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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Jede Nacht ist ein kleiner Tod
Eingestellt am 14. 08. 2002 15:01


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habicht
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Wird mal Schriftsteller

Registriert: Oct 2001

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Jede nacht ist ein kleiner Tod - oder ├╝ber die Hoffnung der tausend Leben

Teil 1

Zwischen heute und morgen... irgendwann, dort wo die Zeit stehen bleibt, wo das leben ausatmet, die Stadt schweigt, der Wind inne h├Ąlt... Klirrende K├Ąlte ist alles was da ist.
Unter seinen Schritten scheint die Luft zu frieren, knirschen auf spiegelglatten Asphalt, die Lichter der Laternen spiegeln sich in der Endlosigkeit der K├Ąlte. Wei├č nicht wie sp├Ąt es ist, wei├č nicht wohin... hat die Orientierung verloren.
Nachmittag hat es geregnet, dunkle Wolken, die alles eingeh├╝llt haben. Jetzt ist der Winter zur├╝ck und ├╝ber die Stadt hat sich eine Eisschicht gelegt, wie ein Mantel, ein Mantel aus K├Ąlte - stahlhart, glatt. Gegen Abend kam die K├Ąlte wieder und er hat sich dann verirrt in der Stadt, in seinen Gef├╝hlen, in seinen Sorgen, verrannt - vor den n├Ąchsten Tag.
Geht die Stra├če hinunter, im Licht der Laterne ein Frau, kurzer Mini, enges Top, hohe Stiefel, Abs├Ątze, m├╝he sich am Eis zu halten. Er nimmt sie kaum wahr, Nebel gefriert, treibt wie feine Schneeflocken ├╝ber die Stra├če. Die Fenster der H├Ąuser sind dunkel, die Vorh├Ąnge vorgezogen.... die Stadt hat ihre Augen geschlossen, nur aus den Kanal dampft ihre W├Ąrme.
Weiter... egal wohin, nur nicht stehen bleiben.
Die Frau hat ihre Arme fest um ihren Oberk├Ârper geschlungen, die F├╝├če zusammengepre├čt um sich wenigstens etwas w├Ąrme zu behalten, nicht ganz auszubluten.
"He, hast ne Wohnung??? oder bist du besoffen..."
Er schreckte aus seiner Einsamkeit...
"He, was is, ich mach es dir auch um die H├Ąlfte, verflucht, bei diesen Wetter taucht hier heute kein Schwein mehr auf.... was ist."
Er versuchte sich einen Moment zu orientieren, sich wieder zu finden:
"was ist die H├Ąlfte," h├Ârte er sich fragen ohne zu wissen was er fragte
"He, 100 is ├╝blich, ich mach es dir um 50, blasen, bumsen, wichsen, was du willst."
Er zog den Mantel enger um sich.
"Wo??"
"Was, wo??"
"Na wo machen wir es..."
"he, kleiner ich hab es dir gesagt, ich mach es dir um die H├Ąlfte, und du la├čt mich bei dir etwas aufw├Ąrmen..."
Langsam hat er sich wieder, kamen die Gedanken zur├╝ck, begann er zu kapieren, was er da gerade macht.
"Bei mir geht nicht - ich bin verheiratet.."
Er wich ihren Blicken aus... Er hatte noch nie... daran gedacht, um sich aufzugeilen, scharf zu machen, ab und zu einmal, ja vielleicht, aber nie nicht einmal mit einer gesprochen, geschweige denn die Dienste in Anspruch genommen.. Wu├čte nicht was sagen, wollte erkl├Ąren..
"schei├če, dann wird's wohl nichts kleiner. Ich frier mir heute noch den Arsch ab, und B├╝ro hast auch kein's in der N├Ąhe, Auto oder so was..."
Er wu├čte nicht mal wo er war, hatte sich nur treiben lassen. War gegangen um nicht einzufrieren, war gegangen um nicht stehen bleiben zu m├╝ssen, zu merken, das sein Leben l├Ąngst steht...
"was is.... bist doch bsoffen"
"nein, das nicht"
Die Blicke trafen sich und er kam sich schon schuldig vor...
"Ich.... gib's vielleicht so was wie ein Hotel in der N├Ąhe, oder so..."
"h├Ą??"
"Na ne absteige wo man ein Zimmer mieten kann, ich hab hier nichts, ich wei├č nicht mal wo ich bin."
"Aber Geld hast??"
Automatisch war der Griff zu seiner Ges├Ą├čtasche, nickte....
Sie schaute ihn an... wartete sie auf was???
Kein Auto, von nirgends drangen Ger├Ąusche her, der Atme schlug Kristalle, feiner Nebel ihres Atems der sich ├╝ber sein Gesicht legte.
"Gut... ein St├╝ckchen die Stra├če runter... aber du zahlst das Zimmer und billiger als 50 wird's deshalb auch nicht mehr."
Er nickte wortlos.
"wart" sie h├Ąngte sich bei Ihn ein, bem├╝ht das Gleichgewicht auf die Abs├Ątze und den spiegelglatten Boden zu halten "geht"....
Langsam schritten sie die Stra├če hinunter. Er sp├╝rte Ihre K├Ąlte durch seinen Mantel, sp├╝rte ihre Sehnsucht nach etwas w├Ąrmer, sie pre├čte sich zu ihn dazu. ein leiser Schauer lief ihn ├╝ber den R├╝cken. Versuchte nicht daran zu denken, was er da gerade macht. Die Ausd├╝nstung der Stadt kroch aus den Kanal, ├╝ber die Stra├če, wie Wasser schwappten sie ├╝ber den Randstein, breitete sich aus......
Zwei Gestalten im halbdunkeln.....

Teil 2

Ein eiskalter Windhauch schreckte Ihn aus den Halbschlaf in den er gerade gefallen war.
Knarrend viel die T├╝r in Schlo├č zur├╝ck. Eine Gl├╝hbirne, einfach nur in die Fassung geschraubt, die aus der Decke hing gab ein ged├Ąmpftes schummriges Licht ab. Zwei Gestalten waren eingetreten.
"ja," fragte er, erkannte sie nicht gleich, hochgeschreckt hinter der Rezeption, eine G├Ąnsehaut von der K├Ąlte blieb noch ├╝brig.
"1 Doppelzimmer f├╝r den Rest der Nacht" die Stimme klang ersch├Âpft, m├╝de, aber doch merkte man, das der Mann normalerweise nicht in solchen Absteigen verkehrte.
"hallo," sie l├Ąchelte, irgendwie verlegen. Jetzt erst erkannte er sie.
"hallo Dennis, hab dich gar nicht bemerkt." Kurz erwiderte er ihr L├Ącheln, drehte sich um, fischte einen Schl├╝ssel vom Bord hinter ihn, soweit man die Spanplatte mit einfachen Schrauben als Bord bezeichnen kann, knallte ihn auf die Rezeption.
"1 Stock, Zimmer 12 - macht 70 Mark im voraus"
W├Ąhrend der Gast seine Brieftasche suchte blieben seine Blicke auf ihr h├Ąngen, auf ihr Gesicht, ihre Figur. Die Haut war blas, wie ein Schatten ihrer Selbst, ihr Z├╝ge gezeichnet. Wie alt mochte sie jetzt wohl sein, fragte er sich, 27 oder 28. Die ersten Falten zogen sich ├╝ber ihre Haut, der Blick, die Augen.... sie schaute weg, wollte ihn nicht anschauen, wendete sich weg, versuchte ihren K├Ârper in Bewegung zu halten. Die K├Ąlte hatte ihr ziemlich zugesetzt.
"Bitte, die 70 Mark." Schl├╝ssel und Geld wechselten den Besitzer, kurzes Nicken. Der Gast nahm sie bei der Hand und sie verschwanden in das dunkel der Treppe nach oben. Er h├Ârte Ihre schritte. Schlo├č die Augen.
...h├Ârte wie der Schl├╝ssel umgedreht wurde
...h├Ârte wie die T├╝r ins schlo├č viel
....klack, klack.... zugesperrt.
Er sank zur├╝ck auf seinen Stuhl hinter der Rezeption. Steckte die 70 Mark in seine Brusttasche, lagerte seine F├╝├če hoch. Sein Blick wanderte durch den Raum, dann schlo├č er die Augen wieder und versuchte in den Halbschlaf zu sinken, in dem er vor den Eintreffen der beiden gelegen war.
Drau├čen versank die Landschaft in eine unertr├Ągliche K├Ąlte. Der Winter hatte die Stadt mit festen Griff umklammert und schien sie nicht mehr loslassen zu wollen.
Seine Gedanken wanderten, wollte nicht in den Schlaf zur├╝ck finden. Ihr Gesicht, ihr Blick....

.......................................................................

