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Leselupe.de > Ungereimtes
Im Silberrausch
Eingestellt am 25. 11. 2003 18:17


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Zwoelfelf
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Registriert: Nov 2003

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Im Silberrausch

Eingelocht vom Silberrausch
unendlicher GedichtanfÀnge,
sitzt ein Kind am Grund der Welt
und spielt mit Wortbausteinen,
mit WirklichkeitsabbrĂŒchen,
mit aussichtslosen Steinversuchen
eines Schwindelscheins.
Es spielt im Sinngewimmel einer schĂŒttelhaften Welt.

Mit hirngepresstem Sprachensaft
bespritzt es seine Menschnatur
und fĂŒhlt sich himmlisch
durchgeknallt und angelacht,
zersprengt im Silberrausch den SchÀdelblock
und schreibt den Tintenfischen ein Gedicht.

Im grĂŒnen Schein des Monitors
suchen oktopodiale Perlentaucher
einen Lesestein, ein Sprechkoskop, ein Meinungsrohr,
eine Dichtungssonde,
mit der man auf den Grund des Weltenkellers schaut.

AufgeschÀumt im Silberrausch
findet man ein Sabbelkind,
das PurzelbÀumen BlÀtter klaut,
das Herzschmerztropfen schlecht verdaut,
das Mundraubverse rĂŒckwĂ€rts schraubt.

Ein schrÀg angeschieltes Kellerkind lÀsst sich nicht stören.

Aufgewacht im Silberrausch unendlicher GedichtverlÀufe,
lutscht ein Kind an Spiegelsteinen
und spuckt mit Wortgehuste allem Augenschein,
eine tief verbĂŒrgte Wahrheit ins Gesicht:

„Dein Silberrausch ist keine Krone,
ist keines Menschen Diamant!
Dein Silberrausch zerfÀllt,
bei gutem Licht betrachtet,
in zahnverfaultes Silbenwirr mit schwacher Glaubenskraft.“

Zugestöpselt und im Silberrausch vertÀut,
gibt ein Tintenfisch dem anderen
einen Grund der Welt.
Aus diesem Grund spricht man vom Kellerkind
und meint,
man hÀtte es
nur ungenau verstanden.

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mako
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Zwoelfelf,

ein faszinierendes Gedicht, das ich hier lese. Interessante Wortspiele und -konstrukte, die Du verwendest. Ich denke, das von Dir verwendete "durchgeknallt" trifft es aus meiner Sicht ganz gut.

Mit meiner Interpretation bin ich mir noch nicht sicher, wieviel Ironie oder Spott hier im Text zu finden ist, ob der Durchschnittlichkeit von Autoren im Allgemeinen oder in der LL im Speziellen. Ich nehme da die vierte Strophe, die wohl Bezug auf aktuelle Texte aus dem Forum Kurzlyrik nimmt(?).

Vielleicht ist hier auch nur zu lesen, sich als Schreibender nicht zu wichtig zu nehmen.

Mir gefÀllt es, aufgrund seines eigen sinnigen Stils. Bin auf Weiteres gespannt.

Ach so, ja, willkommen im Silbenrausch der Leselupe.

Gruß
Mako

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Zwoelfelf
AutorenanwÀrter
Registriert: Nov 2003

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Lieber Mako,
schönen Dank fĂŒr den Kommentar. Es ist ein leidiges GeschĂ€ft mit der Interpretation von Gedichten. Ich halte es in dieser Hinsicht mit dem Philosophen Wittgenstein: "Alles, was man sagen kann, kann man einfach sagen."
Das heißt: alles, was man nicht sagen kann, kann man nicht einfach sagen. Bin mir allerdings nicht sicher, ob Schweigen in diesem Fall besser wĂ€re.
ZE

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