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Leselupe.de > Erzählungen
Holsted I
Eingestellt am 10. 01. 2003 11:47


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Melchior
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Registriert: Oct 2001

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Holsted I

Die erste Seite frei, den Supermarkt schon lang vergessen. Gut vorbereitet, nicht inspiriert, hier habe ich gestern schon gesessen.

Die Tuer verschlossen, du unartiges Kind. Das ist auf deinem Mist gewachsen, das habe ich nicht gewollt. Noch nicht!

Ich muss endlich von diesem Trip wegkommen, diesen Muell ueber mein beschissenes Leben zu schreiben und was bedeutet Treue fuer dich.

Das Prinzip einer Pyramide ist stupide und fuehrt nach oben immer zum selben Punkt. Nach unten breitet sie sich in eine, bald unueberschaubare Flaeche aus, was selbstverstaendlich auch davon abhaengt, wie tief man graebt. Auch wie tief man sie einbuddelt.

Ich habe einen Plan, nach langem Warten und gelaehmt verzweifelndem Suchen, habe ich jetzt endlich einen Plan. Obwohl der Scheisse ist.

Und wieder Mal finden die kein Ende. Ein zur Normalitaet gewordenes, aber dennoch nervendes, Ereignis. Ich bin muede.

Schoen, dass sich staendig, so quasi von selbst, all diese Ablenkungen ergeben. Morgen frueh geht dann alles von vorn los, zumindest nach Plan. Koennen uns ja auch wieder die ganze Zeit ueber alle anderen aufregen. Morgen sei Sonntag, sagt jemand, den die hier kennen.

Nimm es in dich auf, stopf dich voll! Immer wieder, immer mehr, immer und immer mehr. Die quaelenden Gedanken, jedes mal irgendwie gleich zu verfahren. Wiederholungen, verschwinden im Moment des Todes der Hoffnung. Fast zu weit gegangen. Jetzt umdrehen oder nie, erscheint wie Wahnsinn, letzter Hilfeschrei. Vernunft; Todgeburt. Mal sehen.

Der kurze Moment, diese spontane Aufregung. Dominoprinzip. Sagt etwas, Verstand fast verloren. Schon klar, wenn man an den Teufel glaubt. Spaeter ist alles normal und leben geht sowieso weiter.

Noch ein Weg, einen Menschen in den Wahnsinn und oder zu fruehen grauen Haaren zu treiben bzw. Zu verhelfen. Warten, Spannung und? Nichts. Weiter geht's.

Wie erbaermlich wir doch sind, feiern Feste, feiern feste, wider dem guten Gescmack. Sitzen in geselliger Runde, freuen uns ueber kleine Aufmerksamkeiten, nette Worte, Augenzwinkern. Nicht an morgen denken. Sollten wir? Schlicht und einfach einen Abend stehenbleiben, sittzen oder liegen. Schlafen!

Mache dir einen lustigen Gedanken, schreie ein lustiges Wort!

Planung? Gestoert; geht nicht voran; alles zum schreien. Ich hasse es, wenn sie so ist. Spielt einfach euch selbst, spielt euch einfach selbst. Dokument.

Is it really true what's happening here? Record dialogue what's next? Brainstorming it's a two hundred sick under books. I go to the loo, I'm a camera choose a word; Idea! Self made problems. Go to picsies, use a camera. Horse race, Hitler says: Shit, the total Big Brother! For is, mind mapping, show me. Compassion Dictaphone.

Each word hurts; aber wir muessen, wir haben sie zu sagen, ein ums andere Mal. Fuer uns allein, jeder fuer sich, weil ungehoert. Sprich sie, ich leide! Nach dem Tod, weckt sie dich mit einem Blick. Keine Angst, das Lied ist wunderschoen, das Leben ist es auch. Manchmal spaeter.

Unsicherheit, aber warum steht er da und erzaehlt eine Randnotiz als haetten die Menschen ihre Unabhaengigkeit ausgerufen. Schoener Gedanke uebrigens, Unabhaengigkeit und Freiheit und so. Fuer heute, bleibt es jedoch bei einer Marginalie. Was soll's. Vielleicht ein ander' Mal.

