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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
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Eingestellt am 20. 01. 2009 13:21


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Pittsburgh
Hobbydichter
Registriert: Jan 2009

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In der Sekunde nun, als dieser mit dem Kuchengeschmack gemischte Schluck Tee seinen Gaumen ber├╝hrte, zuckte er zusammen und war wie gebannt durch etwas Ungew├Âhnliches das sich in ihm vollzog. Ein unerh├Ârtes Gl├╝cksgef├╝hl das ganz f├╝r sich allein bestand und dessen Grund ihm unbekannt blieb hatte ihn durchstr├Âmt. Mit einem Schlage waren ihm die Wechself├Ąlle des Lebens gleichg├╝ltig, seine Katastrophen zu harmlosen Missgeschicken, seine K├╝rze zu einem blo├čen Trug seiner Sinne geworden. Es vollzog sich damit in ihm was sonst nur die Liebe vermag. Gleichzeitig aber f├╝hlte er sich von einer k├Âstlichen Substanz erf├╝llt, oder diese Substanz war vielmehr nicht in ihm, sondern er war sie selbst. Er hatte aufgeh├Ârt sich mittelm├Ą├čig, zufallsbedingt und sterblich zu f├╝hlen.

Der Grund daf├╝r war dieses Wesen, in seinen Augen gab es nur dieses eine geliebtes Antlitz und das bestrahlte ihn. Er hatte es angeschaut bis es nicht mehr verschwinden konnte. Nur in ihr hatte er Atem und Sein. Sie war seine Stimme. Er sprach nicht mit ihr, sondern hing an ihren Lippen. Sie war sein Augenlicht, sein Auge folgte ihrem und es f├Ąrbte alle seine Ziele. Er hatte aufgeh├Ârt in sich selbst zu leben. Sie war sein Leben, der Ozean, in dem der Strom all seiner Gedanken endete. Auf einen Laut, eine Ber├╝hrung von ihr, wogte sein Blut und seine Wange wechselte st├╝rmisch die Farbe.



Der neue Morgen hatte die Nacht der Tr├Ąume gek├╝sst. Besinnlich weicht die stille Dunkelheit dem Licht des ger├Ąuschvollen Tages. Mit den lieblichen D├╝ften des Morgens verlie├č er das Land der Tr├Ąume, welches er jenseits der Nacht mit ihr verlieben durfte. Er atmete noch den Duft ihrer Haut. Seine Augen, noch immer leicht geblendet von dem Licht des Morgens, sahen das anmutige Gesicht der Frau, welcher er all die Tage und N├Ąchte seines Lebens schenken wollte. Sanft atmete sie, sie schlief den Schlaf der gl├╝cklichen Menschen. Er sah ihre wundersch├Ânen Haare die auf ihren rosigen Wangen ruhten, ihr bezaubernder Mund der z├Ąrtlich kirschrot l├Ąchelnd den Kuss des Morgens erwartete. Sein Herz klopfte laut. Er h├Ârte das Lied der Liebe das seine Sinne tanzen lie├č.

Es galt, so weit er f├╝hlen konnte, das Unaussprechbare im eigenen Herzen auszumalen um dieses Bild, welches gemeinhin den Titel ÔÇ×LiebeÔÇť erh├Ąlt, durch die eigenen Augen, durch den eigenen Mund, durch die eigenen Worte und Taten in die Welt hinein zu setzen. Hatte er dieses Werk vollendet wof├╝r die Kunst unausweichlich ist, so klar zu empfinden wie es sein Herz ohne die Zutaten von Angst und Misstrauen nur empfinden kann? Ja, und so hat er sein Lebenswerk vollbracht. Es gilt ja schlie├člich nicht fremde Bilder in uns hinein zu schaffen, sondern viel mehr unser eigenes Bild in eine Welt hinein zu f├╝hlen die eine einzigartige Ausstellung ohne Anfang und ohne Ende ist.



Und er fragte sich: ÔÇ×Was liebt die LiebeÔÇť? War nicht das Paradies ein eingeschlossener Ort, ein Garten gegen Osten? Er trat ans Fenster, ein stiller See verbarg sich dem├╝tig in der hohen Umgebung. Am Ufer lag ein Boot. Ein Seufzer aus vollem Herzen, der Hauch eines unruhigen Gedankens erreichte sein Herz. Er sah das Boot, welches vom Ufer abging. Es glitt ├╝ber den See, von den milden L├╝ften einer unnennbaren Sehnsucht leise getrieben. Seine Gedanken verschwanden in der geheimnisvollen Einsamkeit des Waldes und wurden von den leichten Wellen des Sees geschaukelt. Er wandte sich der andern Seite hin, da breitete das Meer sich unendlich vor seinem Auge aus. Dieses Wesen, mit all seinen Emotionen hatte ihn gerettet. Und von dieser Sekunde an kannte er die Antwort. Was liebt die Liebe? - Unendlichkeit. - Was f├╝rchtet die Liebe? - Eine Grenze.

Er wusste, dass er sich t├Ąglich neu verlieren w├╝rde und sich t├Ąglich wiederfindet, er mag dem Honigmond der Liebe seine W├╝rze verleihen, tr├Ągt aber auch das Bewusstsein in sich sein sch├Ânstes Gl├╝ck immer bei sich zu haben und er wusste pl├Âtzlich, er ist beneidenswert.

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