"warm ist es hier auch nicht gerade...."
er hatte die T├╝r zugesperrt und drehte sich jetzt zu ihr um.
Sie stand vor der Heizung breitet ihr H├Ąnde ├╝ber den Radiator aus, spreizte die Finger auseinander, als w├╝rde sie versuchen wollen alle W├Ąrme in sich einzusaugen
Sie nickte nur stumm.
Er zog seinen Mantel aus, warf ihn ├╝ber die Lehne eines Stuhls.
Im Zimmer stand ein altes Bett, ├╝berzogen mit einen hellblauen Leintuch, die Decken lagen Aufgeschlagen am Fu├čende des Bettes, Polster gab es keine, auf der Gegen├╝berliegende Seite stand ein Kasten, dunkelgr├╝n angestrichen, an einigen Stellen bl├Ątterte die Farbe ab. Auf der T├╝rseite war ein Waschbecken angebracht, der Wasserhahn war mit einer leichten Rostschicht ├╝berzogen und tropfte st├Ąndig, der Kalk hatte seine Spuren im Waschbecken hinterlassen. Links neben der T├╝r stand ein einfacher Holztisch mit zwei genauso einfachen und schlichten Holzst├╝hlen. Gegen├╝ber der T├╝r war das einzige Fenster, mit Blick auf die Stra├če und eine Neonleuchtreklame vom Nachbarhaus, darunter der Radiator, davor sie.
Er lies sich auf einen Stuhl fallen
"aber besser als die K├Ąlte auf der Stra├če"
Sie schwieg
Er ├╝berlegte sich, wie das jetzt wohl weiter gehen sollte, was soll er tun, was nicht...
Unsicherheit beschlich ihn, begann ihn auszuf├╝llen.
Ihr schweigen...
F├╝r einen Moment, ein Blick auf die T├╝r, Ihr 50 Mark hinlegen und dann durch die T├╝r verschwinden, hinaus zur├╝ck in die K├Ąlte... und dann....
"Bin gleich bei Dir, mu├č nur noch etwas w├Ąrme tanken" sie wand sich nicht um, schien aber seine pl├Âtzliche Angst zu sp├╝ren.
"gut..." fast fl├╝sternd.
Das Rot der Neonreklame tauchte das Zimmer in ein unwirkliches Licht, wie eine Folie, die ├╝ber der Realit├Ąt liegt, und sie verschwimmen l├Ą├čt, sie aufl├Âst.
Er lehnte sich ganz zur├╝ck, lie├č den Kopf gegen die Lehne fallen, streckte die Beine von sich, schlo├č die Augen um sich der Unwirklichkeit zu entziehen, aber vor seinen ├╝bern├Ąchtigten Augen huschten nur Lichtblitze, verloren sich in der Finsternis der eigenen Realit├Ąt, die Dunkelheit des t├Ąglichen Lebens.
Versuchte sich abzutreiben, in diese Dunkelheit einzutauchen, aus den Jetzt zu verschwinden. Sich aufzul├Âsen um irgendwann die Augen auf zu schlagen und ganz wo anders zu sein. Wie eine Zeitreise, eine Reise zwischen den Realit├Ąten, eine Reise zwischen den Wirklichkeiten.
Er sp├╝rte etwas, eine sanfte Ber├╝hrung, seiner Oberschenkeln....
"Was wolltest du schon immer mal erleben..."
Ihre Stimme ri├č ihn aus der Wirklichkeit in die irreale Atmosph├Ąre des Zimmers zur├╝ck....
Teil 3

Sie kniete vor ihn am Boden, ihre H├Ąnde strichen seine Oberschenkeln entlang, ihr Blick ruhte auf seinen Gesicht, suchte den Schleier von Abwesenheit zu durchbrechen.
Was wollte er schon immer mal erleben.....
Er schaute in ihre Augen. Ihr Gesicht wirkte sanft, Das fahle Rot des Zimmers gl├Ąttete ihre Gesichtsz├╝ge. Zauberte die Falten weg. Seine Lieder waren schon m├╝de. Sein K├Ârper erholte sich von der K├Ąlte. Es war als w├╝rde sein Hirn aussetzen, Illusionen, die vor seine Augen gezaubert wurden. Behaglichkeit mitten in der Unbehaglichkeit seines Gewissens.
Ihre H├Ąnde strichen seine Hosen auf und ab, zart, langsam, fordernd.
Er schlo├č die Augen wieder, lehnte seinen Kopf nach hinten. Ihr Gesicht blieb in der Schw├Ąrze stehen, wie mitten in die Finsternis seiner M├╝digkeit projiziert.
"was wollte ich schon immer mal erleben." Eigentlich war es ihn nicht bewu├čt das er sprach.
"Wei├č nicht, bin mir nicht sicher... ich....."
Er brauchte nicht weiter zu reden, brauchte nicht weiter zu denken. Er h├Ârte den Reisverschlu├č seiner Hose, sp├╝rte einen kalten Zug auf seiner Haut, als sie ihn die Hose nach unten zog.
Er sa├č auf den Stuhl. Die Augen geschlossen, den Kopf zur├╝ck gelegt, fast als w├╝rde er schlafen. Die H├Ąnde hingen herab, sein Atem ging ruhig, gleichm├Ą├čig, nur sein Herz begann schneller zu klopfen, kurbelte den Kreislauf an, ein Schwall von w├Ąrme erf├╝llt ihn. Er driftete ab, merkte es nicht wirklich, wie sie ihn die Schuhe auszog, die Socken herunter Streife, die Hose fiel achtlos zu Boden. Dann fuhr sie mit den Fingern├Ągel ├╝ber die W├Âlbung seiner Unterhose.
Um seine Brust schn├╝rte es ihn zusammen, sein Atem begann schneller zu gehen, sein Herz raste, pumpte das Blut durch seinen K├Ârper. Sp├╝rte jeden Schlag bis in die Spitze seines Penis. Sp├╝rte wie ihn das Pochen begann aus zu f├╝llen. Noch immer mit geschlossenen Augen. Als w├╝rde Sein Herz in seinen Penis schlagen, als w├╝rde das Blut von dort durch den K├Ârper getrieben.
Vorsichtig zog sie die Unterhose zu seinen Knien, legte sein Herz frei. Aufrecht, zuckte mit jeden Schlag. Er pre├čte seine Augen zusammen, als w├╝rde er nicht wollen, das sie ihn in die Wirklichkeit zur├╝ck holen, als er ihre Zunge sp├╝rte. Als er ihren Mund sp├╝rte, als er die W├Ąrme sp├╝rte .... fordernd, verlangend ....
Die K├Ąlte war weit weg. Hitze, die sich ausbreitete. Sommer mitten im J├Ąnner, mitten im Zentrum der Regentschaft des Winters.
Sp├╝rte ihre Bewegungen, wu├čte nicht mehr wo er aufh├Ârte, wo sie begann. Sp├╝rte nur noch die H├Ąrte seiner M├Ąnnlichkeit, ausgef├╝llt, zum zerrei├čen angespannt.
Ihre H├Ąnde wanderten unter sein Hemd, kn├Âpfte es auf, strich ihn ├╝ber seinen Bauch, langsam h├Âher, w├Ąhrend ihr Mund nicht aufh├Ârte sein neues Herz in Schwung zu halten, es ankurbelte. Der Druck auf seiner Brust verst├Ąrkte sich, begann ihn die Luft zu Rauben. Die Lichtblitze unter seinen geschlossenen Lider wurden st├Ąrker, erhellten die Dunkelheit immer mehr.
Er fragte sich nichts mehr. Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft waren unwichtig, erloschen in einen Strudel von Gef├╝hlen, das ihn drohte mitzurei├čen, in einen Sog aus Begierde und Sehnsucht....
Ihre Fingern├Ągel streiften sein Brustwarzen.... Er k├Ânnte Schrein....
Sp├╝rte wie er nicht mehr halten konnte, sp├╝rte wie er zu explodieren begann. Langsam zog sich diese Explosion von seinen Hoden hinauf, wanderte H├Âher, mit jeden Herzschlag, mit jeder Mundbewegung, mit jedem Zucken stieg sie an.... Jetzt, jetzt..... dachte er.
Seine H├Ąnde waren zu F├Ąusten geballt, seine Gesichtsz├╝ge angespannt, sein ganzer K├Ârper nur noch auf das eine konzentriert. Alles andere erloschen, weggefegt.....
Dann Explodierte er....

.......................................................................

Er ├Âffnete kurz die Augen.
Ein dumpfer Schrei drang von oben an sein Ohr...
Er zog seine Weste enger um sich. Die K├Ąlte kroch unaufh├Ârlich durch alle Spalten und Ritzen in den Vorraum des Geb├Ąudes.
Er kannte sie noch von fr├╝her. Noch von viel fr├╝her...
Am liebsten w├Ąre es ihn gewesen diesen Schrei nicht zu h├Âren. Seine Fantasie spielte mit ihn Katz und Maus. Tanzte durch seinen Kopf. Malte sich das Geschehen einen Stock h├Âher aus. Wollte es eigentlich nicht wissen, lies ihn aber nicht los.
Er lauschte...
Der Wind tobte die Stra├če entlang. Holz knarrt unter der Kraft des Winters. Sonst... kein Auto, keine Stimme, keine Schritte, keine Stimmen. Er h├Ârte nichts mehr sonst und um so weniger er h├Ârt er um so intensiver lauschte er ob er etwas h├Âren k├Ânnte.

