Zeit: 444-11-16, Ort: Teren III und Umgebung:
Der Flottenführer konnte aufatmen. Man war der Falle um Haaresbreite entkommen, der Stützpunkt auf Teren IV war vernichtet und die Flotten der Bestien befanden sich in Auflösung und Verwirrung. Viele Offiziere verlangten, die Gelegenheit zu nutzen, und die anwesenden Bestienflotten in ihrer Verwirrung zu überfallen und aufzureiben.
Doch der Flottenführer lehnte ab. Ihr Primärziel war es, die Sklaven auf Teren III zu befreien, und sie dann nach Ulran zu evakuieren, jedoch nicht die Zerstörung einer Flotte. Zudem befürchtete er, dass sich die Bestien bei einem Angriff schnell fangen würden.
Dann würde es eine lange Materialschlacht geben, in deren Verlauf die Bestien sicher von anderen Stützpunkten Verstärkung anfordern würden. Da war es besser, in einer Blitzaktion Teren III zu okkupieren und schnellstmöglich mit den so Befreiten zu verschwinden.
Die Hochrechnungen der Mannschaften in den Computerschiffen bestätigten den Kurs des Flottenführers. Und dann lieferten Aufklärer, die sich in der weiteren Umgebung herumtrieben das nächste Argument, sich zu beeilen:
Weitere, viel stärkere Raumstürme brauten sich im Zentrum der Galaxis zusammen. Wenn sich die Flotte des BUNDES zu lange im Teren System aufhielt, bestand die Gefahr, das sie dort fest saß. Wurden die Stürme kräftig genug, würde es jede Menge Verluste geben.
Die aktuellen Hochrechnungen sprachen hier von einer Zeitspanne im Bereich sechsundzwanzig bis vierundvierzig Stunden. Länger durfte die Aktion nicht dauern.
So sammelte sich die Flotte in einem weiten Orbit um Teren III. Unbehelligt von den Bestien konnten die Projektorschiffe sich in Position begeben und das Allfeld aktivieren.
Nun spannte sich ein sehr starkes Multifrequenz-Schild um den ganzen Planeten, was einen Angriff von Außerhalb zunächst mal ausschloß.
Und dann ging es los. Zahllose Jägerverbände ergossen sich aus den Hangars der Trägerschiffe und erreichten den oberen Luftraum des Planeten. Sie sollten die Oberfläche nach Gefangenenlagern und Stellungen der Bestien absuchen, sich aber nicht in Kämpfe verwickeln lassen. Schon nach drei Stunden hatten sich vier Lager herauskristallisiert. Teren III war ein Wüstenplanet der übelsten Sorte:
Erhöhte Schwerkraft, keine Meere und eine extrem trockene Atmosphäre machten das Leben zur Hölle. Am Tage stiegen die Temperaturen bis auf 65 Grad Celsius an, Nachts fielen sie auf -8 Grad ab. Die Lager befanden sich in Bereichen, die selbst für planetarische Verhältnisse ungemütlich waren, in der Nähe reichhaltiger Rohstoffvorkommen. Nach dem, was die Jäger erkundet hatten, waren die Lebensbedingungen für die Sklaven grausam ohne Ende. Sie würden eine sowohl eine physische, als auch psychische Behandlung bitter nötig haben.
Auf jeden Fall schien die militärische Präsenz der Bestien auf Teren III eher gering zu sein. Es gab insgesamt nur sieben Raumabwehrforts, diese hatten gegen die wütenden Angriffe der Schlachtschiffe aus dem Orbit nicht die geringste Chance. Innerhalb weniger Minuten waren sie Geschichte. Und während die Medoschiffe sich in einen niedrigen Orbit begaben und sich auf die Aufnahme Tausender Patienten vorbereiteten, tauchten zahllose Truppentransporter in die Atmosphäre ein und nahmen Kurs auf die Lager und Stellungen der feindlichen Bodentruppen. Viele Truppen würden in den Lagern landen, und sie mit Schirmfeldprojektoren gegen die zu erwartenden Übergriffe der Bestien schützen, gleichzeitig würden andere Truppen die Stellungen der Bestien angreifen und sie so von derartigen Aktionen abhalten.
