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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Im Banne der Heavyscene
Eingestellt am 17. 03. 2003 19:00


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josua né
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Feb 2003

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Im Banne der Heavyscene

Niemals hĂ€tte er annĂ€hernd in Betracht gezogen, dass ihm mal auf diese Weise der Kopf verdreht wĂŒrde. Paule war einfach unglaublich. Er hatte sie das erste Mal in dem Club gesehen, in den er aufgrund des DrĂ€ngens seines besten Freundes hinein gestolpert war. Im HEAVYSCENE. Paule hatte ihn angesprochen und wie selbstverstĂ€ndlich ganz zwanglos in ein GesprĂ€ch mit deren Freundin verwickelt. Er hatte nur Augen fĂŒr ihren dunklen Teint und ihr pralles DekolletĂ©. Es war auch Paules ungezwungene Art, die Blicke auf sich zu ziehen und so interessant zu erscheinen, dass man ihr einfach zu FĂŒĂŸen liegen mußte. Ihr naturschwarzes Haar, glatt und seidig, machten sie ebenso verfĂŒhrerisch wie ihr offenbarendes DekolletĂ©... Er verschwand mit ihr in ein Hinterzimmer des Clubs, der fĂŒr ihre Quickies reserviert schien und ließ das Vorspiel aus. Die Gier, sie zu erleben, packte ihn so, wie ihn noch nie etwas gepackt hatte. Nicht einmal die so intensiv empfundenen KĂŒsse, die das GedĂ€chtnis niemals wĂŒrde missen wollen, machten die Tatsache wett, dass sie nach einem standesgemĂ€ĂŸen ONE-NIGHT-STAND verschwunden war und es ihm nach der bitteren ErnĂŒchterung gewahr wurde; er hatte sich in sie verliebt.
Sein Leben war bis dato nicht gerade planvoll verlaufen. Als Sohn einer recht spießigen Familie hatten die Eltern ihm zu viel abverlangen gewollt und damit die Grundlage dafĂŒr geschaffen, dass der nunmehr Mitte- zwanzig- jĂ€hrige zwar nicht gerade mittellos, aber ungesichert durchs Leben ging sowohl beruflich, als auch psychisch. Zu jener Zeit rebellierte er gegen die elterlichen wie auch gesellschaftlichen Dogmen, die ihm aufgelastet worden waren und floh von zu Hause und somit vor seinem gesamten Leben, das niemals wieder so werden wĂŒrde. All die gekĂŒnstelten Nettigkeiten und snobistisch - cholerischen Eigenschaften seiner Eltern hatten ihn schon damals zum kotzen gebracht. Aus der gehobenen Residenzstadt geflohen, entschied er sich fĂŒr Berlin, wo er mittellos sein tĂ€glich Brot verdiente. Bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr bestritt er als Stricher sein Leben und gelangte nach Beendigung seiner bisherigen Berufslaufbahn durch Szene – Krankheiten zu den Drogen, die ihn immer begleiten sollten. Vom Strich gezeichnet und wenig tangiert von den EinflĂŒssen, die auf ihn zu wirken suchten, fiel er in einen tiefen Sog, dem er sich nicht mehr zu entledigen wußte. Dieser Sog ließ ihn nicht mehr los – ließ ihn Abend fĂŒr Abend besinnungslos werden und dem existentiellen Abgrund nĂ€her kommen.
Das innig ersehnte Geld, mit dessen Hilfe er sich fĂŒr mehr oder weniger kurze Zeit betĂ€uben konnte und somit der zu realistischen Welt entkommen wollte, bekam er wiederum nur durch minder humane Dienste. Das Geld seiner Eltern anzunehmen wĂ€re ihm wie ein Verrat vorgekommen. An sich selbst.
Nun saß er auf einer lĂ€dierten Couch in seiner ersten Berliner Wohnung, die er vor einigen Wochen beziehen konnte. Das war nur geschehen durch seinen wiederum ersten, richtigen Job. Er arbeitete in einer Pizzeria. Schlecht bezahlt, aber durchaus qualifiziert, bestritt er sein neues Leben. Endlich hatte er sich etwas von seiner schmerzlichen Vergangenheit distanzieren können... Er fĂŒhlte sich so viel leichter und freier, was ihn zu der Überzeugung brachte, sich aufzurappeln. Es entwickelte sich eine pathetische Aufbruchsstimmung, die seinen ganzen Geist und auch seinen Körper erfasste. Woher kam die neu gewonnene Kraft?
