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Fortsetzung von: Jenny II: die schlimmsten Sachen passieren´immer einem selber
„Kennen Sie einen von denen?“, fragte ein in C&A-Klamotten gekleideter Typ den Kowalek und zeigte ihm einige Fotos.
Ich stand an der Ecke des Tresens und wartete auf Kowalek, blätterte ohne etwas zu sehen in einem Prospekt und spitzte die Ohren.
„Naa!“, sagte der Kowalek ablehnend, ohne wirklich hingeschaut zu haben. Er nannte Leute wie den da 'Kieberer' und 'G'schmierte' und hatte für deren Berufsstand nichts übrig, es sei denn, er brauchte mal einen von denen.
Der Mann sah mich und fragte:
„Entschuldigen Sie, arbeiten Sie hier? Haben Sie die hier schon einmal gesehen?“ er hielt sie mir vor die Nase wie ein Kartenblatt.
Den ganz rechts kannte ich.
„Iih! Der sieht aber nicht gesund aus! Fehlt dem was?“
Der Typ verdrehte die Augen.
„Er ist tot!“, als wenn das klar und ich blöd wär.
„Tot?“, ich hab keinen Bock auf Tote, konnte er den nicht wem anders zeigen? Ohne Vorwarnung, bah. Der Anblick würd mich nachts besuchen kommen, bieh!
„Haben Sie den Mann schon einmal gesehen?“
Ich würde nicht noch einmal auf das Foto schauen.
„Da sah er aber besser aus.“
Dass der mich nicht sofort angesprungen hat, war alles.
„Wo? Wo und wann? Hier im Hotel? Wie heißen Sie? Wer sind Sie? Was tun Sie hier?“
„Gibts eine Belohnung?“
„Sag schon, Mädchen, sonst nehm ich dich mit!“
„Herr Portier, bitte meinen Schlüssel“, ich tat so, als sei ich Gast. Diesen Spruch hört der Portier den ganzen Tag und ich war mondän genug für eine solche Geste, auf jeden Fall.
Der Kowalek schaltete sofort:
„Die Fürstensuite, sehr wohl, Frau Gräfin“, du konntest sehen, wie dem Kowalek bei der Posse einer flitzen ging, so einen Spaß hatte der daran, den G'schödan zu veräppeln.
Der C&A-Gewandete wurde richtig fuchsig:
„Sie!“, schrie er den Kowalek und mich an und bohrte uns abwechselnd fast den Zeigefinger in die Nase. Ich mein, wie kann man so unbeherrscht sein? Man muss doch immer freundlich bleiben, müssen der Kowalek und ich doch auch. Stell dir vor, ich wär tatsächlich die Frau Gräfin von der Fürstensuite gewesen!?
„Würden Sie bitte die Gäste nicht behelligen?“, meinte auch der Herr Portier.
Der C&A-Typ nahm Anlauf, um rumzuschreien, die Adern an Stirn und Hals schwollen an, der Kowalek sah das auch, er kehrte den Chef der Loge heraus:
„Sie benehmen sich jetzt oder ich rufe die Polizei!“, drückte einen Knopf unter dem Tresen und die beiden Gepäckträger, die Security und Männer für alles waren, erschienen. Sie stellten sich neben den C&A-Fan, bevor der überhaupt schnallte, worum es ging.
Der Kowalek sah den Typen herausfordernd an, der besann sich und fragte:
„Frau Gräfin, wo und wann haben Sie den Mann gesehen?“
Das hörte sich gut an und selbstverständlich war ich bereit, mein Wissen zu teilen, jedoch, es musste eine Belohnung daher. Manchmal denke ich genau so, wie der Kowalek in seinem Alpendialekt redet.
Kowalek deutete auf das Schreibzimmer, dort waren wir ungestört. Ich rauschte, ganz in meiner Rolle als wichtige Zeugin und als Gräfin, dem Typen voraus, pflanzte mich in einen Sessel und schaute ihn so lange an, bis er die Türe schloss.
Geht doch!
Ich kam mir total elegant und wichtig vor.
„Den Mann habe ich vor 4 Tagen hier im Hotel gesehen.“
„Wieso sind Sie so sicher?“
Was sollte ich sagen: 'Ich hab gesehen, wie ihm einer abging, das Gesicht sah so ähnlich aus, wie jetzt, das vergisst man nicht so schnell'?
„Ich bin sicher!“
„Wie ist der Name bitte?“
„Meiner?“
„Ja, Ihrer!“
Ich sagte ihm meinen Namen.
„Also nicht Gräfin?“
„Der Herr Kowalek ist ein Wiener, für den sind wir alle mindestens Gräfin.“
„Aha!“, der guckte sauer, weil, da hatte er sich umsonst gut benommen.
„Was machen Sie hier im Haus?“
„Ich bin Freizeitmanagerin.“
Er schaute auffordernd, ich sollte es ihm erklären.
„Ich organisiere die Freizeit der Gäste, die meine Dienste anfordern, organisiere, arrangiere und begleite die Gäste, wenn sie es wünschen.“
Er schnallte es.
„Sie escortieren sie?“
Ich nickte majestätisch, wie es einer Gräfin zustand.
„Und den hier“, er hielt mir wieder das Foto unter die Nase, ich schaute nicht hin,„den hier haben Sie auch, äh, escortiert?“
Ich nickte wieder so majestätisch, diese Gebärde gefiel mir.
Er begann zu telefonieren. Eigentlich gehörte sich das nicht in Gegenwart einer Gräfin, ich schaute entsprechend indigniert.
Er fand mich doof und blickte mich an, während er Bericht erstattete:
„Die Hausnutte hat einen erkannt.“ Er lauschte und musterte mich dabei, dann grinste er:
„Ja, das ist sie.“
„Mitkommen!“, befahl er. Es dämmerte mir, dass er mit der Kommissarin gesprochen haben musste. Ich sah mich schon wieder in dem Dreckloch sitzen und Gonokokken aufsammeln.
„Tut mir leid, ich habe leider keine Zeit!“
Er wurde sehr viel freundlicher:
„Die Kommissarin bittet Sie, mich zu begleiten, wir müssen Ihre Aussage zu Protokoll nehmen. Sie sagte, Sie kennen sich?“
Ich ging mit, lange wehren würde ich mich eh nicht können.
Sie begrüßte mich auf ihre herzliche Art:
„Ah! Sie schon wieder! Mittendrin und nicht dabei, stimmts? Wieder nix gewesen, nix gesehen und keinen Schimmer, stimmts?“
Ich glaubte nicht, dass die einen Freund hatte, geschweige denn, dass sie verheiratet war.
„Sind Rettungsringe jetzt in Mode?“, fragte ich ganz naiv. Ihr Pullover saß zu eng, ich glaub, sie hatte schon wieder zugenommen.
Der Typ, der mich hergebracht hatte, wandte sich schnell ab und hustete und sie schaute, wie sie meistens schaute: zickig, erst zu ihm, dann zu mir.
„Gibt’s eine Belohnung?“, ich war schließlich nicht zum Spaß hier.
„Ahja, einmal Nutte, immer Nutte!“, was für ne Ober-Zicke!
„Sie sagen es. Gibt’s eine Belohnung oder gibt es keine?“, ich lass mich doch nicht von so einer frustrierten Tussi anmachen, die doch nicht.
Statt einer Antwort telefonierte sie mit dem Staatsanwalt, der setzte eine Belohnung aus.
„Fünftausend“, meinte sie gottergeben und so, als wenn sie das Geld aus ihrer eigenen Tasche zahlen müsste und als wäre die Belohnung ein persönliches Zugeständnis von ihr an mich und ich dankbar sein müsste.
„Fünftausend? Da suchen Sie sich ihre Informationen mal schön selbst!“, das meinte ich ernst, denn unter Umständen war es gefährlich, eine belastende Aussage zu machen, der Gefahr setzte ich mich nicht umsonst aus, ist doch wohl klar, da musste mehr kommen.
Sie schrieb ins Protokoll, dass ich den Gast nach seinen Wünschen bedient hätte, keine Ahnung hätte wie er hieß und wo er wohnte, auch das genaue Datum wüsste ich nicht mehr, konnte der Zweite oder Vierte gewesen sein.
Zimmernummer? Keine Ahnung! Unterschrift und weg war ich wieder. Die können mich doch mal, umsonst ist der Tod und auf den hatte ich keine Lust.
Natürlich wusste ich mehr, vielmehr.
Die Kommissarin hatte mir unwissentlich einen Trumpf zugespielt, einen, der mir eventuell eine höhere Belohnung verschaffte: der Name des Staatsanwaltes sagte mir etwas, wenn ich nicht ganz daneben lag, dann hatte ich den auch schon mal 'escortiert', ohne damals zu wissen, dass er Staatsanwalt war, aber irgendwie im Zusammenhang mit dem Toten. Es war mindestens der gleiche Tag, dass ich ihnen zu Diensten war, nee, nicht im selben Zimmer, aber in der Nachbarschaft, nebeinanderliegende Zimmer. Das viel da bereits auf und jetzt war es natürlich von großer Bedeutung. Ich rief ihn an.
Erst kannte er mich nicht, aber auf einmal fiel der Groschen. Er hatte damals viel Spaß und wollte mich mal separat buchen, jedenfalls hat er sich deswegen meine Nummer geben lassen.
Was es für Zufälle gibt, und ausgerechnet der war für die Belohnung zuständig. Ich sagte ihm, dass ich mehr wüsste.