Das haben wir nun nun davon. Die haben es so, vielleicht, gewollt und wir haben es zugelassen. Es nicht verhindert zu haben erscheint noch verwerflicher als den Scheiss erdacht zu haben, weil das mit Vorsatz und gegen das Gewissen geschehen muss. Wie Scheisse sind wir eigentlich alle, wir unterhalten einander zur voelligen Verbloedung. Die Hauptsache bleibt allerdings, am Ende schoen zu Applaudieren.
Na dann: Bravo!

I ask nothing of you.

"Wenn ich kein Kopf haette, braeuchte ich kein Kopfkissen."

"Ich bin nicht dick, ich hab' mich nur noch nicht gehaeutet."

Das geht zu schnell, kaum die eine gegangen, soll der Naechste verschwinden. Menschen die nicht ins Konzept passen werden ausgetauscht. Das Entsetzen loest sich in ohnmaechtige Melancholie auf. Wir stehen vor den Scherben und schuetteln die Koepfe. Doch wir tun nichts, gehen den langen Weg wie Laemmer zur Schlachtbank. Ein ums andere mal.

Kein Tag vergeht ohne diese Gedanken, sie werden erzwungen. {Zwang} sie zu denken, sie zwingen sich in den Kopf.

Wie peinlich, die Aufgabe ist uebertragen. An mich. Je mehr sie warten, fordern, desto mehr verliere ich mich selbst, in mir. Ich fuehle die Hitze, je mehr ich nicht rot werden will, desto mehr erroete ich.

Ne, Tina hat ein Herz gekauft, fuer fuenfzig Kronen, und das dann Gert gezeigt. Und der fand das ganz toll. Und dann haben sie sich auch betatscht. Das war das erste Mal das ich Intimitaet zwischen ihnen gesehen habe. Und ich sags mal so: Ich will's nicht noch mal sehen.

Ich moecht' jetzt gern mit Nelly Furtado in einem Raum alleine sein.

Sinnlos. Ich verlasse die Dusche. Erfolgloser Versuch, Muedigkeit und Melancholie weg zu waschen. Bin nichts als ein Cocoon und kein Schmetterling innen {in mir}. Der Flur ist grau, Menschlichkeit und Verstaendnis haben so und so Hausverbot, doch jetzt haben sie auch noch die Farbe verjagt.

Unter Zwang und Druck geht gar nichts. Wenn man noch Muedigkeit dazu nimmt, kann man erahnen was fuer eine Scheisse dabei rumkommt. Das funktioniert umso besser, je mehr man sich bemueht. Jetzt waere der richtige Zeitpunkt, einen richtig einfachen Satz zu schreiben. Das ist er, oder lieber doch nicht. Wirkt jedesmal so aufgesetzt und konstruiert, oder so. Alles in allem hab' ich wenigstens diese Seite voll, das ist doch auch schon was.

So muede; Koennt' auf der Stelle einschlafen, aber tu's nicht. Was eigentlich nicht nachzuvollziehen ist. Sie ist und bleibt hoffentlich ein Raetsel, keine Ahnung wie. Jeden Tag und kein Wort, ab und zu zweideutig. Nichts handfestes, obwohl, bin eh nicht bereit zu entscheiden. Denke: einfach laufen lassen, manchmal. Und der Sand rinnt durch die Finger.

Der Regen prasselt, laeuft am Fenster, in Streifen uebers Glas. Ich vergaß. Es ist ihr Lachen, ihr Gang, ihr Haar, sitze im Flur und fuehle Zerrissenheit, oder so. Nicht zu beschreiben! Der Hund bellt die Wolken davon, die wir mit Blicken laengst loecherten. Als wir unten waren und rauchten, aber ich bin nicht eifersuechtig. Ich darf es nicht sein, ich muss schwach genug bleiben. Das eine mal mir.

Mach dir ein Bild, bitte, bitte jeder fuer sich. Du kriegst mich doch eh nicht zu fassen. Die einzige Moeglichkeit mich zu haben, ist endlich hinter deiner Maske hervorzukommen und mir meine vom Gesicht zu fetzen. Ich bitte darum, jeder fuer sich.

Der Wind, der Kran, das Schlagen der Wellen gegen den Kai, machen es unmoeglich das Kreischen der Moewen zu hoeren. Doch sie tun es. Und die Tatsache der Unmoeglichkeit bedeutet nicht ungehoert. Unerhoert.