Zeit: 444-11-16, Ort: Lager 1, Teren III:
Es war ein Tag wie jeder andere in dieser Hölle. Die Kolonnen der Sklaven bewegten sich unter den Schlägen von Elektropeitschen qualvoll durch die Hitze. Hin und wieder fiel eine der ausgemergelten Gestalten zu Boden. Die robotischen Treiber versuchten sie dann für gewöhnlich mit Hieben zum Aufstehen zu bewegen. Doch meist führte das zu nichts. Sie hauchten dort ihr Leben aus.
Jeden Tag starben einige der Sklaven, und ab und an landeten Schiffe und brachten Nachschub. Und zwar nicht nur aus den Völkern des Lichtreiches bestehend, sondern auch Angehörige fremder Völker fanden hier eine neue „Heimat“.
Die Geschichten der Neuankömmlinge waren meist nahezu identisch. Manche waren Rebellen oder Piraten, die meisten aber kamen von Kolonien, die während des Krieges vergessen wurden und allmählich von den Suchflotten der Bestien wieder entdeckt wurden. Als die ersten Male solcherart Nachschub an Gefangenen gebracht wurde, stellten die vielen Gefangene mit Erstaunen fest, dass die Galaxis des Lichtreiches keineswegs „befriedet“ war. An allen Ecken und Enden regte sich noch Widerstand. Gut organisierte Rebellenpulks überfielen Nachschubtransporte, kleinere Suchgruppen der Bestien wurden in heimtückischen Angriffen „beiseite geschafft“.
Spätere Neuankömmlinge brachten dann sogar Gerüchte von gewaltigen Raumschlachten und erheblichen Verlusten der Bestien mit sich.
So war es logisch, das die Sklaven sich eine Hoffnung schufen, das sie bald befreit werden würden. Die Bestien unternahmen nichts dagegen, denn diese Hoffnung sorgte dafür, dass die Sklaven sich an ihr Leben klammerten und so mehr arbeiteten.
Grolken selbst glaubte nicht an eine Befreiung. Vielmehr glaubte er, das die Bestien selbst diese Gerüchte verbreiteten, um die Sklaven am Leben zu halten. Er selbst war erst vor wenigen Jahren aus der Nordseite der Galaxis deportiert worden, und hatte bisher nichts dergleichen gehört. Mutlos schlich er den staubigen Weg entlang. Achtzehn Stunden harter Arbeit in den Minen von Lager 1 standen ihm bevor. Mit primitivsten Mitteln mussten sie das Erz aus der Mine schaffen. Während sich Grolken diesen unangenehmen Gedanken hingab, vernichtete der BUND gerade die sieben Abwehrforts. Davon bekamen die Sklaven jedoch nichts mit, da diese weit entfernt waren.
Die Kolonne näherte sich langsam dem Ausgang des Lagers, als es geschah:
Plötzlich stoppte die Kolonne. Grolken war so in Gedanken versunken, das er seinem Vordermann hinten auflief.
Er schreckte auf und sah sich um. Alle standen da und hatten die Köpfe nach oben gerichtet. Grolken sah in den Himmel – und erstarrte.
Drei gewaltige Schiffe schwebten am Himmel. Sie kamen langsam herunter, ein leises Summen und Rauschen ertönte. Grolken sah, wie sich an den Schiffen unzählige Schleusen öffneten. Hunderte kleiner Punkte fielen heraus und schwebten dem Lager zu.
Grolken erfasste blitzschnell die Situation. Das Wie und Warum verschob er auf später.