Sitzend auf der lĂ€dierten Couch dachte er an Paule. Nach der durchzechten und nicht ganz bewußt durchlebten Nacht war ihm die Frau noch wie ins Fleisch gebrannt. Er erinnerte sich nicht mehr an die Musik, nach der sein Freund eben fragte, er erinnerte sich nicht an das Zeug, dass er genommen hatte. Seine Heroinspritze war jetzt bereit zum Zug zu kommen, doch er zögerte kurz. In einem winzigen, nicht erwĂ€hnenswerten Augenblick verschwamm das Bild von Daniel, der sich gerade eine Zigarette anzĂŒndete... Er hatte ein so intensives Bild von Paule vor sich und dachte daran, mit ihr Eins zu werden. Nicht wie vergangene Nacht, in der er sie nur simpel gevögelt hatte, wobei sie wahrscheinlich nicht einmal etwas gespĂŒrt hatte. Verliebtsein. Zweisamkeit. Gemeinsame Ziele. Was fĂŒr ein Trash. An so etwas hatte er niemals richtig denken können, da die Straße seinen Egoismus gefördert hatte. Er mußte nur an sich selbst denken, vielmehr durfte er es nur. Sonst hĂ€tte er es nicht geschafft. Er wurde unliebsam wieder in die RealitĂ€t zurĂŒckgeholt, als Daniel ihn anstieß, endlich zu spritzen. Und er tat es...
Daniel wurde immer genervter von seinem Freund. Er hatte ihm alle Einzelheiten ĂŒber Paules Körper erzĂ€hlt und ĂŒber ihren Geruch und ĂŒber ihre Augen und ĂŒber ihre schamlose Anmache und den sensationellen Sex mit ihr. Wahrscheinlich belog er sich ein wenig selbst. Machte Paule zu etwas, was sie bestimmt nicht war. Daniel riet ihm davon ab, etwas hinein zu interpretieren in Dinge, in die es nichts hinein zu interpretieren gĂ€be.
Und doch, als er einige Tage spĂ€ter mit der Arbeit in der Pizzeria fertig war, fasste er einen Entschluß. In denselben Club zu gehen, um sie wiederzufinden. Und er tat es. Unglaublicher Weise, denn es war bisher keine Eigenschaft von ihm gewesen, sich um jemand anderen zu bemĂŒhen. Der Club HEAVYSCENE mutete genauso dĂŒster an und roch genauso verschwitzt, wie kĂŒrzlich. Aber es störte ihn bei weitem nicht. Erstens war ihm das Milieu nicht fremd und zweitens hatte er ein Ziel vor Augen. Er suchte nach einer Schwarzhaarigen. Nach DER Schwarzhaarigen. Vorbei an den runden Tischen nahe des Dancefloores, vorbei an den Kerlen, die ihn anbrĂŒllten, weil er beim Durch – die –Menge – Gehen die Sicht auf halbnackte Tussis versperre. Und doch waren sie zu sehr dem Rausch verfallen, als dass sie ihm wirklich hĂ€tten eine Bedrohung werden können. Die betrunkenen MĂ€dchen ließen ihre Arme empor schweben beim Tanzen, die Typen blickten die benommenen Weiblichkeiten lustvoll an. Ebenso im Rausch und doch mit ganz scharfen Augen. Er kannte das alles. Das Verhalten der Kerle und der MĂ€dchen, die Absichten die meist darin lagen und somit ihre Vorhaben. Doch von all diesen Ă€ußeren EinflĂŒssen ließ er sich nicht beirren und suchte weiter. Weiter nach Paule. Er hatte große Angst, vom Barkeeper oder Sondergleichen gesehen zu werden, da er hier im Club so einige Schulden gemacht hatte. Aber auch das wurde jetzt unwichtig.