Warum? Denke der Reiz des Unbekannten, andererseits vielleicht auch einfach chronische Bloedheot. Wie konnte es dazu kommen, dass ich jedes mal den selben verdammten Mist verzapfe. Sie jedes mal vertreiben. Ich weiss was ich habe, ganz genau. Und warum sitze ich hier und nicht dort.

Insgesamt eher ruhig, konnten sogar Sterne sehen. Der Gedanke: So klar war die Sache lange nicht. Dann, spaeter, tat sie es, obwohl sie dabei war und so. Frage mich schon wieder ob sie heute kommt und denke nicht an Morgen.

Zeigefinger trommeln einen unbekannten Rhythmus; etwa einen Meter zwanzig in das gelbe Licht der neun Leuchtstoffroehren. Sie vermoegen es kaum den Flur ausreichend zu beleben. Alles und Ungebrauchtes, ohne Ordnung, verstreut, gibt vor Souvenir einer beendeten Zeit zu sein. Stimmen, sprechen, unbekannte Sprache, Gelaechter. Abend. Nacht.

Leg' dich nieder im, wer weiss schon wievieltem, kalten Bett. Traeume einen unbedeutenden Traum, der in Erfuellung geht, oder nicht, oder; eh schon egal jetzt. Sie ist nicht hier und einfach rausrennen und schreien, Ich liebe dich; Komm schon, scheint unangemessen. Muede jetzt, schlafen.

Zwanzig Meter weg vom Uebergang, nichts zu hoeren, in blassdunkler Diffusitaet gefangene Resten lassen mehr erahnen, aber: Nun geh' schon weiter Mensch

Sterne strahlen auf Befehl, im entgegengesetzten Verhaeltnis des Albedos. Ploetzlich! Unsicherheit. Kann man hier richtig sein. Nun nimm schon die Gitarre

Und wenn sie so ist, wenn sie betruebt scheint, ihre Schwaeche zulaesst. Offenbartes Inneres, muss Vertrautheit befoerdern. Ich habe Angst und der Zauber wird transparente Schwaermerei. Rationalitaet toetet Flammen. Keine andere Wahl, nein sagen heisst mit der Hand ins Gesicht, vor den Kopf gestossen. Und die Zeit macht es nicht einfacher.

Gegangen, gewollt, geblieben - und weiter - - - nichts.
Nichts, was wir noch nicht gewusst haetten. Gewusst haben sollten. Sie ist da, dageblieben, und will jetzt ihren eigenen Kopf haben. Das muss man respektieren.

Habe es ein zweites Mal sterben sehen, habe es selbst getoetet, teilweise.

Du feuriger Schauer mit leisen Toenen, meine sonnige Freundin aus dem Norden. Und doch ist es eine lange Zeit, in der wir uns nicht sehen werden, nicht sehen werden koennen. Alles so vage, aber... Nein, eigentlich ist alles gefuehlt, oder noch nicht.

Dann sind da noch die kurzen, die besonders schnellen Tage. Die steigend Anzahl bringt den zweiten direkt nach dem ersten, bringt zurueck was wertvoll ist, vermisst wird.

In einem Bett zu schlafen ist, wenn die Moeglichkeit von der Situation zugelassen, und das ist nicht uebertrieben, zu empfehlen, weil: Die Arbeit sich vereinfacht ohne Muedigkeit. "Aber nicht zu lange. Schlafen natuerlich." Sagt er und keiner weiss, woher er es weiss, oder was er da eigentlich redet. "Das hat mit den Hormonen zu tun."

Die Nacht, in der sie unerreichbar war. Die Nacht. Wir waren im unueberbrueckbaren Abstand voneinander, getrennt. Melancholie. Einsicht, schon vergessen, dass ihre Naehe ein Geschenk mit einem Versprechen ist. Nichts selbstverstaendliches und nicht fuer ewig einfach so, quasi da und immer da. Beweg' dich man.

Ein an sich schoenes Gefuehl, Sehnsucht - Ich vermisse dich - geliebt zu werden, erstirbt in der dunklen Einsamkeit eines viel zu grossen Bettes. Was soll einer allein auch mit drei Quadratmetern.