Er wandte sich seinen Nachbarn zu und brüllte:
„Weg von den Robotern! Sofort weg von den Robotern! Oder wollt ihr zwischen die Fronten geraten?“
Und schon ging es los. Roboter strömten aus ihren Gebäuden im Lager. Viele Sklaven rannten los und versuchten irgendeine Deckung zu erreichen. Wer nicht mehr laufen konnte, lies sich einfach fallen und stellte sich tot, in der Hoffnung, so davonzukommen.
Sehr schnell entspannen sich heftige Gefechte. Im ganzen Lager wurde gekämpft. Grolken hatte inzwischen eine relativ sichere Deckung erreicht. Fassungslos sah er den Kämpfen zu. Eine Bokka-Frau rannte kreischend an ihm vorbei.
„Hierher!“ Schrie Grolken. Die Frau hörte ihn, änderte den Kurs und warf sich in die Deckung. Hinter ihr explodierte der Roboter, der sie verfolgt hatte.
Ein Gleiter stürzte sich aus allen Rohren feuernd auf eine Gruppe von Robotern, welche eine Gruppe Sklaven durch das Lager hetzte. Überall Explosionen und Schüsse. Das ganze Gefecht dauerte nur ein paar Minuten, doch Grolken kam es vor, wie eine Ewigkeit. Er sah ihm unbekannte Wesen kämpfen und sterben, und er fragte sich, wieso sie für ein paar Sklaven kämpften. Und er sah auch viele Sklaven im Feuer von Robotern sterben. Manche starben auch im Feuer der Angreifer. Sie wurden nicht absichtlich erschossen, sondern liefen einfach nur versehentlich ins Feuer.
Und Grolken lag in seiner Deckung, zusammen mit der Bokka-Frau und weinte. Zwischendurch rief er immer wieder:
„Sie holen uns raus! Sie holen uns wirklich aus diesem Drecksloch raus!“
Schließlich lies der Kampflärm allmählich nach. Aus den drei Schiffen regneten wieder zahllose Punkte herab. Auch größere Maschinen verließen das Schiff. Blitzschnell verteilten sie sich über das Lager. Irgendwo wurden noch einige versprengte Roboter vernichtet. Grolken sah viele fremde Wesen und fremdartige Roboter durch das Lager wuseln. Gleich darauf spannte sich eine Kuppel aus Energie über das Lager. Die Kuppel filterte das Licht der gnadenlose Sonne, und es wurde merklich kühler.
Da sah er einen der fremden Roboter auf seine Deckung zukommen. Bevor Grolken etwas unternehmen konnte, vernahm er in fehlerfreier Reichsprache:
„Fürchte Dich nicht. Ihr seid in Sicherheit. Bitte komm mit Deiner Begleitung zum großen Platz in der Mitte des Lagers. Ihr bekommt dort eine Vorbehandlung und Nahrungsmittel. Sobald die Lage auf Teren III geklärt ist, werdet ihr evakuiert. In Ulran wartet man auf euch.“
Grolken wandte sich der Bokka-Frau zu.
„Sie ist nicht bei Bewusstsein, und ich bin zu schwach, sie zu tragen.“
Der Roboter schwebte näher. Einige Tentakel fuhren aus, legten sich behutsam um die Frau, und hoben sie auf.
„Kein Problem, ich nehme sie mit. Bitte folge mir.“
Etwas misstrauisch folgte Grolken ihm. Er kannte nur Roboter die quälten oder töteten. Entsprechend war die Distanz, die er zu dem fremden Roboter hielt. Der Roboter äußerte sich nicht dazu. Schon nach wenigen Minuten erreichten sie den Platz.
Hunderte von Sklaven hielten sich dort auf. Die Verluste hatten sich also doch in Grenzen gehalten – die Fremden hatten getan, was sie konnten. Grolken war erleichtert. Staunend sah er große Lastenschweber landen. Lebensmittel wurden ausgeladen. Und überall sah er fremde Wesen, die mit den Sklaven sprachen und sie beruhigten und trösteten.