Wir verabredeten uns zum Abendessen, mir war sofort klar, was der wollte. Bevor ich ging, weihte ich den Kowalek ein, zur Sicherheit. Man weiß ja nie, was passiert.
Im Bett des Staatsanwaltes deutete ich an, dass ich jemanden benennen könnte, der mit dem Toten zusammen gewesen war.
„Was heißt 'benennen'? Name und Anschrift?“
Ich nickte majestätisch, eine Supergeste, echt. Mir stand das, hab's heute Nachmittag im Spiegel geübt, ich fands toll. So, weißte? Den Kopf leicht neigen und mit dem Oberkörper mkitgehen, die Augen vornehm niedergeschlagen. Echt gut.
Ich würde mich nicht billig abspeisen lassen, das stand fest, Fünftausend war zu wenig. Sein erstes Angebot würde ich ablehnen, das hatte ich mir fest vorgenommen und den dafür passenden Gesichtsausdruck ebenfalls vor dem Spiegel geübt.
Er nannte eine Zahl und ich zeigte ihm die einstudierte Mimik, dann, wirklich erst dann sickerte in mein Hirn ein, was er gesagt hatte, aber ich hatte ja schon abgelehnt! Verdammich bin ich blöd. Weißte, was er gesagt hat? „50.000“ FÜNF-ZICH-TAU-SEND!
Ich wurd verrückt, aber was nützte es, ich musste jetzt die Coole weiter spielen.
„Mädchen, komm, sei vernünftig!“, meinte er, als wenn er ne Doofe vor sich hätte. Wieviel wird da wohl drin sein? Die Kommissarin hatte 5.000 vorgeschlagen, der Staatsanwalt hier war auf 50.000 raufgeklettert, das Zehnfache! Wenn ich den Oberstaatsanwalt ins Bett lockte, wieviel wurde es dann? 500.000? Mir wurde schlecht und schwindelig und ich musste mich an ihm festhalten. War eine gute Idee, denn er stützte mich gleich. Ich knabberte an seinem Ohr: „Du weißt, dass es für dein kleines Jennylein nicht gerade ungefährlich ist, wenn ich auspacke, stimmts? Ich hab Angst.“
„Ich kann dir einen Polizisten als Leibwächter abstellen, Tag und Nacht.“
„Nur, wenn das ein so starker Hengst ist wie du“, Nadines Mutter wäre stolz auf mich gewesen.
Er war auch stolz auf sich:
„Wir sind in der Lage, eine hohe Belohnung auszusetzen, weil es sich um einen Serienkiller handelt. Es ist von hohem öffentlichen Interesse, dass der oder die Mörder schnell gefasst wird.
Wir haben bald Landtagswahlen.“
„Ein Serienkiller!“, mein Entsetzen war nur halb gespielt, möchtest du einen Serienkiller auf dich aufmerksam machen?
Letzten Endes bot er mir 75.000 Euro. Weißt du, wieviel Geld das ist? Erst war ich blind wegen der Summe, ich schrieb ihm den Namen auf und er gab mir einen Scheck auf ein Konto der Staatsanwaltschaft bei der Landesbank.
Gleich am Morgen wollte ich den Scheck einreichen, ich stand am Schalter, einer der Bankleute kam auf mich zugehechelt. Ihm lief fast schon der Sabber aus den Mundwinkeln und er sah sich schon mit mir zusammen im Bett: „Bitteschön?“
Ich behielt den Scheck in der Hand.
Kerl in der Kiste, was ist denn, wenn der Staatsanwalt mit dem Pack unter einer Decke steckte? Was ist denn, wenn das mit dem Nachbarzimmer kein Zufall war? Es gab, wenn ich mich richtig erinnerte, eine Verbindungstür und die beiden Zimmer wurden auch schon mal als Suite vermietet.
Was passierte, wenn er mir Erpressung oder eine andere Straftat unterstellte, um mich mundtot zu machen, und als Beweis hätte er den eingereichten Scheck?
'Hohes Gericht, ich lege Ihnen das Beweisstück 17/93 vor, den eingereichten Scheck, auf dem die Fingerabdrücke der Angeklagten sichergestellt wurden.'
Ja nee, is klar.
Ich drehte auf dem Absatz um und ließ den Banktypen mit seiner Fantasie alleine. Das bedeutete für mich, dass ich mit dem Staatsanwalt für lau im Bett war.
'Umsonst kann jeder', Shiet!
Also, noch mal von Vorne: ich konnte den Scheck deswegen nicht einlösen, weil ich nicht in eine Falle laufen wollte. Wenn ich das Rätsel selbst löste, gabs keine Falle mehr, dann konnte ich den Scheck einlösen.
Die meisten Dinge sind einfach.
Ich also los, bei ner Tasse Capuccino brütete ich einen Plan aus, wie ich jetzt am Besten vorgehen wollte.
Tja, kam nix bei raus, beim Brüten, denn entweder tappte ich voll rein, mit ungewissem Ausgang, oder ließ es und lief Gefahr, die Belohnung nicht zu kriegen.
Mist.
Es gab 75.000 Gründe, ein gewisses Risiko einzugehen, also, ich machte mich mit klopfendem Herzen auf den Weg, denn ich wusste, wo sich der Besagte und die anderen Spieler trafen und die mussten wissen, wer der Mörder war. Ich hatte ziemliche Angst, aber um meine Chance auf das Geld zu wahren, musste ich ein gewisses Risiko in Kauf nehmen, zurück konnte ich immer noch, zumindest hoffte ich das. Im Notfall war ich ja auch noch Profi.
Aber dann war es ganz leicht, für nen Profi.
Der Wirt, ein Dünner mit einem Bauch, als wenn er einen Fußball unter dem Hemd trüge, schaute erstaunt, unternahm aber nichts. Er hielt ein Glas und ein Trockentuch in Händen, glotzte mich blöd an, wie ich hinter den Tresen und durch die Schiebetür in den Flur trat, der zum Hinterzimmer führte.
Er wird sich gedacht haben, was ein Hühnchen wie ich vier erwachsenen Männern wollen könnte.
Die saßen zu viert an einem Tisch, in einem total ungemütlichen Raum, tranken Bier aus Flaschen, die Luft rauchgeschwängert, dominiert von zwei kahlen Neonröhren. Gestank von schalem Bier und saurer Limonade entströmte Leergutkisten an der Wand, der Geruch nach WC-Reiniger durchsetzte sogar den Zigarren-Rauch. Der Typ, den ich kannte, dessen Name ich dem Staatsanwalt mitgeteilt und den ich gemeinsam mit dem inzwischen von uns Gegangenen escortiert hatte, der saß da in weißem Hemd und Gummihosenträgern und kaute auf einer langen Zigarre herum.
Sie schauten kaum auf, als ich den Raum betrat.
„Stör uns nicht, hau ab“, sagte mein Bekannter ohne mich zu erkennen, „das Klo ist eine Tür vorher.“
Wie cool sich Jungs vorkommen, wenn sie Zigarre rauchen. Ich nenn den, den ich schon kannte mal 'Den Dicken', ich könnte ihn auch 'Den Kurzen' nennen, aber das fände er vielleicht unfreundlich.
„Was willst du?“, er sprach an seiner Zigarre vorbei zu dem Haufen Geld, der auf dem Tisch lag, jetzt schien er sich an mich erinnert zu haben, „Gehe mit“, sprach er weiter und hantierte auf dem Tisch herum. War nicht schwer zu sehen, dass sie für mich keine Zeit und kein Interesse daran hatten, heraus zu finden, was ich hier wollte. Ich zu dem Dicken und mich an ihn rangeschmust. Er versuchte, an mir vorbei die anderen weiterhin im Auge zu behalten und knurrte:
„Zisch ab!“
Ich hatte ein Ziel, von dem aus mir 75.000 entgegenwinkten, ich mit der Hand in sein offenes Hemd und versuchte, ihn zu küssen, aber das mach mal, wenn er die Zigarre im Mund hat. Ich mein, wir hatten schon gevögelt, da wird man doch, ich mein, wir waren doch gute alte Bekannte, oder?
Naja, dann eben auf die laute Tour.
„Hört mal bitte zu!“
Ich kam mir vor wie in einer Fernsehschau, nur, sie nahmen keine Notiz von mir. Ich taperte herum wie die Staatsanwältin meiner Lieblingsgerichtsshow, es interessierte sie nicht die Bohne.
„Hallo? Es hat einen Mord gegeben! Kann mir jemand dazu etwas sagen?“
„Zwei Neue“, meinte der, der aussah wie ein Banker. Der, der aussah wie ein Bauarbeiter kaute seine Zigarre vom rechten Mundwinkel in den linken, gab dem Banker zwei Karten und glotzte hochkonzentriert den Dicken an, der winkte ab.
„Einer von euren Kumpels ist ermordet worden, und ihr spielt hier Karten!“, kann sein, dass ich etwas lauter wurde, weil, ich mein, die rührten sich nicht.
„Wer denn?“, der Dicke schaute kein bisschen auf, nichts zu machen.
Ich schob mich so in sein Blickfeld, dass er nicht an mir vorbeisehen konnte, er machte einen langen Hals, dann versuchte er, den Haufen Geld unter mir durch im Auge zu behalten, dann blickte er verärgert auf.
„Was denn?“
„Dein Kollege ist tot, interessiert dich das nicht?“
Wenn der Kommissar im Fernsehen so fragt, dann knicken die Verdächtigen ein, wenden ihren Blick gen Boden und gestehen. Der hier verlor die Geduld mit mir, schubste mich zur Seite und gestand:
„Ich hab keinen Kollegen, du bist im Weg, mach die Fliege!“
„Zweihundert!“, meinte er und warf Geldscheine auf den Haufen.
