erinnert tatsächlich an Busch. Schöne Konjunktive drin. Folgende Zeile hab ich nicht ganz erfasst:
Dieses wär in deren Sinne
In wessen? Im Sinne der Rinne? Wenn ja, würde sie da für mich ungewohnt personifiziert sein.
"instandbesetzen" gefällt mir nicht besonders; wie wär's mit "Instande setzen"?
Die Wendung "wer Neues" kommt mir auch etwas ungelenk daher.
Eine schöne Alternative fällt mir im Moment auch nicht ein, vielleicht wie: Da ist am schönen Rinnenbogen
jemand neu schon eingezogen:
Hab's abgesehen davon sehr schön gefunden. Wilhelm Busch, er lebe! Schönen Gruß,
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Der Ohrenschützer
danke für die Tips, die ich - weitgehend - umgesetzt habe. Allerdings nahm ich mir die Freiheit, selbst an diesen Vorschlägen noch etwas rumzufeilen.
So liest sichs in der Tat runder.
Wilhelm Busch ist einer meiner Lieblingsdichter - unbestritten. Guter Beobachter, nüchterner Schreiber, ironische Weltsicht, die manchmal eine gewisse morbid-misanthropische Melancholie ausstrahlt: Humor ist, wenn man trotzdem lacht: Im Humor steckt Schmerz, und das Lachen hat als mimischen Hintergrund das Blecken der Zähne. Und das war, als wir noch die Bäume bewohnten, durchaus nicht immer freundlich gemeint.
Tja: In der Ambi- oder Multivalenz spielt sich das Leben ab, es gibt eben von gar nichts nur einen zulässigen Betrachtungswinkel.
Danke für Deine lobende Einschätzung dieser kleinen Sprachübung. An Busch heranreichen werde ich nie, aber das ist ja nicht das Ziel an dieser Stelle. Es geht darum, an ihn zu erinnern und daran, was er der deutschen Lyrik an beschwingter Leichtigkeit geschenkt hat. Ohne ihn wäre so Vieles, auch Heinz Ehrhardt und Morgenstern und Gernhardt und manche mehr, kaum denkbar.
Liebe Grüße W.
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Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"
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JoteS Manchmal gelesener Autor
Registriert: Oct 2003
Lieber Walther,
ich glaube, ich verstehe nicht alles ...
quote:Interessenskonflikt
An das Hauses Kupferrinne Muß es nicht heißen "an die von das Haus seine"?
Hängt das Netz von einer Spinne.
Dieses sponn sie, dass sie kriege,
Jeden Tag ne große Fliege.
Dass sie Schnee und Regen fasse –
Und sich nicht benetzen lasse -,
Hält sie für die Rinnenpflichten,
Welche sie gern würd verrichten, Wer ist "sie" - die Spinne?
Käm nur Hagel, Schnee und Regen,
Statt sich in die Sonn zu legen Wer legt sich in die Sonne - Hagel, Fliege oder Spinne?
Und warum will die Spinne Hagel?
Oder meinst Du "käm nun" - als nicht-suggestiven Konjunktiv II?
Und auf Fliegende zu warten,
Die die Vorsicht sich ersparten!
Leise hört man Regentropfen
An das Blech der Rinne klopfen.
Und die Spinne muss sich eilen,
Nicht im zarten Netz verweilen,
Das, vom Hagelkorn zerrissen,
Ließ sodann den Halt vermissen,
Drauf sein Inhalt abwärts schösse
Und in Rohr und Rinne flösse, Warum sind die Regentropfen indikativ und das Schießen und Fließen (das Lassen wahrscheinlich auch, also "ließ'") konjunktiv?
Abwärts ging' es mit dem Segen:
In den Gulli zu dem Regen!
Blank geputzt hernach die Rinne,
Dieses wär in ihrem Sinne:
Kupferrot im Licht erstrahlen,
Wenn im Glanz sich Fliegen aalen. Wer erstrahlt kupferrot - Rinne oder Fliegen?
Da, am schönen Rinnenbogen
Jemand ist neu eingezogen:
Zarte, dünne Spinnenfäden
Sichern und verzieren Schäden,
Wollen rasch instandbesetzen
Das, was blieb von alten Netzen.
Schnell hat jemand übernommen,
Alles, was nicht fortgeschwommen: Es bewohnt die Tochterspinne
Nach der Mutter nun die Rinne.
"Es" besser unbetont:
>>Nun bewohnt die Tochterspinne
Nach der Mutter jene Rinne.<<
Ich muß ganz ehrlich sagen, daß ich den Text nicht ganz verstehe.
Wenn das gesamte Gedicht konjunktiv gemeint sein sollte, so sollte das auch da so stehen.
Und bei vielen Sätzen finde ich nicht sicher den Bezug oder gar das Subjekt.