.......................................................................

Langsam begann er wieder zu sich zu kommen. L├Âste sich die innere Anspannung. Ihre H├Ąnde, ihre Ber├╝hrungen, ihr Lippen, ihre K├╝sse hatten seinen K├Ârper l├Ąngst verlassen. Die Augen noch immer fest geschlossen.
Irgendwie war nichts mehr ├╝brig, nach der Explosion, eroberte der Winter den Flecken Sommer zur├╝ck. Der Druck auf seiner Brust blieb.

Teil 4

Minuten sp├Ąter.... Jahrzehnte nach der Explosion... abgetrifftet in eine Illusion der Unendlosigkeit, der ewigen Wiederholung....
Die Stadt, erstarrt unter der eisigen Hand des Winters, suchte den freien Fall bis zum n├Ąchsten Tag zu ├ťberwinden. Versuchte sich an der Hoffnung eines n├Ąchsten Tages aus der Umklammerung der K├Ąlte zu l├Âsen. Dampf, der aus den Kan├Ąlen emporstieg, sich ├╝ber den Asphalt legte.
Minuten sp├Ąter..... langsam begann sich sein Verstand wieder an die Oberfl├Ąche zu k├Ąmpfen, sein K├Ârper wurde sich des k├╝hlen Luftzuges im Zimmer bewu├čt, der ihn ├╝ber sein Haut kratzte, seine F├╝├če hinauf, die Oberschenkel entlang, ausgeliefert den Tausenden Rasiermessern des Winters. Die Hose, zu seine F├╝├čen, nach unten gesunken, das Hemd aufgekn├Âpft, sein Unterhemd nach oben geschoben, sein Oberk├Ârper entbl├Â├čt.
Langsam begannen seine Gedanken wieder zu denken, die Lichtblitze vor seine Augen verschwanden, begann wieder klar zu sehen, wahrzunehmen, was am Zimmer passiert war.
Er richtete sich auf...
Sie lag im Bett, unter der Decke, eingeh├╝llt, umschlungen, wie ein Schutzschild gegen die Nacht. Sie lag da, seitlich, den R├╝cken zu ihm gedreht, die F├╝├čen angezogen, w├Ąrme suchend.
Langsam wurde ihm bewu├čt das er fror, wurde ihm bewu├čt, da├č er noch immer fast Nackt auf dem Stuhl sa├č, Richtung Fenster schauend, genau auf die rot leuchtende Neoreklame, die nicht vorhandene Qualit├Ąt des Zimmers verbergend. Langsam wurde ihm bewu├čt, was passiert war. Unvermeidlich, unwiderruflich, nicht mehr r├╝ckg├Ąngig zu machend.
Er stand auf, streifte sein Unterhemd hinunter, kn├Âpfte sein Hemd zu, zog die Hose hinauf. Sie lag neben ihm, schien zu schlafen. Er wu├čte nicht wie lange er da gesessen hat, wie lange er in den Halbschlaf gefallen war, wie lange er sich der Illusion hingab. Die Realit├Ąt war eine andere.... Eigentlich hatte er sie schon verloren, als er heute, oder war es gestern? gegen 21 Uhr das B├╝ro verlie├č.
Er kramte seine Brieftasche hervor, ├Âffnete sie.. hielt inne. Sein Blick blieb bei Ihr H├Ąngen, bei der Figur, die sich unter der Decke abzeichnete, nur Haare ruhten auf dem Polster ober ihr. Welche Farbe... verlor sich im Neonlicht zwischen violett und schwarz.
Er ging einen Schritt n├Ąher. Blieb stehen... lauschte....
Ein .... Aus .... Ein .... die Decke hob und senkte sich leicht, mit jedem Atemzug... regelm├Ą├čig, ruhig.
hunderte Gedanken die durch seinen Kopf schossen, keine Entscheidung die er treffen konnte, wollte. Wu├čte nicht, wollte gehen. Wollte aber nicht so gehen. Was soll er sagen.... was kann man ├╝berhaupt sagen, kann man ├╝berhaupt etwas sagen???
Er hielt die Brieftasche in der Hand, unf├Ąhig die 50 DM heraus zu holen, sie ihr aufs Nachtk├Ąstchen zu legen und zu gehen.
Bleiben konnte und wollte er nicht.
Eins der ersten Autos rollte unten auf der Stra├če vorbei, der Lichtschatten huschte durch das Zimmer, erl├Âste es f├╝r Sekunden vom ewigen Rot. Ri├č ihn aus seiner Starre. Das Ger├Ąusch des Motors fast von der K├Ąlte erstickt. Dann war der Raum wieder in die Endlosschleife der Reklameschrift getaucht.
Er zog die 50 DM, legte sie auf das Nachtk├Ąstchen, drehte sich um. Die T├╝r viel ins Schlo├č, fiel mehr, als da├č er die Stiegen hinunter ging, vorbei am Portier, hinaus auf die Stra├če....
Die K├Ąlte sprang ihn an, schlug ihn zur├╝ck, raubte ihn den Atem, rang ihn nieder, dr├╝ckte ihn zur├╝ck, zwang ihn zum stehen bleiben. Da├č Auto war l├Ąngst weg, die Eint├Ânigkeit der Nacht wieder hergestellt. Nur kurz um sich zu erfangen, nur kurz um der K├Ąlte entgegen zu treten.... dann rannte er die Stra├če hinunter, weiter, weiter, als k├Ânnte er die Zeit einholen, k├Ânnte er nochmals zum Anfang des Abends zur├╝ck rennen.
Lies sie zur├╝ck, schlafender im Zimmer. Alleine.
Schritte am Asphalt, schnell, hektisch, ├Ąngstlich, getrieben....
Weiter, einfach nur weiter. Die Luft kratzte beim Einatmen, kleine Stacheln, die die Lunge entlang rieben. Sein Herz raste....

.......................................................................

Das Zimmer war warm.... behaglich.
Drau├čen war es noch dunkel.
"Wann bist du denn gestern nach Hause gekommen" - seine Frau schenkte den Kaffee ein. Hei├čer Dampf quoll aus der Tasse, aus der Kanne, kr├Ąuselte sich in der Luft.
Er sa├č verloren davor.
"wann bin ich nach Hause gekommen" wiederholte er leise fl├╝stern, als h├Ątte er den Sinn der Frage nicht verstanden, m├╝├čte sie noch einmal wiederholen, dar├╝ber nachdenken.
Seine Frau sagte nichts, setzte sich.
Er wu├čte nicht wann.... Gestern, war es Gestern???
Sie a├č den Fr├╝hst├╝ckskuchen, ihr Blick ruhte auf der Titelseite der Zeitung.... Vor seine Augen die Umrisse unter der Bettdecke.... sie Schwieg.... er starrte auf seine Kaffeetasse.

