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Leselupe.de > Horror und Psycho
Hinter dem Nebel
Eingestellt am 21. 04. 2012 13:05


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Gonzo Gonzales
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Mar 2003

Werke: 31
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Hinter dem Nebel


Der Nebel verflüchtigte sich. So unvermittelt wie er gekommen war. In langsamen , beinahe behäbigen Schwaden zog er fort und lichtete das traurige Szenario soweit, dass nur noch ein kleiner aber nicht unwesentlicher Rest im Verborgenen blieb. Aber Holms Augen konnten dennoch nicht so recht glauben, was sich ihnen nun zeigte. Mit jedem Moment der verging erkannten sie immer mehr, dass das was sie sahen real war und das es schrecklich war. Seine Augen blickten starr, wie hypnotisiert auf einen ganz bestimmten Punkt direkt vor ihm. Auf etwas das sich zitternd dem zähen Rhythmus eines sterbenden Herzens folgend, auf und ab bewegte. Von einem schweren rasselnden Keuchen begleitet, das immer leiser wurde. In stiller Übereinkunft mit den Bewegungen denen Holms Augen ungläubig folgten, diesen Bewegungen welche nun auch immer träger und schwerer wurden, bis es schließlich vollkommen leise war und sich nichts mehr bewegte. Was war nur geschehen fragte er sich. Sein Verstand war alarmiert. "Etwas ist direkt vor deinen Augen verendet", brüllte etwas mit panisch-schriller Stimme in seinem Kopf.
"Es, sie, er, es - tot, tot, tot ....", stammelte Holm und sackte in die Knie. Während er das tat gab seine linke Hand etwas frei das kurz bevor seine Knie den Boden berührten laut und hart neben ihm aufschlug.
Was das war registrierte Holm nicht, zu beschäftigt war er damit einzuordnen was sich da vor ihm auf dem kalten Fliesenboden abspielte. Seine geröteten Augen versuchten verzweifelt Klarheit in das Gesehene zu bringen. Vergebens, der trübe Schleier welcher sich vor ein paar Minuten über seinen Verstand gelegt hatte, war noch nicht ganz verzogen. So blieb Holm diese eine,diese umfassende Erkenntnis verwährt - was sich jedoch schon bald ändern würde. Nur wusste er in dem Moment noch nichts davon, er hatte ja nicht einmal einen Hauch von Ahnung wo er sich gerade befand. Wie ein benommener Fisch fern des vertrauten Wassers schnappte er nach Luft und versuchte weiterhin verzweifelt das ihn Umgebende zu begreifen. Dann hörte er etwas. Ein weiteres ihm völlig absurd erscheindes Geräusch eine Art Röcheln, so wie vorhin als er den ersten Körper vergehen sah. Panik machte sich in ihm breit und ruckartig schnellte sein Blick nach links. Und wieder bemerkten seine gequälten Augen etwas das einen Menschen mit einem wacheren Verstand längst zur Flucht angetrieben hätte. Er erblicke einen weiteren nunmehr erschlaffenden Körper der in einiger Entfernung mit dem Gesicht nach unten auf dem an diesem Fleck blutverschmierten Fliesenboden lag. Wer war das? Was war nur geschehen?
"Tot..........", wisperte es in seinen Gedanken.
