber weiterhin der Dichtkunst widmen. Eure Kritik war trotzdem sehr lehrreich und ich danke Euch für die Zeit und Mühe, die Ihr dafür aufgebracht habt. Nehme die Geschichte lieber so schnell wie möglich raus, um nicht der Gefahr zu unterliegen, als völliger Döskopp hier zu enden. Vielleicht hätte ich zu Beginn der Geschichte kurz den Inhalt erläutern sollen. Die Misere ist nämlich, das Anne, Zeit ihres Lebens, ihren anderen Mitschülern immer eine "Wahnsinnskarriere" voraus - bzw. vorgegaugelt hat, deshalb die aufkommenden "Depressionen" (die ich aus Erfahrungsmangel nicht näher beschrieben habe). Alles andere ... war halt ein Versuch.

Bis dahin.

Emma
__________________
Ein Mensch meint, gläubig wie ein Kind, dass alle Menschen Menschen sind. (Eugen Roth)

Bearbeiten/Löschen    


Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Emma,

fänd ich aber schade, wenn Du jetzt so schnell die Flinte ins Korn wirfst. Warum denn? Eine gute Schreiberin wie Du, weiß doch, dass der "Bestseller" nicht vom Kopf auf's erste Blatt Papier fällt. Da steckt immer ein bisserl Arbeit dahinter. Da hab ich aber wirklich selbst schon dürftigeres hier fabriziert, und liebe User haben mir aus der Patsche geholfen mit ihrer Kritik und mit ein wenig Arbeit sind dann ansehnliche Geschichten daraus geworden.

LG
Volkmar

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Erzählungen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.



Leselupe-Bücher





Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!