Vielleicht, vielleicht ist er weg, oder nicht. Was zum Himmel soll "Vielleicht" bedeuten. Der Zusammenhang scheint gesprengt, wenn man ueberlegt. Ueberhaupt: Jeder hat seinen eigenen Kram zu regeln, oder vielleicht auch nicht.

Dann soll es wohl so sein. Sie bleibt, beide bleiben sie. In unmittelbarer Naehe. Ballungsgebiet: Druck. Hoffentlich bleibt die Lust am Leben, das waere wuenschenswert. Was ist zu tun, fragt sich der Einfaeltige.

Das Instrument klingt lange nach und die Harmonien sind ueberdeutlich. Nicht das Missverstaendnisse entstehen, das Lied war hervorragend vorgetragen. Aber wenn man es nicht mag, na ja, schon klar.

Man sollte viel mehr Buecher, Geschichten oder gar Romane ueber Arbeit schreiben. Das stellt doch noch Herausforderungen zur genuege.

Schuettle deine Haende, Arme und schuettle deine Fuesse. Setz dich in die Sonne und mach dir 'nen schoenen Tag. Versuche der Koenig der Landstrasse zu sein und denk an genug Zigaretten, wenn du verschwindest. Ja! Verschwinde! Besser jetzt als spaeter.

Und immer wieder die Sonne, damit hat es begonnen. Nach Lage der Dinge, wird es mit ihr enden

Sonne schlaegt ein; lange ungesehen habe ich dich vermisst, ohne dich zu kennen; Fuehle mich als klopfe Bob Dylan an die grosse Tuer und weiss nicht, was dieses hier bedeuten soll. Nacht war kurz, sehr kurz, muede.

Nachdem sie, grau, annaehernd, verschuldet ihrer unscheinbaren Art gehorchend, von Menschenmassen Einerlei unterzutauchen drohte - verschaffte sie sich den Personenstatus durch anhaltende Praesenz. Keine Rolle spielte die absolute Unverstaendlichkeit ihrer Mutters Zunge.


In der Warteschleife

Und genau in solch einem Moment; wir haben da einfach nur so rumgesessen und dann ist es passiert. Die ganze beschissene Zeit war da diese Panik, aber warum sich dagegen wehren, sie ist... ach was. Keine Ahnung was das war und ueberhaupt, diese Vertrautheit auf der einen Seite und diese Vorsicht, auch ja keinen Millimeter zu weit auf der anderen. Im Moment da man realisiert, dass da mehr ist, faengt es an. Alle anderen wollen es natuerlich gewusst haben, das sei von Anfang an zu sehen gewesen. Vielleicht! Es waere falsch zu behaupten, dass da nicht immer schon was war, aber so.
In diesem Moment realisiere ich, das dieser Versuch zu nichts fuehrt.

Letzten Endes waren sie beide nichts besonderes; und sie haben sich kennengelernt und, eigentlich, war das eher normal irgendwie. Es ist wahrscheinlich; viel mehr ist anzunehmen, dass alles ganz anders gekommen...; schon egal, vielleicht war die Entwicklung auch nur logisch.

Das gesamte Ensemble ist so vielfaeltig in der Einzigartigkeit jedes Einzelnen. Jedoch erscheinen sie alle als groteske Einheit, immer dann, wenn der Beigeschmack des Verbotenen und Ungebuehrlichen ueber diesen zweien schwebt.

In einer zu kontroversen Art koennte man natuerlich behaupten, er habe es von Anfang an gewusst und seit Beginn damit gespielt. Diese These scheint jedoch bewusst provokant, vielmehr ist anzunehmen, dass die Ueberraschung darueber voellig unerwartet hereinbrach.
Dabei war das keinesfalls neu, er hatte es, im Gegenteil, allzu oft erlebt. Wie dem auch sei, alles war so neu, einmal mehr, und von der ersten Minute an hatte er es genossen. Umso mehr als er von ihr getrennt war. Er erging sich in, durchaus teilweise ganz nette, alles in allem aber eher schwuelstige, Liebeslyrik. Er traeumte sie herbei, wie man nur etwas ersehnen kann, was momentan unerreichbar ist. Er sah zuviel in ihr, schwaermte und ueberhoehte sie in einer ungesunden Weise. Sie hatte das nie gewollt, hatte sich sogar dagegen gewehrt.