Und endlich begann sich der letzte Rest des Nebels zu verziehen -aber nur ganz langsam. Und mit der zunehmenden Klarheit seines Verstandes kehrte auch seine Vernunft zurück. Die erste Frage welche sich ihm nun förmlich aufdrängte war sehr banal aber durchaus nachvollziehbar.
"Bin ich in Gefahr? Wird es mir genauso ergehen!?", quietschte und keifte es in seinem Kopf. Ein anderer Teil von Holms Verstand blieb noch stumm und lauschte nur der schrillen und panischen Stimme in seinem Inneren. Wie ein zweites Wesen in ihm. Nur war dieses Wesen nicht aufgebracht und verspürte keinerlei Angst. Unterdessen waren Holms Augen auf einen schweren metallischen Gegenstand der direkt neben ihm auf dem Fliesenboden lag aufmerksam geworden, nur konnte Holm immer noch nicht sagen was es war. Neugierig kroch seine linke Hand den kalten Boden entlang bis sie schließlich auf etwas noch kälteres traf. Sanft und vorsichtig strich der Zeigefinger über die glatt geschliffene Oberfläche diese Gegenstandes, ehe er samt der dazugehörigen Hand unvermittelt zurückwich.
"Hat esssss gut getan? Hat esss dirrrrr gefallen? Hä...?", tönte es direkt hinter ihm. Holm wandte sich blitzschnell um. Oder war es neben ihm, Holm blickte zur Seite. Nichts!
"War es nicht schön?", hörte er wieder und drehte sich im Kreis. Wieder keine Spur - niemand war da. Auf seiner Stirn begannen sich hunderte von kleinsten Schweißperlen zu sammeln. Gemeinsam bildeten sie nun ein Film der wie vermoderter Käse stank. War Holm verrückt geworden? Seine Zunge leckte hastig über seine Oberlippe und schmeckte Blut.Der Geschmack war kupfern und wirkte wie die Ankündigung einer faulen Erkenntnis, wie das Wort vor dem Untergang der Welt. Seiner Welt. Und als die unbekannte Stimme abermals zu sprechen begann, erkannte Holm schließlich, dass er in seinem eigenen Badezimmer war und was der metallische Gegenstand neben ihm darstellte und was seine Presents hier in diesem Raum bedeutete. Er erkannte das diese unbekannte und schreckliche Stimme direkt aus seinem Kopf zu ihm sprach. Tränen liefen über seine bärtigen Wangen als er die Stimme und ihre fatalen Worte vernahm und somit plötzlich erkannte was wirklich geschehen war:" Issst gut jetzt, issst essss gut, Jaaaaa... - sind jetzt beide tot, dieser geile Bock und diese Hure!!!"
Holms Augen strichen hastig über die beiden Körper die da in seinem Badezimmer auf dem Boden lagen. Wem der eine gehörte wusste er nicht, aber er war männlich und er war nackt - den anderen Körper kannte er sehr gut, er war weiblich und er war ebenfalls nackt. Bevor der Nebel wieder über seinen Blick zu kriechen begann erinnerte sich Holm, dass er an diesem Tag unerwartet früher Heim gekehrt war und was er dort mitansehen musste. Zwei extatische Körper in seinem Badezimmer. "Betrug! Betrug!", hämmerte es in seinem Kopf. Dann fixierten Holms trüber werdenden Augen noch einmal den blutverschmierten Hammer neben seiner zitternden Hand. Dann sagte die grausame Stimme in ihm: "Tot, gestorrrben, hat sie verdient diese Schlampe - ermorrrdet.."
Damit konnte Holm nichts mehr anfangen. Bevor es wieder dunkel wurde um ihn, blickte er noch in das zerschmetterte und durch mehrere wuchtige Hammerschläge entstellte Gesicht seiner Frau.
"Errrrmordet......"

