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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Ingrid hat ein Vorurteil
Eingestellt am 19. 07. 2003 18:21


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Zwillingsjungfrau
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Ingrid hat ein Vorurteil

Ingrids Herzenskind, Jan, mit seinen zweieinhalb Jahren ein stĂ€ndiger Quell der Freude, bringt das Lachen ins Haus. Flink auf den kleinen Beinen wie ein Wiesel, kennt seine Entdeckerfreude keine Grenzen. Sein Mund steht nicht still, alles gilt es zu erforschen und hat Jan etwas gefunden, das er noch nicht kennt, wird es so lange probiert, bis er weiß, wie es funktioniert. Sein Lieblingswort ist "Warum?" So fragt er an einer GlastĂŒr mit einer Lichtschranke: "Warum weiß die TĂŒr, dass ich komme?" In einer Kirche wird ihm erklĂ€rt, dies sei das Haus Gottes. Er schaut sich um und meint: "Warum hat Gott hier kein Bett?" Er bemalt die Tapeten seines Kinderzimmers und fragt Ingrid: "Warum gefĂ€llt es dir nicht? Bunt ist es viel hĂŒbscher." Jan spielt mit seiner Kugelbahn und will wissen: "Warum rollt die Kugel immer nur runter und nie rauf?" Er ist ein wahrer Sonnenschein. In Ingrid ist ein warmes strahlendes GlĂŒcksgefĂŒhl, wenn sie ihn nur anschaut.

Ende 1967 passiert das Schreckliche.

Von einem Tag auf den anderen erkrankt Jan schwer. Der behandelnde Arzt ist ratlos doch von seinem eigenen Können so sehr ĂŒberzeugt. Er kommt dreimal tĂ€glich, will Jan aber nicht in ein Krankenhaus ĂŒberweisen. „Das bekomme ich wieder in den Griff“, sagt er. „Wenn wir jedes Kind mit einem Brechdurchfall in ein Krankenhaus geben wĂŒrden, wĂ€ren sie rasch ĂŒberfĂŒllt.“ Ein paar Tage lang geht das so, bis Jan ins Koma fĂ€llt.

Erst jetzt ist der Arzt bereit, Ingrid und ihren Sohn in ein Krankenhaus zu fahren. Der aufnehmende Arzt ist entsetzt. „Warum nicht einen halben Tag frĂŒher, warum so spĂ€t?“ Auf diese Frage des Krankenhausarztes antwortet der einweisende Arzt nicht. Konsequenzen befĂŒrchtet er nicht. 1967 will das "Zu spĂ€t!" kein Arzt schriftlich bestĂ€tigen. Die Götter in Weiß schĂŒtzen sich gegenseitig.

Seine spĂ€teren 'Ă€rztlichen Kunstfehler' brachten den Ort zum Lachen. So diagnostizierte er bei einer rundlichen 40jĂ€hrigen Dame ein GebĂ€rmutterkarzinom, es war nach einigen Monaten ein gesundes MĂ€dchen. Einer Familie warf er die bei deren Kindern festgestellten 'Flohstiche' als Unsauberkeit vor, es waren die Röteln. Ein schlechtes Gewissen gegenĂŒber Jan und Ingrid hatte er wohl immer, er wechselte die Straßenseite, wenn er den beiden im Ort begegnete.

Zu damaliger Zeit war das UniversitĂ€tskinderkrankenhaus eine Übergangslösung. Es bestand Raumnot. Ein Teilbereich der Stationen war in einem Luftschutzbunker untergebracht. In diesem Krankenhaus gab es keine Patienten- oder Elternwartezimmer.

Ingrid darf nicht mit auf die Isolierstation. Sie steht in der zugigen Halle im Eingangsbereich, geht ein paar Schritte, lehnt sich an die Wand und wird wegen ihrer TrÀnen angestarrt. Dies erbarmt einen hereinkommenden Arzt; sie wird kurzentschlossen in die Krankenhausbibliothek gesetzt.