Die Nahrungsmittel waren von hoher Qualität und für jedes Volk war etwas dabei, mit Ausnahme der Galaxisfremden. Von deren Vorhandensein hatten die Fremden wohl nichts geahnt. Doch auch hier fanden sich Übergangslösungen. Grolken fragte sich, woher die Fremden überhaupt so gut über sie Bescheid wussten. Bis er den Wesako sah. Fast hätte er ihn übersehen. Er fiel ihm nur durch die Uniform auf – er trug eine Uniform der Fremden. Grolken war überrascht. Er hatte keine Ahnung, das es noch reguläre Streitkräfte des Lichtreiches gab. In dem Zusammenhang fielen ihm die Worte des Roboters ein. Wer oder was war Ulran?
Immer mehr Sklaven füllten den Platz. Roboter trugen verletzte Sklaven heran. Sie wurden in Fähren verladen, die bald starteten und im Himmel verschwanden.
„Was passiert mit ihnen?“ fragte Grolken einen der Fremden.
„Wir bringen sie in Medoschiffe. Dort werden sie behandelt. Auch ihr werdet bald dorthin gebracht. Dann bringen wir euch fort von hier. Bitte habe noch etwas Geduld. Wir haben leider nicht viel Zeit, doch ihr seid jetzt frei und in Sicherheit. Wir werden euch noch über alles aufklären.“
Ein Donnern am Himmel lies Grolken zusammenzucken. Aus einem der drei Schiffe zuckten Strahlen nach unten. Am Horizont wetterleuchtete es. Offenbar wurde dort noch gekämpft. Das Feuer wurde erwidert. Eine grelle Lohe verschlang das Schiff. Dieses stieg schnell auf und brachte sich in eine bessere Position. Einige kleinere Maschinen der Bestien jagten heran und eröffneten das Feuer. Nun hüllten sich auch die zwei anderen Schiffe in Schutzschirme. Die mobilen Batterien der Bodentruppen feuerten auf die feindlichen Maschinen und schossen sie eine nach der anderen ab.
Die drei Schiffe feuerten nun alle auf Bodenziele. Grolken wollte jetzt nicht dort sein, wo diese Strahlen aufschlugen. Plötzlich gab es dort am Horizont eine gewaltige Explosion, und die drei Schiffe stellten das Feuer ein.
Schließlich war der Platz randvoll mit den Befreiten. Größere Beiboote flogen in die Kuppel ein und schwebten über dem Platz. Traktorstrahlen erfassten die Wesen gruppenweise und zogen sie zusammen mit den Betreuern in ihre Schleusen. Dann flogen sie ab, um schnell einer neuen Staffel Platz zu machen. Schließlich war auch Grolken an der Reihe. Zusammen mit anderen Befreiten fand er sich in einer angenehm temperierten und hell erleuchteten Schleuse wieder.
Personal in den nun schon bekannten Uniformen nahm sich der Befreiten an und brachten sie an ihre Plätze.
Bald war das Lager geräumt. Noch einmal suchten Soldaten und Roboter das Lager ab und bargen noch einige Verletzte und Verschüttete, welche den ersten Kommandos in der allgemeinen Hektik entgangen waren.
Da befand sich Grolken jedoch schon im All. Auf einem Bildschirm sah er zum ersten Mal den Weltraum. Staunend sah er die vielen Tausend Schiffe im Raum schweben. Eines der Schiffe, eine Walze, wurde immer größer. Als er sie nur noch ausschnittsweise überblicken konnte, flog das Boot in einen riesigen Hangar ein. Die Befreiten wurden höflich, aber eilig aus dem Boote gebracht und dort an andere Betreuer übergeben. Trotz einer spürbaren Hektik lief alles geordnet ab. Auch aus anderen Booten strömten Befreite. Aber auch Tragen mit schwer Verletzten wurden hinausgefahren. Diese verschwanden mit Geheule und Lichtsignalen in extra freigehaltenen Korridoren. Sobald ein Boot leer war, startete es sofort wieder. Grolken erfuhr bald, das es noch drei andere große und unzählige kleinere Lager gab. In den Gängen des riesigen Medoschiffs begegnete er nun immer häufiger Personal, das aus den Völkern des Lichtreichs stammte, doch kaum jemand hatte Zeit für Unterhaltungen – was Grolken auch verstehen konnte.