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lapismont
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Hallo Gonzo Gonzales,

der Text ist leider zu klischeebehaftet und auch sprachlich nicht sehr gelungen.
Es fehlt eine komplexe Geschichte, die sowohl die Hauptfigur näher beleuchtet, als auch den Hintergrund der Tat so darstellt, dass der Leser Interesse daran gewinnen könnte.

Sicher kann man min einer Gore-Szene auch etwas erzählen, aber hier gelang das nicht.

cu
lap
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Kunst passiert.

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Gonzo Gonzales
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Registriert: Mar 2003

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HI

Ich bin grundsätzlich dankbar für jede Art von Antwort und/oder Kritik.


Ich denke aber, dass man komplexere Geschichten nicht in dieser Form (die der Kurzgeschichte) erzählen kann. Freilich handelt es sich bei meiner Geschichte auch kaum und eine Kurzgeschichte, sondern eher um eine kurze Geschichte - ein kurzes Aufflackern. Da ist die Person glaube ich egal...

Ich denke es ist einfach eine Frage des persönlichen Geschmacks!


Danke trotzdem...
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Antaris
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Hi

Deine Geschichte lässt einen Anfang und ein Ende erkennen, und gegen Ende hast Du eine - ausbaufähige - Pointe eingebaut indem Du die Identität der Sterbenden/Toten lüftest. Und was sucht der Kenner dazwischen? Einen Spannungsbogen, und der ist noch recht löcherig. Die Stimmen sind grundsätzlich eine gute Idee, die Art und Weise, wie sie in der Geschichte eingesetzt werden, nehmen den Kennern pathopsychologischer Symptomatik schon ein gutes Stück an Spannung. Dass der Protag schon relativ früh den Gegenstand aus der Hand fallen lässt, lässt gleich Assoziationen zum möglichen Tatwerkzeug zu. Den fallen gelassenen Gegenstand würde ich wenn überhaupt im letzten Textdrittel oder -viertel bringen. Die Passage, in der der Protag über das metallische Gerät am Fliesenboden rätselt, ist recht vielsagend. Offen bleibt die Frage nach dem zweiten Toten, den Du am Schluss kurz erwähnst. Wie passt er in die Geschichte?

Darüberhinaus schließe ich mich meinem Vorredner an. Ich würde mir etwas mehr Informationen über das Setting wünschen.

cu
Antaris
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Esel sei der Mensch, störrisch und klug

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Gonzo Gonzales
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Mar 2003

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Kommentare: 163
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Hi

Danke für deine Antwort!


Ich habe den Text ein wenig überarbeitet.


Nochmals lesen...


lg
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Marcus Richter
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Hallo Gonzo,
dass der Text nicht ganz zündet hat ganz sicher mindestens zwei Gründe. Erstens, die Rechtschreibung ist unter aller Sau, und das, nachdem du den Text viermal "überarbeitet" hast. Dein Stil ist soweit in Ordnung, könnte noch zupackender sein, aber ist Geschmacksfrage. Jetzt zum Inhalt - alles schon so gelesen, gehört - eigentlich ist der Text ein Opener für eine Geschichte, die du erst erzählen mußt. Also Mann wacht auf, stellt fest, dass er ganz offensichtlich einen Doppelmord begangen hat - er ist verwirrt, ok, er ist vielleicht verrückt - auch ok, aber warum? Und was ist wirklich geschehen?

Schick deinen Protagonisten auf die Reise, lass ihn in die Vergangenheit reisen und in seinen Erinnerungen stöbern, lass ihn zweifeln und Mut in scheinbaren Gewissheiten finden. Dann kann aus der ganzen Misere vielleicht noch etwas werden, etwas unerwartetes, mit dem du den Leser in ein überraschendes Finale führst. Für einen Kurzprosahammer reicht die Handlung deines Textes einfach nicht aus - ist mir keineswegs realistisch genug. Ein Mann bringt seine Frau und ihren Liebhaber um, weil er sie in Flagranti erwischt? Jaja, passiert hunderttausendmal am Tag, aber jedes mal doch auf jene gewisse andersartige und authentische Weise, mit Lebensschicksalen überladen und so weiter. Dein Text hat zu wenig von dieser Authentizität - hätte er welche, hättest du längst ein paar aufmerksame und begeisterte Leser gefunden.

OK, ich würd sagen, lass dich davon nicht fertig machen - eine weitere Überarbeitung erscheint mit sinnlos, außer du gehst zurück auf LOS und fängst ganz von vorn an - schließt die Augen und öffnest sie - jetzt bist du im Bad...

Ich denke, die Ich-Form ist für deinen Kurzzprosatext wesentlich angebrachter. Probiers mal. Vielleicht hilft es ja.

Grüsse, Marcus
__________________
"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs Grünbein

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