Und nach einem langen, beschwerlichen Fußmarsch durch die Menge und der strikten Suche im relativ Dunklem, traute er seinen Augen nicht. Er hatte gar nicht mehr daran geglaubt, aber er sah sie. Paule schwang ihre vollen HĂŒften zwischen den Kerlen umher, drehte mit dem Zeigefinger an einer ihrer schwarzen HaarstrĂ€hnen und bemerkte beim Tanz mit diesen vielen Typen gar nicht, wer sie suchte. Er war froh und gleichzeitig wurde ihm jetzt gewahr, dass er zwar wußte, was er wollte, es aber in diesem seinen Leben wohl nicht erreichen könnte. Wollte er, drogenabhĂ€ngig und ganz klein im GeschĂ€ft, einer Klassefrau wie Paule hier auf der TanzflĂ€che eine LiebeserklĂ€rung machen? Das wĂ€re doch, so ĂŒberlegte er, völlig... daneben. Paule hatte jede Nacht einen Anderen und er hĂ€tte schon froh sein können, dass sie sich ihm erbarmt hatte und ihm die heißeste Nacht in seines Lebens beschert hatte. Doch er war so verliebt in sie. Er wollte eigentlich ihren Namen laut rufen, um auf sich selbst aufmerksam zu machen, aber da wurde ihm schon bedrohlich eine Hand auf die Schulter gelegt... So etwas im GedrĂ€nge zu registrieren ist ziemlich schwer – die krachenden Beats taten ihr ĂŒbriges.
Als er etwas spĂ€ter mit einem blauen Auge vor Daniel stand, wollte er im Boden versinken. Daniel sprach nur von so etwas, wie er hĂ€tte es ja gesagt etc. Pure NĂŒchternheit ĂŒberkam ihn.
Daniel bot ihm eine Line an, doch darauf hatte er keine Lust. Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen; vielleicht könne ihm Daniel ja doch behilflich sein! Er schlug ihm vor, dass er Paule aufsuchen könnte und ihm damit einen großen Gefallen tun wĂŒrde. Es war tatsĂ€chlich ungewöhnlich, einen klaren Gedanken zufassen. Es kam ihm so fern vor, ein Ziel vor Augen zu haben. Doch es war jetzt so. Daniel hatte absolut keine Lust. Er fragte, was er davon hĂ€tte, sich Streß wegen einer Tussi zu machen, die er dann doch nicht bumsen dĂŒrfe. Das war Daniel. Typisch. Tolle Freundschaft, dachte er sich. Sollte dies der Preis dafĂŒr sein? FĂŒr Paule? Erst als Daniel hörte, dass er unter UmstĂ€nden auf seine Kosten kommen könnte, machte er sich auf den Weg.
Es war schon fast Mitternacht, da hörte er – ganz nĂŒchtern- die TĂŒr knallen. Er hörte sĂ€uselndes Lachen. Es klang fĂŒr ihn wunderschön. Eine klare Melodie, etwas MajestĂ€tisches... Es war Paule. Daniel hatte sie also erfolgreich abgeschleppt. Er mußte zuhören, wie Daniel sich mit ihr vergnĂŒgte und irgendwann fertig war. Als er dann zu ihnen trat, lag Paule schon mit geschlossenen Augen auf der zerfledderten Matratze und gĂ€hnte. Daniel laberte davon, wie gut sie gewesen sei und grinste, dass er ihm am liebsten eins in die Fresse geschlagen hĂ€tte.
Am nĂ€chsten Morgen brachte er Paule etwas zu essen. Sie hatte einen fĂŒrchterlichen Kater und zeigte wenig Interesse an ihm. Daniel war lĂ€ngst weg – sich Stoff besorgen. Paule hatte auch gar keine Lust, sich mit ihm zu unterhalten. Er fragte sie, ob sie glĂŒcklich wĂ€re. Sie lachte höhnisch, band ihr schwarzes Haar zusammen und ĂŒberschminkte sich ihre Augenringe. Auf Komplimente, wie hĂŒbsch sie sei, ging sie ĂŒberhaupt nicht ein. So’n kleiner Pizzajunge. Ihm wurde klar, wie hart der Kampf werden wĂŒrde. Er könne sie da weg holen, dass sie nicht mehr jeden abend fĂŒr lau die Beine breit machen mĂŒĂŸte. Dass man das schaffen könnte.
Zum Abschied griff sie ihm in den Schritt und versicherte ihm, dass er jederzeit vorbeikommen könne, aber mehr nicht drin wÀre. Diese Hure.
Der letzte Tropfen auf den heißen Ofen war Daniel, der grinsend zurĂŒckkam und sich fĂŒr seine Empfehlung bedankte. Sie sei echt gut gewesen. Was war das nur fĂŒr eine Welt? Er hatte sich doch so große Ziele gesetzt. Das Ziel war Paule. Sollte er das jetzt vergessen? Sollte er alles ĂŒber den Haufen werfen? Resignieren? Selbst das hĂ€tte jetzt zuviel Kraft gekostet, als das er darauf jetzt Lust hĂ€tte. Es mußte weitergehen.