Jetzt heißt es warten, ob das Leben ihres Sohnes gerettet werden kann. In der Bibliothek ist es still. Die im Raum Anwesenden, es sind in dieser Nacht und in den frĂŒhen Morgenstunden nur wenige, vermutlich zwei Studenten, eine Krankenschwester, ein auslĂ€ndischer Arzt, arbeiten leise ĂŒber ihren BĂŒchern. Ingrid fĂŒhlt sich so elendig wie noch nie in ihrem Leben. Sie friert und zittert, doch gleichzeitig steht ihr der Schweiß auf der Stirn, ihr ist ĂŒbel. Mal ist sie unruhig und möchte wie ein gefangener Tiger immer nur auf und ab gehen. Das Herz schlĂ€gt ihr bis zum Hals, dann tut es so, als wolle es aussetzen. Umherlaufen darf Ingrid nicht, das stört, also bleibt sie ruhig sitzen und hat viel Zeit zum Nachdenken in dieser Grabesstille. Sie denkt an das glĂŒckliche GefĂŒhl bei Jans Geburt. Sie denkt an viele kleine Erlebnisse mit Jan. Soll dies alles zuende sein? Der Gedanke treibt Ingrid wieder die TrĂ€nen in die Augen.

Sie erinnert sich an Jans sprĂŒhende Lebhaftigkeit, sein stĂ€ndiges Lachen und jetzt fragt sie sich selbst: "Warum?" Warum hat der Arzt nicht reagiert, als sie ihm sagte, Jan verliert mehr FlĂŒssigkeit, als er aufnimmt? Warum hat sie Jan nicht in den Arm genommen und ist ins Krankenhaus gefahren? Ingrid hatte zu diesem Zeitpunkt zwar kein Auto und kein Geld fĂŒr eine Taxe, doch irgendjemand hĂ€tte sich gewiss gefunden, der ihr geholfen hĂ€tte. Sie ringt die HĂ€nde und wie von selbst falten sie sich zum Gebet. Sie bittet Gott, das Leben ihres Kindes zu verschonen. "Warum willst du ihn, er hat sein Leben noch vor sich? Lass ihn mir, ich verspreche dir alles dafĂŒr." Sie weint still in sich hinein. Nur kurze Zeit löst dies den Druck. Sie möchte wissen, was jetzt mit Jan geschieht, möchte auf die Isolierstation rennen, möchte bei Jan sein, möchte seine kleine Hand wie frĂŒher vertrauensvoll in ihrer spĂŒren. Doch dies ist unmöglich. Ingrid bleiben nur die Angst und Panik, ihr rasendes Herzklopfen, ihre TrĂ€nen. Ingrid weiß, Jans Leben hĂ€ngt an einem seidenen Faden und sie muss in der stillen Bibliothek warten.

WĂ€hrend ein Arzt mit seinem Team auf der Isolierstation um das Leben von Jan kĂ€mpft, scheint es, als wĂ€ren ihre WĂŒnsche und Gedanken erhört worden. Das gesamte Krankenhauspersonal nimmt Anteil an Jans Schicksal. Ingrid wusste nicht, dass das Austrocknen bei kleinen Kindern so rasch geht. Eine sofortige Infusion - einen halben Tag eher - hĂ€tte den FlĂŒssigkeitsmangel schnell ausgeglichen. Jeder Kinderkrankenschwester ist dies bekannt. Es verbreitet sich die Empörung darĂŒber wie ein Lauffeuer unter den Krankenschwestern. So findet sich durch den Schichtwechsel oder bei einer anderen Erledigung von der Isolierstation zu anderen Krankenhauseinrichtungen immer wieder eine Krankenschwester wie ein guter Geist, die den Weg zur Bibliothek findet, die TĂŒr öffnet, den Kopf hindurchstreckt und Ingrid zuruft: "Er lebt noch!"

Auch der leitende Klinikprofessor kommt kurz, um Ingrid zu berichten und zu trösten. Die in der Bibliothek Anwesenden heben - bis auf einen - kurz den Kopf, blicken zur TĂŒr, dann zu Ingrid. Aus ihren Augen spricht Anteilnahme und tiefes VerstĂ€ndnis. Die junge Krankenschwester hat ihre BĂŒcher zurĂŒckgestellt, tritt still zu Ingrid, nimmt sie schweigend in den Arm und wiegt sie. Nur der auslĂ€ndische Arzt vor seinen BĂŒchern zeigt als Einziger keine Reaktionen. Die Dramatik um den Kampf, das Leben eines kleinen Kindes zu erhalten, scheint ihn nicht zu erschĂŒttern.