Ich kam so nicht weiter, sie waren zu tief ins Spiel versunken, als dass sie sich mit mir unterhalten würden.
Wir wissen doch alle, dass Männer nur das eine wollen, stimmts? Also!
Ich zog mir einen Stuhl heran und versuchte, ihre Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, kannte mich ja mittlerweile ganz gut aus, worauf die Männer wert legten.
Ich erst mal alles so zur Geltung gebracht, was ich zur Verfügung hatte und angefasst und rausgestreckt und rumgefummelt und dann angefangen, mich zu entblättern. Und immer dem Dunklen zugelächelt, dem Vierten im Bunde, der als einziger ab und zu mal herschaute. Und immer in seinem Blickfeld geblieben.
Es blieb nicht aus, dass ich davon heiß wurde, weil, ich finds spannend, wenn sie mich beobachten und mir dabei zuschauen.
Die hier dachten erst nicht dran, sie versuchten, sich auf ihr Spiel zu konzentrieren, nur der eine, der verlor mehr und mehr das Interesse am Spiel, kein Schwarzer, oder so, nur son bisschen dunkelhäutig, sah nett und gut und stramm aus.
Es ging dann richtig ab mit mir und ich ließ mich zu ziemlich unanständigen Dingen hinreißen und ich wurd heißer und heißer und nur der Dicke schaute nicht und meckerte dauernd rum, ich sollte verschwinden, aber der Dunkle verteidigte mich, und nach und nach die anderen auch und ich ließ mich gehen und machte Dinge, die man nicht in der Öffentlichkeit macht und die Meisten machen sowas überhaupt nie.
Letzten Endes saß ich splitternackig auf dem Stuhl und meinte:
„Wenn ihr es mir jetzt nicht besorgt, dann mach ich es selbst!“
Sie legten mich auf den Tisch, ließen Spiel Spiel sein und machten endlich das, wofür Männer da sind.
Etwas später lag ich auf dem Tisch und sie alle hatten sich an mir vergnügt, auch der Dicke. Der ging, bevor ich ihn was fragen konnte.
Ich war ziemlich besudelt, überall klebte ihr Zeugs, ich fühlte mich benutzt und gebraucht und es war schön und es war blöd, aber eigentlich hatte ich erreicht, was ich wollte: ich hatte ihre Aufmerksamkeit, sie waren entspannt und ganz gut drauf. Ich machte mich auf die Pirsch und fragte sie aus. Der Banker war neu in der Runde, sein Vorgänger war seit ein paar Tagen nicht mehr aufgetaucht, sie trafen sich jeden Freitag hier, seit etlichen Wochen, vorher hatten sie sich privat getroffen, aber das ging wegen ihrer Frauen nicht mehr und außerdem hätten sie bei niemandem Zuhause eine solche Nummer wie hier mit mir abziehen können und es hätte Spaß gemacht und ob ich ne Handynummer hätte und ob ich nächstes Mal wiederkommen könnte.
Das hatten die sich so gedacht, jedoch, von mir aus, ich mein, für 75 Riesen kann man schon mal stöhnen oder?
Mir fiel nichts mehr ein, was ich sie hätte fragen können.
Doch, eins noch: den Namen desjenigen, der weggeblieben war!?
Tja, das war meiner, der, den ich identifiziert hatte.
„Willst du die anderen Namen auch noch?“
„Welche anderen Namen?“
„Wir haben ein ziemliches Kommen und Gehen, es sind nur zwei aus der Ursprungsbesetzung hier.“
Der Dicke und er hier, der Bauarbeiter.
Aha, ja, wollte ich auch haben und sie gaben sich richtig Mühe und kriegten 6 Namen zusammen.
Sechs Namen? Es gab nur 4 Tote.
Die beiden der Stammbesatzung waren natürlich verdächtig.
Der Bauarbeiter kam nicht in Frage, ich fand ihn zu sympathisch, ich kann das mittlerweile ganz genau erkennen, schließlich hab ich meine Erfahrungen.
Ich brauchte nur eine Verbindung zwischen dem Dicken und dem Staatsanwalt nachzuweisen, dann war mein Verdacht erhärtet und meine Belohnung konnte ich in den Kamin schreiben, gab es keine Verbindung, so konnte ich kassieren.
Ich fragte ganz raffiniert nebenher:
„Wo wohnt denn der Dicke?“
„Keine Ahnung, aber er hat einen Laden, hier um die Ecke.“
Ich sofort hin. Kannst du mal sehen, ein Schlüsseldienst! Von dort zum kriminellen Milieu war es ja nur ein kleiner Schritt, ein ganz kleiner: tagsüber Omas abzocken, die sich ausgesperrt hatten und nachts Tresore aufstemmen.
Wie bekomme ich jetzt heraus, ob er ein Komplize des Staatsanwaltes war?
Fragen kost' nix, oder?
Ich rein und die Frau hinterm Tresen gefragt, sonne ganz Stabile:
„Kann ich bitte den Dicken sprechen?“, ich nannte natürlich seinen richtigen Namen, nicht, was du jetzt wieder denkst.
Er kam hinten aus seinem Kabuff gekrabbelt:
„Was willst du denn? Hast du noch nicht genug? Komm mit!“
Er setzte sich auf seine Liege, auf der er offensichtlich geruht hatte.
„Was gibt’s zu grinsen? Was willst du verrücktes Huhn?“
Auf einen Schlag fiel mir ein, wie ich zu meiner Information kommen konnte, ich machte auf blöd und musste ihn damit so weit reizen, dass er nicht darauf achtete, was er sagt:
„Hörmal, hab ich ja vorhin mitbekommen und hab ich auch schon so gehört, überall“
er machte ein überraschtes Gesicht, machte aber nichts, er fasste sich in Geduld.
„mein Freund, der Mattes hats mir auch schon erzählt, weil, er kennt sich auch aus und der sagte das auch“,
er wünschte sih, das ich zum Punkt käme, „der und sein Freund, der Helmut, die zocken auch schon mal, meistens sind sie aber auf der Trabrennbahn, aber die hat ja jetzt geschlossen, deswegen ...“
„Was möchtest du wissen?“, er klang noch nicht gereizt, ich musste ihm ein wenig mehr auf den Nerv gehen:
„Ja, und der Helmut, kennst du den Helmut?“
Er verdrehte die Augen.
„Kennst du den? Den Helmut?“
„Nein, ich kenn keinen Helmut!“, jetzt fing er an, die Geduld zu verlieren.
„Echt nicht? Das ist so ein Großer, dunkelblond, son Lockenkopf und hat immer eine Sonnenbrille auf“, ich beschrieb ihm Atze Schröder, „Ziemlich große Klappe immer, fährt sonen deutschen Sportwagen, na, wie heißen die noch? So flache, gelb, gibt’s auch in rot und silber, ja, und in schwarz.“
Es konnte nicht mehr lange dauern, dann war er so weit. Den vorletzten Schritt musste er selber einleiten, und den allerletzten auch.
„Wie heißen die noch?“, ich zeigte ihm die großen, vielgelobten Augen. Ich machte das Wohl der Welt davon abhängig, dass er wusste, welchen Sportwagen Atze Schröder fährt.
„Das weiß ich nicht! Was willst du?“, er steigerte die Stimmlage, da war er, der vorletzte Schritt.
„Wie? Was?“, ich wieder große Augen.
„Weshalb bist du hier?“, er sprach wieder leiser, hatte aber Volldampf drauf, er wollte nicht, dass man ihn im Laden hören konnte.
„Gefällt dir nicht, dass ich hier bin?“
Vor einer halben Stunde hatte er mich gepoppt, er gestand mir gewisse Privilegien zu, aber er war auch auf hundertachtzig. Bei Gegenlicht hätte man bestimmt sehen können, wie ihm der Dampf aus den Ohren kam, so viel Druck hatte der drauf.
„Im Moment würde ich nur gerne wissen, was du willst!“
Er hatte den Deckel auf seinem Dampfkochtopf ganz fest verschlossen.
„Ich?“, das war der letzte Tropfen, ich schwör!
„Ja, siehst du sonst noch jemanden?“, er hob wieder seine Stimme, der letzte Schritt, jetzt oder nie.
Er atmete tief ein um wirklich zu explodieren, da fragte ich schnell:
„Der Staatsanwalt, der gehört doch auch zu den Spielern, stimmts?“
Seine Gesichtszüge waren entgleist, seine nackte, entnervte Seele schaute mich an, in dem Moment bist du nicht mehr rational, du kannst nicht mehr abwägen, sondern du sagst die Wahrheit:
„Wie? Wie heißt der?“
Ich wiederholte seinen Namen.
„Näh! Nie gehört! Staatsanwalt? Nee, kenn ich nicht!“
Der Dampf war raus, ich hatte meine Information.
„Und weil du das wissen willst, bist du hier?“
Für die Information hatte ich sogar mit ihm gepoppt, mit ihm und den anderen. Aber das war es wert, denn offensichtlich gehörte der Staatsanwalt nicht zu dem Spielerzirkel und was bedeutete was? Genau, das bedeutete 75 Tausend für Jenny!
Ich stand gerade zu Hause unter der Dusche, da ging das Telefon. Typisch, oder? Konnte ja der Kowalek sein, deswegen gehe ich immer ran. An Mattes hab ich nicht mehr gedacht, da hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben, dass der sich selbst mal meldete, und die Befürchtung verdrängt, dass der tatsächlich einen Termin für uns beide verkauft haben könnte.