Antwortet keiner! So liegen die beiden und koerperlich unbewegt; unbeweglich. War doch nicht nur meine, oder zumindest nicht allein, meinte sie wohl, oder so. Wer war bloss darauf gekommen, nebenbei war es im Bett zu warm, mit Decke. Das Fenster steht offen und sobald jemand eine Idee hat was zu sagen, findet sich dieses Gefuehl der Belanglosigkeit. Ungesagt! Da liegen sie und die Naehe die Waerme und die Sonne scheint durchs offene Fenster und warum er es denn forciert habe. Sollte der Anstand gebieten. Fragt aber nicht und spuert es als unertraegliche Waerme, hier im Bett. Denn: es war nicht nur meine, sondern viel mehr unsere Idee. Sie habe doch nicht wissen koennen. Aber ohne Decke war es doch zu kalt. Morgensonne bringt es eben nicht in der Weise und das offene Fenster. Aber wie war denn das jetzt?

Stille durchdringt die Distanz, die Kaelte. Schon einen ganzen Tag; lebendig gefuehltes Sterben. Logische Konsequenz, bei unter Null, treibt ihn zur nahen Feder und mit schwarzer Tinte. Das Radio verliert zusehends an Macht und leise, leise aber immer schneller abgekuehlt. Gedanken kreisen und erfrieren, sobald der Blick ihre geschlossenen Augen sie fokussiert, der eisige Blick dieses Fruehlingstages. Das Nichtreden verfuehrt zu schreien, wenn er nur eine Idee haette was und was das bringen soll. So oder anders! Unbewegt, macht sie keine Anstalten und der Tag geht. Alles menschliche erstirbt in der routinierten Objektivierung der so langen Beziehung. Auseinander leben koennen; sollen sie muessen oder duerfen. Sobald das Licht zu sehen ist, hoffentlich immer noch, jetzt, da sie spricht.

Die Aussprache hatte, erwartungsgemaess, nichts gebracht. Nichts positives. Erwartet, da es immer so war. Eigentlich verschlimmern sich die Probleme waehrend solcher Treffen. Leute werden genoetigt schmerzhafte Bereiche in sich, unausgesprochene Missverstaendnisse in ihren Beziehungen, oeffentlich zu machen, zu veroeffentlichen. So wurde denn viel geredet, mehr oder weniger, meist zusammenhangslos und meist zu schnell hintereinander. Schuldfrage ungeklaert, da keine Schuldigen. Traeumer und Antitraeumer und unvollstaendige Bilder. Der Rest ist allzu oft Wunsch und Hoffnung. Einbildung! So zeigt sich denn Individualitaet am deutlichsten in der unterschiedlichen Beurteilung, der gleichen, der selben, Situation. Wenigstens hatte sich gezeigt, dass der befuerchtete kollektive Fehler nicht vorhanden ist, noch nicht, da er nicht zur Diskussion stand.

Ihre Augen leuchteten von der Sonne im Gegenlicht. In diesem Moment. Im Moment da die traurig laechelnde Frau naeher kam, im Moment da sie sich von ihrem Begleiter losriss, als sie sprach. "If you wanna be my lover..." und weiter ging. Sassen auf einer Bank in der Fussgaengerzone und hatten es laengst aufgegeben auf die Leute zu achten. Stunden zuvor, vor jenem Augenblick als die Frau mit dem Laecheln und den traurigen Augen kam, hatten wir uns hingesetzt und in des anderen Augen. Und die Frau die schon vorbeigegangen, loeste sich abermals von ihrem baertigen Begleiter und naeherte sich der Bank. Kniete sich zu meinen Fuessen und sah mir in die Augen. Einst sei sie in Australien gewesen. Der Tag war sonnig sagte sie. "Ich brauche nichts auf dieser Welt ausser dem Menschen neben mir." Eine Minute spaeter sei ihr Freund zum Surfen gegangen und nie zurueckgekommen. Sie starrte als warte sie auf eine Antwort, doch Sprachlosigkeit verhinderte jegliche Aeusserung. So stand sie denn auf und ging, gruesste mit erhobener Hand und god bless you, have a nice life.

Haben gewusst, es war an der Zeit, doch hatten wir nicht den Mut dazu, es zu sagen, bis jetzt. Der Schock war gross, ging tief, als es klar war und wie einfach, jetzt. Ich liebe dich.