Ingrid ist empört. Wie eine giftgallegrĂŒne Wolke steigt der Zorn in ihr hoch und benebelt ihren Kopf. "Wie kann ein Mensch Kinderarzt werden, wenn ihn das, was allen anderen zu Herzen geht, nicht berĂŒhrt? Ist es nicht so, dass alle Menschen kleine Kinder lieben? Wenn die Kollegen dieses Arztes mit dem Tod kĂ€mpfen und ein Leben retten wollen, all ihr Können aufbieten, wieso reagiert er nicht? Wenn das Klinikpersonal, selbst sein Chef kommt, um ĂŒber die jeweilige Lage zu berichten, warum lĂ€sst es ihn kalt? Warum ist er gerade Kinderarzt geworden, wenn er nicht auch mit psychologischem SpĂŒrsinn ausgestattet ist und sehr einfĂŒhlsam das Umfeld wahrnehmen will?“

Die in Ingrid brodelnden Gedanken und GefĂŒhle nehmen Überhand. Hass gegen diesen ihr unbekannten AuslĂ€nder kommt hoch. Ihr Urteil ist schnell gefĂ€llt: „Dieser Mann hat seinen Beruf verfehlt, der sollte sich besser in ein Labor setzen, fĂŒr die Behandlung von Menschen ist er untauglich.“

Die Stunden vergehen, Ingrid erscheinen sie endlos. FĂŒr sie steht die Zeit still. Ihren eigenen Gedanken ĂŒberlassen, streiten in ihr Hoffnung und Ausweglosigkeit, Zuversicht und Verzweiflung, Glaube und Mutlosigkeit. Sie will stark sein und glaubt doch, sie wird gleich zusammenbrechen. Sie bittet, fleht und hadert mit sich selbst.

Endlich, um die Mittagszeit kommt der leitende Oberarzt persönlich und bringt die ersehnte Nachricht: „Er kommt durch, wir haben es geschafft.“

Eine ganze Woche bleibt Jan noch auf der Isolierstation, dann steht die Diagnose fest. Es war ein unbekannter Virus. Er verursachte den Brechdruchfall. Das fĂŒhrte zur Austrockung mit stehender Bauchfalte. Das Gehirn wurde nicht mehr mit genĂŒgend Sauerstoff versorgt, Gehirnzellen starben ab. Die absolut akute Lebensgefahr ist vorĂŒber, aber keiner der Ärzte kann sagen, wie groß die SchĂ€digung tatsĂ€chlich war, das muss die Zeit zeigen.

Nun soll Jan in eine der Kinderstationen verlegt werden. Ingrid befÀllt eine Ahnung. Hoffentlich nicht die Station, in welcher der so anteilnahmslose Arzt seinen Dienst tut. Ihre Ahnung ist richtig, der Stationsarzt ist der AuslÀnder aus der Bibliothek. Ingrid möchte schreien: "Nein, diesen Arzt will ich nicht."

FĂŒr Ingrid kaum zu fassen, er spricht sie sofort an, hat sich bereits ausfĂŒhrlich informiert und geht mit ihr die nĂ€chsten Behandlungsschritte durch. In den vielen Monaten der weiteren Behandlung gestattet er ihr, tĂ€glich so lange zu bleiben, wie sie kann. Nur zur Nacht fĂ€hrt sie in ihre Wohnung. Zu dieser Zeit war eine Übernachtung fĂŒr MĂŒtter im Krankenhaus noch nicht möglich. TĂ€glich bespricht der Arzt mit Ingrid sehr ausfĂŒhrlich die kleinsten Fortschritte. Er behandelt seinen kleinen Patienten so aufmerksam, fĂŒrsorglich und liebevoll, als wĂ€re es sein eigener Sohn. Umsichtig bewahrt er Jan vor weiteren evtl. FolgeschĂ€den und berĂ€t mit Ingrid, was zu tun ist, damit Jan wieder sehen und sprechen lernt.