Es war der Mattes und er rief nicht nur an, um mir 'Hallo' zu sagen, sondern er hatte einen Termin gemacht. Himmisackzefix! Er hatte einen Kunden gefunden, der uns beide gemeinsam gebucht hatte.
Morgen.
Ahje, Kappes. Mir war nicht wohl bei dem Gedanken, was sie dort mit mir anstellen würden, das machte mir einen schweren Magen, echt.
Ich versuchte es mit einer Ausrede, aber da fiel er nicht drauf rein:.
„Nee, Schatz, das letzte Mal hattest du am 24. die Tage, das war vor 2 Wochen, komm mir nicht so, ich habs aufgeschrieben.“
Siehste? Der hat wirklich viel Erfahrung und lässt sich nicht auf der Nase rumtanzen. Starker Typ, der Mattes.
Ich beruhigte mich damit, dass er schon weiß, was er macht und dass er das morgen schon schaukeln wird. Die Dümmste bin ich ja auch nicht, ich weiß mir immer zu helfen. Also, keine Angst.
Es war ein Kompliment, dass er es gerne mit mir machte, er, als Profi. Trotzdem war mir nicht wohl.
Für den Termin mit Mattes plante ich den gesamten Nachmittag und Abend ein, den Kowalek informierte ich gleich bei Schichtbeginn am nächsten Morgen, dass ich nachmittags gebucht war. Kam in der letzten Zeit häufiger vor, ich baute mir langsam eine Existenz außerhalb des Hotels auf.
Außerhalb, das hatte mir der Kowalek verraten, sollte ich mehr nehmen, erst hab ich mich nicht getraut, weil, war ja immer noch die kleine Jenny, die sie buchten, aber es gab keinerlei Einwände und ich machs schließlich für Geld oder?
Siehste und bei Geld ist es so: je mehr, desto besser.
Der Termin mit Mattes sollte viel einbringen, das war einer der Gründe, warum ich so ein Lampenfieber hatte, der zweite war: wir waren vorher bei einem Kostümmacher beim Theater, ein Bekannter von Mattes, und der hatte für mich ein Kostüm entworfen und hergestellt, also, ich kann nur sagen: echt heiß. Ich hatte Schiss, mich vor Fremden darin zu zeigen, kein Witz, es war sagenhaft unanständig und einfach heiß, oberheiß.
Es bestand nur aus schwarzen Lederbändern, breit wie ein Maßband, die er um mich rumschlang und einem winzigen, eingesteckten Dreieck. Wenn ich das Ding trug, war ich trotzdem von allen Seiten zugänglich und wenn ich daran dachte, wie hoch die Gage sein würde und wieviele Männer dazu notwendig waren, um eine solche Gage zu rechtfertigen, da wurde mir wirklich angst und bange. Ein kurzer Wickelrock gehörte noch dazu und das war, bis auf geschnürte hohe-Hacken-Sandalen mein Outfit. Mattes hatte mir angekündigt, ich würde mit gleichen Lederriemen gefesselt und ich sollte ihm vertrauen.
Ihm vertrauen, eieiei.
Verstehste meine Angst?
Dann war es viel harmloser als befürchtet und viel anstrengender, als gedacht:
Wir blieben nämlich unter uns, der Mattes und ich.
Es war eine Riesensause, das Klassentreffen eines ganzen Jahrgangs von zwei Schulen mit mehr als zweihundert Leuten, alle etwas älter als wir, so Mitte-Ende Zwanzig.
Das ganze fand in einer gemieteten Saunalandschaft, mit Ruhezone und Schwimmbad statt, eine Anlage, die ich bis daher nicht kannte, etwas außerhalb. Du kannst dir die Großkotzigkeit nicht vorstellen, aber, will jetzt nicht meckern.
Mattes und ich sollten in einem Glaskasten herumturnen, der direkt an der Tanzfläche stand, etwas oberhalb. Es war beklemmend, vor so vielen Leuten, meine Güte!
Na, dann gabs noch eine bescheuerte Bedingung: wir waren von 20 bis 23 Uhr gebucht, nach uns traten noch zwei Mädels auf und danach zwei Jungs, aber, wir waren der Hauptact und mussten drei Stunden vögeln. Drei Stunden in aller Öffentlichkeit.
Mit Kamabir, das kam mir auch sehr lange vor und der hat mich auch wirklich, also, ich kann dir sagen, aber das waren nie und nimmer drei Stunden!
Mattes meinte ganz cool, ich wär zuständig dafür, dass seiner in Form bliebe. Der machte es sich einfach.
Ah, nee, immer ich, fällt dir auch auf, oder? Immer hab ich die, äh, schlechteren Karten.
Mattes trug eine Lederjeans und einen Lederslip und am Oberkörper ebenfalls Lederschnüre, sahen über der Jeans aus wie Hosenträger, aber nicht weiter sagen, ich hab auch nicht gelacht.
Die Musik ballerte in unserem Glasverschlag, die Gesichter waren uns zugewandt und wir sollten drei Stunden poppen. Wir verplemperten erst mal eine Menge Zeit, indem wir so heiß wie möglich tanzten. Mattes konnte tanzen, Klasse, echt, ähnlich wie Discofox oder Salsa, irgendwie schmutzig, geil.
Ich konnte seinen Schweiß riechen, den mochte ich, und überließ ihm alles, ihm und seiner Erfahrung, ließ mich fallen, aus der Nervosität heraus in seine kraftvollen Arme, freute mich auf den Sex, freute mich darauf, mich zu zeigen. Der Gedanke daran weckte in mir die Geilheit, das starke Gefühl, das stärker ist als jede Hemmung, stärker als alles, was uns im Weg war. Meine Haut straffte sich, ich straffte mich, bereit, mich zu geben.
„Wah!“, meinte Mattes, als ich ihm mein Knie unter die Achsel schob, er spürte es auch.
Jepp, ging ab, Leute. Ich wollte sehen, wohin die Lederschnüre bei ihm führten und half ihm aus der Hose.
Er wickelte mich, quasi als Vergeltung, aus dem Röckchen und zeigte mich dem Volke. Ah, nee, war ich heiß, heh! Es hielt mich nichts in meinen Klamotten, ich wollte es ihnen zeigen, ich wollte nackt sein, los.
Mattes lachte, als wenn er meine Gedanken lesen könnte.
Na warte!
Ich tastete mich in seinen Lederslip, da verging ihm schlagartig das Lachen. Ich wollte nicht mehr warten, wollte keine Zeit mehr verplempern, für mich war es aufreizend genug. Ich zeigte den Leuten, was Mattes da in seiner Hose aufbewahrte, musste dran schlecken, ein wunderbares Ding, cool und schön und geschmeidig und weich und hart und alles und lecker.
Joh, äh, nee, ich will jetzt nicht, äh, jedenfalls, es ging richtig ab mit uns beiden, wir rockten die Hütte, ich sah durchs Glas, dass wir eine Reihe von Leuten dazu animierten, es uns nachzumachen. Das Gejammer und Gestöhne war bis hierher zu hören, wenn wir mal ne Pause machten oder während eines Stellungswechsels. Ansonsten waren wir selbst mit der Produktion von eindeutigen Geräuschen beschäftigt.
Nach Ablauf der drei Stunden mussten sie uns raus holen, weil wir nicht daran dachten, aufzuhören. Es war, mit einem Wort, affengeil.
Wir waren aufgedreht und konnten nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, hängten einen Saunagang an, ich hüpfte erst ins eiskalte Tauchbecken, dann rasch ins normale Schwimmbecken und entspannte mich langsam.
Ich sammelte Mattes auf, der schlief im Ruhebereich und wir verlagerten uns in mein Stamm-Steak-Haus, danach gingen wir zu ihm und wir schliefen zum zweiten Mal unter einer Decke.
Mattes ist echt süß. Und saustark.
Kowalek scheuchte mich hoch, wo ich denn bliebe? Ich zum Hotel und zum Dienst, er schaute streng, ich war 5 Minuten zu spät.
„Vorfreude ist die schönste Freude, davon hat der Kunde mehr gehabt, als ihm zusteht. Wie kann ich das abrechnen?“, zog ich meinen Ziehpapa auf. Der tat so, als wenn er mich schlagen wollte, ich flitzte schnell in Richtung Lift.
Der Kowalek ist voll ok.
Der Scheck des Staatsanwaltes knisterte in meiner Tasche.
Wollte Jenny den einlösen? Jaha! Und ob sie wollte. Hatte ich einen Mörder, hatte ich einen Verdächtigen?
Nein, hatte ich nicht, aber der Staatsanwalt gehörte nicht zu den Spielern, also war der Weg zu den 75 Tausend frei.
Also, Scheck einlösen?
Erst abwarten, was denn die Ermittlung gegen den Dicken erbrachte, dessen Namen hatte ich dem Staatsanwalt genannt, die 6 Namen, die mir die Pokerrunde genannt hatte, hielt ich in der Hinterhand.
Ich kam mir total schlau vor.
Nach dem Termin zog ich mir unauffällige Teenie-Klamotten an und machte mich auf, die Adressen der 6 Verschwundenen aufzusuchen.
Aber erst nochmal zum Bauarbeiter, ich musste noch etwas wissen.