Zusammen mit den anderen wurde er schließlich in einen großen Aufenthaltsraum geführt.
Dort lief bereits eine Informationssendung an einer Projektionsfläche ab. Überall standen Roboter, aber auch Personal dabei, und hier erfuhr er endlich, was er bisher nicht wissen konnte. Er erfuhr alles über die Operation Arche und den BUND.
Auf kleineren Bildschirmen konnte man sich über den Verlauf der Befreiung informieren – unzensiert. Auch Informationen über die Situation der Flotte konnte man bekommen.
Fasziniert bestaunte Grolken Bilder des Allfelds und der Flotte und von einzelnen Schiffen.
Noch nie hatte er so etwas Gewaltiges gesehen. Aufgewachsen war er, als der große Krieg schon vorbei war. Er hatte auf einer feuchten Dschungelwelt sein Dasein als Bauer und Viehzüchter gefristet, bis die Kolonie von den Bestien entdeckt wurde. Zusammen mit Tausenden anderen war er dann deportiert worden.
Er hatte mit seinem Leben schon abgeschlossen, und nun das. Dementsprechend verwirrt war er, wie die meisten anderen auch. Grolken wollte erst mal in Ruhe nachdenken und wandte sich an einen der Betreuer.
„Kein Problem.“ Sagte dieser und forderte Grolken zum Mitkommen auf. Über einige Korridore ginge es, dann öffnete der Betreuer ein Schott. Grolken trat ein, und war verblüfft. Für andere mochte das eine ganz normale Kabine sein, doch für ihn war sie purer Luxus! Es gab ein bequemes Bett, einen Tisch mit Stühlen, alles auf seine Rasse zugeschnitten. Der Betreuer zeigte ihm, wie er sich Nahrung kommen lassen konnte, wie man die Sanitär-Zelle benutzte, und wie er Kontakt zu den Betreuern aufnehmen konnte.
Dann verabschiedete er sich und ging. Grolken ging zum Bett und betastete es. So weich. So sauber. Es zog ihn magisch an. Er konnte nicht mehr widerstehen. Er lies sich hinein sinken und zum ersten Mal seit ewiger Zeit konnte er ohne Furcht einschlafen...
An Bord des Flottenflaggschiffes CARNIO:
„Wie weit sind wir mit der Evakuierung?“ wollte der Flottenführer wissen.
„Alle Lager sind gesichert und werden versorgt. Es gibt noch einige Kämpfe gegen Bestien, aber sie sind viel zu schwach, als das sie uns gefährden könnten.“ erwiderte ein Offizier.
Der Flottenführer machte sich Sorgen. Vor kurzem war eine Schlachtfestung mit einer kleinen Begleitflotte im System erschienen, und seitdem begannen sich die Bestienflotten zu sammeln. Noch war nicht ganz klar, was sie planten, doch sie würden dem BUND sicher Probleme machen wollen.
„Wir werden die Evakuierung innerhalb der nächsten acht Stunden abschließen können. Die Kapazität der Medoschiffe ist ausreichend groß, aber weniger hätten wir nicht mitnehmen dürfen.“
Der Offizier machte eine unbestimmte Geste. Den neuen Stürmen würden sie wohl entkommen. Den Bestien auch?
