Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5284
Themen:   87725
Momentan online:
115 Gäste und 5 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > ErzÀhlungen
Juddeferz
Eingestellt am 10. 06. 2008 15:16


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
reinhard kreil
???
Registriert: Jun 2008

Werke: 5
Kommentare: 7
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um reinhard kreil eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Einmal, als kleiner Junge in den Sechzigern, im Lebensmittelladen bei seinen Eltern um die Ecke, genierte sich Bert plötzlich sehr. Kurz vor Sylvester und nicht zum ersten mal in diesen Tagen kaufte er „Juddeferz“. Er hatte das Wort gerade ausgesprochen und die freundliche Frau, die ihn schon sein ganzes Leben lang kannte, bediente ihn wie immer mit einem LĂ€cheln, als er sich urplötzlich der eigentlichen Bedeutung des Ausdrucks „Ferz“ bewusst wurde. Das Blut schoss ihm in den Kopf und er wollte so schnell wie möglich wieder gehen. Bert war wohl inzwischen ein bisschen erwachsener geworden, das Wort war ihm auf ein Mal peinlich. Er mochte es schon als kleiner Junge nicht, wenn seine Eltern, selbst beim Essen, sich einfach gehen ließen.

Der Name diese Sylvesterknaller wurden im Dialekt ausgesprochen. Sie waren nicht so laut, deshalb wohl „Ferz“ und nicht so gefĂ€hrlich, eher etwas fĂŒr die kleineren Jungs. Man bekam die winzigen Dinger nicht einzeln, sondern nur mit dĂŒnnen FĂ€den fast kunstvoll in Reihen oder Paketen an den langen ZĂŒndschnĂŒren zusammengebunden. Es sah aus wie ein Geflecht. Wollte man es auftrennen musste man aufpassen, dass die ZĂŒndschnĂŒre nicht aus den kleinen SprenghĂŒlsen herausgerissen wurden. Bert dachte immer an Jute, das musste irgendwie ein grober Stoff sein. Das Geflecht der ZĂŒndschnĂŒre und FĂ€den hatte er damit in Verbindung gebracht. Er war schon erwachsen, als er sich seines Irrtums bewusst wurde.


__________________
Meine Texte beruhen auf tatsÀchlichen Ereignissen. Biographische, assoziative Episoden zur Aufarbeitung.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


R. Herder
???
Registriert: Jan 2008

Werke: 41
Kommentare: 526
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um R. Herder eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hola. Hab mal versucht, den Text sprachlich zu glÀtten. Vielleicht kannst du was damit anfangen.


quote:
Einmal, als kleiner Junge, in einem Lebensmittelladen um die Ecke, genierte Bert sich plötzlich sehr. Nicht zum ersten Mal in diesen Tagen - kurz vor Sylvester - kaufte er "Juddeferz". Er hatte das Wort gerade ausgesprochen, und die freundliche Frau, die ihn schon sein ganzes Leben lang kannte, bediente ihn wie immer mit einem LĂ€cheln, als er sich urplötzlich unvermittelt der eigentlichen Bedeutung des Ausdrucks „Ferz“ bewusst wurde. Das Blut schoss ihm in den Kopf und er wollte so schnell wie möglich wieder gehen. Bert war wohl inzwischen ein bisschen erwachsener geworden, das Wort war ihm auf ein Mal peinlich. Er mochte es schon als kleiner Junge nicht, wenn seine Eltern, selbst beim Essen, sich einfach gehen ließen.

Der Name dieses Sylvesterknallers wurden im Dialekt ausgesprochen. "Juddeferze" waren nicht allzu laut, deshalb wohl „Ferz“, und nicht wirklich gefĂ€hrlich, eher etwas fĂŒr die kleineren Jungs. Man bekam die winzigen Dinger nicht einzeln, sondern nur mit dĂŒnnen FĂ€den fast kunstvoll in Reihen oder Paketen an den langen ZĂŒndschnĂŒren zusammengebunden. Es sah aus wie ein Geflecht. Wollte man es auftrennen musste man aufpassen, dass die ZĂŒndschnĂŒre nicht aus den kleinen SprenghĂŒlsen herausgerissen wurden. Bert dachte immer an Jute, das musste irgendwie ein grober Stoff sein. Das Geflecht der ZĂŒndschnĂŒre und FĂ€den hatte er damit in Verbindung gebracht. Er war schon erwachsen, als er sich seines Irrtums bewusst wurde.


Ansonsten eine interessante, ungekĂŒnstelte Episode.


GrĂŒĂŸe,
René.

Bearbeiten/Löschen    


reinhard kreil
???
Registriert: Jun 2008

Werke: 5
Kommentare: 7
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um reinhard kreil eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo, Danke fĂŒr Eure RĂŒckmeldungen.

ich neige zu andeutungen und unausgesprochenem (wohl auch, weil ich nicht alles ausdrĂŒcken kann). das wort juddeferz ist fĂŒr mich echt, auf hochdeutsch wirkt es fĂŒr mich albern, fremd und grauenhaft zugleich. Genauso glaube ich, jeder in dessen dialekt das wort vorkommt, kann es auch in anderen dialekten erkennen. Und jeder aus der nachkriegszeit wird erkennen, dass es scheinbar fĂŒr uns so harmlos war...Ja es ist wichtig, zu versuchen diese erinnerung zu erhalten.

Das wort "urplötzlich" finde ich immer noch besser als schwĂ€chere "unvermittelt" fĂŒr diesen markannten moment. ein ur-erlebnis, eine lernerkenntnis mit negativem beigeschmack durch den es erst in der erinnerung eingebrannt wird. Der eigentliche Kontrast ist natĂŒrlich: Erst viel spĂ€ter stellt sich heraus, dass der negative beigeschmack lĂ€cherlich unbedeutend gegenĂŒber der anderen spĂ€ten erkenntnis ist.

Hallo RenĂš, Du hast die 2 richtigen sĂ€tze ausgestrichen. sie sind nachtrĂ€glich hineingemogelt aus vermeintlichem ErklĂ€rungsbedĂŒrfnis. Solche und andere rĂŒckmeldungen brauche ich.

Versucht es doch bitte bei gelegenheit mit "Landungen in der Normandie". ...ob es sich lohnt weiterzumachen. schreiben ist mir eine quÀlerei, aber manchmal könnte ich platzen vor assoziationen.

Herzliche GrĂŒĂŸe
reinhard

wenn euch eine eurer eigenen sachen besonders wichtig ist, sagt es mir!









__________________
Meine Texte beruhen auf tatsÀchlichen Ereignissen. Biographische, assoziative Episoden zur Aufarbeitung.

Bearbeiten/Löschen    


4 ausgeblendete Kommentare sind nur fĂŒr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
ZurĂŒck zu:  ErzĂ€hlungen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.



Leselupe-Bücher





Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!