„Um wieviel Geld wird normalerweise gespielt?“
„Will ma sagen, so, zirka, 1-2 Tausend.“
„Pro Abend ist das aber nicht soooo viel.“
„Stimmt, ist auch pro Spiel, es lagen sogar mal, will ma sagen, zwölftausend im Pott.“
„Zwölf … äh ..tausend?“
„Will mal sagen, das war jetzt das eine Mal, so viel ist nicht jeden Abend im Pott, will mal sagen, so 5-6 Tausend sind mehrmals pro Abend drin.“
„Wieviel trägt denn der Gewinner nach Hause?“
„Will mal sagen, der Dicke hatte gestern über 15 Mille in der Tasche, obwohl du, öhm, dazwischen gekommen bist.“
Da hatte ich mein Motiv: das Geld!
„Und der, wegen dem ich gestern da war, wieviel hatte der gewonnen?“
„Will mal sagen, der hatte an dem Abend aber voll abgesahnt, der hatte bestimt, äh, will mal sagen, so 25-30 Mille hatte der in seinem Bündel!“
„Wie, Bündel?“
„Will mal sagen, der war, will mal sagen, Gebrauchtwagenhändler, der hatte immer son Bündel Geldscheine, aber das hatte er immer, will mal sagen, in der rechten Hosentasche und das Pokergeld in der, will mal sagen, anderen Tasche. Und in der Pokertasche waren mindestens, will mal sagen, 25-30 Mille.“
Nicht, dass der mir mit seinem 'will mal sagen' auf die Nerven ging, na-ein.
Ich saß bei dem Bauarbeiter in der Küche, seine Frau rannte dauernd raus und kam nach einigen Sekunden wieder rein, raus und wieder rein. Ich sah aus, wie ein beliebiges Schulmädchen, trotzdem ließ sie ihren Bauarbeiter nicht mit mir alleine.
„Jetzt sag doch mal, ganz unter uns,“ die Frau lauschte krampfhaft, aber ich sprach so leise, dass sie es nicht verstehen konnte, „jetzt sag doch mal, wie kommst du in die Runde?“
„Mein erster Chef, will ma sagen, der hat mich, will ma sagen, da reingeholt. Der hat, will ma sagen, niemandem in der Runde getraut, dachte, die würden ihn, will ma sagen, übers Ohr hauen. Der hat nur mitgespielt, wenn ich gegeben habe. Und er mir, will ma sagen, da einen Jonb besorgt: ich bin der Geber: ich geb die Karten und die geben mir 2 % vom Umsatz, deswegen weiß ich auch immer, will ma sagen, wieviel, will ma sagen.“
Der wollte noch mit mir anbandeln, der will-mal-sagen, aber ich war froh, dass ich aus der Küche rauskonnte, lieber Himmel.
Ob das eine Krankheit ist? Die 'Will-ma-sagen'-Krankheit?
Wem geb ich die Information mit dem Geldbündel weiter? Der Kommissarin oder Kowaleks Anwalt?
Am besten meinem Staatsanwalt.
Um zu verdeutlichen, von wem ich spreche, nenn ich mal den, den ich erst escortiert und dann identifiziert hatte, den nenn ich Jürgen, ok?
Die wahren Namen kann ich nicht nennen, müsste jedem einleuchten.
„Habt ihr bei dem toten Jürgen zwei Geldrollen gefunden, eine in der linken Hosentasche mit knapp 30.000 Euro?“
Von wem ich die Info hatte, würd ich ihm nicht auf die Nase binden, ist Informantenschutz, Ehrensache. Sie hatten keine Geldrolle gefunden, weder in der rechten noch in der linken Tasche.
Ich den Bauarbeiter noch mal angerufen, der meinte, wir müssten uns unbedingt morgen treffen, weil, da hätt er, (will ma sagen), seinen Taubenvereinsabend und seine Frau irgendwas Handwerkliches, Stricken oder Häkeln oder Basteln, da könnte er zu mir kommen.
Ja, nee, hatt ich schon den ganzen Tag von geträumt, aber musste ich leider drauf verzichten.
Der, der als vorletzter gestorben wär, ob der an seinem letzten Abend gewonnen oder verloren hätte, wollte ich wissen?
„Will ma sagen: gewonnen, jetzt wo du es, will ma sagen, sagst. Der hatte ne richtige Strähne, hatte der. Hat sogar fast böses Blut gegeben, will ma sagen, zwischen dem Jürgen und dem.“
Na, da war der Fall für mich klar, für dich doch auch, oder? Der Mörder konnte nur jemand aus der Runde gewesen sein: Motiv Habsucht. Der Täter wusste, wer viel gewonnen hatte und murkste ihn ab, ganz simpel. Fall gelöst, der Staatsanwalt war nicht beteiligt, ich konnte den Scheck einlösen.
Kam ja nur der Bauarbeiter oder der Dicke in Frage, weil, die waren diejenigen, die am längsten dabei waren.
Oder ganz jemand anderes, der Staatsanwalt zum Beispiel.
Das war aber doch kompliziert, echt. Dammich.
Ich hatte einen Termin im Hotel.
Nach dem Termin hatte ich noch einen Termin. Manche Kunden sind extrem anstrengend, deswegen musste ich mich nach dem erst einmal hinlegen.
Nadine rief an, ob wir einen Kaffee trinken, war ne gute Idee, um auf andere Gedanken zu kommen. Wir saßen da in der Sonne und gaben uns dem hin, was der Kowalek 'ratschen' nannte.
Ich weiß nicht, aber, das bläst einem als Frau die Hirnwindungen sauber, wenn man alles das, was man sich so gedacht hat, seiner Freundin erzählt, es einfach raus lasst, dann ist wieder Platz für neue Gedanken.
Auf einmal, 'Zack', da hatte ich es.
Ich wieder zu der Kneipe, Nadine wollte mit, obwohl ich ihr nix gesagt hab, weder von meinen Ermittlungen und schon garnicht von der Belohnung.
Wir da rein und an den Tresen, der Wirt war ganz alleine da. Nadine hatte ich das mit dessen Bauch erzählt und jetzt schaute sie darauf und giggerte die ganze Zeit.
Die kannst du nirgendwohin mitnehmen.
Ich musste aber auch giggern, so war das nicht.
Der Wirt versuchte, freundlich zu sein, gab uns nen Prosecco aus. Wir kamen auf den Pokerabend zu sprechen und da erkannte er mich erst.
„Mann, Mann, Mann, die Jungs hast du aber fertig gemacht!“, gerade waren wir noch beim 'Sie'.
Du konntest sehen, wie er Nadine einschätzte und dann, wie er sich vorstellte, was wir drei alles so erleben könnten. Er gab noch einen Prosecco aus und wurde sehr zutraulich. Gut so, konnte ich besser unauffällig fragen, klar.
Wie lange es denn die Pokerabende schon gibt? Vier Monate.
Die Pokerrunde würde doch ganz schön Umsatz bringen, oder? Interessierte mich jetzt so als Hotelfachfrau.
Umsatz bei denen auf dem Tisch schon, aber die würden nix essen und nur wenig trinken, nee, von deren Umsatz könnte er nicht leben, obwohl sie 3-4 Mal im Monat kämen.
Der 'will-ma-sagen' hatte gesagt, jeden Freitag, was denn jetzt?
Wann denn wieder?
Jetzt Freitag.
Na bitte!
Er meinte, wenn ich beim nächsten Mal auch käme, könnte er, wenn ich ne halbe Stunde vorher da wär, mich schonmal in Stimmung bringen.
Ich musste dran denken, wie der Fußball unter dem Polo-Shirt wohl nackig aussah und musste kichern, schaute Nadine an, die musste auch kichern, weil sie das Gleiche dachte. Ab da brachten wir kein vernünftiges Wort mehr raus, der Wirt wurde sauer und wir gingen lieber.
Wir uns draußen erst mal ausgeschüttet vor Lachen, mit der Nadine kannste echt Spaß haben.
„In die Kneipe geht auch kein Schwein!“, meinte Nadine so.
„Kein Wunder, so unappetitlich wie der aussieht, möchtste bei dem etwas essen?“
Wir giggerten auf dem gesamten Rückweg, hat Spaß gemacht.
Wer war denn jetzt mein Täter?
'Dicker' oder 'will-ma-sagen'- Bauarbeiter. Sozialneid könnte das Stichwort für das Motiv des Bauarbeiters sein, obwohl, seine Bruchbude sah nicht danach aus, als ob er vor Kurzem mehr als 30.000 Euro geerbt hätte.
'Erben' zu sagen, wenn man jemanden ermordet hat, um ihn auszurauben ist ganz schön cool, oder? Ich musste wieder kichern, Nadine schaute mich an und kicherte aus Solidarität mit. Nur am Kichern, die ganze Zeit.
Mattes rief an, ob ich ein wenig kuscheln käme?
Süß, oder?
„Nee, hab einen Termin!“
Wir verabredeten uns für abends, im Steak-Haus. Ob das was wird, mit mir und Mattes?
Erst am nächsten Morgen dachte ich wieder an meine Mörder, als ich in Mattes Bad den Scheck in meiner Tasche sah.
Auf dem Weg zum Dienst ins Hotel wollte ich an die Mörder denken, ging aber nicht, ich musste an etwas anderes denken.
Mattes ist wirklich süß, ein Starker, aber süß, stark und süß.
Die Kommissarin forderte mich auf, sie im Präsidium zu besuchen, heute, 15:00Uhr, musste ich ablehnen:
„Leider! Ich kann nicht, hab Termine!“, seh ich aus, als wenn ich auf Gonokokken stehe?