Seine erste richtige Entscheidung war wohl, Daniel rauszuwerfen. Er hatte ihn ausgebootet, keinerlei Freundschaft bewiesen, obschon es in der Szene sowieso keine richtigen Freunde gab. Das fiel ihm nicht schwer. FĂŒr die Miete mußte er jetzt allein aufkommen und so suchte er sich einen zweiten Job. NatĂŒrlich kotzte das an, er war ja nicht daran gewöhnt. Jetzt spritzte er nur noch ab und zu – aber von seinem Ziel konnte, wollte und sollte er trotzdem nicht ablassen.
Es dauerte Wochen, bis er soviel Kohle zusammen hatte, dass er Paule locker fĂŒr zwei NĂ€chte haben konnte. Vorher bezahlte er im HEAVYSCENE seine Schulden, so dass er von den Leuten dort nichts mehr zu fĂŒrchten haben mußte. Das machte ihn innerlich stark und er dachte, dass er seinem Ziel immer nĂ€her wĂ€re. Paule war aber nicht da.
Die wÀre schon seit Tagen nicht mehr hiergewesen. Es wurden ihm andere Tussis empfohlen.

Da war seine Mutter. Sie lĂ€chelte und rannte durch sein Zimmer und schrie, dass er ihr Sohn sei und dass sie ihn liebe. Und da war Daniel in Krawatte und alles war so bunt und laut und fröhlich und seine Finger tanzten. Paule kĂŒĂŸte ihn und streichelte ihn und versprach ihm, fĂŒr immer bei ihm zu bleiben. Und das HEAVYSCENE wurde geschlossen.
Als er wieder einigermaßen aufrecht sitzen konnte, wischte er die Kotze neben der karierten Matratze weg. Das nebenliegende Besteck glĂ€nzte und kotzte ihn an. Seine Rausch war schön gewesen. So real. Und doch wieder so abspenstig. Er war nicht auf Arbeit erschienen. Das war jetzt alles so belanglos. Durch diesen harten Versuch, etwas zu schaffen, welcher ja offensichtlich gescheitert war, fĂŒhlte er sich jetzt mehr am Boden denn je.
Er wĂ€re fast verhungert, wenn Daniel nicht gekommen wĂ€re. Gerade noch mit letzten KrĂ€ften hatte er ihm die TĂŒr geöffnet. Er war in einem erbĂ€rmlichen Zustand. Seit Tagen nichts gegessen, nichts genommen. Ausgelaugt bis auf die Knochen. Daniel fragte ihn, ob’s an der Braut lĂ€ge. Er bejahte und schmiß eine Spritze an die Wand. Er heulte und schrie, dass Daniel eine GĂ€nsehaut bekam. Durch ihn hatte Daniel angefangen, zu begreifen, dass es noch einen anderen Weg gab. Doch sein resignierender Freund war nun ein Wrack.
Und wieder ging einige Zeit seines Lebens ins Land und auf einmal stand Paule in der TĂŒr. Jemand hĂ€tte sie zu ihm geschickt. Sie wolle aber diesmal Kohle sehen. Er war außer sich – jetzt vor Freude. Sie sah irgendwie scheiße aus – ihre Haare klebrig und die Klamotten stinkend. Zweimal ergötzte er sich hechelnd bis er ihr beim Einschlafen zusah. Er war Daniel ja so dankbar. Er roch ihre duftende Haut, betrachtete ihre Mimik im Schlaf – was sie wohl trĂ€umen mag? Er verschloß die TĂŒre.
Er wurde mit einem tosenden Krach geweckt. Paule schlug gegen die TĂŒr und brĂŒskierte sich ĂŒber ihre Lage – eingeschlossen. Sie lief durch den schmalen Flur auf ihn zu und drosch gegen sein Brust. Wie könne er das machen, sie wolle weg und wĂŒrde ihm sonst wen auf den Hals hetzen. So hatte er sie noch nicht erlebt. Ganz unschuldig tat er so, als ob er den SchlĂŒssel suche. Vergeblich. Er mĂŒsse ihn am vergangenen abend verlegt haben. Wieder kreischte sie, dass ihr so etwas nicht passe und das Konsequenzen habe.