Teil 5

Sein Frau schlief neben ihm - friedlich...
Die Konturen ihres Gesichtes zeichneten sich im sanften Licht des Mondes ab, der durch das Fenster ins Zimmer fiel, auf den Boden, auf die Decke, auf ihre weiche samtene Haut.
Er lag wach und lauschte in die Stille.
Ihr Mund stand leicht offen, ihre Augen geschlossen, das Gesicht etwas seitlich in Richtung Fenster, als w├╝rde sie durch die Augenlieder den Himmel betrachten, durch die Schatten der ├äste des Baumes vor den Fenster in Tausende kleine St├╝cke geschnitten. Ihr K├Ârper zeichnete sich unter der Bettdecke ab, ihre Brust hebte und senkte sich gleichm├Ą├čig in einem Rhythmus der Geborgenheit.
Er w├╝rde gerne die Augen schlie├čen, w├╝rde gerne einschlafen, sich von der Nacht k├╝ssen lassen und zu ruhe kommen.
H├Ârt sein Herz schlagen, sp├╝rt seinen Atem gehen, ein Gef├╝hl, da├č langsam unaufhaltsam sein inneres beginnt auszuh├Âlen, beginnt ihn in Beschlag zu nehmen. Gedanken kreisen...
H├Ârt die T├╝r ins schlo├č Fallen, sieht die Treppen vor sich, sieht sie Schlafen in rotes Licht getaucht. Schaut zu seiner Frau. Wie sanft ihre Gesichtsz├╝ge, wie zerbrechlich die Farbe ihrer Haut im milchigen Licht, Sicherheit, Geborgenheit ausstrahlend. Nicht wissen, wie hart Leben sein kann. Leben in einer sch├Âner Welt, aus Freunden, Mann und Kindern. Er roch ihr Haar, das sich ├╝ber den Polster ausbreitet, wie ein Schleier.
...schlo├č die Augen
Das Gef├╝hl hatte sein Herz gepackt und sch├╝rte sich langsam um seine Brust, hielt sie fest, lies sie nicht mehr aus.
Hinter der Abgeschlossenheit seiner Lieder kreisten immer wieder Bilder, tauchten aus einer anderen Welt auf, schoben sich in seine, in seine Gedanken. Unaufhaltsam.
Er konnte noch ihre Lippen sp├╝ren.
Er f├╝hlte noch ihre Zunge...
Er sah sie noch im Bett liegen... nicht viel anders als seine Frau jetzt....
Wu├čte er wie sie hie├č... Er ├╝berlegt aber ihn viel kein Name ein...
Seit damals hat er die Gegend gemieden, war immer ein Bogen um den Stadtteil gefahren. Wu├čte nicht mehr genau, wo das Hotel lag, wu├čte nicht mehr genau wie er damals dort hin gekommen war.
Wie hie├č sie.... wie war ihr Name.... Sieht den Portier, sieht das Zimmer, sp├╝rt die K├Ąlte durch das geschlossene Fenster, als w├╝rde sie ihn durch all die Zeit einholen und durch seine Gedanken seinen K├Ârper erobern.
Drau├čen begann der Winter langsam seinen R├╝ckzug. Taute der Schnee und die warmen Strahlen der Sonne hauchten der Erde wieder Leben ein.
Das Gesicht der Frau war gezeichnet vom Leben. Man las ihre Einsamkeit in der Zweisamkeit. Nicht das es faltig war, nicht das es nicht sch├Ân war. Aber die Gesichtsz├╝ge waren andere. Die Lieder, der Blick, auch der Schlaf... wie ein Raubtier, das immer h├Ârte, das immer f├╝hlte, immer auf der Lauer, sich nie in Sicherheit f├╝hlend.
....er ├Âffnete die Augen.
Die Bilder blieben - als w├Ąren sie in die Mitte des Schlafzimmers projiziert, den Raum ausf├╝llend.
Wie war ihr Name...
Wer war Sie, was machte Sie jetzt, wie lebt sie, hat sie Freunde... Gedanken die begannen zu Kreisen, unaufh├Ârlich. Er wollte nichts wissen, wollte sie vergessen, zudecken mit den Mantel der Vergangenheit. Hofft das ihr Bild hinter einen Schleier aus Stunden, Tage, Wochen, Monate immer mehr verblasst.
Das Bild vor ihm im Raum war klare und deutlich.
War sie beleidigt gewesen, da├č er einfach gegangen ist, da├č er einfach verschwunden ist, ohne danke, ohne es war sch├Ân, ohne aufwiedersehen. hinausgeschlichen wie ein Dieb. Vermutlich nicht... ob Sie noch an ihn denkt. Was ist er f├╝r Sie. 50 DM und ein warmes Zimmer in einer kalten Arbeitsnacht??
Irgendwie w├╝rde er sie gerne wieder sehen.
Irgendwie hat er angst davor sie wieder zu sehen.
Seine Frau drehte sich um. Das Bett knarrte leise, wie ein tiefer Seufzer in die Stille der Nacht. Sie zog die Decke fester zu sich, als w├Ąre es im Raum k├Ąlter geworden.
Er erstarrte, sein Blick in die leere des Zimmers gerichtet.
H├Ârte wie sie an dieser leere kaute... dann war es wieder ruhig. Den R├╝cken hatte sie zu ihn gekehrt. Lag zusammengekauert neben ihn.
.... Sekunden wurden zu Minuten.
.... Dann schlo├č er die Augen wieder und f├╝hlte sich alleine. Alleine in der Nacht, alleine in den Bett. Alleine mit ihr.
Sie ahnte nichts, wu├čte nichts. Lachte wie immer, nur er h├Ârte es anders, als fr├╝her.
Liebte er sie noch???
Er hatte sich ein paarmal die Frage gestellt und keine Antwort darauf gefunden. Irgendwie war das Gef├╝hl zwischen all der Arbeit, den Haus, den Garten, den Kindern, den Schulden, den Auto, den Tausenden t├Ąglichen T├Ątigkeiten, die immer wieder kehren, verschollen.
Er respektiert sie. Er bewundert sie. Er achtet sie. Er kann sich auf sie verlassen. Es ist wie ein eingespieltes Team. Es greift ein Rad ins andere.... aber liebe.
Er w├╝rde nicht im Traum daran denken, sie zu verlassen. Er w├╝rde um sie, er w├╝rde f├╝r sie k├Ąmpfen. Aber liebte er sie noch. Leidenschaftlich, wild, einfach ├╝berw├Ąltigt von ihrer Anwesenheit.
Er suchte eine Antwort in der Einsamkeit der Nacht.
irgendwann.... Der Mond war l├Ąngst weiter gewandert und Dunkelheit war in das Zimmer zur├╝ck gekehrt, schlief er ein...

Teil 6

nicht die Unendlichkeit der Endlichkeit....
Nicht das Schicksal dieses einen Menschen....
nicht die Trostlosigkeit um ihn herum, war es. Es war mehr, es war ein Abgrund vor ihm, ein tiefer unendlicher Abgrund.
Wieso er eigentlich gekommen war wu├čte er nicht. Eigentlich war es auch nur Zufall, da├č er davon erfahren hat. Einer dieser Zuf├Ąlle, die man nicht braucht, die man am liebsten wieder zur├╝ckgeben wollte, zur├╝cklegen und sagen. "nein danke, das ist das falsche, geben sie mir doch das andere." Einer der Zuf├Ąlle wie vor einigen Monaten, als es Winter war.....
Jetzt stand er da.
Es regnete.... Dunkle Wolken, die sich ├╝ber die Landschaft aufget├╝rmt hatten. Eine skurrile Gesellschaft die da um das offene Grab herum standen. Der Portier blickte immer wieder zu ihm. Er hatte den Kragen aufgestellt, den Kopf eingezogen, seinen Hut weit ins Gesicht gezogen. Die Blicke blieben nie lange haften. Es war nur ein Streifen ein abtasten.
Er stand etwas entfernt.
Viel Menschen waren nicht gekommen. Der Portier, 2 Damen, ein Herr in Jeans und einer alten, vergilbten Lederjacke, die Haare aalglatt nach hinten frisiert. Der Priester, die zwei Tr├Ąger und Er.... das war der Trauerzug. Keine Chance in der Menge als unbekannt unterzutauchen.
Die Zeremonie war schnell. Einige lobende Worte von Ehre, von Hingabe und von Erl├Âsung.... der Regen sp├╝lten die Worte ins Grab hinab. Glockenleuten, Amen.... langsam wurde der Sarg nach unten gelassen. Die Tr├Ąger fl├╝chteten danach mit Pfarrer in die Trockenheit.
Am Horizont zuckte ein Blitz. Ein Donner, der leise, noch weite entfernt sich durch den Regen schlich. Blumen, Erde, ein Kranz. Der Mensch mit der Lederjacke deute so etwas wie ein Kreuzzeichen an und verschwand.... die Damen folgten ihn. Nur der Portier blieb noch stehen. Eine Tr├Ąne, oder war es ein Regentropfen.
"Sie werden mich vielleicht nicht mehr kennen." Er war ein Schritt n├Ąher gekommen, sprach den Mann an...
"Sie waren der Fremde in der kalten Nacht," er drehte sich nicht um, sein Blick verloren sich unten beim Sarg. Regen prasselte auf das Holz, auf die Erde, sp├╝lte sie ins Grab hinein... immer wieder brachen St├╝cke vom Rand ab und vielen in die Tiefe. Das Holz glitzerte mit den Tausenden Regenperlen.
"ja."
Dann Schwiegen die beiden M├Ąnner eine Zeitlang miteinander.....
"Was machen Sie hier?"
"Ich wei├č es nicht... nicht wirklich..... habe von ihren Tod zuf├Ąllig erfahren."
Regen, dunkle Wolken und ein Wind.
Das Grab stand offen...
"War im Krankenhaus, eine Bekannte besuchen. Hatte mich im Stock vertan, da f├╝hrten sie sie gerade weg. Das Leintuch rutschte nach unten und ich konnte ihr Gesicht sehen."
"Wissen sie an was sie gestorben ist??"
Jetzt erst drehte sich der Portier um und blickte ihn in die Augen. Seine Augen waren feucht. Seine Kleidung l├Ąngst durchn├Ą├čt. Seine Z├╝ge hart....
Er stockte....
"nein."
Wieder ein Blitz.... Wieder ein Donner, etwas n├Ąher als der Erste, etwas st├Ąrker als der Erste. Eindringlicher.
Sie standen gegen├╝ber.....
"Wollen sie es wissen??"
"hab mich nicht danach erkundigt." seine Stimme war pl├Âtzlich belegt.
Der Portier suchte seinen Blick, wich ihn nicht aus. Seine Augen hatten ihn fest im Griff.
Er versuchte nach Luft zu ringen, pl├Âtzlich wurde alles um Ihn so eng. Pl├Âtzlich zogen sich Eisgurte um sein Brust, wurden langsam immer enger um ihn geschn├╝rrt, dr├╝ckten gegen seine Rippen, nahmen ihn die Luft zu Atmen. Es wurde ihn Schwindlig. Hitze K├Ąlte wechselten sich ab....
"Es war nett sie wieder zu treffen."
Er wartete seine Antwort nicht mehr ab, wandte sich um und eilte durch den Regen davon, weg von dem Grab, weg von dem Portier, weg von dem Blick.... Einfach weg.
Er h├Ątte nie daher kommen sollen, dachte er sich. Er h├Ątte nie, nach ihren Begr├Ąbnis fragen sollen.
Der Portier blieb zur├╝ck und blickte ihn Nach....
Ein Blitz, ein Netz ├╝ber den Himmel ausbreitend, tauchte alles in sein kaltes Licht.....
Sekunden.....
Dann explodierte ein Donner in der Luft......

