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Leselupe.de > Ungereimtes
Ich bin ein Mann
Eingestellt am 06. 06. 2001 08:05


Autor
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sailor
Hobbydichter
Registriert: Mar 2001

Werke: 34
Kommentare: 44
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Ich bin ein Mann

Ich bin ungebildet
Und ich bin dumm
Und ich bin nur ein billiger Malocher
Und ich bin t├Ątowiert
Und trage Ringe im Gesicht
Und ich ern├Ąhre mich von Fastfood
Und ich r├╝lpse und furze
Und ich saufe jedes Wochenende
Und ich schlage meine Frau
Und mein Sohn tr├Ągt Glatze
Und Springerstiefel
Ja, ich wohne in einer Sozialwohnung
Und ich rieche nach Schwei├č
Und meine Z├Ąhne sind gelb
Und ich war und bleibe f├╝r dich ein Asozialer
Aber gestern
Gestern hattest du das alles vergessen
Hattest vergessen
Dass ich nicht so kultiviert war wie du
Dass ich nicht so redete wie du
Dass ich nicht so sauber war wie du
Du hattest sogar vergessen, dass ich keine Steuerkarte hatte
Gestern
Als es deiner Firma dreckig ging
Und als ich mit meinen Kollegen antrat
Sie zu retten
Gestern als wir arbeiteten wie verr├╝ckt
Dort auf der Schwarzbaustelle
Den Termin einzuhalten
Als ich dir zeigte was ein richtiger Arbeiter ist
Als ich deinen Versprechungen glaubte
Da waren wir Kumpels
Und du besorgtest Bier und Br├Âtchen
Und lobtest meinen Einsatz und Flei├č
Heute
Heute jedoch nachdem deine Firma wieder schwarze Zahlen schreibt
Willst du davon nichts mehr wissen
Und kehrst wieder den feinen Pinkel hervor
Ich werde wieder zum S├Ąufer
Ich werde wieder zum Sondersch├╝ler
Ich werde wieder zum Asozialen
Und du willst mich um meinen gerechten Lohn betr├╝gen
Doch das wirst du nicht schaffen
Und ich zweifle nicht daran
Denn ich bin ein Mann
Ein an-die-Hausw├Ąnde-Pisser
Mucki-Buden-Besucher
Fu├čball-Hooligan
Ballermann 6-Urlauber
Und was du sonst noch willst
Denn das ist ja alles nicht was einen Mann ausmacht
Ein Mann ist Kraft
Und ich wei├č meine Kraft einzusetzen
Ein Mann ist Ehre
Und ich habe welche
Ein Mann ist Gewalt
Und ich werde Gewalt anwenden
Ein Mann ist ein Wort
Und ich halte mein Wort
Und deshalb
Verlange ich
Meinen Anteil
Am Wohlstand
Den ich dir half zu erringen
Einen angemessenen Anteil
So gro├č wie der deine
Denn du bist kein Mann
Du h├Ąlst nicht dein Wort
Du bist ein Schlipstr├Ąger
Ein Sesselfurzer
Ein Weichschei├čer
Ein Opernhaus-Besucher
Ein Golfspieler
Und was wei├č ich...
Aber eines Tages
Eines Tages
Bist du genau wie ich
Tot


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fangor
Hobbydichter
Registriert: Dec 2000

Werke: 26
Kommentare: 135
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o nein.


Nunja, jedem seinen Spass..
solange es nur Worte sind..
Aber ein Gedicht ist dies wirklich nicht,
vielleicht eine Glosse oder sowas, aber ich denke, du meinst das wirklich so, wies da steht...*g*

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Birgit Kachel
Hobbydichter
Registriert: Feb 2001

Werke: 52
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Helft mir in der Interpretation !!!

Hallo Sailor,

ich wei├č nicht, es ist viel Agressivit├Ąt drin, auch etwas, das mich doch sehr st├Ârt (Ha├č?) - und doch hat es etwas, was mich mitrei├čt. Ja, ich glaube, jetzt habe ich's: es ist wie eine pornographische Darstellung in der Art, da├č sie einen erschreckt und gleichzeitig anmacht. (Es ist der "Hammerschlag"-Rhytmus vielleicht).