Die Souvenirs des Aelteren, Vergangenen, erinnern uns, da das ihrem Zweck entspricht, dass es immer so war und wir, auch wie immer, weiterleben in der Hoffnung auf Veraenderung. So ist denn, das Festhalten an der Vorstellung von Neuem und Besseren eine bestaendige Ablenkung, eine entschuldigende Gegenwelt. Rationalitaet eigener, subjektiver Art, gegen den andauernden Beigeschmack langweiliger Schalheit und Sinnlosigkeit.

Es geht nicht! Eingestaendnisse; Einsicht. Die Verknuepfung will einfach nicht gelingen, immer dann, wenn das Einzelbild an sein Ende geraet, stockt es. Gedanken schweifen weit und bleiben doch in festen Rahmen gefangen. Oberflaeche, Oberflaechlichkeit als Ordnungsprinzip.

Der vielleicht erste Tag, der an Sommer erinnert. Das Wetter war sehr wechselhaft, all die Zeit, die wir nun hier verbracht hatten, die wir schon hinter uns. Im Augenblick blieb uns nichts als abzuwarten.

Regen, den ganzen Tag, schwerer Regen auf Strassen auf das Dach prasselnd, am Fenster. Der Wind! Dicke Tropfen von den weissen Plastikenden des Regenschirms, gerade herunter, Gesetzen folgend und schon aufgegangen in einer grossen Pfuetze. Schuhe, graue Socken durchnaesst, schon jetzt. Zusaetzlich unangenehm, wegen der Kaelte. Kalte Fuesse warme Seele. Mit Ankuendigung, aber auch im Wetterbericht. Machen uns kleine Geschenke und wissen nicht um die Gefahr, wollen sie nicht gesehen haben. Niemand geht doch ohne Regenschirm, nicht heute. Hast wohl den Wetterbericht nicht gehoert, oder gesehen? Schande ueber dich, bist selber Schuld, da so gewollt, von dir. Musst vertrauen, das naechste Mal. Eine kleine Muehe und du bist auf der sicheren Seite. Also, warum nicht? Hast was zu verbergen? Hast Geheimnisse? Nichts und keine, nur Wuensche, um so mehr. Lasst mich in Ruhe, weil ich mich einen Scheiss darum schere.


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Am naechsten Morgen hab' ich mich schon gefuehlt, als waere ich ganz lange da. Dialogstoerung, als Voraussetzung zur Ausbildung von Alleinunterhaltereigenschaften. Liebe ist sowieso schwer. "Die Taenzer ziehen ihre roten Schuhe an, die haben den Schritt in die Realitaet verpasst." Okay, das ist nicht von mir, aber wenn's doch so gut passt.

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Seitenzahlen waeren nett! Die Linke? In der Phantasie; entsteht, da Abhaengigkeit weggeht, wenn sie keine kurzen Haare hat und Ohrringe will. Nichtsdestoweniger war sie, heute abend, sieben prozentig die Schoenste.

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Die bewusste Kuenstlichkeit des Anlasses, verfuehrt sehr leicht, die eigenen Wurzeln zu vergessend, sich mit anderer Leute bunten Federn zu schmuecken. Zumal die eigenen alt, grau und abgetragen erscheinen. Doch hoch zu steigen, laesst den Abgrund erahnen, legt zumindest dessen Vorhandensein nahe. So ist denn schliesslich die Rueckfuehrung, die unvermeidlich ist, scheinbar Kraenkung, nichts als der rechte Weg dahinter. Nicht alles in orange ist suess und saftig. Am Ende muss die Maske fallen und man muss sein Gesicht schutzlos vor der Seele hertragen. Die Furcht ist nichts als menschlich, doch wird durch das Erstaunen darueber ertraeglich, dass man diesem Antlitz, trotz der Fehler, das Wesen nicht absprechen kann. Jedenfalls ist das jetzt nicht abzuschliessen, da die Vorstellung beginnt.

"Das Heimatland ausgenommen, ist jeder ein Tourist!"

Reis mit Rauke, Salat und Wurst; Fuer den Salat nichts extra bezahlt. Der aufgeblaehte Orangenverkaeufer ist immer noch am warten, ist aber auch dick genug. Die Wuerste heissen hier Russen, wohl weil sie rot und scharf sind.

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Melchior

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