„Ich kann Sie abholen lassen.“
„Um 15:00 Uhr kann ich nicht.“
„Wann können Sie denn?“, die kann echt blöd fragen.
„Übermorgen?“
„Wo befinden Sie sich im Augenblick? Ich lasse Sie auf offener Straße verhaften, da kenn ich nichts!“
Ist das eine Zimtzicke! Die soll mich kennen lernen.
„Um 18:30 könnte ich, wenn wir uns im Café Sander treffen können?“, ich wollte nicht zu den Gonokokken, „Oder, sagen Sie doch am Telefon, was Sie wollen?“
„18:30, Café Sander, einverstanden. Wenn Sie nicht kommen, dann lasse ich Sie noch in der Nacht verhaften, haben wir uns verstanden?“
Sie kam eine Viertelstunde zu spät, trug ein olles Kord-Jackett und eine gammelige Kord-Hose, beides sah aus, als wenn sie es aus der Altkleidersammlung hätte, und sie stellte ihre Speckrollen unter einem zu engen Pullover zur Schau.
So gekleidet würde ich noch nicht einmal in den Keller gehen. Ob ich der von der Belohnung mal neue Klamotten kaufen sollte? Ich musste lachen und begrüßte sie mit einem Lächeln.
Was machst du, wenn dich jemand mit einem Lächeln begrüßt? Du lächelst zurück, stimmts?
Die nicht, die guckte verklemmt, griesgrämig, misstrauisch.
Es machte mir Spaß, dass es mir gut ging und die Tante ihren Frust an Leuten wie mir auslassen musste.
Arme Socke.
Sie setzte sich, als wenn es ihr Tisch wäre, beachtete die Bedienung nicht, die freundlich lächelnd nach der Bestellung fragte, beachtete mich nicht, nahm ihr Handy aus der Tasche und werkelte daran herum, beide Ellbogen auf dem Tisch.
Wenn das nicht arm ist, dann weiß ich es nicht.
Ich bat die Bedienung, mir noch ein Wasser zu bringen. Die arbeitete auch nur für Geld und nicht, weil sie von Geburt an einen niedrigen Stand hatte und es erdulden musste, dass die Frau Gräfin sie wie Dreck behandelte.
Ist doch wahr.
Ich bat um die Rechnung, ich hatte unsere Verabredung eingehalten und beendete sie jetzt. Zuzusehen, wie sie sich schlecht benahm, war nicht Bestandteil unserer Vereinbarung. Ich zahlte, schnappte meine Tasche und wollte mich von Dannen machen, da meinte sie:
„Wo wollen Sie denn hin?“
„Ich? Ich habe unsere Verabredung eingehalten und verschwinde jetzt, Wiedersehen!“
„Setzen Sie sich wieder hin!“
„Anderenfalls erschießen Sie mich auf der Flucht?“
Sie hatte immer noch die roten Äderchen in den Augen, ob das Weiße noch gelb war, konnte ich in der schwachen Beleuchtung nicht erkennen, aber die dummen Kuhaugen, die sah ich deutlich.
Ich ging, soll mich die doch am Abend besuchen, die Zippe die.
„Hallo?“, rief sie hinter mir her, laut durchs vornehme und diskrete Café Sander.
Sie kam angerannt und hielt mich am Arm fest:
„Sie kommen jetzt wieder mit und setzen sich zu mir an den Tisch!“
„Sonst?“, ich war geladen, kannste glauben.
Ich ging natürlich mit, ich war bereit, aber das muss doch unter menschenwürdigen Umständen möglich sein oder nicht? Wir saßen wieder.
„Ich sag Ihnen schon, wann Sie gehen können!“
Das ist doch der Gipfel! Ich geh, wann ich will!
Ich wieder hoch:
„Schicken Sie mir eine Vorladung, oder, noch besser, schicken Sie sie meinem Anwalt, der kümmert sich darum!“
Ich hatte jetzt definitiv genug.
Sie rannte auf der Straße hinter mir her, ich hörte ihr nicht zu, bis sie sich vor mich stellte:
„Sie bleiben sofort stehen!“, die hatte ne Macke,„Ich brauche Ihre Aussage!“
„Die Adresse meines Anwaltes haben Sie?“
„Jenny, Sie sind verpflichtet, eine Aussage zu machen. Sie behindern die Ermittlungen!“
'Hier sehen Sie eine Frau, die eine medizinisch seltene Vollmacke hat.'
Sie versuchte, mich fest zu halten.
„Wenn Sie mich weiterhin belästigen, rufe ich die Polizei!“
Sie grinste nur blöd, als wenn sie sich alles erlauben dürfte und ich nichts dagegen unternehmen könnte. Ich wählte 110.
„Polizeinotrufzentrale“
„Mein Name ist Jenny, ich befinde mich auf der Einkaufstraße in Höhe Café Sander und werde belästigt, bitte helfen Sie mir!“
Sie versuchte, mir das Handy zu entreißen.
„Bitte, beeilen Sie sich!“
„Sind Sie verrückt geworden?“, die Lautstärke schien ihr Markenzeichen zu sein. Wenn ich so schlecht aus dem Mund riechen würde wie die, dann würd ich nicht so nah an meine Gegenüber rangehen und ihnen nicht direkt ins Gesicht sprechen.
„Sie! Sie lassen mich jetzt in Ruhe, sonst lasse ich Sie in Haft nehmen, sie durchgeknallte Tussi!“, ich kann auch starke Sprüche machen, so ist das ja nicht.
Ein Blaulicht zuckte und ein Streifenwagen bog ums Eck, ich winkte.
„Die Bekloppte da ..“, ich zeigte mit dem Finger und sie wedelte mit ihrem Dienstausweis.
„Was ist passiert?“, der Streifenbeamte war einer wie aus dem Bilderbuch, graue Haare, gütiges Gesicht, dem troff die Menschenkenntnis und die Güte aus jedem Knopfloch und er strahlte eine Ruhe aus, toll. Den als Großvater und du brauchst als Kind nie Angst zu haben, so ein Typ war das.
„Die Person ..!“, keifte die Kommissarin los. Der Polizist hob nur die Hand in ihre Richtung, da war sie still.
„Wir waren verabredet, jetzt lässt sie mich nicht mehr gehen.“
„Ist die junge Frau verhaftet?“, fragte der Polizist.
„Nein! Aber ich brauche ihre Aussage!“
„Vorläufig festgenommen?“, er ließ sich nicht beirren.
„Nein, aber ..!“
„Sie können gehen“, wandte sich der Bu ... der Schutzmann an mich.
Die Kommissarin zeterte noch herum, der Polizist ließ aber keinen Zweifel, dass sie zu warten hätte, bis ich weg war.
Geht doch!
Drei Minuten später hatte ich sie am Telefon, ich sah es am Display.
„Wenn Sie mich auch noch am Telefon belästigen, dann zeige ich Sie an, da können Sie Gift drauf nehmen!“, ich hatte mich noch nicht abgeregt. Diese durchgeknallte, machtgeile Wasweißich was die war.
„Nein, Jenny, nein. Hören Sie mir mal zu!“
„Haben Sie 'bitte' gesagt? Nein? Dann auf Wiederhören.“
Ich hatte echt den Papp auf und drückte sie weg.
„Bitte, Jenny, bitte!“, einige Minuten später.
Sie hätte es viel einfacher haben können, stimmts?
„Was wollen Sie!“, in zehn Minuten hatte ich einen Termin, da musste ich gut gelaunt auftreten und das war mir unmöglich, wenn mich die Problem-Tussi so drangsalierte.
'Problem-Tussi' ist gut, triffts genau.
„Ich brauche Ihre Aussage.“
„Welche Aussage?“
Sie machte ein Pause.
„Sagen Sie mal, wollen Sie mich verarschen?“
Was wollte sie jetzt wieder? Was schreit die mich an? Die müsste mal jemand richtig durchnudeln, Mensch. Ist doch wahr.
„Wie oft habe ich sie gefragt, ob Sie dem Staatsanwalt Informationen gegeben haben?“, sie schrie immer noch.
„Kein Mal?“, schlug ich vor, ich hatte sie mittlerweile bis hier.
Sie schnaufte.
„Ich habe Sie noch nicht gefragt, ob sie den …?“, sie schrie erst und knirschte dann.
„Haben Sie dem Staatsanwalt Informationen gegeben?“, sie sprach anscheinend durch die zusammengebissenen Zähne.
Warum sollte ich der das auf die Nase binden? Ob die was von der Belohnung abhaben wollte?
Mann, Mann, Mann war die kompliziert.
„Wieso?“
Da hatte ich sie wieder am Schreien, aber keine Zeit mehr und schaltete das Handy aus.
Am nächsten Morgen stand sie im Frühstücksraum neben meinem Teller.
„Was ist?“
Es passiert selten, aber es kommt vor, dass ich nicht gut drauf bin. Könnte zum Beispiel durch eine schlecht gekleidete Polizistin ausgelöst werden, die neben meinem Frühstücksteller auftaucht.
„Kann ich Sie kurz sprechen?“
Das hörte sich doch ganz nett an, sollte ich sie wieder wegschicken? Dann schrie sie womöglich hier rum.
Ich deutete auf den Platz gegenüber, Hannah kam angeflitzt und schenkte Kaffee ein.
Sie benahm sich gesittet.
„Sie könnten mir bei den Ermittlungen behilflich sein.“
„Warum sollte ich?“
Sie biss auf ihre Zähne, dass die Wangenknochen oder was sich unter der Haut dort bewegte, ruckartig hervorstachen.