Innerhalb des Allfelds formierte sich die Flotte zum Abflug. Und dann kam der Zeitpunkt, in dem das letzte Beiboot in den Hangar eines Medoschiffs einflog. Mittlerweile waren etwa sieben Stunden vergangen. Die Bestienflotte hatte sich gesammelt. Doch kümmerte sie sich nicht um die Flotte des BUNDES. Stattdessen nahm sie Kurs auf die Nordseite der Galaxis und verschwand.
Die Flotte tauchte unter seltsamen Begleitumständen in den Überraum ein. Die Vorboten des Sturms waren da. Der Flottenführer gab den Befehl zum Abflug, das Allfeld wurde deaktiviert. Die Schiffe tauchten in den Überraum ein. Und sofort merkten sie, das es höchste Zeit gewesen war. Der Flug war unruhig, die Wände vibrierten und ein feines Summen und Klingen war überall zu hören. Dennoch war der Flottenführer optimistisch, das auch der Abflug noch klappen würde, nachdem sie schon so viel Glück gehabt hatten.
Hinter der Flotte verschwand ein System in der Unendlichkeit, das für viele Tausend Wesen die Hölle pur gewesen war. Flogen sie nun in eine bessere Zukunft? Wer konnte das Wissen?
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Alles ist auf irgendein Naturgesetz zurückzuführen. Wenn uns etwas unnatürlich vorkommt, dann nur deshalb, weil wir das entsprechende Naturgesetz noch nicht kennen.
quote:Zeit: 444-011-16, Ort: Teren III und Umgebung
Zeit: 444-011-16, Ort: Lager 1, Teren III
Die „0“ ist in Beiden Fällen zuviel
Bei aller Liebe, hier mutest du uns aber eine ganze Menge zu!
Du hast uns die Bestien bisher als Brutal, Grausam und Rücksichtslos beschrieben.
Eine ähnliche Verhaltensweise erwarte ich dann natürlich auch von deren Robotern.
Vor allem von den „Sklaven-Aufsichtsrobotern“ auf Teren III.
Trotz gewaltiger Raumschlacht, trotz niedergang der Bestien auf Teren IV wird, scheinbar, das ganz normale Tagesgeschäft auf Teren III fortgeführt.
Wenn die Bestien schon Bestien heißen, dann lass sie sich auch wie Bestien benehmen.
Im Grunde hätten die Roboter anfangen müssen, die Sklaven hinzurichten.
Alle zusammentreiben und einfach niederschießen.
Oder als lebende Schilde gegen die angreifenden BUND-Einheiten verwenden.
All das kann man umschreiben, man muß es nicht in Hektolitern an Blut ertränken.
Was du hier beschreibst ist eine dermassen entschärfte Version, die wirkt hier nicht mehr glaubwürdig.
Die brutale Entschlossenheit, mit der die Bestien bisher vorgegangen waren, wirkt immer wässriger.
Vergiss nicht, wir befinden uns in einem Krieg!
Spätestens in diesem Kapitel, bei der Befreiung dieser Sklaven, hätte dem Leser die ursprüngliche Brutalität noch einmal vor Augen geführt werden müssen.
Ist / wird Grolken eine (für später) wichtige Person?
Bisher hast du es ja vermieden, dem Leser einen widerkehrenden Character an die Seite zu stellen.
Ist Grolken nur ein vorübergehender Statist, dann bau ihn nicht so sehr auf. Dann lass ihn das sein, was er ist, nur einer von einigen Überlebenden der Befreiungsaktion auf Teren III.
Eine Aktion, deren notwendige Grausamkeit / notwendige Schärfe überhaupt nicht beim Leser ankommt.
Vielmehr wird an dieser Stelle einem der Eindruck vermittelt, die „Bestien“ sind doch gar nicht so böse.
Tut mir leid, wenn ich dieses Kapitel hier „verreisse“, aber es hat mir persönlich, im direkten Vergleich zum vorigen Kapitel, überhaupt nicht gefallen.