Teil 7

nicht ein Moment, nicht eine Sekunde, nicht ein Augenaufschlag lang...
Es war Finster - die Nacht hatte ihren Schleier ├╝ber die Stadt gebreitet.... ein paar Sterne, verirrt in der Finsternis, funkelten vereinzelt vom sonst tiefschwarzen Himmel.
Es war ein Schmerz. Nicht wirklich, aber doch. Es war ein Gef├╝hl, eine Ahnung, eine Unruhe. Er stand auf dem Balkon, den Blick im nirgendwo. Drinnen schlief seine Frau, er h├Ârte ihre gleichm├Ą├čigen Atemz├╝ge. Ausgestreckt, friedlich... sich der Sicherheit der Welt hingeben.
Ihr Gesicht stand die ganze Zeit vor ihm. Er konnte arbeiten, er konnte lesen, stundenlang Fernsehen. Sie war anwesend, eine st├Ąndige Begleiterin in seinen Tr├Ąumen, eine st├Ąndige Begleiterin seiner Tage. Unf├Ąhig weiter zu gehen. Angst davor Gewi├čheit zu haben. Nicht wollend, da├č sich etwas ├Ąndert. Morgen.... wie ein Fluch stand dieses Wort am Horizont. Drohte mit seinen erscheinen. Morgen... was konnte er denn schon bringen, dieser Morgen.
Was ist wenn nichts ist?? Alles nur Einbildung. Ein Gespenst, das durch seine Fantasien geisterte, sie zu ├╝berdimensionalen gro├čen Steinhaufen aufstapelte... jederzeit drohend ├╝ber ihn hereinzubrechen und alles was er geliebt hatte mit sich zu nehmen.
Morgen....
Ein Ende alles gewohnten. Alles was er kannte. Der Anfang von allm├Ąhlich auftauchenden Ende. Schleichend, m├Ąchtig, Unheil bringend.
Er Atmete ein, drehte sich..... Der Wind lies den Vorhang hinter der offenen Balkont├╝re tanzen. Schwebte wie ein Schleier durch die Luft, ohne ein Ger├Ąusch... Drinnen das doppelt Bett..... Drinnen der Kasten .... Drinnen seine Frau. Wenn er je ausdr├╝cken k├Ânnte, wie sehr er sie verehrte. Wie sehr er sie liebt.
Er stellte sie sich vor.... Schwarzer Schleier ihre Z├╝ge bedeckend.... und pl├Âtzlich war es nicht mehr das Gesicht seiner Frau hinter den zarten schwarzen Stoff. Nicht mehr ihre Augen die seinen Blick suchten und ihn nicht mehr los lassen wollten. Irgendwann w├╝rde es nicht mehr zu verbergen sein. Und wenn nichts ist??
Eine leichte ├ťbelkeit beschlich ihn. Sie war irgendwie schon seit tagen sein Begleiter. Seit dem verregneten Tag am Friedhof.
Wer wei├č an was sie gestorben ist.
Wieso wollte er es nicht wissen. er h├Ątte nur ja sagen brauchen, aber seine Lippen blieben damals stumm. Verflucht noch mal.
Wie sch├Ân seine Frau doch war.....
Morgen....

Langsam begannen die Tage und N├Ąchte sich ineinander aufzul├Âsen. Er konnte kaum schlafen, eine Dauerm├╝digkeit, die ihn beschlich, seine Bewegungen und seine Gedanken l├Ąhmte. Realit├Ąt und Traum begannen ineinander zu vermischen.
Stundenlange Fahrten auf der suche nach den Hotel.... wie von der Stadt verschlungen.... dann.... er bog mit den Auto um die Ecke.... da war es. Er k├Ânnte stehen bleiben, hineingehen, fragen, wieder gehen. Er fuhr weiter. Dreimal fuhr er vorbei, bis er sein Auto nach Hause lenkte. Sich einen Whisky einschenkte, in das Sofa fiel. Den Fernseher anmachte einschaltete....

"Was ist los Schatz," ihre Stimme drang dumpf an sein Ohr.
"Nichts." es war ein nichts, das niemand glaubte, niemand glauben konnte.
Sie legte die Hand um seine Schulter, setzte sich auf die Stufen, die in den Garten f├╝hrten zu ihn.
"nichts?...ja. Wir schlafen nicht mehr miteinander, seit... ich wei├č es nicht mehr. Wir erz├Ąhlen uns nichts mehr. Wir reden nichts mehr.... nicht einmal mehr belangloses. Wir K├╝ssen uns nicht mehr und wir ber├╝hren uns nicht mehr.... du hast recht. Es ist nichts... genau das ist los."
Der Klang der Stimme schmeckte bitter f├╝r seine Seele.
"Es ist sp├Ąt," er schaute auf.... "wolltest du nicht schlafen gehen."
Sie sa├čen sich wortlos gegen├╝ber. Eine Minute, zwei Minuten, schauten sich stumm an.
dann..
"du hast recht, ich bin m├╝de." Sie stand auf und ging ins Haus. Lies ihn alleine zur├╝ck. Seine Blicke folgten ihr....

N├Ąchsten Tag fuhr er ins Krankenhaus.
"Bitte..." die Krankenschwester deute an, er soll kommen. Die Ärmel hochstreifen, dann... ein kurzer Schmerz. Er sah, wie sich die Spritze langsam mit seinem Blut zu füllen beginnt, Sieht die rote Farbe durch das helle Plastik.
"Danke..." die Schwester l├Ąchelte ihn an. "Sie erfahren es in sp├Ątestens 3 Wochen."
3 Wochen.... 3 Wochen lang. Eine Ewigkeit zwischen Whisky, Tag und Nacht.
nach ├╝ber einer Woche lies er sich krank schreiben. Sie versuchte ihn zu pflegen. Er hatte l├Ąngst aufgeh├Ârt ihr in die Augen zu schauen. Versuchte nicht mehr ihren Blick zu entgegen, schaute weg, wich ihren Fragen aus.
Er lag im Bett.... Sie war nicht da, zum einkaufen einen Sprung weg. Die Kinder in der Schule.
Das Telefon klingelte...
einmal...
er lag wach im Bett. sein K├Ârper von seiner Tr├Ągheit gel├Ąhmt.
zweimal...
dreimal....
mit einen seufzen stand er auf, bem├╝hte sich die Stufen nach unten. Da stand der Apparat, l├Ąutete... keine Ahnung wie oft schon.
Er hob ab... "ja?"
"Stadtklinik, sind sie Herr...." Sein Name klang wie der einer anderen Person.
er nickt und f├╝gte dann ein leises "ja" dazu.
"Wir haben ihren Test.... sie sollten unbedingt einmal vorbeischauen..."

