ich habe verlangen
nach unserem garten
seitdem du gegangen
worauf will ich warten
schwach deine spuren
im spärlichen licht
zahllose schritte
verwirrend und dicht
ebnen verwischen
im grase die deinen
manch große schwere
gefolgt von kleinen
stricken verflachen
lassen verschwinden
viel mühe macht es
dein siegel zu finden
um deine laube
ranken sich reben
doch deine spuren
werde ich heben
des gartens pläne
werde ich finden
will deine pfade
mit meinen verbinden
niemals wird gras
wachsen über dich
das verspreche ich
heute feierlich
voll lust bringe ich
deine ernte ein
auf unsrer bank
im sonnenschein
kommen gedanken
wecken deinen duft
heben mich auf
flügeln in die luft
sonnenuntergang
wird rot erglühen
und in neuem glanz
der garten blühen
Das Gedicht hat einen doppelten Klang: wehmütige Erinnerung bei gleichzeitiger Heiterkeit. Das passt sehr gut in die Umgebung eines Gartens, in dem ja auch Vergehen und Werden dicht beieinander liegen.
Unabhängig von diesem Gedicht: Ich finde es sehr sinnvoll und ergiebig, gelegentlich den Blick von Seite 1 der offerierten Texte zu nehmen und auf Seite 2 oder 20 zu lenken. Ich habe den Eindruck, das Gros der Lupianer funktioniert exakt nach den Gesetzen von Marktwirtschaft, Werbung etc.: nur unmittelbar Sicht- und Greifbares zählt, existiert, wird wahrgenommen. Was am lautesten schreit, geht ins Ohr...So verkleinert sich die Welt auf einen schmalen Ausschnitt. Man könnte auch sagen: die Form der (Bildschirm-)Maske bestimmt das Bewusstsein des Lesers...
P.
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