Sie wurde blass und sprang auf:
„Gut, wenn Sie nicht wollen!“
Sowas war zu befürchten, stimmts? Sie brauchte nur zu sagen: 'Um einen Mörder zu fangen', oder sonst eine Begründung, aber nee, machte einen auf angestochenes Kalb, oder kopfloses Huhn.
Die war ja bekloppt.
Mit dem Staatsanwalt kam ich besser klar. Bevor ich ihm eine Frage stellen konnte, hatte der mir schon wieder ein Date aufgeschwatzt, dieses Mal in sonem Schicki-Micki-seht-mal-was-ich-vornehm-bin-Restaurant.
Sie hätten den Bauarbeiter verhaftet, erzählte er. Meine Informationen musste ich aus seinen Komplimenten genau so rausfischen wie das Essen aus der Dekoration auf dem Teller.
Bevor er in seinem Bett loslegen durfte, wollte ich erst noch wissen, wie das mit meiner Belohnung ist, direkt fragen konnte ich natürlich nicht.
„Habt ihr das Geld gefunden?“
„Danach 'Kuss' suchen 'Kuss' meine 'schmatz' Leute 'schlürf' noch.“
„Habt ihr denn noch andere Verdächtige?“, mich zum Beispiel?
„Ja 'schleck' sicher 'knabber'“
„Bin ich denn verdächtig?“, ich hätte mir auf die Zunge beißen können, aber es war raus.
„Du? Was hast du denn auf dem Kerbholz, dass wir dich verdächtigen könnten?“
Wenn ich jetzt kichern oder mich sonstwie blöd benehmen würde, würde er mich im Bett verhaften lassen.
Bevor ich etwas sagen konnte, klingelte sein Handy. Die Kommissarin fragte nach, ob er wüsste, wo ich mich aufhalte.
„Sie fragen mich, wo Ihre Verdächtige ist?“, damit log er nicht und machte trotzdem die Kommissarin fertig.
Er lauschte kurz, dann wurds gefährlich:
„Was liegt denn gegen sie vor?“
„Aha!“, er schaute mich an, während er den Ausführungen der Kommissarin lauschte.
„Ach?“
„Achwas!“
„Halten Sie mich auf dem Laufenden!“
„Ich glaub,“ bemerkte er nebenbei, nachdem er eingehängt hatte, „ich glaub, die mag dich nicht. Wo waren wir stehen geblieben?“
Ich hing immer noch in der Luft. War ich jetzt verdächtig oder nicht? Konnte ich den Scheck einlösen oder nicht?
Als ich aus seiner Wohnung auf die Straße trat, stand sie da, die Kommissarin, blöd grinsend an ihr Auto gelehnt und nickte vielsagend.
„Ich nehme Sie fest wegen des Verdachtes der Vorteilsgewährung. Hände auf den Rücken!“
„Sie sind ja total bekloppt!“, entfuhr es mir, „Momentchen!“, ich wollte den Staatsanwalt anrufen.
„Nichts da, Hände auf den Rücken, sie sind vorläufig festgenommen!“
Sie schleppten mich in eine der Zellen, ich saß wieder da in Unterwäsche, sammelte Gonokokken ein und niemand wusste, dass ich hier war. Was passierte jetzt?
Ich entdeckte einen Klingelknopf, es erschien jemand:
„Ich muss telefonieren!“
„Mit welcher Nummer?“
„Die weiß ich nicht auswendig, dazu brauche ich mein Handy.“
„Handys sind hier nicht gestattet.“
Ich nannte den Namen des Staatsanwaltes. Zwanzig Minuten später öffnete er die Tür und ich fiel ihm in die Arme.
Er schob mich auf Distanz:
„Wir müssen Abstand wahren, junge Frau,“ hinter ihm stand eine Polizistin und beobachtete uns interessiert.
Ich bekam meine Klamotten, zog mich an und durfte gehen, mein Staatsanwalt war schon weg. Sein Handy war ausgeschaltet, ich konnte mich nicht bei ihm bedanken. Was war los?
Jedenfalls konnte ich den Scheck nicht einlösen, ging nicht.
Am nächsten Morgen kriegte ich ihn vom Apparat der Hotel-Rezeption aus auf seinem Dienstapparat.
„Was passiert zwischen euch, dir und der Kommissarin?“, jetzt sag mal ehrlich: woher sollte ich das wissen?
„Keine Ahnung, was die hat, ich hab auf jeden Fall zum zweiten Mal in dem Loch gesessen, weil die Frau bescheuert ist!“
„Bist du denn in den Fall involviert?“
„Bitte?“
„Ob du etwas mit dem Fall zu tun hast?“
„Aber nein! Garnichts! Eines der Mordopfer war drei Tage vorher mein Kunde, aber das weißt du ja, ansonsten hab ich nichts damit zu tun!“
„Ich blicke noch nicht ganz durch. Bevor wir uns noch einmal sehen, muss das erst geklärt werden. Die Kommissarin hat ein internes Ermittlungsverfahren gegen mich eingeleitet.“
„Ach du liebes Pikaninchen. Sei vorsichtig, die ist bekloppt!“
„Ich merke das schon. Ich hab noch ein anderes Handy, ruf mich darauf an, wenn du etwas wissen musst, ok?“
Hör mal, was für ein Geheimkram! War ja fast wie bei James Bond.
Es klingelte an der Tür, noch keine 7 Uhr. Am Morgen!
Es standen zwei Uniformierte vor mir.
„Sind Sie Jenny? Bitte, kommen Sie mit ins Präsidium!“
Gibt’s doch nicht! Sie sperrten mich wieder in dieses Loch ein. Dieses Mal war ich schlauer und hatte ne lange Unterhose drunter, aber trotzdem.
Nach mehreren Stunden holten sie mich hoch in einen Verhörraum. Sie saß da und grinste blöd. Ich war vorher schon sauer, kann man sich ja vorstellen.
„Ohne meinen Anwalt sag ich kein Wort.“
„Von mir aus brauchen Sie auch nichts zu sagen, ich erzähle Ihnen was: Wir haben den Fall gelöst.“
„Ach, dann kann ich ja gehen.“
„Tja, Sie bleiben noch ein wenig: Beihilfe zum Mord in vier Fällen, nach § 38 StGb gibt’s dafür bis zu 15 Jahre Haft. Nach 15 Jahren Knast zahlt Ihnen niemand mehr einen Pfifferling für Sex. Dann ist Ihre Dose so ausgeleiert, da spüren Sie nichts mehr, das können Sie mir glauben, Schätzchen.“
„Ich möchte meinen Anwalt.“
„Sie haben einen Anwalt?“
„Ein Anruf steht mir zu!“
„Sie schauen zu viele amerikanische Filme, Schätzchen, Sie haben nicht das Recht auf einen Anruf. Aber ich will mal nicht so sein.
Welche Nummer hat Ihr Anwalt?“
„Wie, welche Nummer?“
„Telefonnummer vielleicht? Wie wollen Sie Ihren Anwalt anrufen, wenn Sie seine Nummer nicht wissen? Kindchen, Sie sind verloren, sehen Sie es ein?“
Sie stand da und grinste mich blöd und triumphierend und doppelt blöd an.
„Haben Sie nur den einen Pullover?“, ich konnte es mir nicht verkneifen, schon weil ich so sauer war.
Das zu enge Ding schien ihr ans Herz gewachsen zu sein. Man konnte ihr zu ihrem guten Geschmack nur gratulieren, denn es brachte ihre Speckrollen sehr schön zur Geltung. Sie verschränkte Arme und Beine, 'Treffer!' würde ich sagen.
„Die Witzchen werden Ihnen noch vergehen, da nützt Ihnen weder ein Rechts-, noch ein Staatsanwalt.“
Dann ballerte sie voller Eifer los:
„Ich werde beweisen, dass Sie mit dem Schlüsseldienst-Dicken gemeinsame Sache gemacht haben, ich werde beweisen, dass Sie versucht haben, den Staatsanwalt zu manipulieren, ich werde beweisen, dass Sie mitschuldig sind an mindestens 4 Morden.
Ich werde Sie heute oder morgen dem Haftrichter vorführen“
„Der Anwalt heißt Dr. Morgenstern, Habichtstraße.“
„Jetzt kommen Sie auch noch mit jüdischen Verbündeten? Das hilft Ihnen nichts. Ich hab Sie und lasse Sie nicht mehr los.
Da kannst du Gift drauf nehmen, Schätzchen.“
Ich glaubte, ich wär im falschen Film. Ich hab nix gemacht. Die war total durchgeknallt. Jüdische Verbündete? Die spinnt, aber total.
„Wir haben im Hinterzimmer von allen Verdächtigen DNS-Spuren gefunden, auch von Ihnen, damit sind sie geliefert!“
Der Anwalt kam am Nachmittag pünktlich zum Haftprüfungstermin, gottseidank.
Ich unterrichtete ihn darüber, was ich im Hinterzimmer gesucht hatte und stellte es so dar, als sei mir die Situation aus dem Ruder gelaufen, hätte aber nichts zu bereuen.
Dann erzählte ich ihm noch von der antisemitischen Äußerung der Beknackten. Der Anwalt bekam mit einem Schlag ein spitzes Gesicht, was war der sauer, auf einen Schlag, zack.
Die Kommissarin ließ sich groß und breit vor dem Haftrichter aus.
Dem stand die Ungeduld ins Gesicht geschrieben.