Nach einer Zigarette fragte sie ihn, was nun werden solle. Sie schien wirklich verzweifelt. Er dachte sich aus, dass er den SchlĂŒssel des nachts das Klo runter gespĂŒlt haben könnte und ihn das ebenfalls ankotze. Er gab vor, dass noch jemand einen SchlĂŒssel hĂ€tte und frĂŒher oder spĂ€ter vorbeikommen mĂŒĂŸte. Die mißliche Lage war vorerst nicht zu Ă€ndern. Kein Handy weit und breit. Sie saßen am Tisch und aßen etwas. Er war so froh und glĂŒcklich. Er dachte nicht mehr an Spritzen und so weiter. Er sah sie mit einer HaarstrĂ€hne spielen und rauchen. Sie legten sich auf die Matratze. Einmal lachte sie sogar, als er erzĂ€hlte, wie er einmal eine ganze Pizzaladung umgekippt hatte. Das Herz schlug ihm bis zum Hals und natĂŒrlich gab es Daniel, der jetzt einen SchlĂŒssel hatte, aber Bescheid wußte.
Ihr war langweilig und darum erzĂ€hlte sie von ihrem Alltag. Eigentlich hatte sie mal ein Studium angefangen, aber es hĂ€tte ihr das Geld gefehlt, um weiterzumachen. Eine Freundin hatte sie in die Szene eingefĂŒhrt und ins HEAVYSCENE gelotst. Das war vor ein paar Jahren. Er hörte ihr gespannt zu. Sie redete jetzt so unbefangen und natĂŒrlich, dass er sich noch mehr verliebte.
Als er sie bei AbenddĂ€mmerung aus einem Moment heraus auf die Lippen kĂŒĂŸte, sagte sie, dass sie keinen Bock auf Bumsen hĂ€tte. FĂŒr sie völlig unerwartet sagte er, dass er das gar nicht wolle. Er wollte sie nur kĂŒssen. Sie gefalle ihm. Schon lĂ€nger. Sie war so verblĂŒfft, dass sie kein Wort herausbrachte. In der ersten gemeinsamen Nacht schliefen sie nicht miteinander. Sie redeten. Alles um ihn herum war auf einmal zu unwichtig. Sie hörte ihm zu und teile seine Ansichten und sein Herz hörte nicht auf, bis zum Hals zu schlagen.
Am nĂ€chsten Tag wurde sie schon ungeduldiger. Sie duschte sich und ihre nassen schwarzen Haare fielen ihr ĂŒber die Schultern. Sie grinste, dass sein Körper ungewollte Reaktion zeigte, als sie ihren Bademantel fielen ließ. Sie flĂŒsterte ihm ins Ohr, dass er wirklich sĂŒĂŸ wĂ€re. Bald tippte sie mit ihren Fingern auf den Tisch – er hatte die Sache mit dem Eingeschlossen - sein völlig vergessen.
<Ich mag dich.> sprach er ganz leise, als er auf der Matratze saß und sich eine Zigarette angesteckt hatte. Sie war sichtlich verdutzt. Sie hatte eher erwartet, dass er sie wieder bespringen wĂŒrde. Sie hatte schon fast an ihrer Wirkung auf MĂ€nner gezweifelt. Ob er das ernst meinte? NatĂŒrlich! Er wolle sie noch inniger kennen, ihr nahe sein. Jetzt wurde es fĂŒr sie wieder interessant. Sie setzte sich neben ihn und erzĂ€hlte, dass sie darauf schon lĂ€ngst die Hoffnung aufgegeben hatte. Auf einen richtigen Partner. So hatte sie ihn auch eingeschĂ€tzt – ein in ihrem Metier normaler Typ. Er war auch nicht unbedingt der, der sie unheimlich beeindruckte. Aber in einem winzigen, ganz kleinen Moment sah auch sie sich in einem neuen Leben. Sah eine zweite Chance. Sie wollte es aussprechen, da ging die TĂŒr auf. Er war perplex. Daniel hĂ€tte keinen schlechteren Augenblick erwischen können. Sie nahm ihre Handtasche und ging ohne ein Wort.
Die Chance war dahin. Ein dummer Zufall oder Wink des Schicksals? Er fĂŒhlte so tiefe Wut ĂŒber die mißlungene Aktion und vielleicht auch Wut auf seine Liebe zu ihr, die ihm weh tat und ihn so viel Kraft kostete – ihn nun auf eine neue Probe stellen wollte. Er drĂŒckte die Zigarette aus und schmiß den verwirrten Daniel raus, was er spĂ€ter bestimmt bereuen wĂŒrde, da er sich ja eigentlich als guter Freund bewiesen hatte. Den Stoff, den Daniel ihm liegengelassen hatte, ließ er liegen.

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