Möchtest du wissen, wie es Jan und Ingrid heute geht?

Unter der Erkrankung hat Jan noch immer zu leiden. Doch kann er wieder sehen, sprechen, denken und fĂŒhlen. Auch das Gehen hat er, mit EinschrĂ€nkungen, wieder gelernt. Er ist ein ernster Mensch geworden, lebt ohne Hilfe in seiner eigenen Wohnung, hat einen Beruf, Freunde und liebt seinen Computer.

Dem damaligen Hausarzt hat Ingrid mehr als einmal 'die Pest an den Hals' gewĂŒnscht. Als Hexe ist sie ungeeignet. Die Pest hat der Doktor nie bekommen. Und was denkt Ingrid heute?

Sie schĂ€mt sich noch immer fĂŒr ihr vorschnelles Urteil. Seit dieser Zeit hat Ingrid sich geschworen und es bis zum heutigen Tag gehalten, sie wird fĂŒr sich keine Vorurteile mehr zulassen sondern sich Zeit nehmen fĂŒr den so wichtigen zweiten Blick.


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Tanja_Elskamp
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Eine sehr ernste Geschichte, in der ich sehr mitgefiebert, mitgelitten und mitgehofft habe, sie hat mich wirklich berĂŒhrt.

Inhaltlich hĂ€tte ich vielleicht beschrieben, dass der auslĂ€ndische Arzt derweil in der Bibliothek BĂŒcher gewĂ€lzt hat zu dem Fall, wie sich spĂ€ter herausstellt. Ich kann aber schlecht einschĂ€tzen, inwieweit dieses StĂŒck Fiktion dein (autobiographischer) Text zulĂ€sst, darum nur als möglichen Vorschlag am Rande wie auch den, die Fragen zum Ende, wie es Jan heute so geht und spĂ€ter Ingrid, eventuell einfach rauszunehmen, weil die AbsĂ€tze schon genug trennen und der Rest sich von allein erklĂ€rt.
Als Titel wĂŒrde "Ein Vorurteil" oder Ă€hnlich wohl reichen, denn der jetzige Titel lĂ€sst eher eine humorvolle Geschichte erahnen (finde ich).

Ich finde es mutig, diese Geschichte aufzuschreiben und sogar hier zu veröffentlichen und hoffe, dass sie dir auch vielleicht ein wenig geholfen hat, dieses Erlebnis ein StĂŒck weit zu verarbeiten. Respekt!

Liebe GrĂŒĂŸe und meine besten WĂŒnsche fĂŒr dich, Ingrid!

Tanja

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Zwillingsjungfrau
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Titel Vorurteil

Liebe Tanja,

DANKE sag ich fĂŒr deinen Kommentar. Es stimmt, es ist nicht leicht, autobiographisch zu schreiben. Ich war emotional stark beteiligt. Dass ich dich angerĂŒhrt habe, zeigt mir, dass ich wohl doch den richtigen Ton getroffen hab.

Den Arzt aus der Bibliothek kann ich am Fall nicht mitarbeiten lassen (war er zu dem Zeitpunkt auch nicht, er hatte einen eigenen schweren Fall auf seiner Station zu lösen). Sonst hĂ€tte er vermutlich anders reagiert. Erst als mein Sohn 'sein' Stationsfall wurde, hat er sich mit all seinen KrĂ€ften und seinem Können bemĂŒht.

Ob ich das Ende reinnehme oder nicht (wie es weitergegangen ist), hab ich lange ĂŒberlegt, doch wurde ich bei meinen diversen EntwĂŒrfen danach gefragt, es interessierte, vielleicht auch der VerstĂ€ndlichkeit wegen.

Mit dem Titel hast du recht. Zum einen weist er bereits auf den Schluss hin und nimmt so Spannung, zum anderen soll es gerne ein 'Ingrid'-Titel sein. Ich hatte mir gedacht, ich stelle spÀter einmal 'Ingrid'-Geschichten zusammen und schenk sie gebunden meinem Sohn.