Im vorigen Kapitel war die Brutalität der Bestien gegenüber den BUND-Flotten wenigstens noch ansatzweise spürbar.
Dieses Kapitel hätte mindestens genau so stark werden müssen, wie das vorherige. Leider (wirklich Leider!) hat die entschärfte (und gekürzte?) Befreiungsszene auf Teren III das gesamte Stück mächtig in den Keller gezogen.
In aller Freundschaft:
Hier, an dieser Stelle, mußt du massiv eingreifen.
Verzeih den sarkastischen Vergleich, aber erlaube mir diese (unangemessene) Darstellung:
Die Befreiung und Umsiedlung der Sklaven zu den Lazarettschiffen wirkt irgendwie Kindergarten-Gerecht aufbereitet:
"So, ihr Lieben, wir stellen uns jetzt alle in Zweierreihen auf und..."
quote:„Fürchte Dich nicht. Ihr seid in Sicherheit. Bitte komm mit Deiner Begleitung zum großen Platz in der Mitte des Lagers. Ihr bekommt dort eine Vorbehandlung und Nahrungsmittel. Sobald die Lage auf Teren III geklärt ist, werdet ihr evakuiert. In Ulran wartet man auf euch.“
War wohl, entschuldige, so eine Art „Priesterroboter“.
Gütiger Himmel, versuch dir mal diese Szene Bildlich vorzustellen!
Viele Grüße
FrankK
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Leben und leben lassen.
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Taurec Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2003
quote:Im vorigen Kapitel war die Brutalität der Bestien gegenüber den BUND-Flotten wenigstens noch ansatzweise spürbar.
Sind sie auch. Allerdings wollte ich hier auch eine Schwäche (wie man sie übrigens auch im vorigen Kapitel schon erahnen konnte) der Bestien zeigen. Außerdem wurden die Bestien immerhin überrascht. Nicht vom Angriff selbst, sondern von seinem Gelingen.
Als der Bestien-Plan gescheitert war, stellt sich zunächst mal die Frage, wer denn eine Massenexekution der Gefangenen befehlen soll...
Das mit dem Datum habe ich jetzt korrigiert. In allen Teilen. ^^
Und ja, bestimmt sogar hätte ich das härter schrieben können. Aber warum? Es ist nicht notwendig, die Bestien wurden abgeschnitten, total überrascht und überrollt...
Die kleinen Garnisonen und Robotwächter hatten keine Befugnisse, die Sklaven vorher hinzuschlachten und auch keine Macht, um der Invasion entgegenzutreten.
Es fehlt nicht an Grausamkeit, sondern am Können. Das ist doch ein Unterschied, oder?
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Alles ist auf irgendein Naturgesetz zurückzuführen. Wenn uns etwas unnatürlich vorkommt, dann nur deshalb, weil wir das entsprechende Naturgesetz noch nicht kennen.
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FrankK Häufig gelesener Autor
Registriert: Nov 2006
Entschuldige, aber das kann ich dir irgendwie nicht durchgehen lassen:
quote:Allerdings wollte ich hier auch eine Schwäche (wie man sie übrigens auch im vorigen Kapitel schon erahnen konnte) der Bestien zeigen. Außerdem wurden die Bestien immerhin überrascht. Nicht vom Angriff selbst, sondern von seinem Gelingen.
Als der Bestien-Plan gescheitert war, stellt sich zunächst mal die Frage, wer denn eine Massenexekution der Gefangenen befehlen soll...
1. Die Garnisonen auf Teren III sind nicht Blind, sie müssen die Vernichtung von Teren IV mitbekommen haben.
2. Es gibt immer irgendwelche „Endbefehle“, die dafür Sorge tragen, das möglichst wenig übrigbleibt, was der Gegner zurückerobern (oder befreien) könnte.
3. Du Implizierst selbst eine solche Reaktion, wenn ich mal den Bestienadmiral aus Kapitel 13 zitieren darf:
quote:Alle anderen sind Schwächlinge, zu nichts anderem gut, auf unseren Planeten als Sklaven zu dienen und zu sterben.