„Frau Kommissarin, ich höre jetzt geschlagene 10 Minuten Ihren Ausführungen zu. Halten Sie die Luft an und legen mir Ihre Beweise vor!“
Die stellvertretende Staatsanwältin hatte offensichtlich noch keine Zeit gehabt, sich in den Fall einzuarbeiten, sie blätterte orientierungslos in einer Akte.
„Die Beweise reiche ich Ihnen nach, wir müssen wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr auf der Untersuchungshaft bestehen!“, meine Lieblingskommissarin, die mit den Speckrollen, schaute die Staatsanwältin auffordernd an, sie solle sie unterstützen.
Der Haftrichter verdrehte die Augen.
„Wo erkennen Sie die Verdunkelungsgefahr?“
„Ich werde beweisen, dass sich Jenny durch sexuelle Gefälligkeiten dem Herrn Staatsanwalt gegenüber Vorteile verschafft hat.“
„Es gibt dafür keine Beweise, diese Behauptung dient dazu meine Mandantin zu diskreditieren. Die Frau Kommissarin führt einen persönlichen Feldzug gegen meine Mandantin, gegen den wir uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr setzen werden.“
Mein Anwalt war total kalt.
„Herr Richter, ich werde eine Verleumdungsklage einreichen gegen diese haltlosen Unterstellungen der Kommissarin und auch eine Dienstaufsichtsbeschwerde in die Wege leiten. Sie hat meine Mandantin nun zum zweiten Male inhaftiert ohne den Anflug eines Beweises ...“
„Und die DNS-Spuren?“, die Beknackte kreischte wie geisteskrank, „Ist das nichts?“
„Kraft meines Amtes hebe ich den Haftbefehl gegen Jenny mit sofortiger Wirkung auf“, der Richter brauchte noch nicht einmal seine Stimme zu erheben, um die Kommissarin zum Schweigen zu bringen.
„Die Sitzung ist geschlossen.“
Draußen auf der Straße musste ich erst einmal den Anwalt umarmen, was hab ich mich gefreut.
„Die kegele ich aus ihrem Job, das steht fest. Sie werden noch als Zeugin aussagen müssen. Die gehört jedenfalls nicht mehr auf die Straße.“
Ganz kalt, ganz entschlossen, unheimlich, es schauderte mich vor meinem eigenen Rechtsanwalt. Buhu, in dessen Zielfernrohr wollte ich lieber nicht erscheinen.
Er nahm mich mit und setzte mich am Hotel ab.
Fast hätte ich ihn nach der Belohnung gefragt, ob er meinte, ob ich den Scheck jetzt einlösen dürfte, aber es fiel mir rechtzeitig ein, dass Anwälte ihre Gebühr nach dem Streitwert ausrechnen.
Wer weiß, wie hoch die Rechnung ausfallen würde, da ließ ich es lieber. Sich selber Gedanken machen ist billiger.
Ich erst mal unter die Dusche und ne Säuberungsaktion durchgeführt. Wie ich das Dreckloch und seinen Geruch hasste, kannst du dir nicht vorstellen.
Und dann natürlich zum Kowalek, reinen Wein eingeschenkt. Der war entsetzt von der verrückten Kommissarin, hatte sich Sorgen gemacht, wie verrückt, aber alles geregelt bekommen, Nadine ist eingesprungen und eine Kollegin von ihr. Morgen früh war ich wieder dran.
Mattes hatte versucht mich zu erreichen, dem erzählte ich etwas vom Pferd, denn so, wie ich den kannte, schnappte der sich noch die Belohnung und ich schaute in die Röhre, nee, nee.
Die Stabile erzählte mir, wie entsetzlich es gewesen war, als man den Dicken in seinem eigenen Schlüsseldienst verhaftete.
Die Kommissarin ist wirklich verrückt. Wobei, wieso sollte der es nicht gewesen sein?
Ich musste etwas trinken, in der Kneipe war ich einziger Gast. Der Wirt schaute sauer, ich nahm an, weil er mir die Schuld daran gab, dass die Polizei sein Hinterzimmer auseinandergenommen hatte. Er fragte mich, was ich auf freiem Fuße zu suchen hätte, Leute wie ich gehörten hinter Gitter.
Ja, spinnt der? Wenn der zu allen Gästen so freundlich war, wie zu mir, wovon lebte der dann?
Ja, wovon lebte der Wirt? Hab ich schon einmal einen Gast in dieser Kneipe gesehen? Wovon lebte der Kerl?
Mann! Jenny! Der Wirt!
Es war für den ein Leichtes, festzustellen, wer an einem Zockabend wieviel gewonnen hatte.
Bei mir klickte ein Rädchen ins andere und ich glotzte aus Versehen den Wirt dabei an.
Der kriegte einen ganz seltsamen Gesichtsausdruck.
Ich raus, damit er mich nicht abmurkste und den Staatsanwalt angerufen.
Ja, der Wirt gehörte zum erweiterten Kreis der Verdächtigen, und auf die Idee wär er auch schon gekommen, aber, weil der Wirt kein Motiv hätte.
Ich bat ihn, sich die Umsatzzahlen der Kneipe vom Finanzamt zu holen und sich dann zu fragen, wovon der Typ lebt.
„Ach, meinst du? Wir waren sicher, dass es eine Spielmafia ist.
Nee, glaub ich nicht, dass es der Wirt war. Das wäre zu einfach!“
„Was kostet es dich, den Umsatz der Kneipe zu überprüfen?“, wieso blieb der so fest an seiner Überzeugung kleben?
„Ja, sicher, aber, die haben doch nur um Kleingeld gezockt, das glaub ich nicht, dass jemand deswegen mordet, obwohl, man hat schon Pferde ...“
„Zwanzigtausend Euro sind für dich Kleingeld? Wie bist du denn drauf?“
„Wieso Zwanzigtausen? Die speilen Skat num einen Zehntepcent, wenn da mal 50 Euro bei rumkommen … Wieso lachst du so blöd?“
„Die haben gepokert, Herr Staatsanwalt, da waren jeden Abend mehr als Fünftausend im Pott, der Sieger ging mit zwanzig- bis dreißig-Tausend nach Hause.“
„Glaub ich nicht!“
„Ja Sackzement, das gibt’s doch nicht! Haben die mir doch selbst gesagt und die haben ..
„Reg dich ab, Süße, ich hab keine Zeit mehr ...“
„Was kostet es dich, nachzusehen, wie viel Umsatz die Kneipe macht?“, ich konnte dem Mann nicht beikommen. Das ist doch zum Verrücktwerden, oder?
„Morgen!“ meinte der Staatsanwalt.
Ich fass es nicht!
Jetzt brauchte ich aber Gesellschaft, das war allein nicht zu ertragen. Nur erzählen durfte ich nichts, weil, es ging ja immer noch um die Belohnung.
Mattes hatte keine Zeit, Nadine auch nicht, da ging ich ins Bett, dann eben nicht.
Ich konnte noch nicht gut schlafen in meiner neuen Wohnung, das Bett war ungewohnt, es roch komisch, die Geräusche waren mir fremd.
Plötzlich saß ich hellwach im Bett, das Herz klopfte bis zum Hals.
Hatte ich geschaut, ob mir jemand nachgegangen war? Vorhin, vom Hotel aus? Was denn, wenn der Wirt sagte: bevor die Jenny mich verrät, murkse ich sie ab und werfe sie auf den Müll.
Ich schaute raus, ohne die Gardine zu berühren.
Wah, stand da nicht einer, neben der Laterne? Es kam jemand das Treppenhaus hoch, blieb der an meiner Tür stehen? Ich konnte den an der Laterne nicht aus dem Auge lassen, um durch den Türspion zu schauen.
Ich wurd verrückt vor Angst.
Jede Sekunde konnte jemand durch die Flurtüre hereinkommen. Ich tastete nach meinem Handy, Mattes hatte abgeschaltet, das bedeutete, dass er einen Termin wahrnahm. Der Staatsanwalt ging nicht dran, der Kowalek würde mir nicht helfen können. Polizei? Die steckten mich vielleicht in die Zelle unten und ließen mich da, nee, danke.
Wenn ich die Nummer von dem Schutzmann gehabt hätte.
Mir wurde total kalt, ich schnell was drübergezogen, der Schatten unter der Laterne hatte sich nicht verändert, im Flur war das Licht ausgegangen, das konnte ich hören.
Sackzement, was tun?
Ich nochmal beim Mattes probiert und nochmal beim Staatsanwalt, nix.
Ich war hundemüde und legte mich für ein paar Minuten aufs Bett, nur mal kurz … und erwachte zur normalen Zeit angezogen auf dem Bett, gerädert und verschreckt.
Kowalek hat mich angeschaut und geahnt, was mit mir war, er deckte mich mit der Arbeit zu, die mir Freude machte, die mich entspannte, die mich auf andere Gedanken brachte. Ich kam erst mittags dazu, Luft zu holen, mir ging es da sehr gut, sehr, sehr gut, der Wirt und die mögliche Bedrohung durch den war meilenweit weg.
Dann rief ich meinen Lieblingsstaatsanwalt an, der berichtete, dass sie den Wirt verhaftet hätten, er würde gerade verhört und hätte auch schon ein Teilgeständnis abgelegt. Die Kommissarin hätte Urlaub genommen und wär nicht zu erreichen.
Ich ging zur Bank und legte den Scheck vor. Ich denke, das war mein gutes Recht.
Version vom 06. 03. 2010 12:38 Version vom 18. 03. 2010 13:21
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