Im Moment bin ich so leergedacht, dass mir nichts besseres einfÀllt. Vielleicht kannst du hier noch einmal helfen.

Liebe GrĂŒĂŸe
Ingrid
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Laotse

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Tanja_Elskamp
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Hallo, Ingrid!

Ein Ingrid-Titel - uff, da muss ich wohl passen. Ich könnte höchstens etwas anregen, aber da ich dich und deine Gewohnheiten nicht kenne, fĂ€llt das natĂŒrlich schwer. Wenn es ein solcher Titel auf jeden Fall sein soll, dann lass es wohl doch am besten einfach so, wie es ist, denn es trifft ja letztlich die Aussage des Textes.

Mit den Fragen hast du mich eventuell missverstanden. Ich meinte nur, die beiden FragesĂ€tze herauszunehmen, also "Möchtest du wissen, wie es Jan und Ingrid heute geht?" und "Und was denkt Ingrid heute?", nicht die Antworten dazu, wobei beim 2. Fragesatz aus dem "sie" dann eine "Ingrid" werden mĂŒsste.
Die Antworten selbst gehören durchaus in die Geschichte un ich wÀre auch enttÀuscht gewesen, wenn es sie nicht gegeben hÀtte

Erneute liebe GrĂŒĂŸe,
Tanja

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flammarion
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hm,

eine sehr anrĂŒhrende geschichte. das einzige, was mir dabei ein wenig unklar ist, ist das plötzliche auftauchen des auslĂ€ndischen arztes. fĂŒr mich las es sich beinahe so, als wĂ€re er mit dem identisch, der die falsche diagnose stellte. da schau mal bitte noch mal drauf. ansonsten - alle achtung!
ganz lieb grĂŒĂŸt
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Old Icke

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Zwillingsjungfrau
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der auslÀndische Arzt

Liebe Flammarion,

wie schön, wieder einmal von dir zu lesen. Ich freue mich ganz besonders darĂŒber.

In meiner Geschichte schilderte ich Ingrids Warten in der Halle bis sie in die Bibliothek gesetzt wird. Dort sieht sie den AuslÀnder. Die Passage liest sich so:

Ingrid darf nicht mit auf die Isolierstation. Sie steht in der zugigen Halle im Eingangsbereich, geht ein paar Schritte, lehnt sich an die Wand und wird wegen ihrer TrÀnen angestarrt. Dies erbarmt einen hereinkommenden Arzt; sie wird kurzentschlossen in die Krankenhausbibliothek gesetzt.

Jetzt heißt es warten, ob das Leben ihres Sohnes gerettet werden kann. In der Bibliothek ist es still. Die im Raum Anwesenden, es sind in dieser Nacht und in den frĂŒhen Morgenstunden nur wenige, vermutlich zwei Studenten, eine Krankenschwester, ein auslĂ€ndischer Arzt, arbeiten leise ĂŒber ihren BĂŒchern.

Und spÀter:
Die in Ingrid brodelnden Gedanken und GefĂŒhle nehmen Überhand. Hass gegen diesen ihr unbekannten AuslĂ€nder kommt hoch.

Ich weiß, die Geschichte ist lang, doch hoffte ich, durch viele AbsĂ€tze das Lesen zu erleichtern.

Es ist wahrhaftig nicht leicht, autobiographisch zu schreiben. Ich selbst stecke in Erinnerungen fest, will nicht in Verbitterung ausarten, GefĂŒhle beschreiben (die möglicherweise niemanden interessieren).

Angeregt durch eine Schreibaufgabe "auf den zweiten Blick" erinnerte ich mich an mein damaliges Vorurteil. Der erste Entwurf war kurz aber unverstĂ€ndlich. Beim Feilen ist es ein halber Roman geworden. Ich danke dir dafĂŒr, dass du die Geschichte kommentiert hast. Du bist mir immer eine große Hilfe.

Liebe GrĂŒĂŸe
Ingrid
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Laotse

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flammarion
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ah ja.

habe wohl zu schnell gelesen. du siehst - ich habe deine geschichte verschlungen!
ganz lieb grĂŒĂŸt
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Old Icke

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