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Leselupe.de > Ungereimtes
In der Stadt
Eingestellt am 14. 03. 2002 17:02


Autor
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murmeltier
Autorenanwärter
Registriert: Jan 2001

Werke: 94
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In der Stadt
bewegen sich Gedichtzeilen durch den Verkehr
lackierte Geschäfts- Schilder
"Kälte - Klima - Elektronik"
und das alles am hellen Tag
Wachsgesichter scheuen das warme Licht
man könnte in sich zusammenfallen
verringert bis auf das Häufchen
Elend
der Rest des Lebens Angst
man könnte sein Geld verlieren
weil das Gesicht schon lange geformt ist
wie immer - Parole durchhalten
und die Hoffnung auf den Lottogewinn
die Touristen sind auf dem Vormarsch
was tun
wenn weiteres Zur√ľckziehen
nicht mehr möglich ist
die Träume sind schon lange kaputt
es folgen die Toten
wie auf Strafe L√ľgen folgen
wen interessiert¬īs
Hauptsache, man hat den richtigen Geschäftspartner
man ist im R√ľckstand
viel zu erledigen
anfangen es zu tun
Leute, macht euch mal gute Geschenke
redet klare Worte
schminkt euch die Träume ab
und schaut euch mal genau um
Fassadenkletterer schleichen herum
Ernstfall aus der Gefriertruhe
im Geben ist das Sein
kurze Erscheinung
man tut seine Sache
und verschwindet im Unbekannten
die √Ąrsche werden fetter
die Schaufensteraugen immer größer
die Spiegel sind zerschlagen
die falschen Verbindungen sind durchtrennt
die kaputte Leitung ist tot
man setzt sich ab
und schaut sich das Kriegsspiel an
immer nur Selbstbefriedigung ist einfallslos
langweilst du dich
langweilst du andere
Todesursache: Langeweile
sie lassen sich vor den Karren spannen
sie machen das Geld ihrer Herren
sie trotten im Kreis um die Geldsäcke
sie sind totlangweilig
es gibt Leute, die sammeln das Geld
bloß von der Straße auf
es gibt Leute, die leben auf der Straße
es gibt jede Menge M√ľll und Ratten
manche gehen einfach hin
und holen sich die Sachen
die sie brauchen
man nimmt sich bloß seinen Teil
aus dem riesigen Topf der Bankettgesellschaft
alles leere Versprechungen
zur allgemeinen Beruhigung
der kleingeistig Engherzigen
wer selber feige ist ruft nach dem m√§chtigen F√ľhrer
und den Militärs die Allmacht auf Erden
und die Schaulustigen kapieren wieder nicht
was wirklich passiert
es reicht
ich bin da
wo nicht nur geredet wird
von Frieden und Gerechtigkeit
hier hetzen Herren ganze Völker auf
da werden Kinder geboren
hier hat man seine feste Meinung
"Bei uns zählen Tatsachen"
steht im Werbeprospekt vom Supermarkt
grinsende Fleischermeister haben Frischfleisch im Angebot
l√§chelnde Schaufensterpuppen stehen f√ľr die K√§ufer bereit
jeder hat die freie Auswahl
jeder ist gleichberechtigt
jeder wählt seine Art der Prostitution
jeder schätzt den Marktwert ab
die Kälte macht das Atmen schwer
kalte Schauer durchfluten den Körper
das Herz droht zu gefrieren
und wehrt sich zitternd
gegen die allseitige Bedr√ľckung


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Stefan_Senn
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 148
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vielleicht ein bisschen zu lange f√ľr ein gedicht aber dennoch wow klingt streckenweise wie enzensberger einziger kritikpunkt: irgendwie f√§llt im text das wort "selbstbefriedigung" unangenehm auf, sollte vielleicht durch "onanie" ersetzt werden

beste gr√ľ√üe

stefan senn
__________________
violent sorrows seem
a modern ecstasy

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