Teil 8


Liebe.... ein Gef├╝hl in den blauen Himmel gezeichnet.
Leidenschaft.... Momentaufnahme einer Sommernacht
Sehnsucht..... der ewige Durst und der verf├╝hrerische Geschmack der Liebe die Quelle der Sehnsucht nach ihr.
Er sa├č auf der Verander.
Die letzten Monate waren schnell verflogen. Irgendwann h├Ârt man auf sich dagegen zu wehren. Irgendwann hat die Dunkelheit gesiegt. Sinkt man zur├╝ck, ersch├Âpft nach dem Kampf. Den Krieg mit seinem K├Ârper hatte er l├Ąngst verloren, war ihm erlegen.
Es war wie eine Dunkelheit in der man eintaucht. Luftholend, sich dagegen wehrend. Ank├Ąmpfend. Zur├╝ck wollend, zur├╝ck zum Anfang. Noch einmal auf null stellen, nochmals eine neue Chance bekommen. Es sind kleine Schritte, unausweichliche Schritte die einen voran f├╝hren und kein Platz sich zu wenden. Wie ein enger Brunnenschacht in den man Kopf voraus gefallen war. Der Platz herum ist zu schmal, um sich umzudrehen. Die einzige M├Âglichkeit ist weiter, immer tiefer, bis einen das Wasser gefangen hat.
Zuerst wollte er es nicht wahr haben. Weigerte sich die Realit├Ąt zu akzeptieren, da├č man aus diesen Schacht nicht mehr befreien kann.
"Positiv...." Nein hatte er gesagt. Da mu├č ein Irrtum vorliegen, das kann gar nicht sein. Das darf nicht sein.... Sah sein Sohn lachend auf ihm zu laufen, ihm um den Hals fallend. Sah seine Tochter, wie sie da sitzt, vertieft mit ein paar Buntstifte ├╝ber ein Blatt Papier. All das sah er, w├Ąhrend er langsam zur├╝ck sank auf das Sofa in der Klinik. Die ├ärztin fixierte ihn mit ihrem Blick.
Erst langsam hat er begriffen. Erst dann, als es sich nicht mehr verheimlichen lies, als sein K├Ârper ihn dazu aufforderte die Existenz dieses Brunnen zu akzeptieren. Mein Gott....
Dann der Kampf. Und irgendwann h├Ârt auch der Kampf auf....
"Positiv...." ein Wort, hatte er immer gedacht und sein ganzes Leben ├Ąndert sich mit einen Schlag und kippt unaufh├Ârlich. Er hatte einiges zu erkl├Ąren. Seinen Kindern, seiner Frau.... Das schlimmste war seinen Kindern. Wie sagt man einem 5 J├Ąhrigen, das sein Vater sterben wird. Wie fast man dies in Worten, bereitet sie auf das vor, was kommt, was schon unausweichlich war.
Er sa├č auf der Verander und dachte an die letzten Tage und die, die noch vor ihn liegen... die wenigen. Momentaufnahmen.
Liebe....ein Gef├╝hl in den blauen Himmel gemalt
Dann beginnt man langsam sich zu finden. St├╝ck f├╝r St├╝ck. Das Wasser schmeckte auf einmal ganz anders. Das Gras f├╝hlte sich unter seinen blo├čen F├╝├čen pl├Âtzlich viel intensiver an. Der Duft der Rose... die Bl├╝te, langsam erwachend um dann wieder unterzugehen, den Duft als Erinnerung zur├╝ck lassend. Der Geschmack des Kaffes, der Geruch, am Morgen, das Ger├Ąusch der Kaffeemaschine. Der klang des Rasenm├Ąhers, die Autos, die auf der Stra├če vorbei fuhren, das Ger├Ąusch des Geschirrsp├╝lers. Es war alles irgendwie anders. Die Kleinigkeiten, die einen vorher nicht aufgefallen waren. Wie Sie die Hand bewegt, wenn sie bestimmte S├Ątze sagte... wie ein Muster. Rundherum schien alles klarer zu werden. Der Regen, der einen auf die Haut prasselte war frischer, lebendiger irgendwie wirkte er mehr. Alles war mehr um ihn herum.
Leicht schaukelte der Stuhl auf der Verander.... knarrte das Holz und die Sonne ging am Horizont unter, eine Feuerfackel f├╝r die Nacht. Die Wolken leuchteten noch einmal auf. Er atmete die Luft tief ein. Ein Jahr und ein halbes war der Winterabend zur├╝ck, und doch immer pr├Ąsent. Irgendwann war er an Ihren Grab gewesen hatte sie angeschrien, bis er weinender zusammensackte und er nicht mehr wu├čte was er schreien sollte. Seine Lippen stumm blieben, seine H├Ąnde sich in die kalte Erde gruben. Und noch immer steckte er in diesen Brunnen und war wieder ein St├╝ck tiefer gerutscht.
Erst allm├Ąhlich schaffte er es, das ihr Bild begann in den einsamen N├Ąchten zu verblassen und unter den Schleier er seine Frau erkannte.
Seine Frau.... die Farbe ihrer Haut, das leuchten ihrer Augen, das l├Ącheln, da├č sich um ihre Lippen spielte, diese unendliche Melancholie die in ihren Sein lag. Er konnte ihr stundenlang zusehen, als wollte er jede ihrer Bewegungen einpr├Ągen. Ja.... Sie war perfekt.
Seine Kinder... das Lachen ihrer Stimmen. Mein Gott wie mu├č sie sich f├╝hlen, wenn sie es h├Ârte. So voller leben, voller Zukunft, voller glauben, voller sehns├╝chtige, voller vertrauen. Es ging nicht pl├Âtzlich und doch kam es unverhofft. Er hatte es schon immer irgendwie gesp├╝rt und doch war er ├╝berrascht. Wie sehr erst mu├č es sie ├╝berrascht haben.
Jetzt, wo er da sitzt, wo die Sonne am Horizont versinkt. Jeden Moment mit ihr, jeden Moment, den er Atmete, jede Sekunde, jede Minute, jede Stunde. Es ist als w├╝rde Zeit pl├Âtzlich etwas anderes bedeuten. Irgendwie l├Âsten sich die Schmerzen im Lachen der Kinder auf.
Gestern, als das Gewitter war, ging er hinaus. Stand da, als ein Blitz den anderen ├╝ber den Horizont jagte. Glitsch na├č bis unter die Haut. Die Tropfen, der Sturm um ihn herum. Wie lang ist das her, wann war es, als er es zum letzten mal machte. Gewittertanz, hatte er fr├╝her dazu gesagt und irgendwo war es verschollen. Die letzten Tage wie der Blick durch ein Vergr├Â├čerungsglas. Er war durch den Garten gerannt, hatte geschrien, hatte gelacht, sich fallen lassen, die Haare hingen ihn in die Augen, das Gewand klepte an seiner Haut. War da gelgen, den Blick in den Himmel. Alle Schleusen die sich ge├Âffnet hatten st├╝rzten auf ihn herab, raubten ihn fast die Luft und Donner der mahnend durch das Schauspiel br├╝llte. Wie lange ist es her, das er sich einfach gehen hat lassen. Wann hat er das letzte mal den zehnj├Ąhrigen in sich gesp├╝rt.
"Schatz...."diese Stimme.....
Wie ein Blick durch ein Mikroskop, die kleinsten Dinge wirkten ├╝berdimensional, ├╝berw├Ąltigend.
Ihre Stimme... er bekam Tr├Ąnen in den Augen, wenn er sie h├Ârte....
Sie kam heraus. ihr Blick traf seinen.
Liebe in das blau des Himmels gemalt, langsam in der kommenden Nacht untergehend.
"komm her..." mehr fl├╝sternd.
Er griff nach ihrer Hand. Ein L├Ącheln, das sich um ihren Mund spielte, als er seine Tr├Ąne sah. Eine z├Ąrtliche Bewegung, mit der sie die Tr├Ąne wegwischte. Dann dr├╝ckte er sich an sie, umarmte sie. hielt sie fest....
So sch├Ân, so einmalig, so wunderbar... Ihre Haut, die W├Ąrme ihres K├Ârper, wie ein Tropfen Tau in der W├╝ste. Wie ein Sonnenstrahl nach einen Sommergewitter. Wie der Geschmack des ersten Eises eines beginnenden Sommers. Wie der Geschmack einer lang ersehnten K├Âstlichkeit....
"liebe dich so sehr... liebe dich so abg├Âttisch..."
Sie hielt ihn und wartete auf die kommende Nacht.
An einen August Abend um 21:30 starb er.

ENDE

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Rainer
???
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hallo habicht,

selten hat mich eine geschichte so gefesselt wie deine. ich hoffe, da├č sie schnell lektoriert wird, da sich einige grammatikalische ind orthographische fehler eingeschlichen haben, und dann ab damit an zeitungen, verlage etc.
bin wahrlich beeindruckt, tolle schreibe.

gru├č

rainer

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Blueghost
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Hallo habicht!

Bin recht beeindruckt von Deiner Geschichte! Gerade die Perspektivenwechsel haben mir gut gefallen.
Ich glaube allerdings,inhaltlich noch ein bi├čchen was zu schleifen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe, aber die Geschichte l├Ąuft doch im Grunde chronologisch ab. F├╝r mich bleibt unklar, warum der Protagonist eigentlich in jener bitterkalten Winternacht so v├Âllig neben sich steht und durch die Stra├čen l├Ąuft. Er wei├č doch zu diesem Zeitpunkt noch nicht, da├č er positiv ist, oder? Und wer hat denn in der Geschichte wen angesteckt? Sie doch ihn, oder? Dann bin ich mir nicht sicher, wie ├╝berhaupt die Wahrscheinlichkeit aussieht, da├č sich ein Mann, der von einer Frau oral befriedigt wird, bei ihr ansteckt... Das Thema ist zu sensibel, um "Recherchefehler" zu riskieren. Ich w├╝rde (denke ich) nochmal nachfassen, um sicher zu gehen (wenn ich das wie gesagt ├╝berhaupt richtig verstanden habe).