Ausserdem:
Wie sollte man aus der ersten größeren, militärischen Niederlage der Bestien eine „Schwäche“ erahnen?
Wie gut hast du diese Stelle im vorigen Kapitel versteckt?
Soll die Schwäche darin liegen, das es fünf Aufklärern des BUNDes gelungen ist den Zapfstrahl zu vernichten?
Das war (bestenfalls) eine militärische Fehleinschätzung.
quote:Es ist nicht notwendig, die Bestien wurden abgeschnitten, total überrascht und überrollt...
Siehe Kapitel 13:
Die Schlachtwendung, herbeigeführt durch 5 Aufklärer hat nichts, aber auch rein gar nichts mit „total überrascht und überrollt“ zu tun.
Die kleinen Garnisonen auf Teren III wurden vielleicht überrollt, aber mit Sicherheit nicht überrascht. Die hätten genug Zeit gehabt, um irgendwelche versiegelten Befehle aus irgendwelchen Schubladen zu hohlen.
Im Sinne der Kompromisslosigkeit und Grausamkeit der Bestien:
„Sie haben unsere Flotte vernichtet! Den Triumph haben sie sich bitter erkauft! Keiner der elenden Sklaven soll dies überleben! Sollen sie nur kommen, die Retter und Befreier! Keiner der Sklaven soll das hier überleben! Nur totes und verbranntes Fleisch!“
quote:Die kleinen Garnisonen und Robotwächter hatten keine Befugnisse, die Sklaven vorher hinzuschlachten und auch keine Macht, um der Invasion entgegenzutreten.
Befugnisse? – Siehe weiter oben, Stichwort „Endbefehle“.
Das ihnen die Macht zum Gegenschlag fehlt, ist hier nicht das Thema, das leuchtet von selbst ein.
quote:Es fehlt nicht an Grausamkeit, sondern am Können. Das ist doch ein Unterschied, oder?
Jepp, da ist ein Unterschied, wenn man das Pferd anders herum aufzäunt:
Fehlendes Können wird durch Grausamkeit wettgemacht!
Mit freundlichem Gruß
FrankK
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Leben und leben lassen.
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Taurec Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2003
quote:Ausserdem:
Wie sollte man aus der ersten größeren, militärischen Niederlage der Bestien eine „Schwäche“ erahnen?
Wie gut hast du diese Stelle im vorigen Kapitel versteckt?
Soll die Schwäche darin liegen, das es fünf Aufklärern des BUNDes gelungen ist den Zapfstrahl zu vernichten?
Das war (bestenfalls) eine militärische Fehleinschätzung.
Es ist die Stelle nach der Vernichtung von Teren IV.
Warum sollten denn die "Streitkräfte" auf Teren III mehr Initiative zeigen, als die (ungeschlagene) Kampfflotte im Raum?
Du sagst, die Bestien sollten daran gehen, die Sklaven alle beiseitezuschaffen, damit sie nicht befreit werden können. Aber warum sollten sie das tun? Schließlich stand im Raum noch eine sehr starke Kampfflotte, die dem BUND durchaus hätte Probleme bereiten können... Allfeld hin oder her... Zumindest den Abflug hätte sie stören oder gar verhindern können, denn spätestens dann musste das Allfeld deaktiviert werden.
Worauf ich hinaus will:
Weder die Bestienflotte, noch die Streitkräfte auf Teren III haben irgendwelche Aktionen gezeigt, solange sie nicht direkt attackiert wurden. Warum wohl?
In den nächsten Kapiteln wird das noch etwas klarer werden.
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Alles ist auf irgendein Naturgesetz zurückzuführen. Wenn uns etwas unnatürlich vorkommt, dann nur deshalb, weil wir das entsprechende Naturgesetz noch nicht kennen.