Mannohmann

Birgit

__________________
"Wenn die Zeit kommt, in der man k├Ânnte, ist die vor├╝ber, in der man kann" (M.Ebner-Eschenbach)

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sailor
Hobbydichter
Registriert: Mar 2001

Werke: 34
Kommentare: 44
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Hallo zusammen,

@ fangor: Was ist denn ein Gedicht? Und wieso Glosse? Siehst Du irgendwo Spott oder Ironie in dem Gedicht?


@Birgit: Aggressivit├Ąt ist gut erkannt. Es macht mich aggressiv, wie unsere Gesellschaft immer mehr in zwei Klassen zerf├Ąllt und sich die Vorurteile gegenseitig immer mehr verh├Ąrten. Das artet - auch gut erkannt - teilweise sogar in regelrechten Hass aufeinander aus. Den Rhytmus habe ich bewusst so gew├Ąhlt weil er das Stakkato der Ressentiments gut unterst├╝tzt. Es ist doch so: Man braucht bei vielen Leuten doch nur ein Stichwort zu geben (Fu├čball, Sozialwohnung, Manager, Opernhaus etc.) und schon prasseln die Vorurteile nur so aus ihnen heraus. Dabei sind wir doch eigentlich alle aufeinander angewiesen und wir sind alle nur eines: Menschen!

Gru├č und ahoi
sailor

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Birgit Kachel
Hobbydichter
Registriert: Feb 2001

Werke: 52
Kommentare: 285
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Hallo Sailor,

das w├Ąre wohl eine Diskussion wert, ob und wie unsere Gesellschaft in zwei Klassen zerf├Ąllt und hier Vorurteile erh├Ąrtet werden.

Auf der einen Seite ist wohl die Arbeiterklasse am Aussterben, zumindest in dem Sinne, wie sie sich vorher von der b├╝rgerlichen Gesellschaft unterschieden hat. Erst jetzt h├Ârte ich von einem Bericht, der besagt, da├č wir zunehmend zu einer Luxusgesellschaft tendieren in der Art, da├č sich immer mehr Menschen "Luxus" leisten k├Ânnen (Reisen, auch auf Kredit, Sportarten wie Golf usw.). Ich denke, es ist auch eine Realit├Ąt, da├č die Menschen, die sich noch niemals im Leben einen Auslands-Urlaub leisten konnten, im Gegensatz zu fr├╝her, verschwindend gering ist. Nat├╝rlich gibt es Arbeitslose und Sozialhilfeempf├Ąnger; wobei ich dennoch denke, da├č bei der ├╝berwiegenden Anzahl (Betonung liegt hier auf ├╝berwiegend) die M├Âglichkeit gegeben und vielerorts auch genutzt wird, sich das Leben angenehm gestalten zu k├Ânnen (z.B. mit Urlaub u.dgl.). bzw. da├č Arbeitslosigkeit/Sozialhilfe nur eine ├ťbergangsperiode in einem Leben ist. (w├Ąre nat├╝rlich auch w├╝nschenswert) Ich spreche hier nicht von keinem hohen Ro├č aus, sondern von teils eigener Erfahrung wie auch im Umgang mit den Erfahrungsberichten Anderer.

Ich wei├č jetzt nat├╝rlich nicht, woher du kommst, Sailor - in den Neuen Bundesl├Ąndern sieht die Lage nat├╝rlich entschieden anders aus, obwohl hier auch aus o.g. Motiven (besser leben) der Gro├čteil der Jungen in den Westen geht und sich hier gr├Â├čtenteils auch verwirklicht und die Rentner, die bleiben, mit einer doch guten Rente auch entsprechend angenehm leben k├Ânnen.

Nat├╝rlich gibt es auch noch die Kluft vom normalem Leben zum exzessiven Reichtum (den es aber schon immer gegeben hat) - aber das hast du doch sicherlich nicht mit deiner Zwei-Klassen-Gesellschaft gemeint.

Birgit
__________________
"Wenn die Zeit kommt, in der man k├Ânnte, ist die vor├╝ber, in der man kann" (M.Ebner-Eschenbach)

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freund janleo┬░
PISA-Studien-Beweis
Registriert: Feb 2001

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... es gibt dinge, auf die h├Ątte diese welt gut und gerne verzichten k├Ânnen, eines war z.b. hitler !!!!

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