Dann sind da noch ein paar Dinge, die mir beim lesen "unsauber" erschienen. Ich will Dir ein Beispiel geben:

"...immer fast Nackt auf dem Stuhl sa├č, Richtung Fenster schauend, genau auf die rot leuchtende Neoreklame, die nicht vorhandene Qualit├Ąt des Zimmers verbergend. Langsam wurde ihm bewu├čt, was passiert war. Unvermeidlich, unwiderruflich, nicht mehr r├╝ckg├Ąngig zu machend.
Er stand auf, streifte sein Unterhemd hinunter, kn├Âpfte sein Hemd zu, zog die Hose hinauf. Sie lag neben ihm, schien zu schlafen..."

Er steht also von seinem Stuhl auf und sie liegt neben? ihm im Bett? Es erweckt den Eindruck, er liege nun pl├Âtzlich auch im Bett. Passender w├Ąre "...sie lag vor ihm (im Bett), schien zu schlafen..."

Es gibt ein paar solcher Stellen, die Dir bei nochmaligem, kritischem lesen vermutlich selbst auffallen werden.

Die Idee der Geschichte und auch die grunds├Ątzliche Umsetzung gefallen mir sehr gut. Deshalb f├Ąnde ich es auch schade, wenn Du sie nicht noch einmal ├╝berarbeitetest. Sie wirkt leider wie geschrieben und direkt hier eingestellt. Anders kann ich mir auch die vielen von Rainer erw├Ąhnten (Fl├╝chtigkeits-?)Fehler nicht erkl├Ąren.
Soweit erstmal.

Gr├╝├če,
Blueghost

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habicht
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Alte Krankheiten und zu wenig Zeit...

Danke erst einmal f├╝r die beiden Kritiken, es tut immer gut so etwas zu lesen. Vorallem, wenn sie so Konstruktive sind wie die euren.

@ Rainer

*l├Ąchelt* ;-) Rechtschreibung und Gramatik sind nicht gerade meine st├Ąrken und dann kommen noch Dinge dazu, da├č ich drauf los schreibe und meine Gedanken oft schneller sind, als mein 10 Fingersystem... Naja und wirklich meine Geschichten Nachzubearbeiten fehlt mir oft nicht nur die Zeit sondern auch die Konsequenz und Ausdauer....
womit wir zu

@ Blueghost

kommen. und ein bi├čchen, denke ich, ist fast ein bi├čchen zu wenig ;-). Aber habe mir vor genommen jetzt Geschichte f├╝r Geschichte von mir vor zu nehmen und ich hoffe, da├č die eine oder andere Mitarbeit und dies ist f├╝r @ alle von seite der Leser nur hilfreich und lehreich f├╝r mich sein kann. Werde aber etwas Zeit brauchen diese hier zu ├╝berarbeiten... denke so 1 Woche... und danke f├╝r die hinweise was die Ansteckung von Oralsex betrifft. Ja sie hat ihn angesteckt und dieser Mangel ist mir auch bereits bewu├čt geworden, denn die Chancen sich auf diese Art anzustecken sind zwar da, aber ├Ąu├čerst gering, da m├╝├čte er schon irgendwo eine offene Wunde oder sonst etwas haben und naja.. das ist an dieser Stelle nicht unbedingt der Regelfall ;-). Nur so ganz wei├č ich noch nicht wirklich wie ich dieses Problem aufl├Âsen kann, denn ein Vaginalerverkehr wei├č nicht...
Und die kleinen Ungereimtheiten - Beispiel mit den Bett und Stuhl - sind eine Schw├Ąche, die wie dur richtig vermutest von daher kommt das ich einfach drauf los schreibe. Geschichten und Gedichte schreiben sich bei mir meisten irgendwie von alleine - sie passieren mir mehr, als das ich sie schreibe und wie schon erw├Ąhnt - die Konsequenz und die ausdauer danach ist nicht meine St├Ąrke, aber daran mu├č ich arbeiten, will ich, da├č die Geschichten von mir dann auch wirklich lesbar werden.

Daher bitte etwas geduld, aber ich arbeite daran und jede Konstruktive Kritik nehme ich gerne und mit dank zur Kentniss und versuche, da├č, was f├╝r die Geschichte nach meinen empfinden wichtig ist umzusetzen

gru├č Habicht

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annabelle g.
Guest
Registriert: Not Yet


lieber habicht, als wiedergutmachung heute ein konstruktiverer beitrag. ich glaube, dein text w├Ąre unter „erz├Ąhlungen“ besser aufgehoben gewesen, er ist recht lang und dort ist aber auf mehr l├Ąnge eingestellt.
ich habe mal angefangen ... meine bemerkungen findest du im text ...

annabelle (nach sherry UND rotwein letzte nacht heute verkatert)





Jede nacht ist ein kleiner Tod - oder ├╝ber die Hoffnung der tausend Leben

Teil 1

Zwischen heute und morge n... irgendwann, dort wo die Zeit stehen bleibt, wo das leben ausatmet, die Stadt schweigt, der Wind inne h├Ąlt... Klirrende K├Ąlte ist alle s was da ist.
Unter seinen Schritten scheint die Luft zu frieren, knirschen auf spiegelglatte n Asphalt, die Lichter der Laternen spiegeln sich in der Endlosigkeit der K├Ąlte. Wei├č nich t wie sp├Ąt es ist, wei├č nich t wohin... hat die Orientierung verloren.
Nachmittag hat es geregnet, dunkle Wolken, die alles eingeh├╝llt haben. Jetzt ist der Winter zur├╝ck und ├╝ber die Stadt hat sich eine Eisschicht gelegt, wie ein Mantel, ein Mantel aus K├Ąlte - stahlhart, glatt. Gegen Abend kam die K├Ąlte wieder und er hat sich dann verirrt in der Stadt, in seinen Gef├╝hlen, in seinen Sorgen, verrannt - vor den n├Ąchsten Tag. (das verstehe ich nicht, vor?)
Geht die Stra├če hinunter, im Licht der Laterne ein Frau, kurzer Mini, enges Top, hohe Stiefel, Abs├Ątze, m├╝he, sich am Eis zu halten. Er nimmt sie kaum wahr, Nebel gefriert, treibt wie feine Schneeflocken ├╝ber die Stra├če. Die Fenster der H├Ąuser sind dunkel, die Vorh├Ąnge vorgezogen.... die Stadt hat ihre Augen geschlossen, nur aus den Kanal dampft ihre W├Ąrme.
Weiter... egal wohin, nur nicht stehen bleiben.
Die Frau hat ihre Arme fest um ihren Oberk├Ârper geschlungen, die F├╝├če zusammen gepre├čt um sich wenigstens etwas w├Ąrme zu behalten, nicht ganz auszubluten.
"He, hast du ne Wohnung??? oder bist du besoffen..."
Er schreckte aus seiner Einsamkeit hoch...
"He, was is, ich mach es dir auch um die H├Ąlfte, verflucht, bei diesen Wetter taucht hier heute kein Schwein mehr auf.... was ist ?"
Er versuchte sich einen Moment zu orientieren, sich wieder zu finden:
" was ist die H├Ąlfte," h├Ârte er sich frage n ohne zu wisse n was er fragte. (wieso?)
"He, 100 is ├╝blich, ich mach es dir um 50, blasen, bumsen, wichsen, was du willst."
Er zog den Mantel enger um sich.
"Wo??"
"Was, wo??"
"Na wo machen wir es..."
" he, kleiner ich hab es dir gesagt, ich mach es dir um die H├Ąlfte, und du la├čt mich bei dir etwas aufw├Ąrmen..."
Langsam hat er sich wieder, kamen die Gedanken zur├╝ck, begann er zu kapieren, was er da gerade macht. (da hast du einen zeitenwechsel im satz)
"Bei mir geht nicht - ich bin verheirate t.."
Er wich ihren Blicken au s...; du brauchst immer einen abstand vor und nach den p├╝nktchen Er hatte noch ni e... daran gedacht, um sich aufzugeilen, scharf zu machen, ab und zu einmal, ja vielleicht (logischer fehler, erst „nie“, dann vielleicht), aber ni e nicht einmal mit einer gesprochen, geschweige denn die Dienste in Anspruch genommen. . Wu├čte nicht was sagen, wollte erkl├Ąr en..
was erkl├Ąren?
" schei├če, dann wird's wohl nicht s kleiner. Ich frier mir heute noch den Arsch ab, und B├╝ro hast auch kein's in der N├Ąhe, Auto oder so was..."
Er wu├čte nicht ma l wo er war, hatte sich nur treiben lassen. War gegangen um nicht einzufrieren, war gegange n um nicht stehen bleiben zu m├╝ssen, zu merken, das sein Leben l├Ąngst steh t...
"was is.... bist doch bsoffen"
"ne in, das nicht"
Die Blicke trafen sich und er kam sich schon schuldig vor...
"Ic h.... gib's vielleicht so was wie ein Hotel in der N├Ąhe, oder so..."
"h├Ą??"
"Na ne absteige wo man ein Zimmer mieten kann, ich hab hier nichts, ich wei├č nicht ma l wo ich bin."
"Aber Geld hast??" (hey, was ist das f├╝r ein dialekt?)
Automatisch war der Griff zu seiner Ges├Ą├čtasche, er nickte....
Sie schaute ihn an... wartete sie auf was??? worauf wartete sie?
Kein Auto, von nirgends drangen Ger├Ąusche her, der Atme schlug Kristalle, feiner Nebel ihres Atem s der sich ├╝ber sein Gesicht legte.
"Gut... ein St├╝ckchen die Stra├če runter... aber du zahlst das Zimmer und billiger als 50 wird's deshalb auch nicht mehr."
Er nickte wortlos.
"wart" sie h├Ąngte sich bei Ihn ein, bem├╝h t das Gleichgewicht auf die Abs├Ątze und den spiegelglatten Boden zu halten "geht"....
Langsam schritten sie die Stra├če hinunter. Er sp├╝rte Ihre K├Ąlte durch seinen Mantel, sp├╝rte ihre Sehnsucht nach etwas w├Ąrmer, sie pre├čte es gibt da ├╝brigens diese rechtschreibprogramme ... :-))) sich zu ihn dazu. ein leiser Schauer lief ihn ├╝ber den R├╝cken. Versucht e nicht daran zu denken, was er da gerade macht. Die Ausd├╝nstung der Stadt kroch aus den Kanal, ├╝ber die Stra├če, wie Wasser schwappten sie ├╝ber den Randstein, breitete sich aus......
Zwei Gestalten im halbdunkeln.....

