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Er torkelte so merkwürdig, und dann schaute er auch anders als sonst. Sein Blick traf mich nicht gleich, er musste meinen erst suchen. Speichel lief aus seinem Maul, die Augen wirkten belegt, als könne er nicht mehr fokussieren, als wäre alles verschleiert. Hilflos schnüffelte er in die Luft, rollte dabei seinen Kopf ohne Gleichgewicht, trat mit den Hinterbeinen nach, um den Halt nicht zu verlieren.
Ich hatte gleich nach dem Arzt telefoniert.
Bang war´s mir, schrecklich, das arme Tier so zu sehen, das mir seit so vielen Jahren ein treuer Gefährte war. So hatte er sich noch nie verhalten, es musste was Ernstes sein.
„Er hatte einen Schlaganfall, irreversibel, leider nichts mehr zu machen. Er sollte einschlafen, seine Lebensqualität ist einfach zu schlecht!“
Einschlafen, dachte ich und fand das Wort fehl platziert. Einschlafen bedeutet aufwachen, wiederkehren, doch sollte er mir einfach nur genommen werden, jetzt und für immer. Nie wieder bellen, nie wieder Schwanzwedeln, sein Ich leblos für alle Zeiten, und letztendlich bliebe nur unsere Vergangenheit.
Liebe starrte mich fragend an, ahnungslos, ängstlich bellend im verzweifelten Bemühen, stehen zu bleiben.
„Zwei Spritzen“, meint der Tierarzt, „eine zum Einschlafen und dann die andere. Er wird in Frieden gehen – und ohne Schmerzen. Sind Sie einverstanden?“
Ja, er sollte nicht leiden, er hatte es verdient, zu gehen, einzuschlafen. Friedlich dahinzudämmern – und obwohl wir weinten, uns gegenseitig gegen die Trauer stützten, fühlten wir uns dennoch ausgesöhnt mit dem Schicksal.
Abends besuchten wir Mutter im Krankenhaus. Sie hatte einen Schlaganfall vor vier Jahren, irreversibel ...
Version vom 29. 08. 2010 21:45 Version vom 30. 08. 2010 13:48 Version vom 01. 09. 2010 21:07
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