Teil 2

Ein eiskalter Windhauch schreckte Ihn aus den Halbschla f in den er gerade gefallen war.
Knarrend viel die T├╝r in Schlo├č zur├╝ck. Eine Gl├╝hbirne, einfach nur in die Fassung geschraubt, die aus der Decke hin g gab ein ged├Ąmpftes schummriges Licht ab. Zwei Gestalten waren eingetreten.
"ja," fragte er, erkannte sie nicht gleich, hochgeschreckt, wiederholung hinter der Rezeption, eine G├Ąnsehaut von der K├Ąlte blieb noch ├╝brig.
" 1 Doppelzimmer f├╝r den Rest der Nach t" die Stimme klang ersch├Âpft, m├╝de, aber doch merkte man, das der Mann normalerweise nicht in solchen Absteigen verkehrte.
"hallo," sie l├Ąchelte, irgendwie verlegen. Jetzt erst erkannte er sie.
"hallo Dennis, hab dich gar nicht bemerkt." Kurz erwiderte er ihr L├Ącheln, drehte sich um, fischte einen Schl├╝ssel vom Bord hinter ihn, soweit man die Spanplatte mit einfachen Schrauben als Bord bezeichnen kann, knallte ihn auf die Rezeption.
" 1 Stock, Zimmer 12 - macht 70 Mark im voraus" punkt!
W├Ąhrend der Gast seine Brieftasche such te blieben seine Blicke auf ihr h├Ąngen, auf ihr Gesicht, ihre Figur. Die Haut war blas, wie ein Schatten ihrer Selbst, ihr Z├╝ge gezeichnet. von was? Wie alt mochte sie jetzt wohl sein, fragte er sich, 27 oder 28. Die ersten Falten zogen sich ├╝ber ihre Haut, der Blick, die Aug en.... sie schaute weg, wollte ihn nicht anschauen, wendete sich weg, versuchte ihren K├Ârper in Bewegung zu halten. Die K├Ąlte hatte ihr ziemlich zugesetzt.
"Bitte, die 70 Mark." Schl├╝ssel und Geld wechselten den Besitzer, kurzes Nicken. Der Gast nahm sie bei der Hand (?) und sie verschwanden in das dunkel der Treppe nach oben. Er h├Ârte Ihre schritte. Schlo├č die Augen.
...h├Ârte wie der Schl├╝ssel umgedreht wurde
...h├Ârte wie die T├╝r ins schlo├č viel
....klack, klack.... zugesperrt.
Er sank zur├╝ck auf seinen Stuhl hinter der Rezeption. Steckte die 70 Mark in seine Brusttasche, lagerte seine F├╝├če hoch. Sein Blick wanderte durch den Raum, dann schlo├č er die Augen wieder und versuchte in den Halbschlaf zu sinken, in dem er vor den Eintreffen der beiden gelegen war.
Drau├čen versank die Landschaft in eine unertr├Ągliche K├Ąlte. Der Winter hatte die Stadt mit festen Griff umklammert und schien sie nicht mehr loslassen zu wollen.
Seine Gedanken wanderten, wollte nicht in den Schlaf zur├╝ck finden. Ihr Gesicht, ihr Blick....

.......................................................................

"warm ist es hier auch nicht gerade...."
er hatte die T├╝r zugesperrt (warum?) und drehte sich jetzt zu ihr um.
Sie stand vor der Heizun g breitet ihr H├Ąnde ├╝ber den Radiator aus, spreizte die Finger auseinander, als w├╝rde sie versuche n wollen alle W├Ąrme in sich einzusaugen
Sie nickte nur stumm.
Er zog seinen Mantel aus, warf ihn ├╝ber die Lehne eines Stuhls.
Im Zimmer stand ein altes Bett, ├╝berzogen mit einen hellblauen Leintuch, die Decken lagen Aufgeschlagen am Fu├čende des Bettes, Polster gab es keine, auf der Gegen├╝berliegende Seite stand ein Kasten, dunkelgr├╝n angestrichen, an einigen Stellen bl├Ątterte die Farbe ab. Auf der T├╝rseite war ein Waschbecken angebracht, der Wasserhahn war mit einer leichten Rostschicht ├╝berzogen und tropfte st├Ąndig, der Kalk hatte seine Spuren im Waschbecken hinterlassen. Links neben der T├╝r stand ein einfacher Holztisch mit zwei genauso einfachen und schlichten Holzst├╝hlen. Gegen├╝ber der T├╝r war das einzige Fenster, mit Blick auf die Stra├če und eine Neonleuchtreklame vom Nachbarhaus, darunter der Radiator, davor sie. (das ist lakonisch; wie ein einrichtungsgegenstand, gef├Ąllt mir)
Er lies sich auf einen Stuhl fallen
" aber besser als die K├Ąlte auf der Stra├če"
Sie schwieg punkt!
Er ├╝berlegte sich, wie das jetzt wohl weiter gehen sollte, was soll er tun, was nicht...
Unsicherheit beschlich ihn, begann ihn auszuf├╝llen.
Ihr schweigen...
F├╝r einen Moment, ein Blick auf die T├╝r, Ihr 50 Mark hinlegen und dann durch die T├╝r verschwinden, hinaus zur├╝ck in die K├Ąlte... und dann....
"Bin gleich bei Dir, mu├č nur noch etwas w├Ąrme tanken" sie wand sich nicht um, schien aber seine pl├Âtzliche Angst zu sp├╝ren.
"gut..." fast fl├╝sternd.
Das Rot der Neonreklame tauchte das Zimmer in ein unwirkliches Licht, wie eine Folie, die ├╝ber der Realit├Ąt liegt, und sie verschwimmen l├Ą├čt, sie aufl├Âst.
Er lehnte sich ganz zur├╝ck, lie├č den Kopf gegen die Lehne fallen, streckte die Beine von sich, schlo├č die Auge n um sich der Unwirklichkeit zu entziehen, aber vor seinen ├╝bern├Ąchtigten Augen huschten nur Lichtblitze, verloren sich in der Finsternis der eigenen Realit├Ąt, die Dunkelheit des t├Ąglichen Lebens.
Versuchte sich abzutreiben (bitte?), in diese Dunkelheit einzutauchen, aus den Jetzt zu verschwinden. Sich aufzul├Âsen um irgendwann die Augen auf zu schlagen und ganz wo anders zu sein. Wie eine Zeitreise, eine Reise zwischen den Realit├Ąten, eine Reise zwischen den Wirklichkeiten.
Er sp├╝rte etwas, eine sanfte Ber├╝hrun g, seiner Oberschenkel n....
"Was wolltest du schon immer mal erleben..."
Ihre Stimme ri├č ihn aus der Wirklichkeit in die irreale Atmosph├Ąre des Zimmers zur├╝ck....


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